Veranstaltungen (Karl May) 2011 und 2012

29. März 2012

 

Karl-May-Abend

im Literaturhaus in Zürich

 

mit

 

Rüdiger Schaper, Autor

Daniel Rohr, Schauspieler

Norbert Bischofberger

 

Es war eine wunderschöne, interessante und einprägsame Begegnung mit der Welt von Karl May; endlich unter dem Schirm der Literatur versammelt. Dies war vielleicht auch (rein quantitativ) das Pech der Veranstaltung. Kar-May-Leser frequentieren kaum ein Literaturhaus und die Besucher von Literaturhäusern lesen kaum Karl May. Was uns einst - in unserem "Kopf-Kino" - zum Weinen brachte, löste jetzt - ehrfürchtiges Schweigen aus. "Grosse Oper", sagte Rüdiger Schaper. Und Winnetou starb wieder und sein Tod bewegte uns wieder, aber anders: literarisch geadelt, hundertjährig und noch immer ein Mythos.

 

Rüdiger Schaper (l) Norbert Bischofberger (r)
Rüdiger Schaper (l) Norbert Bischofberger (r)

31. März 2012

 

Nicht vergessen!

 

Nächste Veranstaltung der

Karl-May-Freudne Schweiz:

 

Samstag, 14. April 2012 um 14.00 Uhr

8640 Rapperswil

mundArtbeiz

 

Lorenz Hunziker:

 

Verbrecherjagd rund um die Erde -
blieb sich Karl May in seinen Geschichten treu?

 

29. März 2012

 

 

Eine Homage an Karl May

dargeboten von Elmar Elbs

 

am 31. März 2012 im

Indian Land Museum in Gossau

 

http://www.indianland-museum.ch/

Schweizer Karl-May-Freunde

31. März 2012

 

Nicht vergessen!

 

Nächste Veranstaltung der

Karl-May-Freudne Schweiz:

 

Samstag, 14. April 2012 um 14.00 Uhr

8640 Rapperswil

mundArtbeiz

 

Lorenz Hunziker:

 

Verbrecherjagd rund um die Erde -
blieb sich Karl May in seinen Geschichten treu?

 

SF 1
Sendung
25. März 2012 um 23.55 Uhr
26. März 2012 um 21.43 Uhr
 
PTV
BekanntMachung - Magazin für Kultur und Zeitgeschichte:
 
 
Geboren in einer Landschaft, in der einst der Weber-Aufstand tobte, mauserte sich der Abenteurer und zeitweilige Gefängnisinsasse Karl May zu einem der auflagenstärksten deutschen Schriftsteller. Von Winnetou I führt der Weg zu den 33 Bänden seiner Reiseerzählungen. Am 30. März 1912 starb der berühmte Karl May.
Der Literaturwissenschaftler Doktor Helmut Schmiedt, einer der Vorsitzenden der Karl May Gesellschaft, berichtet.
(Copyright SRF)
(Copyright SRF)

Helmut Schmiedt über die «reisserischen Märchen» des fantasievollen Erzählers Karl May.

Geboren in einer Landschaft, in der einst der Weber-Aufstand tobte, mauserte sich der Abenteurer und zeitweilige Gefängnisinsasse Karl May zu einem der auflagenstärksten deutschen Schriftsteller. Von Winnetou I führt der Weg zu den 33 Bänden seiner Reiseerzählungen. Am 30. März 1912 starb der berühmte Karl May

DRS 1

Doppelpunkt vom Donnerstag, 29.3.2012, 20.03 Uhr

 

Ein Fantast, ein Filou, ein begnadeter Schreiber

Seine Helden heissen Winnetou und Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar. Sie alle lebten in erfundenen Welten. Diese aber beschrieb Karl May so überzeugend, dass damals kaum jemand daran zweifelte, dass alles «nur» in seinem Kopf entstanden ist.  

In vielen seiner Erzählungen steht er als Hauptheld und vermittelte seine Ich-Figuren, als hätte er die Abenteuer in der Wüste und in der Prärie selbst erlebt. Doch gereist ist er nur mit dem Finger auf der Landkarte. Erst im späteren Leben reiste er nach Amerika und in den Orient.

