Auflösung des Wettbewerbs und Hintergründe

Auflösung des Wettbewerbs 

20. Runde der Woche vom

19. Juni - 26. Juni 2012  

 

 Lösung: 

Winnetoons

 (Die Legende vom Schatz im Silbersee)

 

 Es gingen zwei Antworten ein, eine war richtig. Einer der beiden treusten und fleissigsten Wettbewerbsteilnehmer erhält den Preis: Rudloff Michael. Herzllchen dank für die Wettbewerbs- und Karl May-Treue.

 

Hintergrund: 

WinneToons ist eine 26-teilige deutsche Zeichentrickserie, die lose aufbaut auf Charakteren aus dem Roman Winnetou 1. Teil von Karl May. Die erste Folge lief am 30. März 2002 in der ARD. Danach wurden die Folgen auf dem KI.KA (Kinder Kanal) wiederholt. Der Pilotfilm erschien bei Universal auf DVD.

 

Im Jahre 2009 gab es eine Kinoadaption mit dem Titel WinneToons – Die Legende vom Schatz im Silbersee

 

Aus diesem Spielfilm stammen die Bilder.

 

Der Film hatte verhältnismässig wenig Erfolg. Man wollte auf der Erfolgswelle vom "Schuh des Manitou" mitreiten. Doch dafür war der Film wohl zu "amerikanisch" und wenig inspiriert.

Hier eine Kritik zur TV Serie:

 

Die Serie wurde zu Karl Mays 90. Geburtstag konzipiert und sollte wohl die heutige Jugend wieder an den Westernklassiker heranführen.
Von der Buchvorlage blieben bei der gezeichnten Variante nur grobe Handlungsstrukturen und die wichtigsten Personen übrig. Neben dem edlen Indianer Winnetou und dem heldenhaften Bleichgesicht Charlie alias Old Shatterhand ist das vor allem der kauzige Sam Hawkins. Nscho Tschi, Schwester des Titelhelden, wird zu einer selbstbewussten und emanzipierten "Pocahontas" umfunktioniert. Als tierische Freunde stehen ihr das Stinktier Misty und den Kojoten Fastfood zur Seite.

 

Neue Figuren wie Tante Droll und der Erfinder Hobble Frank sind auf Seite der Guten, während die Bösen repräsentiert werden durch den weißen Schurken Santer samt dümmlichen Helfern und dem verschlagenen Indianer Mattho-Sih. Wie gehabt sind die Fieslinge nicht gerade mit übermäßiger Intelligenz gesegnet.

 

Die Geschichten weichen stark von den Büchern ab und bieten wenig mitreissende Spannung oder Witz. Die Musik passt sich dem faden Handlungsverlauf an, ebenso bleibt die Animation eher dürftig. Die gelegentliche Verwendung von 3D lockt ebenfalls keinen Kojoten mehr hinter den Felsen hervor.

 

Neue Leser des in die Jahre gekommenen Jugendklassikers wird diese Serie wohl kaum bringen. Man wünscht sich glatt Lex Barker und Pierre Briece zurück – oder doch lieber gleich Bully.

 

NB

Ganz so negativ sehe ich die Serie nicht. Und der Film (der daraus entstand) ist für Trickfilm-Liebhaber ganz amüsant. Jedenfalls ein Versuch einer modernen Trickfilm-Adaption, die leider nur zum Teil geglückt ist.

Auflösung des Wettbewerbs 

19. Runde der Woche vom

11. Juni - 18. Juni 2012  

 

 Lösung: 

 Lex Barker = Old Shatterhnad

 Marie Versine = Nscho tschi

 Pierre Brice = Winnetou

 

 

Der Bravo-Starschnitt ist eine Rubrik des Jugendmagazins Bravo. 1959

erschien zum ersten Mal ein Star-Bild zum Sammeln und Ausschneiden. Die Teile ergaben nach dem Zusammenkleben ein lebensgrosses Poster des Stars. 1964 - auf dem Höhepunkt der Karl-May-Filmwelle - erschien in der Nr. 12 der erste Teil des Posters von Pierre Brice als Winnetou - die rechte Fussspitze auf Felsen. Insgesamt waren es 26 Teile. Dann folgte schon im Heft 36 Lex Barker als Old Shatterhand.mit 27 Teilen (bis Bravo 1965 Nr. 7). Schliesslich ab Bravo 1965 Nr. 28 Marie Versini als Nscho tschi in nur 16 Teilen.

Hintegrund:

Beginnend mit Brigitte Bardot reihten sich Stars an Stars aus den Bereichen Film, Fernsehen und Musik, im Jahr etwa zwei bis drei meist lebensgrosse Poster.  Bis zum Jahr 2004 wurden so insgesamt 118 dieser Starschnitte veröffentlicht.

Die bisjrt letzten beiden Starschnitte (US5 (2005) und Tokio Hotel (2006)) läuteten eine neue Ära des BRAVO-Starschnitt ein. Die einzelne Teile bestanden aus jetzt DIN A3-Bögen, welche ohne Schneiden übereinander gelegt und zusammengeklebt werden konnten. Ein Ausschneiden der Konturen entfiel, und bei den beidseitig bedruckten Teilen konnte jeweils eines der beiden Starschnitt-Motive gewählt werden.

Auflösung des Wettbewerbs 
 

18. Runde der Woche vom

06. Juni - 11. Juni 2012

 

 

Lösung:

Winnetou  I I

 

Ihr neues Abenteuer führt Winnetou und Old Shatterhand an den Mississippi: nach New Orleans. Die Blutsbrüder jagen Santer, den Mörder von Winnetous Vater und Schwester. In den Jagdgründen der Comanchen kann der Gangster ein weiteres Mal fliehen, doch Winnetou und Old Shatterhand bleiben auf seiner Fährte. Ihr Weg führt sie bis nach Mexiko. An ihrer Seite reitet Old Death, ein alter Scout, der auf der Suche nach seinem verschollenen Bruder ist. Winnetou und Old Shatterhand kommen einem geheimnisvollen Plan auf die Spur, bei dem es um die verborgene Goldmine des jungen Bankierssohns William Ohlert geht. Auf dieses Gold hat es der gerissene Betrüger Gibson abgesehen – und dessen Komplize ist kein anderer als Santer…

 

Meine Illusion, Karl May und Co. seien im Internet angekommen, bröckelt immer mehr. Woche für Woche gehen weniger Antworten beim Wettbewerb ein. Und dies trotz gut besuchter Website.

Gewonnen hat darum auch diesmal leider niemand. Es liegt offensichtlich nicht an den schwierigen oder leichten Fragen. Es liegt vielmehr daran, dass Karl May Freunde überdurchschnittlich wenig im Internet surfen (so glaube ich jedenfalls!) In allen andern Sammelgebieten habe ich weit mehr Reaktionen und Beteiligung als hier auf den Karl May Seiten.

 

 

Hintergrund

 

Link zu den Karl May Festspielen in Bad Segeberg 

 

1952 haben die Karl May Festspiele auf der Freilichtbühne am Kalkberg zum ersten Mal stattgefunden. Man wollte dem in der damaligen DDR verfemten Autor aus Sachsen (Radebeul) im "Westen" eine neue Heimat  geben. Einen direkten Bezug von Radebeul zum Autor, zu seinen Werkten oder zu seiner Heimat gibt es nicht.

