Radebeul und Hohenstein-Ernstthal (Streit um das "richtige" Erbe)

22. Dezember 2015

 

Neuausgabe:

 

Schacht und Hütte

 

Während sich die Situation in Redebeul (Karl May Museum und Karl May Stiftung etwas beruhigt hat und - die neuste Ausgabe des "Beobachters an der Elbe" zeugt davon  wider konstruktive Arbeit geleistet wird, schwelt der Konflikt in Hohenstein-Ernstthal weiter. Hier ein Ausschnitt aus der neusten Ausgabe der Vereinspublikation der "Silberbüchse":
"...Ich weiß kaum, wo beginnen, da ich leider nicht nur gute Nachrichten in dieser letzten Ausgabe von SCHACHT UND HÜTTE verkünden kann. Ich werde auf der nächsten Mitgliederversammlung, die am 20. Februar 2016 im Ernstthaler Gasthof ›Stadt Chemnitz‹ stattfindet, mein Amt als Geschäftsführer des Fördervereins ›Silberbüchse‹ niederlegen, ebenso meine Ehefrau Kerstin als Schatzmeisterin. Ob noch weitere Vorstandsmitglieder ihre ehrenamtliche Tätigkeit beenden oder noch einen weiteren Versuch wagen, steht noch nicht endgültig fest..."

 

Mein Kommentar:

"Silberbüchse" ist ein Förderverein, dem viele Karl May Freund aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich beigetreten sind, vor allem um das Karl May Haus in Hohenstein-Ernstthal ideell und materiell zu unterstützen. Es wurde da auch gute, wertvolle Arbeit geleistet. Nun scheint sich das Haus - soeben neu eröffnet - von seinen Förderern lösen zu wollen. Aus welchen Gründen auch immer. Es scheint sich hier um eine Profilneurose zu handeln. Von wem auch immer. Für Karl May Freunde aus aller Welt schlicht unverständlich und ein unglaublicher Schaden für die ganze Karl-May-Szene.

 

In Schacht und Hütte steht weiter:

".....Bekanntlich war bereits die Situation im Karl-May-Gedenkjahr 2012 alles andere als einfach. Der Vorsitzende, der Geschäftsführer, die Schatzmeisterin und die Schriftführerin hatten nicht wieder kandidiert. Aus Respekt und Hochachtung vor der Lebensleistung des alten Wissenschaftlichen Beirats, namentlich insbesondere Dr. Christian Heermann, Dr. Hainer Plaul und Wolfgang Hallmann, übernahm ich das schwierige Amt des Geschäftsführers, denn mein Vorgänger Andreas Barth hatte diverse traurige Erfahrungen sammeln müssen. Ich sollte buchstäblich in seine Fuß- stapfen treten....."

 

Mein Kommentar

Es ist schwer abzuschätzen, was hier schief läuft. Da aber seit so viel Jahren ständig Unruhe herrscht, verdienstvolle freiwillige Mitarbeiter reihenweise das "Boot" verlassen, immer wieder verzweifelt um klärende Gespräche ersuchen, da scheint doch der Unruheherd bei der Museumsleitung zu liegen. Ohne eine Schuldzuweisung vorzunehmen, ist doch der Endeffekt ein Totalschaden für den Geburtsort und das Geburtshaus von Karl May, ein Totalschaden für die länderübergreifenden Sympathien und finanzielle Unterstützung, für den Goodwill und die Begeisterung am Thema Karl May. 

Immerhin ist der Leistungsausweis des Fördervereins "Silberbüchse" - dem auch viele Schweizer Karl-May-Freunde in 6 Ausgaben von "Schacht und Hütte" belegt und dokumentiert.

Schacht und Hütte Nr. 6
Vereinsorgan des Fördervereins "Silberbüchse". PDF Datei zum herunterladen.
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25. Juni 2014

 

 

Konflikt rund um das Erbe von Karl May

 

Nächster Akt

 

Hier die Information der Karl-May-Stiftung auf der eigenen Website

 