Man wusste zwar, dass er kein unbeschriebenes Blatt war, dass er in frühen Jahren einige Dummheiten angestellt hatte, dass er gelogen und betrogen hatte. Aber seine abenteuerlichen Geschichten wirkten glaubwürdig. Und sie prägten das Bild des Wilden Westens und des Orients von Generationen.

Karl May 1908 bei den Tuscarora-Indianern (Karl May Gesellschaft)
Karl May 1908 bei den Tuscarora-Indianern (Karl May Gesellschaft)

Schweizer Fernsehen

 

Sendung Horizonte:

Sonntag, 1. April um 16:20-17.12

 

Karl May - Das letzte Rätsel

(Terra X)

Karl May (1842 bis 1912) erfand Welten, die so realitätsnah schienen, dass seine begierigen Leserinnen und Leser sie für wahr hielten. Er inszenierte sich als Kara Ben Nemsi und als Old Shatterhand, und Millionen von Fans kauften ihm ab, die Abenteuer in der Wüste und mit Winnetou in der Prärie selbst erlebt zu haben. 100 Jahre nach seinem Tod, begeben sich Wissenschaftler auf die Reise in die Seele des grossen Phantasten und entschlüsseln seine Schrift.

Wie ist es dem Sachsen gelungen, die Schauplätze seiner Romane so realitätsnah zu beschreiben, dass sein Publikum sie für wahr hielt? Wie gelang es ihm, seine Geschichten allein durch die Kraft seiner Phantasie so unglaublich detailreich und authentisch zu erzählen? Der Film erzählt den schwindelerregenden Aufstieg eines bettelarmen Weberjungen zu einem der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller. Mit aufwendig inszenierten Spielszenen zeichnet die Dokumentation das Porträt eines Menschen, der mit enormer Kraft die Schicksalsschläge seines Lebens überwand und in der grandiosen Kulisse seiner Romane eine zweite Identität und Heimat fand.


Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar auf ihrer Heldenreise

(Copyright SRF)

Faszination Indianer

 

Vorstellungen, Darstellungen – ein Streifzug durch die Jahrhunderte

 

Ab dem 22. März zeigt das Nordamerika Native Museum Zürich (NONAM) seine neue Sonderausstellung. Sie ist einem ganz speziellen «Indianervolk» gewidmet: den Fantasie-Indianern, die wir uns hier in Europa gerne in den buntesten Farben ausmalen.

In der kommenden Ausstellung spürt das NONAM den Ursprüngen der europäischen Indianerbegeisterung nach und zeigt, wie sich das Image der Indianer von 1492 bis heute verändert hat. Durch grosszügige Leihgaben privater Sammler erwartet den Museumsbesucher ausserdem eine Fülle von erstaunlichen Objekten, in denen wir Bleichgesichter unsere Indianervorstellungen selbst verewigt haben: Von A bis Z, also von Adventskalender bis Zinnteller, zeigt das NONAM «Indianerprodukte» der westlichen Konsumindustrie. Natürlich dürfen auch Winnetou und andere Buch- und Filmindianer nicht fehlen. Genau hundert Jahre werden diesen März vergangen sein, seit Winnetous Schöpfer Karl May verstorben ist. Die Fantasie-Indianer aber reiten immer noch über die Prärie – Zeit, sie etwas näher kennen zu lernen!

02. März 2012

 

Vorschau

 

Karl-May- Abemd

im Literaturhaus in Zürich

  

Datum:     Do. 29. 03. 2012

Zeit:         20.00 Uhr

Eeintritt:  18.00 Fr.

 

Er hat uns durch die Kindheit und darüber hinaus begleitet, mit ihm sind wir «Durchs wilde Kurdistan» gereist und haben bittere Tränen vergossen beim Tod des edlen Apachenhäuptlings Winnetou: Karl May. Rüdiger Schaper hat dem Ausnahmeautor eine ungewöhnliche Biographie gewidmet: «Karl May: Untertan, Hochstapler, Übermensch» (Siedler 2011). Er befasst sich darin so originell wie literarisch bestechend mit der ungebrochenen Aktualität dieses «literarischen Popstars des Wilhelminischen Zeitalters», dessen Spuren und Einflüsse er bis nach Ouagadougou und zum Mount Winnetou verfolgt und den er neben spätere Geistesverwandte wie z.B. Christoph Schlingensief stellt.

