Weinrallye #61: Thema Syrah oder Shiraz

30. März 2013

 

Zusammenfassung Weinrallye 61#

 

Hier bereits die offielle Zusammenfassung des federführenden Blogs hundertachtiggrad. Besten Dank und viel Vergnügen!

Auf der Suche nach dem besten Shiraz - für einmal nicht in Frankreich, sondern hier in Kapstadt (Südafrika)
Auf der Suche nach dem besten Shiraz - für einmal nicht in Frankreich, sondern hier in Kapstadt (Südafrika)

29. März 2013

 

Shiraz in der audiovisuellen Präsentation

 

Wieder war ich verdammt vorwitzig, als ich mich zur Weinrallye #61 eingeschrieben habe. Der Termin: Karfreitag; das Thema: Shiraz oder eben Syrah; die Lust am Erzählen… alles da. alles stimmt! Nur – ich habe keine Geschichte!

 

Und ich bin nun halt mal ein Geschichtenerzähler. Weingeschichten in diesem Fall. Noch konkreter: ich suche eine Syrah-Geschichte. Dabei habe ich schon so viele gute Syrahs getrunken, war auf Weingütern in Australien und Südafrika (und Frankreich selbstverständlich), wo der Shiraz oft Triumpfe feiert, ich habe dem Schweizer-Syrah in Walliser-Weinkellern auch schon tüchtig zugeprostet und erst vor ein paar Tagen in meiner Rubrik „Getrunken“(Wein-Plus und Sammlerfreak) über einen Shiraz von Boschendal (Südafrika) und den Mixtus (Shiraz-Malbec) aus Mendoza (Argentinien) öffentlich nachgedacht… Viele Begegnungen also!

Aber eine Geschichte will mir einfach nicht einfallen. Doch da – pünktlich zur Weinmesse „ProWein“ in Düsseldorf – erreicht mich ein Video von Natalie McLean, der kanadischen Weinkritikerin und –vermarkterin – ja jene mit dem Makel eines Plagiat-Skandals (scheint ja Mode zu sein) – in welchem drei Shiraz vorstellt werden, alles Weine unter 20 Dollar.

Hier die Dame zwar in Rot, doch es ist ihr offizieller Website-Auftritt
Hier die Dame zwar in Rot, doch es ist ihr offizieller Website-Auftritt

Ich habe ein berufslebenlang mit Film und Video gearbeitet und bin schliesslich als Dozent an der Universität Fribourg gelandet (Thema audio-visuelle Kommunikation). Wen wundert es, dass mich die Dame (ich habe sie zum ersten Mal am Bildschirm gesehen!) und ihr Auftritt weit mehr interessierten, als die drei Weine, die sie vorgestellt, ja öffentlich verkostet hat. 

Eine Dame in Grün (was kann ich dafür, dass sie mich an ein gereiftes Barbie erinnert?), eine dekorative Grünpflanze links von ihr, auf dem Tisch (rechts) drei zur Degustation gefüllte Gläser, drei Flaschen und dahinter das unvermeidliche Büchergestell, das (so die Medientheorie) Wissen und Wissenschaftlichkeit vorgibt. Eine klassische Situation, zum Gähnen klassisch.

Wer den Auftritt von Natalie MacLean jetzt sehen und meinen Beitrag überprüfen will oder mein Erlebnis mit mir teilen möchte, hier ist er.

 

Natalie McLean ist auch eine Geschichten-Erzählerin, im Stil einer begeisterten Kindergärtnerin, die sich dauernd um Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit bemüht. Die Höhepunkte, schön verteilt auf das dreieinhalbminütige Video, sind jeweils die Momente der Verkostung, Ein Schluck, Wein im Mund zirkulieren lassen, Augen verdrehen und dann aus tiefstem Herzen eine spontane Regung in der Art „wow, hey, absolutely classic...”, begleitet von einer Gebärdensprache, die an die Taubstummen-Kommunikation erinnert.