 

Das riesige Amphitheater in Bad Segeberg ist eine Hinterlassenschaft aus nationalsozialistischer Zeit. Bis 1931 wurde am Kalkberg noch Gips abgebaut, dann aber legte man die unschöne Tagbau-Grube still.  Der riesige Platz  wurde für Massenversammlungen umgestaltet und zunächst für nationalsozialistische Thingsspiele genutzt. An diesen Propaganda-Spielen für das Dritte Reich wirkten oft hunderte, manchmal sogar tausende Schauspieler mit, anwesend waren oft bis zu 60 Tausend Zuschauer (freiwillige und abkommandierte). An den Massenszenen hatte das Publikum aktiv teilzunehmen. Damit war die herkömmliche Grenze zwischen Bühne und Publikum aufgehoben. In traditionellen Theatern konnten solche Thingsspiele nicht aufgeführt werden.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg - dem Untergang von Hitlerdeutschland - musste man in Bad Segeberg dem überdimensionierte Kalksteintheater eine Funktion geben. Thingsspiele waren nicht mehr gefragt. So entschloss man sich mit eine neue Theatertradition zu schaffen, mit dem damals noch extrem populären Karl May.

 

Das Experiment glückte. Schon bei der ersten Aufführung kamen fast 100'000 Besucher. Aus der anfänglichen Theaterveranstalungen von Idealisten, Theaterbegeisterten,  Deütanten wurde ein riesiger Unternehmen, mit einem Millionen-Budget und mehr als 300'000 Besuchern. Was erstaunlich ist, die Karl May Festspiele sind aus Bad Segeberg nicht mehr wegzudenken.

 

Vier Mal (1988-1991) spielte hier Pierre Brice (der Winnetou der Filme) die Hauptrolle. Er wurde vom "Winnetou des Ostens", Gojko Mitić, abgelöst, der 15 Mal in Bad Segeberg den Winnetou spielete (1992 -2006). Mit Winnetou III (dem Tod von Winnetou) hat Gojko Mitić die Rolle 2006 aufgegeben. Seither ist es Erol Sander, der die begehrte und anspruchsvolle Rolle spielen darf.

 

Seit Jahren ist es Tradition in Bad Segeberg, das Ensemble mit einem oder mehreren bekannten Gaststars zu verstärken. Wayne Carpendale, Tanja Szewczenko, Götz Otto, Saskia Valencia, Winfried Glatzeder, Volker Brandt, Patrick Bach, Tanja Schumann, Joshy Peters, Frank Schröder, Alexandra Kamp, Reiner Schöne, Arthur Brauss, Horst Janson, Mathieu Carrière, Peter Hofmann, Elke Sommer, Ralf Wolter, Martin Semmelrogge, Freddy Quinn, Markus Majowski, Lisa Fitz, Eva Habermann, Ingo Naujoks und Ingrid Steeger sind nur einige Beispiele.

Auflösung des Wettbewerbs
 

17. Runde der Woche vom

30. Mai - 05. Juni 2012

 

 

Lösung:

51 Tage

 

Dazu Rüdiger Schaper in seinem Buch

"Ein Weltrekord im Dauerlesen wurde in der Zeit vom 14. März bis zum 3. Mai 2011 im sächsischen Mittweida aufgestellt. Durch das Gesamtwerk des Erzählers kämpften sich Schauspieler, Schriftsteller, Politiker, Studenten.
Satz für Satz, Seite für Seite, Band für Band. 51 Tage lang, rund um die Uhr, im Internet live zu verfolgen, schenkten tausend junge wie alte Karl-May-Fans seinen Romanen, Erzählungen und autobiografischen Schriften Gesicht und Stimme. Sie kämpften mit seiner Waffe, dem Wort. Schauplatz der titanischen Unternehmung
war ein schmaler Tisch in einer winzigen Zelle, wo der damals noch unbekannte, mittellose junge May einmal inhaftiert war. Twitter und Blogs begleiteten den von der Fakultät Medien der Hochschule Mittweida organisierten Marathon unter dem
Motto »Gefangene Visionen«." 

   

Gewonnen hat leider auch diesmal niemand. Es gingen wiederum zwei Antworten ein. Man scheint karl-may-müde zu sein - nach den vielen Veranstaltungen und Publikationen. Ich führe meinen Wettbewerb "tapfer" weiter, in der Hoffnung Winnetou kommt eines Tages auch im Cyberspace an. Bis es so weit ist, braucht es Geduld.

 

Hintergrund

Link zur Veranstaltungsseite: Gefangene Visionen

Besonders interessant: Die Videos, auch von einigen Lesungen

Diskussion auf Twitter

Diskussion auf Facebook

Stream der Diskussion auf der Veranstaltungseite

 

Auflösung des Wettbewerbs

  

16. Runde der Woche vom

08. Mai bis zum 15. Mai 2012

 

 

 Lösung:

 

Freiburg im Uechtland

(Fribourg)

  

Die Ausstellung findet vom 7. Juni - 12. August 2012 statt

Gezeigt werden Exponate aus
Privatsammlungen

 

Hintergrund:

Die Ausstellung wird in Wort und Bild vorgestellt unter Karl May in Fribourg

Hier werden während der Ausstellungszeit auch laufend aktuelle Berichte, Hintergründe, Fotos etc. publiziert. Hier gibt es auch einen Blog, auf dem man seine eigenen Meinungen einbringen und diskutieren kann.

 

Auflösung des Wettbewerbs

  

15. Runde der Woche vom

30. April bis zum 7. Mai 2012

 

 

 Lösung:

 

Karl-May-Freunde Schweiz

 

Die Gruppe wurde vor zwanzig Jahren durch den unermüdlichen Karl May-Fan und -Kenner Elmar Elbs ins Leben gerufen. Sie umfasst heute etwa 100 Mitglieder. Die bewegte "Vereinsgeschichte", aber auch das aktuelle Programm und viele interessante Details, Bilder und Angebote sind auf der Website der Gruppe zu finden. Ein Besuch lohnt sich.  

 

Hier geht es zu den Karl-May-Freund Schweiz

Es gingen diesmal eine ganze Reihe von Antworten ein. Gewonnen hat Gisela Scheffel. Herzliche Gratulation.

 

Auflösung des Wettbewerbs

 

14. Runde der Woche vom

24. April - 30. April 2012

 

 

Lösung:

Der Weg zum Glück 


Roman aus dem Leben Ludwig des Zweiten
Lieferungshefte 1–109
Dresden: H.G. Münchmeyer
1886–1888

 

Eine Gewinnerin oder ein Gewinner gibt es auch diesmal nicht. Es sind nur zwei Antworten eingegangen, beide waren richtig. Also auf zur Runde 15! 

Hintergrund

 

Die fünf Kolportageromane von Karl May kennt man heute weniger. Doch damals - 1882 - 1886 - begründeten diese den Ruf Karl Mays als Schriftsteller. Die Romane - Der Weg zum Glück ist der letzte der fünf Romane - der, wie alle andern auch, zuerst als "Liegerungshefte" erschien, das heisst: etwa alle 14 Tage erhielten rund 20'000 Abonnenten ein Heft ausgeliefert (Fortsetzungsroman).

 

Der Verleger Heinrich Gotthold Münchmeyer gab Karl May, der bis 1874 im Gefängnis war, eine feste Anstellung (jährlich 600 Taler) und damit eine Chance, ein neues Leben zu beginnen. Münchmeyer erkannte das Talent des damals 33-Jährigen und liess ihm "vollständig freie Hand". May gründete mehrere Zeitschriften und begann nebenbei, seine ersten Reiseerzählungen zu schreiben.

 

1976 kam es aber zum Bruch mit dem Verleger, weil dieser May dazu bringen wollte, seine Schwägerin zu heiraten. Trotzdem schrieb Karl May von 1882 bis 1886 sechs Romane für Münchmeyer, für die er pro Heft (es waren mehr als hundert) zuerst 30 später 50 Taler erhielt.