Radebeul, 21.06.2014: Die Karl-May-Stiftung hat auf ihrer turnusgemäßen Kuratoriumssitzung am 21.06.2014 ihre Gremien teilweise umstrukturiert. Neu in den Vorstand gewählt wurden Thomas Grübner, der Radebeuler Oberbürgermeister Bert Wendsche, Ralf Harder und Klaus Voigt. Die Neubesetzungen erfolgten im engen gegenseitigen Einvernehmen zwischen Kuratorium und Vorstand.
Der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Volkmar Kunze, René Wagner und Thomas Grafenberg wechseln in das Kuratorium. Dr. Kunze wurde als stellvertretender Kuratoriumspräsident gewählt. Herr Dr. Udo Franke gibt sein Amt als Vorstandsvorsitzender auf.
Der Kuratoriumspräsident Dr. Robert Straßer dankt den bisherigen Vorständen und insbesondere dem ausscheidenden Dr. Udo Franke für ihre Arbeit und die langjährige ehrenamtliche Verbundenheit mit der Stiftung. Er wünscht den neuen Vorständen viel Erfolg bei der Umsetzung der anstehenden Projekte.

 

Hier der exklusive Bericht der "Sächsischen Zeitung"

25. Juni 2014

 

Eigener Kommentar

 

Das Schmierentheater um das Karl-May-Museum (und die verantwortlichen Gremien) ist schon längst kein Schmierentheater mehr, sondern eine "mittlere Katastrophe" und ein Beispiel, wie sich Gremien mit sich selber beschäftigen können. Man beruft sich auf die ehrenamtlich geleistete Arbeit und vergisst, dass es dabei um ein "Erbe" geht, das zu verwalten die Aufgabe ist. Ich zitiere:

 

"Zweck der Stiftung ist es, das Andenken an den Schriftsteller Karl May und seine Werke, deren erzieherische Absicht der Ausbreitung von Toleranz, Völkerverständigung und Friedensliebe galt, zu erhalten und zu pflegen. Das geschieht durch die Förderung musealer Einrichtungen und Gedenkstätten Karl Mays und damit in Verbindung stehender kultur- und regionalgeschichtlicher, literarischer und bildungsmäßiger Belange und Vorhaben sowie bestimmter sozialer Maßnahmen."

 

Zur gleichen Zeit, als sich der Stiftungsrat "auf ihrer turnusgemäßen Kuratoriumssitzung" mit den Aufräumarbeiten in der eigenen Institution beschäftigte, findet in der Semper-Oper (Semper 2) eine Uraufführung statt, die dem Stiftungsgedanken weit mehr Rechnung trägt, als das, was in der letzten Zeit vom Stiftungs-Gremium geleistet wurde.

Ein hervorragendes Werk - Titel: Karl May, Räume der Wahrheit" - eine gelungene Auftragsarbeit - kann weit mehr zur Beschäftigung mit Karl May beitragen, als fast alles, was in der letzten Zeit an verstaubten Ideen und Aktivitäten rund um Karl May geboten wurde. Zugegeben es ist nur ein kleiner Kreis, der durch ein modernes Musiktheater angesprochen wird. Der Kreis der Liebhaber moderner Musik, der Theaterliebhaber, der Literaturliebhaber - kurzum einer kulturell "sehr Interessierten" kann in der Regel mit Pseudonostalgie und Erinnerungskult weit weniger anfangen, als mit dem Kosmos und der inneren Welt eines Schriftstellers, dessen Werk erst in den letzten Jahren - kurz vor dem Vergessen in der Gesellschaft - anerkannt wird und jetzt offensichtlich zu neuen kulturellen Höchstleistungen Anregung gegeben hat..

Und da haben die Stiftungsträger - nicht weit weg von der Dresdener Bühne - nichts anderes zu tun, als aufzuräumen und neuen Tritt zu fassen, anstatt dass sie sich vor und hinter zeitgenössische, vielleicht höchst eigenwillige, aber kulturell wegweisende Werk stellen, wie dieses neue Theaterstück.

Ich - zum Beispiel - bin am Montag eigens per Bahn nach Dresden gefahren (knapp 10 Stunden), um das Werk "Karl May, Raum der Wahrheit" zu erleben (Dauer: rund 1 Stunde) und anderntags wieder zurück in die Schweiz (wieder 10 Stunden).

Und - es hat sich gelohnt.

Ich bin da mehr Karl May begegnet, als bei dem, was die Stiftung aktuell geboten hat. Dafür würde ich nicht einmal vors Haus gehen, mich viel eher im Haus schämend verkriechen.

