Weinrallye #95: Wein und Speise

29. Februar 2016

 

Letzt Woche war die Weinrallye unterwegs!

 

Thema:

Wein und Speise

                                 ausgerichtet von Juliane Gassert
                                 auf Einfach Wein

 

Totgesagte leben länger!

Nach der letzten spärlichen Teilnahme trotz spannenden Themas floss  diesmal ein Beitrags Regen aus allerlei Federn.Wir haben zwei Neulinge zu begrüßen. Sehr schön.

 

Es ist mir eine Freude, die Übersicht zu präsentieren.

 

Zusammenfassung. Weinrallye #95. Wein&Speise

 

 

Wer nicht gerne Federn lässt

von Peter Züllig

 

Es war das Jahr 1996. Endlich wieder ein gutes Weinjahr im Bordelais. Ich war damals schon vom «Sammlerfieber» ergriffen. Da fiel mir das Buch «Die grosse Weinenzyklopädie» von Robert Joseph in die Hände (Gordom Verlag).  Die üblichen Kapitel: «Wie Wein entsteht» oder «Jahrgänge» - sogar «Etiketten Lesen» und «Wahl eines Stils» etc. Dann aber folgte ein Kapitel, das ich in meinem Umgang mit Wein (bisher) ausser acht gelassen hatte: «Wein und Speisen». Es war wie eine Offenbarung:

 

Aha, da gibt es ja auch noch das Essen zum Wein – oder umgekehrt: Der Wein zum Essen. Dies alles war noch lange, lange bevor der Begriff «Footpairing» die Szene eroberte und wie ein uraltes Gespenst in der Genusswelt auftauchte. 

© iStockphoto
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Natürlich kannte ich die üblichen, tief verankerten Ansichten wie: «Weisswein zu Fisch», «Rotwein zu dunklem Fleisch», oder gar «Gar kein Wein zu Exotischen Gerichten» (die Liste kann beliebig erweitert werden!)

O weh, ich «armer» Mann! Als erklärter Rotweintrinker fällt jetzt vieles weg, was ich eigentlich geniesse. Fisch, zum Beispiel: «Seebarsch und Flussfische wie Forellen (‘meine Lieblinge’) passen gut zu Chardonnay – vor allem denen aus dem südlichen Burgund…». 

Es kommt noch schlimmer: «Versuchen Sie zu milderen Jagdvögeln Bordeaux aus St-Emilion und Pomerol.» Nur: ich esse keine Jagdvögel; so muss also mein Bordeaux (damals meine Sammelleidenschaft) im Keller liegen lassen. Und noch etwas: Schweizerkäse – im Extremfall Fondue oder Raclette – für mich eine «sichere Bank». Nur: «Rotwein passt nicht so perfekt zu Käse, wie die meisten Menschen denken: 

Tatsächlich kann Weisswein fiel besser sein….» Einzig beim Roquefort wird mir ein Sauternes zugestanden; holländische Käse und Ziegenkäse verlangen hingegen Sancerre oder Pouilly Blanc. Der Teufel soll doch das Gespenst vertreiben! Entweder habe ich nicht das Richtige auf dem Teller oder – weit häufiger – nicht den richtigen Wein nicht im Keller. 

Was tun?

Ich gestehe: da habe ich den Kopf tüchtig in die Speise gesteckt, so dass ich den Wein – der im Glas daneben stand – nicht mehr sehen konnte oder ich habe das Glas vor den Teller geschoben, damit die Speise nur noch unscharf zu erkennen war. Wirklich versöhnt hat mich dies aber nicht.

Eines Tages bin ich im Gourmet-Tempel eingekehrt: «Menu Surpise» mit fünf Gängen für 160 CHF, der Wein natürlich nicht inbegriffen. Zu jedem Gang ein spezieller Wein, ein Glas (ein Dezi, der so viel kostet, wie zuhause eine gute Flasche). Als das raffinierte Gericht jeweils auf dem Tisch stand, war das Glas längst leer – auf ein zweites habe ich (aus finanziellen Erwägungen) verzichtet. Und wieder ist Foodpairing (trotz Sommelier) mehr oder wenig im Dunkeln geblieben oder hat sich in schönen, floskelreichen Sätzen davongeschlichen.