Die Helden dieses Romans sind ein schrulliges bayerisches Original, genannt Wurzelsepp, und der bayerische König Ludwig II. Beide greifen in das Schicksal von mehreren Personen ein und sorgen dafür, dass diese glücklich werden können. Einen Großteil des Romans nimmt aber der Kampf gegen die Machenschaften der beiden Bösewichte „Peitschenmüller“ und „Silberbauer“ ein, die vor langer Zeit in der Walachei eine Fürstin ermordet und ihr Kind entführt haben.

 

Es gibt einige besonders interessante Aspekte in diesem Roman:

  • Karl May hat - um den Lokalkolorit zu wahren, eine Art "bairischen Dialekt" frei erfunden und eingeführt.
  • Die Geschichte endet mit dem Mord am bayerische Märchenkönig, geschrieben fast ein Jahr bevor Ludwig II auf mysteriösen Umständen im See ertrank.
  • Aus heutiger Sicht sind die Münchmeyer-Romane besonder interessant, weil sie ein Spiegelbild der Wilhelminischen Zeit sind und desshalb "vielerlei über diese Epoche aussagen, mehr als manches Geschichtsbuch gewöhnlich zu tun vermag." (Ralf Harder)
  • Die Romane wurden immer wieder nachgedruckt und oft verändert. Unter anderem auch mit "unsittlichen Stellen", die Karl May nicht geschrieben haben will, die ihm aber viel Anfechtung und eine Reihe von Prozessen eingebracht habem. Im Rahmen diser Prozesse wurden seine Gefängnisstrafen publik und seine behauptete Identität mit Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi flog auf.
  • Die Witwe Klara May gab als Nachlassverwalterin dem Karl May Verlag die Erlaubnis, alle Romane nachzudrucken. Im Rahmen dieser Neauflage wurden sie aber zum Teil erhelblich verändert. Erst nach Ablauf der Autorenrechte wurde (von andern Verlagen) wieder auf die Originalfassungen zurückgegriffen.
  • Im heutigen Verlagsprogramm ist "Der Weg zum Glück" auf drei Titel verteilt: Der Peitschenüller Bd. 66 - Der Silberbauer Bd. 67 und Der Wurzelsepp Bd. 68. Die Geschichte mit Ludwig II. findet sich im Band 68 (Wurzelsepp)

Auflösung des Wettbewerbs

12. Runde der Woche vom

10. April - 16. April 2012

 

 

Lösung:

 

Kara Ben Nemsi

 

Die Aufgabe war diesmal wirklich einfach. Dies ist aber gut so, denn auch wenig belesene Karl May Freunde können so mitmachen. Diesmal waren es genügend Antworten eingegangen. Das Los musste entscheiden

 

Gewonnen hat: Fredy Fellmann

 

Hintergrund:

 

Kara Ben Nemsi (türkisch Kara: „schwarz“, phonetische Anlehnung an „Karl“; Ben Nemsi: arabisch klingende Bezeichnung mit der Bedeutung „Sohn der Deutschen“)

Wie Old Shatterhand ist Kara Ben Nemsi eine „Ich-Figur“ der Romane von Karl May, die sich im Orient abspielen. Die Figur kommt bei Karl May in 28 Büchern vor – zum letzten Mal 1909 in in der Erzählung „Merhameh“ und in den beiden „Ardistan und Dschinnistan“ Werken. In der Erzählung „An der Tigerbrücke“ im Band „Am Stillen Ocean“ (1894) weist der Ich-Erzähler ausdrücklich auf seine Identität mit Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand hin.

Im ersten Orient-Band „Durch die Wüste“ (füher „Giölgeda padishanün“) erzählt Karl May wie er zu diesem Namen kam. Sein Diener Hadschi Halef Omar hat ihn spontan erfunden: „Der brave Mensch hatte mich einmal nach meinem Namen gefragt und wirklich das Wort Karl im Gedächtnisse behalten. Da er es aber nicht auszusprechen vermochte, so machte er rasch entschlossen ein Kara daraus und setzte Ben Nemsi, Nachkomme der Deutschen, hinzu.

An einer andern Stelle erklärt Karl May: „Was meinen Namen betrifft, so wurde ich nicht bei meinem eigentlichen, sondern, wie auf meinen früheren Reisen, Kara Ben Nemsi genannt. Kara heißt „schwarz“ und Ben Nemsi „Sohn der Deutschen“. Ich trug einen dunklen Bart und war ein Deutscher; daher dieser Name.“

Auflösung des Wettbewerbs

11. Runde der Woche vom

02. April - 09. April 2012

 

Dieser kleine Mann mit dem grossen Gewehr in der Hand ist der erste Lehrmeister des Greenhorns Old Shatterhand und Wegbegleiter

 

Sam Hawkens, hi, hi, hi... 

 

Kaum ist der Hype rund um den 100. Todestag von Karl May vorbei, flaut auch das Interesse an Karl May offensichtlich wieder rapide ab. Der Wettbewerb kam - aus Mangel an Einsendungen - leider wieder nicht zustande. Doch ich mache weiter und schreibe bereits wieder die neue

                                                         Runde aus, die 12. Viel Spass!

 

Hintergrund:

 

Sam Hawkens…“wenn ich mich nicht irre, hihihi…“ So lauteten zwei der wenigen eingegangen Antworten. Tatsächlich kann man Sam Hakens den stereotypen Ausspruch „…wenn ich mich nicht irre…“ und sein markantes Lachen „hihihi..“ zuordnen.

Es sind solche und ähnlich Kniffe, mit denen Karl May seine Figuren ausstatte und damit unverkennbar, einmalig und liebenswürdig oder hassenswert machen konnte. Es ist überhaupt eine der grössten Leistungen von Karl May, dass viele seiner Figuren durch Ausstattung, Benehmen und Redearten so viele menschliche Züge und einen klaren Charakter bekommen, dass sie wirklich leben, nicht nur in den Büchern, auch in den Herzen der Leserinnen und Leser, bis heute.

Sam Hawkens gehört zweifellos dazu. Es ist einer jener kauzigen Westernmännern, die eine ganze Reihe von Karl May Geschichten bevölkern: Hobble Frank, Dick Hammerdull und Pitt Holbers, Tante Droll, dicker Jemmy und langer Davy…. Sie alle haben ihre Blessuren und ihre Marotten.

Sam Hawkens ist bei Karl May „ein kleiner, humorvoller Mann, mutig und treu. Er wurde einst von Indianern skalpiert und trägt deshalb eine Perücke, was gelegentlich Anlass zu heiteren Situationen gibt. Sein Gewehr Liddy, das mehr einem Prügel als einem Gewehr gleicht, sein Maultier Mary und seine ständige Redewendung „wenn ich mich nicht irre, hihihihi“ sind seine Erkennungszeichen. Er bezeichnet Old Shatterhand meistens als Greenhorn, muss von diesem aber immer wieder aus heiklen Situationen gerettet werden und sorgt häufig dafür, dass Pläne schief gehen“. Während Hawkens in Winnetou I noch ein waschechter Amerikaner ist, mutiert er später (im Öprinz) zu einem Sachsen. Auch die Schreibweise ist nicht einheitlich und original anzutreffen, nämlich mit „e“, sondern häufig mit „i“, also als Hawkins statt Hawkens.

Für mich ist dies eine der grossartigsten Leistungen von Karl May: seine Figuren, die in allen Varianten und mit allen Absonderlichkeiten durch seine Werke ziehen, mit Fleisch und Blut, oft bis an die Grenze der Lächerlichkeit, immer aber liebenswert, zumindest unverwechselbar. Selbst Old Wabble, anfänglich ein Freund von Old Shatterhand und Winnetou, dann aber ihr Feind, versöhnt sich vor seinem Tod mit Old Shatterhand und bekennt sich zum „Guten im Menschen“.