 

Was hat dies mit Shiraz oder Syrah zu tun? Wo ist die Geschichte? Eigentlich ist es eine Geschichte der moderner Kommunikation: möglichst audiovisuell, möglichst persönlich, möglichst personifiziert. Der Wein wird – bei all diesen verfügbaren Videos und Apps zur Nebensache, zur blossen Staffage. Etwas, das ich in der Nase, im Gaumen, im Abgang (und schliesslich im Herzen) spüren muss – um dem Wein gerecht zu werden – wird delegiert an ein Bild, an einen Ton, der vorgibt authentisch zu sein. Und wo er wirklich authentisch sein könnte – zum Beispiel in spontanen Augenblicken oder bei der Präsentation der Farbe des Weins – da wird konsequent darauf verzichtet, alles bleibt inszeniert – Puppentheater.

       Da tun mir die drei Weine leid:

 

Perrin et Fis; Vinsobes Les Cornues, eine Cuvée aus Grenach und Syrah; ein Wein, den ich liebe, weil er Kraft und Eleganz, Volumen und Finessen hat. Es ist zwar kein reiner Syrah, doch die Syrah-Noten begleiten ihn bis in den kräftigen Abgang hinein.

 

 

McWilliams; Hanwood Estate, Shiraz, aus New South Wales (Australien), der im Verhältnis Preis-Leistung kaum zu schlagen ist, und den ich bisher nur jung (zu jung) getrunken habe, mit Aromen von Kräutern, Zimt, Himbeere, Brombeere, Pflaume, Lakritze.

 

 

Und schliesslich d’Arenberg Wines: The Stump Jumb – Grenache-Shiraz-Mourvèdre aus dem McLaren Valley (Australien). Ein Wein, den ich – so viel ich mich erinnern kann – noch nie getrunken habe, der aber dem Parker schon mal 88 Punkte wert ist.

 

Drei Weine, die es durchaus verdienen, beachtet und erwähnt zu werden. Drei Weine, die mir virtuell durch Nase, Mund und Gaumen gestrichen werden,  begleitet von ein paar wenigen Informationen, künstlichen Gefühlsausbrüchen und charmanter Unverbindlichkeit.

Mehr Vertrauen ins Bild!

Bilder und Szenen aus der Realität, von dort, wo Weine gemacht, Angeboten und Vermarktet werden, sind die weit besseren Träger von Information.

 

Vielleicht bin ich da übersensibel. Vielleicht! Man kann und darf und soll durchaus Weine auch audio-visuell vorstellen, Informationen in Bildsprache umsetzen; man darf zeigen, was zu zeigen ist, zum Beispiel wo Weine entstehen, Weine in Bild und Ton aufleben lassen. Aber bitte nicht in einer längst überholten Frontalpräsentation, von A bis Z schrecklich gekünstelt inszeniert.

Fortan werde ich wohl keinen dieser drei Weine mehr trinken können, ohne dass mir das Grün einer Anpreisung so grün in die Nase sticht, dass mir jede Lust vergraul wird und der Shiraz wieder den Weg zurück in mein Herz finden muss.

 

Dies haben die Weine wirklich nicht verdient.

 

Peter Züllig

 

Hier die Diskussion:

 

Der gleiche Text erscheint auch auf dem frei zugänglichen Blog von facebook:
"Wein im Gepäck"


Die Weinrallye ist ein Blogevent, das jeden Monat einmal stattfindet (in der Regel am letzten Freitag im Monat). Einer der teilnehmenden Blogs übernimmt die Führung, bestimmt das Thema, lädt ein, verlinkt die Beiträge und erstellt eine Zusammenfassung

 

Diesmal wird die Weinrallye vom Blog Hundertachziggrad durchgeführt.


Sinn und Zweck einer Weinrallye ist einzig und alleine der Spass und die Motivation, schöne Themen aufzuarbeiten. Bei der Weinrallye darf jeder mitmachen, egal ob Weinblogger oder nicht. Auch Nichtbloggern bieten die Gastgeber immer die Möglichkeit ihre Beiträge auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Allgemeine Informationen und Logos findet man auf den entsprechenden Seiten von Thomas Lippert (dem Gründer des Events) auf Winzerblog: http://winzerblog.de/weinrallye/ Wer gerne einmal selbst als Autor/Themengeber mitmachen möchte, findet alle Infos und die kommenden Themen auf der Weinrallye Seite bei mixxt (Registrierung erforderlich). http://weinrallye.mixxt.de/

 

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