Gedichte, Zitate, Gedanken

17. Januar 2017

 

 

Alles Still

von Theodor Fontane (1819-1898)

 

 

An Stelle der täglichen Neuigkeiten zu den verschiedenen Sammelgebieten stelle ich hier ab und zu ein Gedicht ein, das zur Stimmung des Tages passt, begleitet von einem Bild, welches das Gedicht in Erinnerung gerufen hat.

(Foto: Peter Züllig)
(Foto: Peter Züllig)

Alles still! Es tanzt den Reigen 

Mondenstrahl in Wald und Flur, 

Und darüber thront das Schweigen

Und der Winterhimmel nur.

Alles still! Vergeblich lauschet

Man der Krähe heisrem Schrei. 

Keiner Fichte Wipfel rauschet, 

Und kein Bächlein summt vorbei.

Alles still! Die Dorfeshütten

Sind wie Gräber anzusehn, 

Die, von Schnee bedeckt, inmitten

Eines weiten Friedhofs stehn

Alles still! Nichts hör ich klopfen

Als mein Herze durch die Nacht -

Heiße Tränen niedertropfen

Auf die kalte Winterpracht