"Feuerwerk statt Werbung" - Expoplakate von Hans Falk

Aus dem Jahr 1964

 

Einst heftig umstrittene Plakate von Hans Falk zur Landesausstellung Expo 64.

 

 

Heute, nach fünfzig Jahren eine kaum mehr bestrittene grosse künstlerische Leistung. Damals hatte der bekannte Kunstkritiker Hans Neuburg (der als einziger in der Jury die Plakate - als Werbeplakate für die Expo - ablehnte) in der "Zürcher Woche" geschrieben: "....Ich möchte nun bei den Falkschen Motiven nicht für die Banausen geschrieben haben, sondern für die normal und neuzeitlich denkenden Ausstellungsbesucher, die rebellieren, wenn ein so begabter Künstler wie Hans Falk... plötzlich private, individuelle Vorstellungen auf eine populäre Propaganda übertragen möchte und darin von einem hoffnungsfreudigen, aber nicht mehr realistisch urteilenden Preisgericht unterstützt wird."

Falk wurde 1918 in Zürich geboren. Da und in Luzern wuchs er auf und besuchte da die Kunstgewerbeschulen. Er galt als einer der wichtigsten Plakatgestalter, der zur international führenden Rolle der Schweizer Plakatszene in den 40er und 50er Jahren beitrug.

Falk bekannte sich zur sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Politik und stellte ihr immer wieder seine künstlerische Kraft zur Verfügung. Ein zweiter Schwerpunkt waren Plakate für humanitäre und soziale Werke. Zudem schuf er Arbeiten für Messen, Ausstellungen, Sport, Kabarett, Zirkus und Tourismus.

Beim einem Plakatwettbewerb für die Landesausstellung 1939 belegte Falk als 20jähriger auf Anhieb den zweiten Rang. Den Schlusspunkt unter sein Plakatschaffen setzte er mit sieben Plakaten wiederum für eine Landesausstellung, die Expo 1964 in Lausanne.

Expo-Plakate

Seine Plakatkunst wurde nicht immer auf Anhieb verstanden. Die Expo-Verantwortlichen etwa liessen 1964 nach Protesten noch ein konventionelles Ersatzplakat herstellen. Kritische Reaktionen riefen Ende der 70er Jahre etwa auch Falks Zeichnungen für den Zirkus Knie hervor.

Falk hatte sich aber nie irritieren lassen und gemeint: "Ich male, was mich interessiert. Meine Malerei ist existentiell." Einen grossen Teil seines Lebens hat er im Ausland - unter anderem in Italien, Spanien, Grossbritannien und New York - verbracht.

"In der Schweiz habe ich selten gemalt, hier bin ich zu wenig motiviert", sagte Falk einmal in einem Interview. Neben Bildern und Zeichnungen umfasst sein künstlerisches Werk auch Lithografien und Bücher.

Alternativplakat von Franz Fässler

 

Das Plakat entstand auf Grund der heftigen Proteste gegen die sieben Bilder von Hans Falk. Die Begründung: Die Falk-Plakate werden im Ausland nicht verstanden.