Endlich habe ich mich – angesichts meines gut gefüllten Weinkellers – auf die eigenen Beine gestellt. Ich habe mich zwar – im früheren Leben – während längerer Zeit im Club «Kochender Journalisten» herumgetrieben – also zumindest akzeptabel kochen gelernt. Wenn ich mich zurückerinnere, was da und wie viel da getrunken wurde, entschwinden noch heute die letzten Foodpairing-Träume. Ich bin auf dem Boden meiner Realität gelandet. Und die ist so:

 

Ich koche, was mir Spass macht. Das reicht – je nach Lust und verfügbarer Zeit – von einem währschaften Gulasch über Wild und Kaninchen, gedünstetem Lachs, Currygerichte, Fleischtopf, Wienerschnitzel, und, und, und….


(Alle Rezepte (samt Bildern) in Genussblogs aufgeschnappt!)

 

Während des Kochens hole ich eine Flasche Wein aus dem Keller. Gerade was mir Spass macht (und was vorhanden ist). Meist hat die Kocherei (inklusive das Anrichten) resch einmal den «richtigen» Wein evoziert – so quasi sensorisch erahnen lassen. Meist verschwinden beim Kochen ein oder zwei Gläser (nicht nur in der Speise), so dass die «Nagelprobe» am Tisch fast immer kurz und gnädig ausfällt. Passt der Wein wirklich nicht zur Speise – Nagelprobe nicht bestanden – dann gibt es – dies meine versöhnliche Geste – einen guten Schlummertrunk, bei dem mich die Foodpairing-Englein sanft davontragen.

Ich komme nur noch selten – wenn Besuch da ist – ins Speise-Wein-Rottieren. In solchen Fällen konsultiere ich einen der vielen guten Genussblogs (Liste bei mir erhältlich) mit Erfolg und werde – zu meinem Erstaunen – fast immer gelobt für meine gute Wahl.

Meine Erkenntnis: fremde Federn sind auch schön – oft viel schöner als die eigenen (vor allem, wenn man in Sache Weinkompetenz nicht gerne Federn lässt.)

Beiträge zur Weinrallay "Wein und Speise"


25. Februar 2016

 

Auftruf auf Einfach Wein

 

Was sind die Speisenempfehlungen der Weinblogger zu einem Wein?
Und welche Auswahlkriterien liegen zugrunde?

Oder anders rum: welchen Wein sucht Ihr Foodblogger Euch zu Euren Kreationen?
Und warum?

Gibt es die perfekte Verbindung?

Werden wir nur glücklich in Sternerestaurants oder auch zuhause?

Wein & Speise – im Alltag wie in den Sphären…

Freu mich auf  all Eure Beiträge zur
Weinrallye #95 am Freitag, 26. Februar 2016.

Zum Ablauf:
Die Weinrallye ist ein derzeit monatlich stattfindendes Blogevent. Jeweils ein anderer Blog bestimmt ein Thema und ruft die Blogosphäre dazu auf, zu diesem Thema einen Artikel zu verfassen.
Sinn und Zweck einer Weinrallye ist einzig und alleine der Spass und die Motivation, schöne Themen aufzuarbeiten. Bei der Weinrallye darf jeder mitmachen, egal ob Weinblogger oder nicht. Auch Nichtbloggern bieten die Gastgeber immer die Möglichkeit ihre Beiträge auf ihrem Blog zu veröffentlichen.

Bitte verlinkt Eure Beiträge hier auf diesem Beitrag in den Kommentaren, damit ich sie finden und zusammentragen kann!! Und gleichzeitig in der Facebookgruppe Weinrallye,
Wer keinen Blog hat, kann auch bei den Kollegen vom Weinforum seine Beiträge einstellen.
Aber bitte immer hierher verlinken!

Im Anschluss erscheint dann auf EinfachWein und bei Facebook die Zusammenfassung.