Weinrallye 89: Sommerlaune Rosé

Zusammenfassung

 

Hier der Link zur Zusammenfassung mit Kommentar von Juliane Gassert

auf EinfachWein nach Abschluss der Rallye.

 

Aktuell die Links zu den Blogs mit bereits erschienenen Beiträgen weiter unten (nach meinem Beitrag)

30. August 2015

 

Weinrallye:

 

Thema: Sommerlaune Rosé

 

Am Wochenende wurde die Weinrallye #89 abgeschlossen. Durchgeführt wurde sie von Juliane Gassert auf Blog

                                    EinfachWein

 

Hier die Zusammenfassung mit Kommentar

Themen und den Spielregeln

28. August 2015

 

Nur eine Sommerlaune?

 

Diesmal habe ich mich schwer getan mit dem Thema. Ich gebe dies (nur ungern) zu. Nicht etwa, weil ich Rosés als minderwertig ansehe, ablehne oder gar verachte. Im Gegenteil. Rosés sind für mich Weine, die weit unter ihrem Wert gehandelt werden. Ich meine nicht im Marktwert, vielmehr im „Weinwert“. Darunter verstehe ich etwa: Ansehen, Ernsthaftigkeit, Bedeutung. Nicht nur die EU-Regulierer haben sich da die Finger schon verbrannt, als sie zulassen wollten, dass Rosés auch mit einer Assemblage von Rot- und Weissweinen gemacht werden können (und trotzdem den Namen Rosé tragen dürfen). Da haben die Franzosen auf „Stur“ geschaltet, vor allem die Winzer aus der Provence. Diese neue Zulassung ist vom Tisch.


Natürlich gibt es Weine, die (vor allem aus Tradition) aus roten und weissen Rebsorten verschnitten und dann gemeinsam gekeltert werden. Doch es sind keine Rosés, sie tragen immer einen eigenen Namen (zum Beispiel: in der Schweiz „Schiller“, in Deutschland „Rotling“ etc.), doch es sind immer regionspezifische Namen.

Nun schweife ich aber ab. Warum ich mich schwer getan habe? Ganz einfach, weil etwas, was selbstverständlich ist, noch immer nicht selbstverständlich sein darf. Rosé ist ein Wein, dem der gleiche Platz in der Weindiskussion, Weinbeurteilung und Weinbewertung zukommen würde (wie den Roten oder Weissen), auch wenn er eine Minderheit darstellt. In der Minderheit zu sein, hat nichts, aber gar nichts mit Qualität zu tun (vielmehr mit unserer Sucht, bei der Mehrheit zu sein!).

Aber jetzt schweife ich schon wieder ab. Ich denke da gar an Quotenregelung, an Bildungszwang, Geschmacksprüfung, sensorische Eignungstest für Weinbeurteiler. Ich tue mich schwer, weil ich in meiner Kolumne bei Wein-Plus schon vor neun Jahren „Eine Liebeserklärung an den Rosé“ abgegeben habe und mich seither nur noch wiederhole, auch jetzt, auch schon in früheren Weinrallyes.

Mit Wiederholungen tue ich mich besonders schwer. Trotzdem hier – als Rallye-Beitrag – ein Auszug aus der damaligen Kolumne (die ganze Kolumne ist hier zu lesen): „Echte Weingenießer rümpfen die Nase: Rosé! Dies ist doch kein Wein. Tatsächlich genießt der Rosé in der „wahren” Weinwelt kein allzu großes Ansehen. Es ist noch nicht allzu lange her, da mokierte ich mich über den Rosé eines angesehenen Winzers am Zürichsee: eine unnötige Konzession an den schlechten Weingeschmack! In Neuenburg, wo es den echten „Oeil de Perdrix” ( „Auge des Feldhuhns”) gibt, wurde ich ob meiner abfälligen Bemerkungen beinahe aus dem Keller geworfen… Jetzt aber bin auch ich unter die Rosé-Fans gegangen. Zwar wage ich noch nicht, meinen weinverliebten Gästen einen Rosé vorzusetzen, auch im Sommer nicht. Es muss zumindest ein echter Schweizer, ein Languedoc oder gar ein Bordeaux sein, vielleicht ein Weisser, sicher aber kein Rosé. Zuviel an Glaubwürdigkeit in Sachen Wein hätte ich da zu verlieren…“

Damals meine Schlussfolgerung: „Seit diesem Sommer ist bei mir alles anders geworden: Ich bin froh, einen Wein entdeckt zu haben, den ich nicht beschreiben, benoten, bepunkten muss, den ich einfach trinken kann, unbeschwert. Er muss nicht eingelagert, nicht registriert und im richtigen Augenblick aus dem Keller geholt werden. Der Rosé aus der Languedoc, ob mit schillerndem Namen oder namenlos, ist „l’ art de vivre de l’été” - die Kunst, den Sommer zu leben, zu genießen.“

Dem habe ich wenig beizufügen. Einzig dies: auch weinmässig habe ich mich weiter entwickelt, bin nicht stehen geblieben. Inzwischen setzte ich jederzeit – ohne Angst meine Glaubwürdigkeit in Sache Wein zu verlieren – meinen weinverwöhnten Gästen einen Rosé vor. Inzwischen schreibe ich oft und gerne in meinen „Getrunken“ über Rosés. Inzwischen ärgere ich mich über all die Weinkritiker und –päpste, die den Rosé noch immer als „Ausserkonkurrenz“ behandeln. Und ich sehe nicht ein, warum ein Wein – nur weil er nicht rot oder weiss (respektive gelb) ist, sondern lachsfarben, kein guter Wein sein soll, sofern er ähnlich sorgfältig, einfühlsam und mit Können gemacht ist. Winzer, die gute Rosés keltern, wissen nur zu gut, wie schwierig es ist, einen ausdrucksstarken, fruchtigen, vielschichtigen Rosé in die Flasche zu kriegen. Rosé ist mehr als eine Sommerlaune, Rosé ist Wein-Kunst-Handwerk.


Hier der Link zu drei von mir kürzlich besprochenen Languedoc Rosés

Diese Weinrallye wurde ausgerichtet von Juliane Gassert                    

vom Blog EinfachWein

 

Die Weinrallye ist ein Blogevent, das jeden Monat einmal stattfindet (in der Regel am letzten Freitag im Monat). Einer der teilnehmenden Blogs übernimmt die Führung, bestimmt das Thema, lädt ein, verlinkt die Beiträge und erstellt eine Zusammenfassung. Sinn und Zweck einer Weinrallye ist einzig und alleine der Spass und die Motivation, schöne Themen aufzuarbeiten. Bei der Weinrallye darf jeder mitmachen, egal ob Weinblogger oder nicht. Auch Nichtbloggern bieten die Gastgeber immer die Möglichkeit ihre Beiträge auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Allgemeine Informationen und Logos findet man auf den entsprechenden Seiten von Thomas Lippert (dem Gründer des Events) auf Winzerblog: http://winzerblog.de/weinrallye/ Wer gerne einmal selbst als Autor/Themengeber mitmachen möchte, findet alle Infos und die kommenden Themen auf der Weinrallye auf Facebooks, Gruppe weinrallye

Zusammenfassung (aktuell)