Rüdiger Schaper, geb. 1959, leitet das Kulturressort des «Berliner Tagesspiegels», zuvor war er Kulturkorrespondent der «Süddeutschen Zeitung». In früheren Buchveröffentlichungen hat er sich u.a. mit Harald Juhnke und dem Schauspieler Alexander Moissi befasst.

24. März 2012

 

 

Ein ausgezeichneter Veranstaltungskalender und Hinweise auf aktuelle Bücher, Filme und Schriften präsentiert die Websites der

Freundeskreis Karl May Berlin/Brandenburg. Natürlich mit Schwerpunkt auf alle Veranstaltungen in Berlin.

 

13. Februar 2012

 

Bilder, Bilder, Bilder......

 

Kurzbericht von der ersten Veranstaltung der Schweizer-Karl-May-Freunde:

 

Die Schweizer Karl-May-Freunde haben ihre Aktivitäten im Jahr des Gedenkens an den 100. Todestag des Schriftsellers Karl May eröffnet (siehe Einladung unten). Das (für mich) Erstaunliche: Es kam rund in Viertel der 100 Mitglieder der Gruppe zum Vortrag - und fast alle trafen sich vorgängig schon beim fakultativen Mittagessen. So eine Treue und Vereinsaktivität habe ich noch kaum je erlebt, sind doch die Mitglieder über die ganze Deutschschweiz (und Deutschland) verteilt. Elmar Elbs, der Gründer und Obmann der Gruppe, hat das Bilder-Programm selber bestritten: Gut dokumentiert, ausgezeichnet dargestellt und Vollständigkeit bedacht - gingen Bild an Bild, Künstler an Künstler, Namen an Namen an uns vorüber. Ein ausgezeichneter Überblick, eine Anregung, sich auch mit den Bildern zu befassen, welche die Karl May Texte bis heute begleiten.  

Karl May selber hat ja sehr viel darauf gegeben, dass seine wortreichen Schilderungen auch ins "richtige Bild" gesetzt wurden. Dies geht vor allem auch aus dem lebhaften und zum Teil auch aggressiven Briefwechsel mit seinem Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld hervor (Bd. 91 und 92) hervor. Karl Mays Werke und Gestalten ohne Bilder - dies ist unvorstellbar.

Nur - dies hat der Referent auch mit aller Deutlichkeit hervorgehoben - die schönsten und "echtesten" Bilder machen sich die Leserinne und Leser selber, wenn sie die Romane lesen. Es sind Phantasiewelten - Traumwelten eben - welche jede Begegnung mit Karl May begleiten. Und dies ist viel mehr, als "blosse" Illustrationen.

Bilder sind immer - noch weit mehr - Produkte einer bestimmten Zeitl. Damals, zur Blütezeit von Karl May, war es der Jugendstil, der die Bildsprache weitgehend prägte. Dies wurde aus der Präsentation und Auflistung der verschiedenen Illustratoren deutlich. Und Jugendstil-Bilder sind heute (warum wohl?) mit einem Mal wieder hoch im Kurs. Man erinnert sich offensichtlich wieder - meist mit angenehmen Gefühlen - an ein Zeit, die etwa hundert Jahre zurück liegt, an eine Zeit, in der auch Karl May seine grössten Erfolge hatte.

Selbst Karl Mays (für viele unbegreifliche) Zuwendung zum umstrittenen  Künstler Sascha Schneider - einer tragischen Figur, die in seinen Werken kompromisslos der Idee des Symbolismus huldigte - ist ein Hinweis, wie stark Karl May auf das Bild und vor allem auf seine symbolische Kraft setzte, wie wichtig es ihm war, dass seine Texte nicht nur illustriert, sondern auch in eine symbolische Bildsprache umgesetzt wurden. Natürlich passen - selbst aus heutiger Sicht - die schwülstigen Bilder nur schlecht zur meist sehr realistischen Darstellung in den Texten von Karl May. Dies ging auch aus dem Referat von Elmar Elbs deutlich hervor, in dem er - wie ich meine - wichtigsten Bilder zum Werk Karl May nur kurz streifte und sich mehr den verschiedenen Illustrationen zuwandte, gleichsam als optisches Potpourri einer phantasievollen Welt - die notabene - im Alterswerk von Karl May in einem Symbolismus endet, die wenig mit den Bildern der Abenteuergeschichten zu tun hat.

