Themen

 

 

Meine Beziehung zu Karl May

 

Gedanken zum Thema
von
Peter Züllig

30.03.2012

 

SF 1: Meine Karl-May-Sammlung

 

Gestern berichtet die Tagesschau im Kulturbeitrag über Karl May an Hand meiner grossen Sammlung. Auf dem Internet gibt es dazu einen Bericht, Bilder und interessante Informationen mit den entsprechenden Links.

Hier geht es zum Beitrag in der Tagesschau.

Hier geht es zur   Information im Internet.

04.04.2012

 

Traumwelten I - III

 

Auch der dritte Band von „Traumwelten“ ist inzwischen erschienen. Vielleicht haben dies noch nicht alle registriert. Es handelt sich bei dieser wunderschönen Reihe aus dem Karl-May-Verlag um die Illustrationen der Karl May-Romane. Ein optisches Erlebnis! Das Autorengespann Wolfgang Hermesmeier und Stefan Schmatz hat es sich zum Ziel gesetzt, eine umfassende Übersicht der Maler und Zeichner, die Mays Geschichten in Bilder umsetzten, zu erstellen und das Werk der einzelnen Künstler bibliografisch zu erfassen. Der neuerschienene letzte Band der „Traumwelten“ knüpft chronologisch direkt an die bisherigen Teile an. Umfasst Band I alle Künstler mit Illustrationen zu Mays Lebzeiten, stellt „Traumwelten II“ eine repräsentative Auswahl des Zeitraums von 1913 bis 1930 vor. „Traumwelten III“ schließt die Reihe mit der Aufarbeitung der wichtigsten künstlerischen Arbeiten von 1930 bis heute ab.

 

Wolfgang Hermesmeier und Stefan Schmatz
Traumwelten III - Bilder zum Werk Karl Mays
Illustratoren und ihre Arbeiten 1930 bis heute
368 Seiten
ISBN 978-3-7802-0179-9
€ 39,90 // sFr (UVP) 66,00

 

Dazu hat das Knauf-Museum in Iphofen – eigentlich eher bekannt als fränkische Weinstadt – eine Sonderausstellung mit rund 150 Objekte aus den Jahren 1893 bis 2010 durchgeführt. Gezeigt wurden nicht nur Originalgrafiken aus den Karl May-Bänden, sondern auch Bucheinbände und Illustrationen aus den Innenteilen. Dazu kommen Zeichnungen und Entwürfe zu Sonderauflagen, unter anderem die berühmte Silberbüchse oder der Bärentöter und Indianergegenstände. Diese erste Ausstellung zum Karl May-Jahr ist leider schon wieder vorbei.

 

Doch es gibt ein kleines Video, das einen Einblick in die Traumwelten gibt. Es lohnt sich hineinzuschauen. Hier der Link.

29.03.2012

 

Für alle, die den ausgezeichneten CLUB 2 auf dem Sender ORF 2 verpasst haben:

 

CLUB 2 zum Thema Karl May

 

 

De Club 2 von ORF befasste sich mit Karl May. Es ist eine der spannensten und besten Sendungen zum Thema. Hier geht es zum Pressetext und zur Mediathek des ORF, wo die Sendung im Podcast Format noch etwa eine Woche jederzeit abrufbar ist.

07. November 2010

 

Karl May im Cyberspace

 

Wie können wir heute Karl Mays Helden und deren Abenteuer heute an die jungen Menschen herantragen. Diese Herausforderung steht in Konkurrenz zu Fernsehen, Video und Computer-Games, Sozialen Netzwerken, Fantasy-Literatru etc.. 70-80% der heutigen Jugendlichen leben im urbanem Raum, wo „Indianerlisspiele“ in der einstigen romantischen Form kaum mehr möglich sind. Ohne die Nutzung der neuen Medien wird es für Mays Werk schwierig werden überhaupt  zu überleben.

