"In aller Freundschaft" (Sachsenklinik) - mediale Parallelwelt

14. April 2016

 

Medien:

Tod in der Klinik

 

"Das Fernsehen ist in den fiktionalen Serien in der Lage, bestimmte Wahrnehmungen bzw. eine bestimmte Konzeption der realen Welt bei den Zuschauern zu kultivieren" (Forschungsergebnis Gerber/Gross 1976) Das Phänomen wurde also längst erkannt und in vielen Studien thematisiert. Zum Beispiel 2010 in eine Masterarbeit an der Universität Augspurg, in der die politische Wirkung von zwei deutschen Serien Untersucht wird (Das Wirkungspotential von Politik in fiktionalen Unterhaltungsformaten). Andere Studien befassen sich mit der Wirkung von fiktionalen Serien in Bezug auf das Werbeumfeld ("Werbecharakter im Umfeld von fiktionaler Medienwelten")

Ich selber habe in meinen Vorlesungen an der Universität Fribourg "Neue Tendenzen in den audiovisuellen Medien" (1996-2008) einige Mechanismen bei der Wirkung von fiktionalen Medien analysiert und erklärt.

(Zeitschrift Gala (online) vom 8. April 2016)
(Zeitschrift Gala (online) vom 8. April 2016)

Mehr als nur ein Boulevard-Thema

Der traurige Umstand - die tragische Verknüpfung von Fiktion und Realität - ist weit mehr als ein Boulevardthema, auch wenn es zuerst von den klassischen Boulevard-Medien wurde. Doch die vermeintliche Boulevards-Geschichte ist eigentlich nur ein Beweis für die Popularität und Qualität der Serie "In aller Freundschaft". Popularität und Qualität sind die beiden wichtigsten Masstäbe für eine gute Serie. Grund genug, sich einmal gründlich zu überlegen, welche Funktion und welche Wirkung fiktionale Unterhaltungsserien haben.

Dieser Diskurs wird hier weitergeführt