Eigentlich ist es müssig, hier einen Abriss über die Bildvielfalt zu versuchen, welche die Werke bis heute begleiten. Dies tun die drei Bände von "Traumwelten", erschienen im

 Karl-May-Verlag. aufs allerbeste. Der erste Band erschien bereits 2004 mit folgender Verlags-Ankündigung: "Das neue Werk des bewährten Autorengespanns Wolfgang Hermesmeier und Stefan Schmatz gibt eine umfassende Übersicht über die Illustratoren, die sich mit den Erzählungen Karl Mays kreativ auseinander gesetzt haben." Der dritte, abschliessende Band - 2010 erschienen - umfasst dann auch die Welt der Comics und führt damit bis in die Bildsprache unserer Zeit.

Dem Referenten gelang es für Bilder und Bildsprache Interesse zu wecken, etwas von der Vielfalt und Vielschichtigkeit aufzuzeigen. Ein Appetit-Anreger, mehr kann man wohl in einer Vortragsstunde nicht leisten. Dass auch Bilder - nicht nur Texte - ins Karl-May-Jahr führen, werte ich durchaus als gutes Omen.

Den Bildern und ihrer Aussagekraft möchte ich mich anschliessen, in dem ich die Fotos der Veranstaltung hier zugänglich mache:

 

Hier geht es zu den Bildern der Veranstaltung in Birsfelden am 11. Februar 2012
Thema: Bilder im Werk von Karl May gestern und heute

08. Februar 2012

 

Schweizer-Karl-May-Freunde

 

Einladung für die kommende Veranstaltung in Birsfelden.

 

Samstag, 11. Februar 2012, 14 Uhr 

Birsfelden, Restaurant Hirschen

 

 Bilder im Werk von Karl May von gestern bis heute

 

Bilder und Texte präsentiert von Elmar Elbs

2003 zeigte ich Bilder aus den Jugenderzählungen, nun gibt es noch viel mehr!

 

12 Uhr Mittagessen (fakultativ, bitte Anmeldung)        

Büchertisch, Kauf und Tausch

12. Oktober 2011

Schlussbericht vom 21. Kongress der Karl-May-Gesellschaft

 

 

Vorsichtig optimistisch!

 

 

Da war ich – vor einiger Zeit – im Spital auf der Intensivstation. Immer wenn meine Familie die Aerzte und Pfleger nach meinem Befinden fragte, bekam sie die Antwort: „man darf vorsichtig optimistisch sein!“ Dies kommt mir während und nach der Mitgliederversammlung der Karl May-Gesellschaft dauernd in den Sinn. Der Aufbruch ist deutlich spürbar, der Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden (Dr. Johannes Zeilinger) zeigt, dass schon einiges an angesetztem Staube weggewischt wurde. Das neue Erscheinungsbild (Corporate Identity) ist zwar noch kein Beweis für den Aufbruch, aber ein Hinweis, dass sich die Karl-May-Gesellschaft (KMG) gegenüber unserer Zeit (und damit gegenüber der Jugend) öffnet, dass die Balance zwischen Wissenschaftlichkeit und Popularität sachte gesucht wird, dass man die Vielfalt in den heutigen Medienangeboten vorsichtig nutzen will. Allein schon die Tatsache, dass die Gesellschaft auch auf Facebook präsent ist, zeigt den Willen zum behutsamen „Kurswechsel“, denn es hat sich vieles verändert seit der Gründung der KMG..

Ich erinnere mich gut an den Kongress vor zwei Jahren in Marburg, wo man sich fast die Köpfe einschlug, als es darum ging, die Verpflichtung zur Öffentlichkeitsarbeit in den Satzungen der Gesellschaft festzuschreiben. Heute scheint Öffentlichkeitsarbeit bereits eine Selbstverständlichkeit zu sein, ja sogar ein Schwerpunkt in der Arbeit. Jedenfalls wird im Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden zur Präsentatzion dieser Aufgabe weitaus am meisten Zeit eingeräumt. Auf Ernsthaftigkeit und Seriosität kann man in einer literarischen Gesellschaft nicht verzichten. Da kann und soll (zum Beispiel) eine  Zeitschrift wie „Karl May & Co.“ ganz anders auftreten: frecher, moderner, zeitgeistiger, letztlich auch für den Leser verständlicher. Es ist bezeichnend, dass noch während des Kongresses nicht etwa die KMG (auf ihrer Facebook-Seite) über die Wahlentscheidungen berichtet hat, sondern die Mitarbeiter von „Karl May & Co.“ auf ihrer Page. So (zum Beispiel) unmittelbar nach der Wahl von Ulf Debelius zum neuen Geschäftsführer.