Man mag dies aus heutiger Sicht als antiquiert und verstaubt taxieren, zumal sich viele der Helden als ausgewanderte Deutsche entpuppen, natürlich fast immer als Sachsen, doch sie vermögen Herzen zu erobern, mehr als alle modernen „Traumgestalten“ des Films.Und zwar heute noch. In einem der vielen Karl-May-Artikel in einer grossen deutschen Zeitung schreibt der Autor: „Mein Liebling war nicht der edelste aller edlen Menschen, Winnetou, nicht Old Shatterhand mit seiner unbezwingbaren Faust, nein es war der kurlige Sam Hawkens….“

Im Film wurde Sam Hawkens von Ralf Walter gespielt. Seine Statur und Interpretation prägen so ziemlich alle Darstellungen des Westmans (so die Bezeichnung von Karl May) seit den 60er Jahren (ähnlich wie Pierre Brice Winnetou und Lex Barker Old Shatterhand).

Auflösung des Wettbewerbs

10. Runde der Woche vom 26. März - 02. April 2012

 

"Sieg, Sieg großer Sieg! Ich sehe alles rosenrot!"

 

30. März 1912 - am 9. Hochzeitstag mit Klara - sprach Karl May um 20.30 Uhr diese Worte und verschied.

 

Natürlich habe ich in dieser Woche - der Sterbewoche von Karl May - auch im Wettbewerb darauf Bezug genommen. Es wurde wiedereinmal rege am Wettbewerb teilgenommen. So macht es Spass! Alle Antworten waren richtig.

Das Los hat entschieden:

 

Thomas Pilz-Lorenz aus dem sächsischen Plauen.

(Da ich im Augenblick in Südfrankreich bin, wird der Preis erst nach dem 16. April versandt. Besten Dank für die Geduld!)

 

Hintergrund 

 

Die „letzten Worte“ berühmter Persönlichkeiten haben zweifellos Kultwert. Sie werden häufig zitiert, weil sie in der Regel das Denken, Schaffen und Wirken einer Persönlichkeit prägnant zusammenfassen und/oder einen Bezug zum Lebenswerk oder zur Sterbesituation herstellen. Ob diese Worte wirklich von den Sterbenden in dem Augenblick gesagt wurden oder eher von Biographen erfunden oder in den Zusammenhang des Sterbens gesetzt wurden, kann man sich mit gutem Recht fragen. Bei vielen dieser Zitate weiss man mit Sicherheit, dass sie so nie unmittelbar vor dem Sterben gesprochen wurden. Selbst bei einem der berühmtesten Zitate, „mehr Licht“, - auf dem Sterbebett von Johann Wolfgang von Goethe gesprochen – weisen Historiker nach, dass es so nicht gesagt wurde oder ganz anders zu interpretieren wäre. In den allermeisten Fällen sind „letzte Worte“ ein dramaturgisch geschickter Trick um Persönlichkeiten in Würde und Grösse aus unserer Welt zu verabschieden.

Störe meine Kreise nicht!“ Hat dies Archimedes – gemäss einer Legende - wirklich gesagt zum Zeitpunkt seines Todes? Wenn ja, dann ist dies so geistreich und abgeklärt, dass wir es kaum glauben können. Mark Twain soll in diesem Zusammenhang gesagt haben: „Ein Mann, der etwas auf sich hält, sollte seine letzten Worte beizeiten auf einen Zettel schreiben und dazu die Meinung seiner Freunde einholen. Er sollte sich damit keinesfalls erst in seiner letzten Stunde befassen und darauf vertrauen, dass eine geistvolle Eingebung ihn just dann in die Lage versetzt, etwas Brillantes von sich zu geben.“

Wie es bei Karl May war, wissen wir nicht mit letzter Sicherheit. Allerdings hat seine Frau Klara diese Worte schon unmittelbar nach Karl Mays Tod überliefert, so dass sich bereits die Grabrede auf diesen Satz bezog. Nun wissen wir aber auch, dass Klara May alles daran setzte, ihren zweiten Mann im besten Licht erscheinen zu lassen. Hat sie doch die Anfeindungen und Prozesse gegen Karl May hautnah miterlebt.

„Letzte Worte berühmter Persönlichkeiten werden seit jeher aufgeschrieben und gesammelt – man vermutet eben eine besondere Lebensweisheit dahinter. Für die Hinterbliebenen haben letzte Worte deshalb ein besonderes Gewicht. Ging der Verstorbene in Frieden von dieser Welt? Gab es einen harmonischen, versöhnlichen Abschied? Oder blieb noch etwas ungeklärt? Bei zu grossem Unbehagen oder unsicherer Quellenlage werden die letzten Worte eben konstruiert. So kursieren oft von bekannten Persönlichkeiten oft mehrere Versionen de letzten Worte. Sogar Jesus bekam von den Evangelisten unterschiedliche letzte Worte in den Mund gelegt.“

Auflösung des Wettbewerbs

10. Runde der Woche vom 26. März - 02. April 2012

 

 

Ardistan und Dschinnistan I,

Freiburg 1909, Seite 17

 

 

Da sich ja im Augenblick die Medienberichte nur so jagen, habe ich absichtlich eine etwas schwierigere Frage gestellt. Keine Angst, es wird wieder leichter.

 

Leider ist auch diesmal dier Wettbewerb wegen mangelnder Teilnahme nicht zustande gekommen. Schade für den doch erheblichen Aufwand.

 

Hintergrund

 

Eigentlich war allen klar. Das Zitat muss aus Karl Mays Alterswerk stammen. Nur eben - aus welchem?

Die Kurdin Marah Durimeh nimmt im Karl-May-Universum eine besondere Stellung ein. In der Reiseerzählung Durchs wilde Kurdistan (1892) ist sie der Ruh 'i kulyanDer Geist der Höhle. Kara Ben Nemsi kommt mit ihr das erste Mal in Kontakt, als er ihrer Urenkeltochter Schakara, die sich mit Tollkirschen vergiftet hat, das Leben rettet.

In Ardistan und Dschinnistan erhält Kara Ben Nemsi von Marah Durimeh den Auftrag einen drohenden Krieg zwischen den Ländern Ardistan und Dschinnistan zu verhindern. Die Ereignisse führen zu einer Läuterung des Mirs von Ardistan, so dass er seiner Aufgabe als gerechter Herrscher entsprechen kann. Dabei verwendet May äusselich viele orientalische Methaphernk die eigentlich aber christlichen Ursprungs sind.

Die Kernszene spielt in der „Stadt der Toten“, der verlassenen ehemaligen Hauptstadt Ardistans, wo der Mir von Ardistan eine mystische Begegnung mit seinen Vorfahren hat und sich von deren Grausamkeit und Verantwortungslosigkeit lossagt. Als Belohnung werden ihm große Vorräte, die die Mire von Dschinnistan vor Generationen für ihn angelegt haben, übergeben, mit der er die Geisterstadt in Zukunft wieder beleben kann.

 

Das Bild zeigt die Erstausgabe des Buches aus dem Jahr 1909, also drei Jahre vor Mays Tod. Das Titelbild stammt von Sascha Schneider.