Peter Züllig


08. April 2014

 

Karl May Museum 

Das Trauerspiel geht weiter

 

Kommentar

Man schaut zu, was hier vonstattengeht, nicht mehr "nur" verärgert: empört. Da wird das Erbe von Karl May mit Füssen getreten. Wer immer auch recht haben und was der sachliche Grund auch mag, so wird mit Menschen und mit einem Erbe nicht umgegangen. Ich behaupte mal - die verantwortlichen, selbstherrlichen Herren des Vorstands haben noch nie Karl May gelesen. Bestenfalls seine Kolportage-Romane und - so scheint es - nicht einmal diese verstanden. Ein Blutbad - ja ein Desaster dieses Ausmasses - hätten nicht einmal die schlimmsten Feinde Winnetous angerichtet.

Der Gipfel der Unverschämtheit ist die Behauptung: Das Karl May Museum werde privatwirtschaftlich geführt, da brauche man nicht zu orientieren. Eine infamere - rein juristisch vielleicht richtige - Zwecklüge ist in dieser Situation kaum möglich und sie offenbart den Geist, der hinter diesen bizarren Verhalten steckt, Wie immer das Konstrukt - Stiftung, Musemsbetrieb, Aufsichtsgremien - auch sein mag, es handelt sich letztlich um eine gemeinnützige Institution und um eine Stiftung mit einem präzisen Stiftungszweck, bei dem der Wille des Stifters im Mittelpunkt stehen sollte. Es handelt sich um eine Institution, die steuerliche Vorteile geniesst und von unzähligen Gönnerinnen und Gönner mitgetragen wird. Wer sich da der Verantwortung mit juristischem Geklüngel entzieht, ist nicht nur unglaubwürdig, sondern schlicht fehl am Platz.

Peter Züllig


Skalp des Ahnen: Dieses „Beutestück“ soll Radebeul herausgeben
Skalp des Ahnen: Dieses „Beutestück“ soll Radebeul herausgeben

27. März 2014

 

 

Aufgeschnappt in der FAZ (Frankfurter Allgemeinen Zeitung) vom 20. März 2014:

 

 

Wird Radebeul nun ein Skalp abgezogen?

 

Winnetou hat, soweit bekannt, nie Skalps genommen. Im realen Leben der Indianer Nordamerikas spielten sie aber eine große Rolle: Sie wurden dem geschlagenen Feind abgeschnitten, damit seine Kraft auf den Sieger übergehen möge.

Die Direktorin des Karl-May-Museums in Radebeul erreichte vor einer Woche ein Anruf des britischen „Guardian“, der mehr zur Rückforderung eines Skalps durch Nachfahren des Stammes der Ojibwa-Indianer wissen wollte. „So haben wir überhaupt davon erfahren“, sagt Kaulfuß. Die Mail mit der Nachricht war in Radebeul im Spam-Ordner gelandet. Seit Mittwoch liegt dem Museum auch das Originalschreiben mit Stammessiegel vor, und es lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.

Weiterlesen hier

 

Kommentar:

Eine hübsche Geschichte, die sich bis in die grossen Tageszeitungen verbreitet hat und mit Handkuss von jedem PR-Berater aufgegriffen und verbreitet wird. Dagegen ist nichts einzuwenden. Die Meldung bringt zweifellos Aufmerksamkeit für das Radebeuler Karl-May-Museum, und dies hat es dringend nötig.

Doch ein schaler Nachgeschmack bleibt. Wurde mit der Entlassung von René Wagner vor drei Monaten in Radebeul doch tüchtig "skalpiert", ohne dass bisher korrekt und umfassend orientiert worden ist.  Im FAZ-Artikel fällt vier oder fünf Mal der Name der neuen Direktorin (vorher Co-Leiterin), die nun eine "schwere Arbeit" vor sich hat, aber standhaft und gleichzeitig "gesprächsbereit" ist. Gut gemachte PR-Arbeit. Anstatt saubere Information - eine Rührgeschichte aus dem Museumsalltag.

Der nichtskalpierende, immer korrekte und edle Winnetou würde sich tüchtig ärgern.