 

Zum Bericht über die Veranstaltung in Bubikon

August/September 2004

Zeitschtrift "Wissen"

 

Das Rätsel Karl May

 

Der Text ist zwar nicht neu - das meiste wissen Karl-May-Freunde auch längst. Doch ich finde die Zusammenfassung (Biographie) so gut und auf den Punkt gebracht, dass ich ihn hier einstelle. In der Zeitschrift „Wissen“ Ausgabe Nr. 4 August/September 2004 erschien ein Artikel von Sabine Goertz-Ulrich unter dem Titel  „Das Rätsel Karl May“. Zitat: „Winnetous Erfinder beschrieb ferne Länder so lebendig, als hab e er dort lange gelebt – dabei hatte sie nie gesehen. Wie gelang dem Autor das? Ein Blick in die Abgründe einer Seele.“

Dazu gibt es auf im Karl-May-Forum eine Diskussion, die aber sehr an der Oberflaäche bleibt.

Das ZDF hat in der Reihe Terra X unter diesem Titel auch einen Film ausgestrahlt, der hier in voller Länge abzurufen ist.

10. Oktober 2011

 

Diskussion um das Spätwerk von Karl May

 

 

(Eine Antwort in die USA)

Sie taucht immer wieder auf, die Diskussion um das Spätwerk von Karl May. Eigentlich ist unbestritten, Karl May hat in seinem Alterswerk seine beste literarische Leistung erbracht. Der Autor selber war – etwas verkürzt gesagt – nach seiner Orientreise (1899/1900) nicht mehr „der gleiche“ wie vorher. Jedenfalls so sahen es seine LeserInnen. Er selber distanzierte sich innerlich zwar nicht von seinen berühmten Figuren (Winnetou, Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und wie sie alle heissen), aber er nahm Abstand vom selbstgeschürten Anspruch, vieles (alles) selbst erlebt zu haben und bestand darauf (zu Recht), dass man vieles in seinem Werk symbolisch zu verstehen hat. Damit hat er aber viele seine Anhänger enttäuscht. Er ist und bleibt der meistgelesene deutschsprachige Schriftsteller (der Verlag pocht auf diese Feststellung), aber nicht wegen seines Spätwerks, sondern auf Grund seiner populären Werke.

Karl May erhält zwar inzwischen - vorwiegend auf Grund seines Alterswerks - literarische Ehre und Weihe. Dies ist gut so: Ehre wem Ehre gebührt. Will man aber den Schriftsteller aus dem Vergessenwerden (im Bewusstsein des Publikums) entreissen, können nur die populären Werke – die ihn einst zum Bestseller-Autor machten – wirklich etwas, sogar viel beitragen. Es darf sogar die Frage gestellt werden, wie man Figuren (Helden) vom einstigen zeitgeistigen Staub befreien kann. Man hat dies mit Filmen (filmisch unkünstlerische, aber sehr populäre Werke) in den 60er Jahren getan. Man könnte es auch heute wieder schaffen, wenn man seinen Figuren auch im Cyberspace, in der Fantasy und in den von sozialen Netzwerken geprägten Welt einen Platz einräumen würde. Dafür haben aber – ich erfahre dies immer wieder – die literarischen, kulturellen und künstlerischen Gralshüter wenig Verständnis.

Diesen Gedanken – ja diese Kritik – habe ich in meinen beiden Betrachtungen zum 21. Kongress der Karl-May-Gesellschaft aufgegriffen und aus ausgeführt. Und da habe ich – und das freut mich – via Facebook Post aus USA erhalten:

"And what is it about May’s late works that inspires so much negativity? To me they are his greatest achievements, the product of heroic intellectual, artistic, and spiritual growth. We don’t see this prejudice when it comes to other artists (Bach and Beethoven come to mind) whose works became over time more profound and simultaneously less intellectually accessible to the masses." (Name private).

Nein, lieber Karl May Freund: Ich sehe das Alterswerk nicht negativ. Ich sehe und anerkenne die intellektuelle und künstlerische Leistung. Ich ziehe sogar meinen Hut – auch wenn es nur ein Westernhut ist – davor. Karl May hat auch diese Seite, die literarische, die künstlerische, die denkerische. Doch wird diese Leistung nicht noch grösser, wenn der gleiche Autor auch Werke geschaffen hat, die nicht in den Symbolen der Zeit stecken geblieben sind – und nur noch von kunstliebenden Menschen gelesen werden – sondern für Hunderttausende von Menschen, über Generationen hinweg, Figuren und Bilder erschaffen hat, mit denen man bis heute – über hundert Jahre später – im auch im sehr prosaischen, arbeits- und geldbestimmten Alltag etwas anfangen kann?

Herzlich Peter Züllig