 

Auflösung des Wettbewerbs

8. Runde der Woche vom 12. – 19. März 2012

 

Bertha von Suttner

Österreichische Pazifistin, Friedensforscherin und Schriftstellerin

Friedensnobelpreisträgerin 1905

1843 -1914

 

Gewonnen hat:  Michael Rudloff

  

 

Hintergründe

Baronin von Suttner war die Begründerin der moderne Friedensbewegung. Ihr bekanntester Roman hier "Die Waffen nieder" (1889). Vor allem für ihre Schriften, Vortragsreisen und den unermüdlicher Einsatz für den Gedanken des Friedens wurde sie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Um Kontakte zu Gleichgesinnten im Bereich der Kunst und Literatur zu finden, korrespondierte sie mit Autoren wie Heyse und Rosegger, Tolstoi und Zola. Die Verbindung mit May kam auf dessen Initiative hin im Oktober 1905 zustande - siehe zitierter Brief - und zwar im Anschluß an den Vortrag von Bertha Sutter in Dresden.

 

Zusammen mit dem zitierten Brief schickte Karl May seinen Werk "Und Friede auf Erden!" der Baronin. Schon 1907 sollte Karl May im Rahmen der Friedensbewegung einen Vortrag halten, der aber aus terminlichen Gründen nicht zustande kam.

Erst im März 1912 war es dann so weit. Karl May reiste nach Wien. Er hielt am 22. März im Sofiensaal auf Einladung des kademischen Verbandes einen Vortrag mit dem Titel "Empor ins Reich der Edelmenschen!"

 

Dieser Vortrag ist im Wortlaut nicht erhalten und wurde auch nicht aufgezeichnet.

Nach den vielen Prozessen und Pressekämpfen hatte der 70jährige Schriftsteller nochmals gelegenehit, sein Denken und Wollen vor der Oeffentlichkeit darzustellen. 3000 Menschen besuchten die Veranstaltung und waren - den Berichten zufolge - begeistert.

 

Die Rekonstruktion der Rede, »nach dem flüchtigen Entwurf des Dichters und persönlichen Erinnerungen der Zuhörer« konzipiert, die Klara May bereits der zweiten Auflage von »Mein Leben und Streben« (1912) anfügte und die bis heute im Biographieband »ICH« enthalten ist, entspricht fast ausschließlich dem handschriftlichen Konzept Karl Mays.

Im März 1912, als der Tag seines Wiener Vortrags herankam, erhielt Karl May die folgenden Zeilen aus der Feder Frau Suttners:

"Ich freue mich lebhaft, Sie in Wien sprechen zu hören. Daß Sie mein Gesinnungsgenosse in Friedenssachen und anderen Fragen sind, das weiß ich ja: 'empor!' ist unser beider Devise. Gleichzeitig schicke ich Ihnen mein letztes Buch 'Der Menschheit Hochgedanken', worin Sie Anklinge an dieses 'Empor' finden werden. Nicht wahr, wir Geistesarbeiter müssen einander behilflich sein.".

 

Eine Woche nach dem Wiener-Vortrag war Karl May tot.

 

Auflösung des Wettbewerbs

7. Runde der Woche vom 06. – 12. März 2012

 

Llano Estacado (auch Llano Estakado)

 

 

Auch diesmal gingen mehrere richtige Lösungen ein. Allerdings ist die Teilnehmerschar verhältnismässig klein, so dass immer wieder mal die gleichen Karl-May-Freunde vom Los begünstigt werden. Diesmal ist es Gerhard Zbinden, der schon die erste Runde des Wettbewerbs gewonnen hat.

Ich werde die nächsten Runden mit Weinen (Bordeaux) belohnen, damit ein grösserer Kreis zu motivieren ist, sich mit den Fragen (und Antworten) des Wettbewerbs zu beschäftigen.

 

Hintergrund:

Der Llano Estacado ist eine Landschaftsformation in den Vereinigten Staaten. Er befindet sich zum grössten Teil im südlichen New Mexico und im nordwestlichen Teil von Texas. Es handelt sich um ein relativ flaches baumloses und trockenes Tafelland. Mit ungefähr 100.000 km² ist er eines der größten Tafelländer des amerikanischen Kontinents. (Als Tafelland wird ein aus waagrecht geschichtetem Gestein bestehendes Flachland oder Hochfläche bezeichnet.)

 

Eingefasst wird der Llano Estacado durch den Mescalero-Steilhang des Rio Pecos, den Canadian River und das Edwards Plateau. Er gehört zu den südlichen Ausläufern der Great Plains.

 

Wirtschaftlich interessant ist der Llano Estacado durch seine Öl- und Gasvorkommen, sowie durch Bewässerungsanlagen zur Bepflanzung von Baumwolle.

 

Im deutschsprachigen Raum ist der Llano Estacado vor allem durch Karl May bekannt geworden, der in mehreren Büchern beschreibt, wie die Orientierung in der endlosen Ebene funktionierte: In den Erdboden gerammte Pfähle sollten ihnen den Weg durch die Wüste zeigen.

In der Erzählung „Der Geist des Llano estakado“ treiben sogenannte Geier ihr Unwesen indem sie verändern die Pfähle so, dass sich Karawanen verirren und die Menschen und Tiere schliesslich verdursten und ausgeraubt werden. Ein geheimnisvoller "Geist" jagt und tötet die Verbrecher durch einen Schuss in die Stirn. Westmänner (der dicke Jemmy, der lange Davy, Hobble-Frank, Juggle-Fred, Old Shatterhand) und der Indianer-Häuptling Winnetou versuchen einen Auswandererzug auf seinem Weg durch den Llano vor den Schurken zu schützen. Die Llano-Geier werden einer nach dem anderen erwischt und getötet. Der "Geist" entpuppt sich als Bloody-Fox, der als Kind blutend und ohne Erinnerung im Llano neben seinen ermordeten Eltern gefunden wurde.

Die Erzählung erschien zuerst 1888 in der Zeitschrift „Der Gute Kamerad“, zwei Jahre später wurde sie – zusammen mit dem „Sohn des Bärenjägers“ in der Reihe „Die Helden des Westens“ von der Union Deutsche Verlagsgesellschaft veröffentlicht.

In der Reihe der Karl May’s Gesammelte Werke, wie sie seit 1913 vom Karl-May-Verlag herausgegeben wird, sind die beiden Erzählungen im Band 35 zu finden, allerdings mehrfach bearbeitet. Inzwischen gibt es auch die ursprüngliche Fassung wieder.

Der Stoff wurde auch 1964 – frei nach Karl Mays Motiven – verfilmt.

Buchausgaben gibt es inzwischen viele, auch eine ganze Reihe der beiden Erzählungen in getrennter Form.

Auflösung des Wettbewerbs –  6. Runde

der Woche vom 27. Februar – 05. März 2012

 

Zuckmayers Tochter ist auf den Namen Maria Winnetou getauft

 

Gewonnen hat Klaus Reichenbach aus Inzlingen. Herzlichen Glückwunsch! Das Spiel wird nächste Woche auf die Post gebracht. (NB. Gewinner aus dem Kreis der Schweizer-Karl-May-Freunde, die in der Schweiz wohnen, bekommen ihren Preis wenn möglich an der nächsten Veranstaltung der Karl-May-Freunde. Ansonsten bitte die Adresse per eMail angeben. Besten Dank.)

 

Diesmal gingen mehrere richtige Antworten ein. Korrekt sind natürlich auch die Hinweise auf die beiden identischen Namen Carl und den bei Zuckmayer enthaltenen Namensteil „…may…“. Doch noch mehr verbindet die beiden eine ausserordentliche Namensgebung:für die Tochter von Zuckmayer.

 

 

Hintergrund:

 

Carl Zuckmayer über Karl May: „Eine einzigartige Leistung, der ohne Zweifel ein geniehafter Zug anhaftet.“ 1929

 

Carl Zuckmayer kannte das Werk Karl Mays sehr gut. Er soll mit Ernst Bloch gestritten haben, wer mehr über Personen und Handlungen in Mays Werken auswendig weiss.