Noch ein zweiter Punkt stimmt mich zuversichtlich. Das (für Karl-May-Freunde) ärgerliche Misstrauen und die Konkurrenz unter den einzelnen Gruppierungen und Institutionen, die sich mit Karl May befassen, hat sich deutlich abgebaut. Man hat sich zu einer pragmatischen Zusammenarbeit durchgerungen. Hurra, sage ich da – uff, uff würde Winneou ausrufen. Die neue Website zum Karl May Jubiläum (2012) ist ein erster Ansatz und Erfolg: koordinierte Informationen zu allen Karl-May Veranstaltungen im nächsten Jahr. Ich habe die Site zur Kenntnis genommen, schon bevor sie (am Kongress) kurz vorgestellt wurde, ganz einfach, weil mich eine Google-Suche von selbst darauf geleitet hat. So erreicht man eben heute die Öffentlichkeit!

Gerade in Bezug auf Karl May – so meine Erfahrung – wird jeder kritische Gedanke, ja schon jede Nachdenklichkeit, als Angriff auf den Autor empfunden. Da scheint eine gewisse Nervosität in der immer kleiner werdenden Karl-May-Szene vorhanden zu sein. Als einstiger Arbeiter und Dozent im Bereich audio-visueller Medien sehe ich dies ganz anders: Weit schlimmer als jede Art von Kritik ist das Vergessen, das Nicht-zur-Kenntnisnehmen. Und dies geschieht leider bei Karl May allzu häufig. Die durch Karl May mit-sozialisierten Menschen werden alt, älter, sterben… Eine neue Generation nimmt ihn – wenn überhaupt – nur als literarisches-Phänomen des ausgehenden 19. Jahrhundert zur Kenntnis.

Aus Sicht der Karl-May-Freunde wäre ein verstärkter gemeinsamer Auftritt von Gesellschaft, Stiftung, den beiden Museen, ja sogar der Zeitschrift „Karl May & Co.“ mehr als nur begrüssenswert. Die Arbeitsteilung (von Wissenschaft, Edition, musealen Darstellung bis hin zur feuilletonistischen-journalistischen Präsentation) bleibt sinnvollerweise im Aufgabenbereich unterschiedlicher Institutionen und Gruppierungen. Doch das koordinierte Auftreten in der Öffentlichkeit ist heute eine dringende Notwendigkeit, um im Kampf um Aufmerksamkeit von Lesern (auch der jungen Lesern) bestehen zu können. Was habe ich geschrieben? „Vorsichtig optimistisch“.

Es wäre nun Aufgabe, diesen Kreis wieder zu öffnen; ihn zurück in die Öffentlichkeit zu führen, verständlich zu machen – und zwar auch neuen Generationen – , was ein Bestseller-Autor von einst, heute noch vermitteln kann. Auch eine literarisch-wissenschaftliche Verankerung kann nicht Selbstzweck sein, sondern muss letztlich dazu dienen, Literatur als kulturelles und gesellschaftliches Vermächtnis zu erhalten. Kein Heimatschutz, vielmehr Bewusstseinsförderung! Doch davon sind wir in Bezug auf Karl May – so jedenfalls meine Wahrnehmung – noch ein gutes Stück entfernt.

Peter Zülliig 

 

Ein Kaleidoskop von Fotos ist hier einzusehen.

 

Zu einem Ausschnitt des Liedes "Vergiss mich nicht", gesungen von der Jugendkantorei der Domsingschule in Wolfenbüttel im Gottesdienst am Karl-May- Kongress

Es scheint mir, dass an Veranstaltungen - wie am Karl-May-Kongress - die Teilnehmer sich zurückziehen in den Freundeskreis von Ähnlichgesinnten, zurück in den geschlossenen Kreis jener Menschen, die sich noch mit dem Autor befassen – sei es wissenschaftlich, sammlerisch, verlegerisch oder unterhaltend – , der einmal von Bedeutung war, diese Bedeutung aber – da gilt es realistisch zu sein – längst verloren hat. Ein Anlass dieser Grösse - 200 Leute befassen sich drei Tage lang mit einem Autor - sollte auch ein Signal sein, ein Signal für das Weiterleben eines Werks, das noch verlegt und gelesen wird.