Peter Züllig

13. März 2014

 

Wo einst Karl May gelebt hat,

wird scharf geschossen


Die Karl-May-Szene übt sich im Wild-West-Gehabe: Die „Silberbüchse“ wehrt sich. In Hohenstein-Ernstthal kann Ruhe nicht einkehren und in Radebeul versuchen die Verantwortlichen – bemüht, verkrampft und feige – einen Konflikt auszusitzen. Es tut sich was in der Welt des grossen Phantasten Karl May. Ob das in seinem Sinne ist? Der grosse Häuptling der Apachen würde seine Silberbüchse nicht sprechen lassen. Er würde angewidert wegreiten. Howgh! Dankeschön und guten Heimritt!

weiterlesen hier

18. Dezember 2014

 

Chef des Karl-May-Museums gefeuert!

 

Wie eine Bombe hat die Meldung eingeschlagen. Soeben wurde sie veröffentlicht auf
Bild.de
Offenbar ging es um Machtkampf und Besucherrückgang, dass René Wagner, der seit 30 Jahren das Museum geleitet hat, buchstäblich über Nacht  hinausgeworfen wurde. Wir kennen noch keine Hintrgründe, doch die Form, der Zeitpunkt und die Umstände der fristlosen Kündigung, sind so harstreubend und für die Sache "Karl-May" ein Imageschaden und Supergau. (weiterlesen hier)

Zur Blog-Diskussion

20. Dezember 2013

 

Ein Interview mit Johannes Zeilinger, Vorsitzender der Karl-May-Gesellschaft im Kulturradio des mdr..

 

Hier das Interview und mein Kommentar dazu.

 


Bei dieser unwürdigen Entlassung ist viel Porzellan zerschlagen worden. Die Emotionen gehen hoch. Die Verantwortlichen faseln etwas von "Weihnachtsfrieden". Ein schlechteres Kisenmanagement - was auch immer vorgefallen sein mag - habe ich noch nie erlebt. Da hätten die Herren und Damen beim Entlassenen noch viel zu lernen. Ich habe deshalb auf meiner Website einen Blog eingerichtet. Jede Wortmeldung ist willkommen.

Hier geht es zum Blog

Hier geht es zum Pressespiegel

07. Januar 2014

 

Karl May:
Entlassung von René Wagner

 

Neuer Blog-Beitrag

Details zur Affäre

14. Januar 2014

 

Karl May:

Zur Entlassung von

René Wagner, Leiter Karl-May-Museum Radebeul

 

Die neuste Meldung in der Sächsischen Zeitung (Online):

:

René Wagner bleibt Fördervereinschef

 

Der von der Karl May Stiftung und vom Museum unabhängige Förderverein schreibt: „Wir bedauern die Art und Weise, wie der Wechsel an der Spitze des Karl-May-Museums vor sich ging. Ein würdevoller Generationenwechsel wäre das, was wir uns wohl alle gewünscht hätten." Gleichzeitig wird betont, dass René Wagner Vorsitzender des Fördervereins des Karl-May-Museums bleibt.

Hier der ganze Bericht

 

Kommentar:

Der von mir sehr geschätze Karl-May-Kenner und Publizist Wolfgang Hermesmeier schrieb im Blog von Karl May & CO:zum Trauerspiel in Radebeul "Erst einmal die Fakten klären. Dann eine Meinung bilden. In der Reihenfolge - glaube ich - wird alles gut." Dem kann ich nur beipflichten. Doch dazu braucht es Information. Und die fehlen, es schweigen die Beteiligten.

Dafür ist der nächste Akt eingeleitet: Der Förderverein des Karl-May-Museums steht weiterhin zu René Wagner. Dies alles sieht für den Aussenstehenden nach einer Schlammschlacht übelster Sorte aus. Unwürdig, ja unmöglich für eine Institution, die auf Goodwill, Publikum, Gönner und öffentliche Gelder angewiesen ist. Fakten lasssen sich nicht klären (ausser man bewegt sich im engen Kreis der Wissenden), ganz einfach weil bis jetzt nicht sauber und sachbezogen informiert wurde, von beiden Seiten nicht. Man versucht offensich so viel Gras wie möglich darüber wachsen zu lassen, das Schweigegeld dürften ein paar Monatslöhne sein. Da gibt es Handlungsbedarf und Konsequenzen - für alle, die   an diesem unwürdigen Schauspiel beteiligt sind. Denn gut kann gar nicht werden, was hier angerichtet wurde und offensichtlich weiter angerichtet wird. Schweigen und "Händewaschen in Unschuld" sind keine Grundlagen für erspriessliche Lösungen.

Peter Züllig 

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