 

Im Rahmen dieser Karl May Verehrung oder Anerkennung liess er seine erste Tochter aus der (für ihn zweiten) Ehe mit der Wiener Schauspielerin Alice Frank auf den Namen Maria Winnetou.

 

Winnetou Guttenbrunner-Zuckmayer ist 1926 als Tochter des Schriftsteller-Ehepaares Carl und Alice Zuckmayer geboren und lebt heute noch in der Nähe von Wien. In einem Interview aus dem Jahr 2009 erzählt aus ihrem Leben.

Hier die Sendung von Radio DRS

Am Anfang des Gesprächs erzählt sie, wie sie zu dem Namen Winnetou kam und was er ihr als Kind bedeutet hat. Sie erzählt aber vor allem vom Abschiednehmen und Ankommen und von ihrem Verhältnis zu ihrem berühmten Vater.

In den beiden Karl-May-Jahrbüchern 1930 und 1931 sind zwei Texte von Carl Zuckmayer erschienen.

 

1930: "Palaver mit den jungen Kriegern über den grossen Häuptling Karl May". (Gesprochen in der Jugendstunde des Berliner Rundfunks am 3. April 1929) Der Radio-Beitrag umfasst in der Manuskriptform neun Seiten Hier ein kleiner Ausschnitt: „….Karl Mays Gestalten begleiten uns wahrhaftig durchs Leben, als hätten wir mit ihnen gelebt, sie sind keine Schatten für uns, sondern Wirklichkeiten, wir werden sie nie vergessen und sie werden uns immer treu bleiben….“

 

1931: „Winnetou auf der Bühne“ von Carl Zuckmayer. Geschrieben 1929 als Theaterbesprechung für eine Zeitung in Berlin. „Winnetou, der rote Gentleman“ wurde in diesem Jahr in Berlin (und andern Städten) im Theater in der Königsstrasse zu Berlin aufgeführt. Der Artikel umfasst sieben Seiten und zwei Bilder (von einer Aufführung des gleichen Werks im Alberttheater in Dresden). Auch hier ein Ausschnitt: „…Winnetou war wirklich schön und edel, als Bleichgesicht heisst er Hans Otto. Mir schwebte er ein klein wenig männlicher, härter vor, aber er hatte das Geheimnisvolle, Adlige, Beschattete, worauf es am meisten ankommt. Man heult, wenn er stirbt und wenn unser unvergessenes ‚Ave Maria‘ ertönt: Es will das Licht des Tages scheiden - !“

Auflösung des Wettbewerbs - 5. Runde

der Woche vom 21. Januar - 27. Februar 2012

 

   

In den Schluchten des Balkan

 

   

Gewonnen hat niemand. Alle Antworten waren falsch. Die häufigste Antwowrt: "Sand des Verderbens".

 

Da auch ich nicht Chinesisch lesen und verstehen kann, bin ich natürlich auf die Buchangaben angewiesen. Diese sind nur einmal im Buch so angegeben, dass sie für uns entzifferbar sind. Hier die Angaben:

 

Hintergrund:

Man liest es immer wieder: „Karl May wurde in mehr als vierzig Sprachen übersetzt“. Diesen Satz habe ich unzählige Mal angetroffen, mit Bewunderung, aber mir weitere Gedanken zu machen. Ich nehme an, den meisten Karl-May-Freunden ist es so ergangen. Dann – es sind schon einige Jahre her – habe ich im Geburtshaus von Karl May - in Hohenstein-Ernstthal - die Vitrine mit verschiedenen Übersetzungen gesehen. Inzwischen weiss ich auch, dass es wohl nicht vierzig, sondern etwa 30 Übersetzungen sind, eine noch fast überschaubare Menge. Jedenfalls habe ich in Hohensein-Ernstthal den Beschluss gefasst, meine Karl-May-Sammlung noch mit möglichst vielen Werken aus verschiedenen Ländern, möglichst in verschiedenen Sprachen zu ergänzen. Inzwischen sind es 61 Ausgaben aus etwa 15 Ländern – in verschiedenen 10 Sprachen geworden. Eigentlich noch recht bescheiden, denn die Karl May wird in den letzten Jahren immer weniger übersetzt. Die gezeigte chinesische Ausgabe aus dem Jahr 1999 ist wohl eine der jüngeren Neuausgaben.

Trotz der beachtlichen sprachlichen Vielfalt ist und bleibt (verglichen mit anderen Autoren) Karl May ein Phänomen der deutschen Literatur. Hier ist er – zumindest in mehreren Generationen von Lesern – sehr gut verankert und ein bedeutender Faktor in der Sozialisation der Menschen und ihrem Umgang mit dem Fremden, sei es mit andern Rassen, andern Religionen, andern Sitten. Dieser Einfluss wurde in den 6oern-Jahren durch die populären Filme ein letztes Mal verstärkt und aktualisiert. Inzwischen hat aber der Zeitgeist – vor allem die problembeladene Art, wie man anderen Völker und Sitten, anderen Religionen und Traditionen, kurzum dem Fremden begegnet – Karl May weitgehend in den Bereich der Erinnerung, ins Interesse der Sammler, Wissenschaftler und (gottseidank) immer noch vieler neugierigen Menschen verbannt. Auch Übersetzungen sind rar geworden. Eigentlich schade, denn mit der Phantasie und den Grundmustern, die in vielen Karl May Werken zum Tragen kommen, wäre dem vermeintlich Fremden, dem oft so bedrohlich Andern weit besser und – allen faktischen Fehlinformation zum Trotz – lebensnaher und echter zu begegnen.

Sehr gut verankert ist Karl May im Holländischen, aber auch im Osten Europas, in Ungarn, der ehemaligen Tschechoslowakei und Rumänien. In Italien, Frankreich und Spanien wurde zwar Karl May in Übersetzungen gelesen, doch seine Werke hatten einen schweren Stand gegenüber der Fülle von Abenteuer- und Reiseliteratur in diesen Ländern im vergangenen Jahrhundert. Sozusagen unbekannt blieb Karl May in Amerika (da finden wir nur eine einzige Ausgaben) und in Grossbritannien.

Hingegen gibt es eine ganze Reihe von „exotischen“ Übersetzungen in Esperanto, Afrikaans oder ins Lateinische. In hebräischer Sprache gibt es eine ganze Reihe von Karl-May-Titeln, auch ein paar in japanischer und indonesicher Sprache, sowie in den Sprachen des Nordens, vor allem in Schweden, Norwegen und Dänemark.

 

Auflösung des Wettbewerbs - 4. Runde

der Woche vom 14. Januar - 20. Februar 2012

 

 

   

Der blaurote Methusalem

oder Kong-Kheou - das Ehrenwort

 

 

Gewonnen hat Rudloff Michael: Herzliche Gratulation. Die Süssigkeiten werden beim nächsten Karl-May-Treffen überreicht.

 

Hintergrund

 

Für Kenner von Karl Mays Werk sind die Figuren rasch einer Geschichte zuzuweisen: vor allem der Hund, der ein Bierglas trägt, führt auf die richtige Spur. Der blaurote Methusalem – ein „ewiger“ Student mit ewig geröteter Nase (daher sein Name) und der junge Richard Stein nehmen uns mit auf eine abenteuerliche, vor allem aber vergnügliche Reise durch das China von einst. Karl May hat die Geschichte – wie übrigens auch den berühmten „Schatz im Silbersee“ zuerst in der Jugendzeitschrift „Der gute Kamerad“ (1888/89) unter dem Titel „Kong-Kheou, das Ehrenwort – eine lustige Studentenfahrt nach China“ veröffentlicht. Drei Jahre später 1892 erschien dann der Text im Union-Verlag als Buch unter dem Titel „Der blaurote Methusalem“ und figuriert seit 1914 als Band 40 im Gesamtwerk von Karl May.