Wer hier einen traditionellen Bericht über den Kongress erwartet hat, sozusagen ein Tagebuch, der ist jetzt wohl enttäuscht. Berichterstattung ist nicht (mehr) mein Zugang zu Ereignissen im Bereich der verschiedenen Hobbys. Auch da gibt es eben eine Arbeitsteilung. Ich nähere mich den Themen kolumnistisch, das heisst, ich mache mir Gedanken vor, während und nach Erlebnissen und erlaube mir diese hier – auf meiner Homepage – offen auszusprechen.

8. Oktober 2014

Zwischenbericht vom Karl-May-Kongress in Wolfenbüttel

Kongress der Karl-May-Gesellschaft“, dies tönt geradezu grossartig, zumindest bedeutungsvoll. Tatsächlich handelt es sich da um ein literarisches Treffen, das alle zwei Jahre – jetzt schon zum 21. Mal – irgendwo im deutschsprachigen Raum stattfindet, meist mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit. In der Studentenstadt Marburg, vor zwei Jahren, hat nicht eine Buchhandlung davon Kenntnis genommen, obwohl es hier vorwiegend um Bücher geht. Allerdings Bücher, die ein Autor vor mehr als hundert Jahren geschrieben hat. Bücher, die einst Bestseller waren.

Doch ab und zu tauchen auch breitrandige Hüte auf und Jaket à la Buffalo-Bill. Doch dies sind schon fast Exoten unter den knapp zweihundert TeilnehmerInnen. Teilnehmerinnen? Es ist längst keine reine Männergesellschaft mehr, auch Frauen sind präsent, ergreifen ab und zu sogar das Wort. Im Vorstand allerdings, da dominieren noch die Männer. Nur Frau Doktor hat es zur stellvertretenden Vorsitzenden gebracht, wird aber jetzt durch einen Mann ersetzt. Und die Jugend? Auch sie taucht da und dort auf in Form von schon eher gesetzten – im besten Alter stehenden – Menschen. Schliesslich kann sich nicht jeder – auch nicht jeder Karl-May-Freund – zwei Tage (Donnerstag und Freitag) – Verdienstausfall leisten. Urlaubstage gibt man dafür nur her, wenn Karl May noch immer (zumindest im geistigen Sinn) ein Lebensbegleiter ist.

Die vereins-geschäftlichen Traktanden werden allerdings auf den Samstag verlegt. Das ist in der Regel ein Ruhetag im Berufsleben. Da findet auch der gesellige Abend statt. Endlich haben Karl-May-Freunde auch offiziell Gelegenheit, sich im Geiste des literarischen Hobbys zu treffen. Doch getroffen hat man sich schon lange – an den Verkaufsständen, in den Gängen vor dem Hörsaal, im Hotel oder irgend an einem gemütlichen und schönen Ort in Wolfenbüttel. Davon gibt es viele.

Und im offiziellen Programm? Da werden vor allem Vorträge gehalten, ab und zu wird auch diskutiert. Doch dies ist nicht ganz einfach, bei weit über hundert Teilnehmerinnen.

In Wolfenbüttel – dieses Jahr – fühlt man sich schon weit mehr „zuhause“. Zwar ist der Kongress auch hier eher eine kleine Gastepisode, doch im Kino läuft ein Karl-May-Film und in den Buchhandlungen gibt es Karl-May-Bücher, nicht nur in den Regalen, auch in den Schaufenstern. Karl May ist jedenfalls präsenter.

Und an der Tagung, oder eben am Kongress? Natürlich – da geht es nur um Karl May. Nachgeborene Westernhelden in Abenteuerkleidung, hautgegerbt und coltbereit, sind kaum anzutreffen. Schon eher in Würde ergraute Herren mit Doktoren- und Professorentitel. Überhaupt ein eher in die Jahre gekommene Gesellschaft. Nicht alt – der Geist von Winnetou, Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi – lässt zumindest die Psyche oder Seele jung bleiben.

