Kampfzone Fernsehen - Dokument aus der NZZ vom 4. Mai 2001

11. Januar 2016

 

Fernsehen als Kampfzone

Dokument aus der NZZ vom 4. Mai 2001

 

Noch sind es keine 15 Jahre her, da ortete die sonst eher  zurückhaltende - oder wie man so schön sagt "vornehme" NZZ eine "Kampfzone" im Bereich Fernsehen. Es ging damals um den Entwurf für ein neues Radio- und Fernsehgesetz. "Die buntscheckige Palette der Stellungnahmen ist um einen schrillen Positionsbezug erweitert worden. 

Ein Zeitdokument, das - ausnahmsweise - noch nicht sehr alt ist. Knapp 15 Jährchen sind vergangen, der "Kampf" tobt immer noch oder immer wieder. Einige der damalige Krieger in Kampfrüstung sind noch dabei, dazugekommen, wieder andere haben die entschlossene Kampfstimmung abgelegt. Doch Argumente aber sind die gleichen geblieben.

In unregelmässigen Abständen wird das "Spiel" wiederholt. Ein Spiel, das längst kein Spiel mehr ist, wohl auch nie eines war. Es ist vielmehr bittere Wirklichkeit, dass unter dem Label: liberale Wirtschaftsordnung, Wettbewerb, weniger Staat - natürlich immer zum Wohl des Volkes - übelste Eigeninteressen vertreten werden. Es geht nicht darum, ein "besseres Fernsehen" zu machen - was kulturell wichtig, gesellschaftlich notwendig und nur zu begrüssen wäre. Es geht um Geld, um Geld, um Einfluss und Macht. Um Macht der politischen Meinungsherrschaft, letztlich auch um die Frage: Welche Art von Journalismus wollen wir. Welche Art von Unterhaltung wollen wir?

 

Toni Schaller - selbst Jahrelang politischer Journalist in der SRG formuliert es so:

"Die SRG SSR in die Schranken weisen ...... und die Privaten stärken?""

Hier seine Analyse

Auf dem Bild rechts aussen: Einer jener Streiter, die schon vor 15 Jahren gegen die SRG angetreten ist:  Peter Wanner, Verleger, dem inzwischen die Mehrheit der lokalen TV-Sender in der Schweiz gehört. Daneben: die als SVP-Politikerin auftretende Natalie Rickli, die im Kader der Goldbach Media tätig ist, der grössten Vermarktungsorganisation von elektronischen Medien TV, Video und Digital out of Home. Sie wiederholen - litaneimässig die gleichen Argumente - wie sie schon seit den 60er Jahren immer wieder serviert werden. Darunter sicher auch gute Argumente, diskussionswürdige Aspekte, sofern sie nicht von direkten Interessensvertretern im "Namen des Volkes" vorgetragen würden.

Dazu jetzt das ganze Zeitdokument aus dem Jahr 2001. Es ist nur eines von unzähligen - fast identischen Dokumenten - die sich in meinem Archiv angesammelt haben.