Es ist die dritte Jugenderzählung, die Karl May für die Zeitschrift „Der gute Kamerad“ geschrieben hat, vielleicht nicht die beste, sicher aber die amüsanteste.

Darin offenbart sich, wie in so vielen andern Werken, die Fähigkeit des Schriftstellers unverwechselbare, einmalige Personen mit ihren Eigenheiten zu porträtieren. Dies fängt an beim riesigen Neufundländer Gottfried von Bouillon, der seinem Herrn dauernd das Bierglas trägt und findet einen Höhepunkt beim Kapitän Heimdall Turnerstick an, der behauptet, er könne perfekt chinesisch sprechen, indem er an alle Worte die Endungen -eng, -ing, -ong, -ung anhängt.

Leider wurde das Buch nie verfilmt. Es gab zwar zwei Ansätze (einmal bis kurz vor Drehbeginn), doch beide Male wurde das Vorhaben abgebrochen. Der Versuch in den 60er Jahren scheiterte am schlechten Drehbuch, wäre aber mit den Schauspielern O. W. Fischer, Fernandel, Joachim Fuchsberger, Heinz Rühmann bestimmt zum Erfolg geworden.

Die Übersetzung des chinesischen Titels "Kong-Kheou" mit "das Ehrenwort" ist eine reine Erfindung Karl Mays.

Auflösung des Wettbewerbs - 3. Runde

der Woche vom 07. Januar - 13. Februar 2012

 

 

Die Antwort ist:

 

Der Schatz im Silbersee

Old Shatterhand

 

Gewinnerin ist Gisela Schefflel. Ihre Antwort: „Schatz im Silbersee“ :  Radebeul,  ( 203-215. tausend)    Kapitel: In der Klemme (In den Bamberger Ausgaben steht es nicht so exakt, weitere Ausgaben habe ich nicht) Und der vornehme Herr ist „Old Shatterhand“.

 

Es nehmen von Woche zu Woche mehr Karl-May-Freunde am Wettbwerb teil. Aber auch Besucher meiner Homepage, die sich sonst mehr für andere Bereiche (Wein, Kunstkataloge, Santons, Reisen, Medien etc) interesseren, erinnern sich an ihre Jugend und versuchen ihr Glück mit einer Antwort. So ist es auch gedacht! Die ausführlichen Auflösungen mit Hintergründen, meist auch mit Bildern und Links, stellen den Autor aus ganz unterschiedlichen Perspektiven vor - uim ihn allen möglichst attraktiv und verständlich in Erinnerung zu  rufen. Es würde mich freuen, wenn noch mehr Besucher dieser Homepage - vor allem auch viele Karl May Freunde - daran teilnehmen würden.

 

Hintergrund

 

Der „Schatz im Silbersee“ hat – wie kaum ein anderer Roman – das Indianerbild und die Vorstellung vom Wilden Westen über Jahrzehnte beeinflusst und geprägt. Es dürfte bis heute (nebst den Winnetou-Bänden) das meistgelesene Buch von Karl May sein, eine Jugenderzählung, die – wie viele Romane von Karl May – zuerst als Fortsetzungsroman erschien und zwar vier Jahre vor der ersten Buchveröffentlichung in der Zeitschrift „Der gute Kamerad“ (1890/91). Es ist die Reise von Westmännern zum Silbersee in den Rocky Mountains. Dabei treten viele der Helden (und Schurken) seiner Wildwestgeschichten auf: Old Firehand, Tante Droll, der skurrile Lord Castlepool, aber auch der „rote Cornel“ als Inkarnation eines Schurken und als Gegenfiguren des „edlen“ Indianer-Häutlings Winnetou und seines Blutsbruder „Old Shatterhand“. Auch Indianer – gute und böse – haben ihren Platz vor allem im zweiten Teil des Buches, allen voran jene aus dem Stamme der Utahs mit ihrem hinterhältigen Häuptling Grosser Wolf.

Von diesem Roman gibt es unglaublich viele Buchausgaben, in mehr als 30 Sprachen, aber auch viele zum Teil leicht veränderte Versionen in Deutsch. Dazu kommen die Verfilmungen – so die „klassische“ aus dem Jahr 1962, erstmals mit Lex Barker und Pierre Brice in den beiden Hauptrollen. Der Film lockte damals innerhalb zwölf Monate drei Millionen Zuschauer in die Kinos und erhielt dafür als erster Film überhaupt die Auszeichnung „Goldene Leinwand“.

Hier für Neugierige der Film-Trailer

Die Filmstory weicht allerdings stark vom Buchoriginal ab. Doch dies tat der Popularität keinen Abbruch. Nicht viel anders war dies mit den vielen Hörspielfassungen und den Inszenierungen auf den Festspielbühnen, allein in Bad Segeberg bisher 8mal, zuletzt 2009.

Karl May als Old Shatterhand (1896)
Karl May als Old Shatterhand (1896)

Zum zweiten Teil der Frage:

 

Old Shatterhand ist der Held in etwa 30 Erzählungen von Karl May, die im Wilden Westen spielen. Meist eine „Ich-Figur“ (nicht im „Satz im Silbersee“), die bei den Lesern eine starke Identifizierung mit dem Autor bewirkte. Karl May hat dies lange Zeit tüchtig geschürt und die Vermischung von Realität und Fiktion bewusst verstärkt. Daraus entstand die „Old Shatterhand-Legende“, die sich im Verlauf der Jahre und der Werke immer mehr verdichtete, zwar weniger in den Büchern, als vielmehr in der umfangreichen Korrespondenz des Schriftstellers und in seinem Gehabe, vor allem als er bereits über 50 Jahre alt, wohlhabend und berühmt geworden war. Auf seiner Ostasienreise (1890) distanzierte er sich in seinem Tagebuch erstmals deutlich von der inzwischen weitverbreiteten Legende, in dem er bekennt: „dass er den alten Karl im Toten Meer versenkt hätte“ (die Figuren Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi – beide mit dem richtigen Namen Karl – sind identisch). Nach der Rückkehr nach Deutschland hat die Stimmung gekehrt. Der Erfolgsautor wurde öffentlich angegriffen, seine Vorstrafen wurden bekannt und seine „wahre Identität“ erbarmungslos durchleuchtet. Die „Old Shatterhand-Legende“ platzte und Karl May bekennt, „dass seine Aussage `Ich bin Old Shatterhand`! genauso symbolisch gemeint war wie alles andere in seinem gesamten Werk, und seine Reisen in einem übertragenen Sinne real gewesen waren - als Reisen in sein Inneres.“

NB. Der zitierte Ausschnitt stammt aus einer aktuellen „eBook-Fassung“, die mit dem Original-Buchtext (Band 36, Erstausgabe 1894) fast identisch ist. Nur eines fehlt darin, der Einschub in der Beschreibung von Old Shatterhand: „….dem man es sofort ansah, dass er der vornehmste sei,…“. Zumindes imt Original-Buchtext heisst es nur: „Der eine von ihnen ritt einen prachtvollen Rapphengst von der Art, welche man bei gewissen Apachenstämmen züchtet“. Wann die Satzergänzung entstanden ist – schon in der Fassung für „Der Gute Kamerade“ habe ich nicht überprüft. Karl May Experten sind da gefragt!

