Deutscher Sekt - Flaschengärung (Weinrallye #84)

 

27. März 2015


Liste (mit den Links) zu den Beiträgen dieser Rallye

 


27. März 2015

 

Weinrallye #84:

 

"Ein Sekt macht Champagnern Konkurrenz"

 

Wer in der Schweiz einen schäumenden Wein ins (Champagner)Glas bringen möchte, der schaut zuallererst nach Westen - natürlich nach Frankreich, genauer in die Champagne. Doch da schrecken mitunter die Preise und die Inflation der – fast schon „industriell“ hergestellten – Nobelmarken (besonders deutlich im "mittleren" Preissegment). Sie zehren mehr vom Ruhm ihres Namens, als von ihrer Qualität.

Wenn es etwas günstiger sein soll, schweift der Blick eher in den Süden, nach Italien. Doch da hat die Flut der Proseccos (und was unter diesem Begriff alles segelt) den Ruf der Schäumer längst beschädigt. In einem Restaurant oder in der Theaterpause einen sogenannten „Prosecco“ zu trinken, grenzt mitunter an eine Strafe. Inzwischen sind auch andere Weingegenden mit guten Schaumweinen auf den internationalen Markt getreten. Zum Beispiel Limoux (Südfrankreich) mit seinen Blanquettes oder Blanquette méthode ancestrale, dem „Ur-Champagner“, den die Mönche der Abtei Saint-Hilaire in Limoux schon um 1540 abgefüllt haben. Doch dies ist eine andere Geschichte.

 Abtei Saint Hilaire (Hilarius). Languedoc  FR
Abtei Saint Hilaire (Hilarius). Languedoc FR

Eines aber ist sicher. Wenn es um Schaumwein geht, schaut der Schweizer nicht nordwärts, nach Deutschland. Ich gebe offen zu, ich habe noch nie einen deutschen Winzersekt hier in der Schweiz getrunken, ganz einfach, weil es ihn hier (fast) nicht gibt. Doch der Einstieg von Lidl und Aldi in den Schweizermarkt hat einiges verändert. Es gibt nun plötzlich auch mehr deutsche Weine, auch deutschen Sekt, vor allem (natürlich) im unteren Preissegment. Auch wenn es (meist) keine flaschengereifte Schaumweine sind, das Bewusstsein für deutschen Sekt ist geweckt. Eigentlich müsste jetzt – um der Genauigkeit zu genügen – ein Kapitel über die Herstellung von Schaumweinen folgen, sonst redet man rasch einmal von ganz verschiedenen Dingen. Lassen wir es aber bei der gebräuchlichen Bezeichnung „nach Champagner-Methode“ bewenden, bei der die Flaschenreifung (mindestens 9 Monate) eine entscheidende Rolle spielt.

Sekthaus Raumland, Flörsheim-Dalsheim DE
Sekthaus Raumland, Flörsheim-Dalsheim DE

Endlich komme ich zur Sache: Meine Erlösung - die Schlagzeile: „Ein Sekt macht Champagnern Konkurrenz“. Dies schreibt nicht etwa ein ausgebuffter Werber, auch keinBoulevardblatt, es ist Väterchen NZZ (Neue Zürcher Zeitung) und der Autor ist ein anerkannter Weinkritiker. Der muss es ja wissen. Und weil die NZZ eine gute Zeitung ist, wird auch gleich die Bezugsquelle in der Schweiz angegeben und der Preis (27 CHF)..

Also nichts wie hin: zu meinem ersten Deutschen Sekt, den ich nicht zufällig irgendwo getrunken habe, sondern ganz bewusst – sensorisch wach und kritisch eingestellt – trinke. Es ist der „Pinot Blanc de Noir Prestige Brut“ 2007, vom Sekthaus Raumland“ (Rheinhessen). Kenner der Deutschen Schaumweinszene werden nun ausrufen: „ah, nur der!“ Ich höre es schon. „Da gibt es natürlich viel, viel besseres“. Die heutige Weinrallye wird – hoffentlich  auch für mich - mehr Klarheit schaffen und mir neue Informationen liefern.

Eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Frühling. Weil ich erst ganz, ganz am Anfang meiner Neugier auf Deutschen Sekt stehe, notiere ich nicht selber, sondern zitiere – man möge mir verzeihen – den Weinkenner Peter Keller: „Der Pinot Blanc de Noir Prestige Brut 2007 des Sekthauses Raumland lässt dank seiner Frische, Eleganz und Komplexität viele Marken Champagner vergessen. In der Nase sind die typischen Hefe- und Briochenoten zu finden. Feine Mousse, gut integrierte Kohlensäure, ein langes, leicht herbes Finale, trinkanimierend.“

Als Anfänger kann ich da nur nicken. So ist es, oder zumindest, so könnte es gewesen sein, bei meiner ersten und bisher einzigen Flasche, die ich extra für diese Rallye gekauft (und natürlich getrunken) habe. Wenn diese Flasche eine Referenz ist – und erst noch im eher einfachen Bereich, dann lass ich mir fortan wieder Deutschen Sekt einschenken, auch wenn es – wie in diesem Fall – kein Riesling ist und der Erzeuger auch kein üblicher Winzer, sondern ein Sekthaus.


Diese Weinrallye wird ausgerichtet vom Blog www.drunkenmonday.de.  Das Weinrallye findet jeden Monat einmal stattfindet (in der Regel am letzten Freitag im Monat). Einer der teilnehmenden Blogs übernimmt die Führung, bestimmt das Thema, lädt ein, verlinkt die Beiträge und erstellt eine Zusammenfassung. Sinn und Zweck der Weinrallye ist einzig und alleine der Spass und die Motivation, schöne Themen aufzuarbeiten. Es können alle mitmachen, auch die, welche keinen Blog führen. Mehr Informatonen auf der Organisationsseite "Weinrallye" auf facebook.

27. März 2015

 

Am vergangenen Freitag

Weinrallye #84 unterwegs

 

Thema: Deutscher Sekt -

 Flaschengärung

  am 27. März 2015

 

    durchgeführt von Paul Truszkowski

    vom Blog drunkenmonday

Mein Beitrag ist online:

 

„Ein Sekt macht Champagnern Konkurrenz“

 

Eines aber ist sicher. Wenn es um Schaumwein geht, schaut der Schweizer nicht nordwärts, nach Deutschland. Ich gebe offen zu, ich habe noch nie einen deutschen Winzersekt hier in der Schweiz getrunken, ganz einfach, weil es ihn hier (fast) nicht gibt.

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Die Zusammenfassung