Doch rund um die Vorträge offenbart sich die „Zweiklassen-Gesellschaft“. Da gibt es hochwissenschaftliche Abhandlungen, zum Beispiel über die Irrtümer des Illustrators vom Karl May Werk „Der Sohn des Bärenjgers“ – immerhin ein bildlich attraktives Thema – inhaltlich vielleicht nicht ganz so bewegend. Eine literarische Gesellschaft muss ja auch relevant sein. Deshalb befasst sich ein renommierter Professor mit der Psyche von Karl May. Und er tut dies – im Gegensatz zu andern selbstverliebten Langzeitrednern – auf klare, strukturierte, auf das Publikum achtende, medienunterstützte Art. Da kommt man der Psyche eines Menschen, der vor hundert Jahren gestorben ist, und uns ein reiches Werk hinterlassen hat, schon etwas näher.

Für mich zeigt sich das Grundproblem nahezu bei jedem der Vorträge. Auf der einen Seite die literarische Dimension eines Werks, das lange Zeit der reinen Trivialkultur (und erst noch der schädlichen!) zugeordnet wurde, und der Aufgabe einer literarischen Gesellschaft, dieser Kultur Würde, Ansehen und wissenschaftliche Verankerung zu geben. Auf der andern Seite steht der Leser oder Sammler oder Verehrer, für den Karl May – je nach dem – eine Jugenderinnerung ist oder eine literarische Entdeckung oder auch „nur“ ein Baustein im eigenen Unterhaltungsbereich. Nicht zu vergessen, die vielen Sammler, die an der Tagung jeweils mit einer grossen und grossartigen Auktion zum Zuge kommen. Überhaupt kommen mir die Händler – rund um den wissenschaftsheiligen Bereich – wie einst die Händler im Tempel vor, die Jesus davongejagt haben soll.

Die wissenschaftliche Gesellschaft ist ein grosses Verdienst, eine Leistung, die es geben muss, um Karl May aus den blossen „Bubenträumen“ (korrekter „Kinderträumen“) in das Erwachsenenleben zu führen. Doch es muss auch die Erwachsenen geben, welche ihre einstigen Träume in gewandelter, zeitgemässer (lies moderner) Form den heutigen Kindern und Jugendlichen weitergeben können. In dieser Hinsicht wird auch an diesem Kongress so viel wie nichts getan. Es nützt nichts, Bücher oft in bibliophiler Form neu aufzulegen, Filmprojekte hochkünstlerischer Form zu planen, wenn Bücher zwar noch gelesen und Filme noch gesehen werden. Wenn aber die Welt und der Zugang zum Buch, zur Literatur, über ganz andere Medien führt:. über Internet, Videogames, Fantasy, soziale Netzwerke wie facebook etc.; wenn Wissen nicht mehr erlernt, sondern ergoogelt wird, wenn englische Sprachbrocken den Inhalt zu veredeln (oder attraktiv und sogar verständlich) müssen.

Da müsste man vielleicht doch Konsequenzen ziehen, wenigstens in den Vorträgen dem Publikum die Ehre erweisen und die Wissenschaftlichkeit so präsentieren, dass sie attraktiv, zeitgemäss und dem Medienverhalten von heute angepasst ist. Karl May hat dies in seinen Büchern weitgehend getan. Und wo er – im Alterswerk – davon abgewichen ist, wurde er zwar literarischer, edler, „wertvoller“, nur nicht mehr gelesen.

 

Direkt von Wolfenbüttel

Peter Züllig

06. Oktober 2011


21. Kongress der Karl-May-Gesellschaft
vom 06. bis 09. Oktober 2011

in Wolfsbüttel (Niedersachsen)

 

Alle zwei Jahre findet der Kongress der Karl-May-Gesellschaft statt. „Das Wechselspiel von Leben und Werk von Karl May, von Interpretation und Faktenforschung, aber auch die Bereitstellung von andernorts kaum zugänglicher Literatur ist das Arbeitsfeld der Karl-May-Gesellschaft.“

 

„Als die Karl-May-Gesellschaft 1969 gegründet wurde, galt Karl May beim großen Publikum wie bei der Wissenschaft als eher harmloser Jugendautor mit einer zweifelhaften Vergangenheit. Das schiere Gewicht seiner Popularität (deutsche Gesamtauflage über 80 Millionen) schob ihn in die Ecke der flachen Vielschreiber. Die Karl-May-Gesellschaft, heute mit rund 1700 Mitgliedern in mehr als 20 Ländern eine der größten deutschen literarischen Gesellschaften, hat wesentlichen Anteil an der eigentlichen Entdeckung Mays.“

Nun aber freue ich mich auf eine grosse Präsenz im wunderschönen Ort Bönigen am Brienzersee den schon Karl May und sein Verleger Fehsenfeld zu schätzen wussten.