 

Hier geht es zur 4. Runde des wöchentlichen Wettbewerbs

 

Auflösung des Wettbewerbs

der Woche vom 31. Januar - 06. Februar 2012

 

 

Die Antwort ist:

 

Ardistan und Dschinnistan

 

 

 

Gewinner ist Peter Siegel. Seine Antwort: "die Landkarte zeigt (als Adaption des indischen Subkontinents)  Karl Mays Ardistan und Dschinnistan"

 

Dieses Mal waren es schon bedeutend mehr Antworten. Ich werde mit dem Sieger oder der Siegerin jeweils Kontakt aufnehmen. 

 

Hintergrund

 

Viel Antworten lauteten schlicht: Indien und Ceylon (heute Sri Lanka), was nicht falsch, aber auch nicht ganz richtig ist. Tatsächlich stammt die Karte aus dem soeben erschienenen Buch „Atlas der fiktiven Orte“ (Werner Nell, Illustrationen Steffen Hendel, soeben - 2012 - in Meyers Bibliographischen Institut in Mannheim erschienen. ISBN 978-3-411-08387-9). Darin werden 30 berühmte utopische Welten beschrieben und dargestellt, unter anderem Atlantis, Entenhausen, Nimmerland, Utopia… und eben auch Ardistan und Dschinnistan.

 

Dazu der Autor: „Die Karte mit all den fiktiven Orten, die in diesem Atlas beschrieben werden, entspricht der Landschaft unserer Einbildungskraft… doch egal wie schön es ist, in solchen Traumlandschaften zu versinken, für uns Menschen bleibt es lebensnotwendig, zwischen Orten der realen Welt und Erscheinungen der Einbildungskraft zu unterscheiden.“

 

Ardistan und Dschinnistan, wie sie von Karl May im zweibändigen Roman (Band 31 und 32) beschrieben wurden, brauche ich den Karl-May-Freunden kaum vorzustellen. „Er schuf sich mit den Ländern Sitaras eine eigene Welt, aus der in seinen letzten Schriften sogar ein eigener Stern wurde, der freilich zugleich eine weitere Erde darstellt."

 

Tatsächlich hat Karl May – wie viele Denker in der Zeit um 1900 – von einem Reich des Friedens und der Weisheit geträumt und dazu „den Blick nach Osten gerichtet", besonders nach Indien und China. Dabei ging es vor allem "um spirituelle Anregung und Hilfen zur Lebensführung, aber auch um Wege zur Erleuchtung, um mystische Erfahrungen und um Reisen ins Land der Fantasie, auf denen Träume ausgemalt werden konnten, die in der Realität der Gegenwart keinen Platz fanden.“

 

Es lohnt sich, die beiden Bücher (wieder einmal) zu lesen. Sie sind – obwohl mehr als 100jährig – topmodern. Die Welt von damals – kurz vor dem Ersten Weltkrieg – ist zwar nicht mehr die Welt von heute, doch die Bedrohung ist geblieben, genauso wie die Sehnsucht der Menschen nach Frieden und Weisheit. Die Länder Ardistan und Dschinninstan sind der Realität viel näher, als viele aktuelle utopische Welten im Weltall und auf andern Planeten, wohin unsere Phantasie heute so gerne und immer wieder flüchtet.

 

Dabei begleiten wir Kara Ben Nemis und seinen treue Diener Hadschi Halef Omar auf einer Reise nach Dschinnistan, wohin die beiden von der Königin Marah Durimeh gesandt worden sind, um dort einen drohenden Krieg mit Ardistan zu verhindern.

 

Hier geht es zur 3. Runde des wöchentlichen Wettbewerbs
 

30. Januar 2012

 

Auflösung des Wettbewerbs der Woche vom 23. -30. Januar 2012

 

Die Antwort ist natürlich:

 

Karl May

 

Gewinner ist Gerard Zbinden
(einer der wenigen Karl-May-Freunde, die sich schwerelos im Internet tummeln).
Hoffentlich werden es fortan mehr sein.

 

Hintergrund

 

Die Frag wurde von mir mit einem „Augenzwinkern“ gestellt. Denn wer sich mit Karl May befasst hat, der kennt den recht schwierigen Weg durch sein Leben. Nichts wurde mir so oft um die Ohren gehauen – von meinem Vater - , als irgend eine Bemerkung über die „kriminelle Vergangenheit“ meines damaligen Lieblingsautors Karl May, dem Schöpfer vieler meiner Jugendträume. Der „Vater“ meines „roten Bruders“ ein Krimineller?

 

So einfach ist es nicht! Die Karl-May-Chronik – in fünf Bänden (Herausgegeben von Dieter Sudhoff und Hans-Dieter Steinmetz im Karl-May-Verlag Bamberg-Radebeul) – vermittelt auf Grund von Tausenden historischer Belege das Bild eines unglaublich begabten Menschen, der aus ärmsten Verhältnissen zum vermögenden Mann „aufgestiegen* ist, vom phantasiebegabten Lehrer, zum millionenfach gelesenen Erfolgsautor, nicht aber ohne immer wieder über sich selbst zu stolpern.

 

In Band 1 der Chronik werden 54 Jahre aufgelistet und zusammengefasst, die folgenden vier Bände befassen sich dann mit dem arrivierten und umstrittenen Schriftsteller, als die 16 Jahre bis zu seinem Tod.

 

In May Leben gibt es nicht nur eine Zeit im Gefängnis, es gibt auch eine Vagantenzeit, über die man lange Zeit wenig wusste. Es wurde sogar spekuliert, dass er eben in dieser Zeit in Amerika war. Inzwischen weiss man, dass dies zu den vielen Mythen gehört, die Karl May immer begleitet haben, bis zu seinem Tod vor 100 Jahren.

 

1864 – Karl May ist eben 22jährig – beginnt seine erste „Vagantenzeit“. Der Chronist: „May beginnt, vielleicht aufgrund eine psychischen Erkrankung, eine kriminelle Kariere. Drei kuriose Eigentumsdelikte, die er pseudonym …. begeht, werden bekannt.“ Karl May selber schreibt später: „Der Gedanke an die mir widerfahrene Schande und an das Herzensleid meiner armen Eltern und Geschwistern bohrten sich so tief und so vernichtend in meine Seele ein, dass sie schwer und gefährlich erkrankte….Ich sann auf Rache, und zwar auf eine fürchterliche Rache… dass ich, der durch die Bestrafung unter die Verbrecher Geworfene, nun wirklich auch Verbrechen beging.“

 

Nun, was sich da „Verbrechen“ nennt, das sind Delikte, die aus heutiger Sicht kaum Verbrechen sind – Vergehung an fremden Eigentum oder Betrügereinen, immer ausgestatten mit riesiger Phantasie, so dass sie heute bei uns eher Schmunzeln, den Empörung auslösen.

 

Zu diesen Gaunereinen gehörte – während der zweiten Vagabundenzeit 1869 – die im Wettbewerb geschilderte Episode. Der inzwischen 27jährige Karl trat als Vollzugsbeamter auf und gab an, er müsse Falschgeld konfiszieren. So ergaunerte er sich ein paar Taler für sein Vagantenleben. Ich weiss nicht, ob es andern auch so ergeht wie mir: die unglaubliche Phantasie und der Spieltrieb, die hinter diesen – und einigen andern – kleinen Gaunereinen steckten – amüsieren mich mehr, als das „Verbrechen“ das man darin zu erkennen glaubte und hart bestrafte. Jedenfalls zeigte sich darin ein Talent, das sich später – in gute Bahnen gelenkt – zu einem faszinierenden, erzählerischen Werk verdichtete, in dem Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit ein zentrale Rolle spielen.