 Wer zum Mittagessen kommt, bitte mir melden. Damit der Essens-Service schneller geht und wir mehr Zeit zum Fachsimpeln haben gibt es 2 Menüs zur Auswahl. Eines mit Schweineschnitzel (24.50)und ein Rindsragôut (25.-) mit Salat und Zutaten.

 Auf Wiedersehen im Berner Oberland am 17.9. 

Euer Elmar Elbs

An diesem Kongress nehmen auch 8 MitgliederInnen der Karl-May-Freunde Schweiz teil. Sie werden die Eindrücke und vor allem die neusten Erkenntnisse der Karl May Forschung mitbringen, zurück in die Schweiz. Die Karl-May-Gesellschaft ist eine literarische Vereinigung, die sich vor allem um die Forschung und den wissenschaftlichen Stellenwert des Werks von Karl May kümmert.

 

Programm

 

Folgende sieben Referate sind vorgesehen:

  • Joachim Biermann:
    Die Irrtümer des Konrad Weigand – die Illustrationen zu Karl Mays „Der Sohn des Bärenjägers“ im Union Verlag
  • Prof. Dr. Hinderk Emmrich:
    Welche Psyche hat Karl May?
  • Bastian Clevé:
    Kann man Karl May heute noch verfilmen? Kleingedrucktes aus der Filmbranche
  • Dr. Holger Kusse:
    Irenische Konzepte bei Karl May und Leo Tolstoi
  • Dr. Henning Franke:
    „Erst war e hinter mir geblieben, dann drang er neben mir vorwärts“. Die Gestalt des Old Surehand im Roman, Film und Freilichtspiel
  • Dr. Clements Bergstedt:
    Das Bild der Quizsows in Literatur und Geschichtsschreibung
  • Professor Gerd Riegel:
    Geschichte und Verklärung: „Der alte Dessauer“. Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau (1676-1747). Historisches Wirken und literarische Fiktion bei Karl May

 

Es wird vor allem eine Arbeit engagierter Teilnehmer sein, das was hier wissenschaftlich präsentiert wird, in den konkreten Umgang mit den Büchern, Filmen, Freilichtspielen umzusetzen, die Erinnerung an Karl May neu zu beleben und seine Figuren, vor allem aber die verblassenden Präsenz im Bewusstsein der Menschen neu zu verankern. Dies ist weit weg und vor allem für den Karl May Freund viel handfester, als die mitunter abgehobene wissenschaftliche Beschäftigung mit Karl May. Was nützt es, wenn der Autor zwar literarisch in den Dichterolymp aufgenommen wird, aber niemand kennt ihn mehr?

(Die Bilder stammen vom 20. Kongress in Marburg im Jahr 2009)

31. August 2011


Rundmail 7 

der Schweizer-Karl-May-Freunde

 

Liebe Freundinnen und Freunde von Karl May

Die offizielle Ferienzeit hat sich auch mit dem kühleren Wetter verabschiedet.

Es gibt schon wieder einiges Interessantes zu lesen, zu hören und zu schauen.

 

Mit den beiden Filmen "Durchs wilde Kurdistan" und "Im Reiche des silbernen Löwen" am 14. August gab es ein Wiedersehen mit unserer Freundin Marie Versini und Lex Barker. Wenn auch der Plot meilenweit von Karl May entfernt ist, gab es doch einige spannende Szenen und vor allem schöne Naturaufnahmen aus Südspanien. (Man sah aber gottlob nichts von den Problemen, die dieser Film auslösten, als Brauner eben aus einem film zwei machte und ihm zudem ein gerichtliches Nachspiel mit Lex brachte).

Dann haben einige unserer Basler und Zürcher Freunde die "Ölprinz-Aufführung" in Bad Segeberg erlebt. Darüber gibt es dann Statements im nächsten Info Mitte Oktober.