Weinrallye #105: Etikettentrinker

08. Januar 2017

 

Weinrallye #105
Zusammenfassung:

 

 Etikettentrinken

 

Über das Etikettentrinken, die Etikettentrinker und Etikettentrinkerinnen wurde diesmal geschrieben. Es lohnt sich, die elf Beiträge auf den verschiedenen Blogs zu lesen und vielleicht sogar zu kommentieren. Hier die Zusamenfassung (und Link) zu den Beiträgen.

Etikettentrinken: Zusammenfassung 

Hier mein eigener Beitrag und der Link zu den früheren Beiträgen

"Bleibt der Weinrallye gewogen, danke fürs
"Mitmachen,  Lesen, Liken und Teilen."
Martin Riedel von "Flüssige Freundlichkeiten"

08. Januar 2017

 

Zusammenfassung des veranstaltenden Blogs:
Flüssige Freundlichkeiten

 

"Bleibt der Weinrallye gewogen, danke fürs
                                      Mitmachen,  Lesen, Liken und Teilen."
                                                   Martin Riedel von "Flüssige Freundlichkeiten"

30. Dezember 2016

 

Etiketten kann man nicht trinken

 

von Peter Züllig

 

Aber man kann sie vorzeigen, sich selber und auch anderen. Das Zeigen ist zwar in Verruf geraten. Zu Unrecht meine ich, denn die Etikette ist auch so

                                                                                    etwas wie eine Visitenkarte.                       

Visitenkarten holt man ohne Bedenken hervor, präsentiert sie, verschenkt sie, gibt sie weiter – so quasi als Referenz.

Auf der Visitenkarte steht meist nur die Adresse, vielleicht noch die Funktion oder der erworbene Titel. Auf der Weinetikette aber steht viel mehr, allein schon von Gesetzes wegen. Zum Beispiel die Herkunft, die Qualitätsstufe, der Alkoholgehalt, der Jahrgang…

Weil viele Winzer noch viel mehr drauf schreiben möchten, hat man zusätzlich ein «Hinteretikett» erfunden (nebenbei: In der Schweiz sagt man die Etikette).  Auf der zweiten Etikette ist einiges mehr zu erfahren, zum Beispiel Rebsorten, allerdings sehr oft nur in anpreisenden Floskeln, immer häufiger in Englisch, schliesslich sind die Verkehrswege von Weine längst international.

Etiketten sind für mich Wegweiser, nicht nur Adressen, oft bessere Wegweiser als gesammelte Erkenntnisse und Ratschläge professioneller Verkoster. Natürlich sind Etiketten nur dann wertvoll, wenn man mit den wenigen Angaben auch etwas anzufangen weiss: Name, Jahrgang, Qualitätsstufe… Dazu braucht es allerdings einiges angesammeltes Wissen und – nicht zuletzt – auch Erfahrung. Der Preis der Flasche – auf den sich viele verlassen – ist doch zu wenig.

An besonderen Tagen – zum Beispiel an Festtagen, Geburtstagen, Jubeltagen, Erinnerungstagen – bin ich sozusagen immer Etikettentrinker. Das Etikett soll bestätigen, dass jetzt ein «besonderer Tag» ist. Und es tut es auch, was dann leider oft vom Inhalt der Flasche nicht bekräftigt oder bestätigt wird. Auch dann ist es trotzdem ein besonderer Tag, allein schon wegen der «besonderen» Etikette.

Dies – und noch einiges mehr – ist mir durch den Kopf gegangen, als ich wissentlich und willentlich dieses Etikett dem Keller entrissen habe. Château Ausone, ein Markstein in meinen Beziehungen, zu meiner Frau und zum Wein.  In einer Zeit, als der Wein dieses Paradeguts noch halbwegs bezahlbar war, habe ich meine Partnerin kennengelernt. Es hat sich bald herausgestellt, dass ihr Lieblingswein der Ausone ist. Sie liebe das Rauchige, die leicht krautige Kirschenfrucht, die unverkennbare Mineralität, die Intensität im Abgang… Wau! So weit war ich weinsprachlich (noch) nicht. Doch ich habe ab und zu, bei ganz besonderen Anlässen, einen Ausone aufgestellt, sozusagen als Liebesbeweis. Etikettentrinken? Ich glaube, man kann es so bezeichnen.

Inzwischen ist der Wein (fast) unerreichbar geworden: nicht nur rar, auch sehr teuer. Und genau diesen Wein, diese Etikette, denn nur so kann der Wein (mit Sicherheit) zugeordnet werden), dem Weingut und der Liebe.

 Wenn ich jetzt so darüber sinniere, dann gibt es im Keller ganz viele Etiketten, die mich – nicht immer, aber oft – zum Etikettentrinker machen. Zum Beispiel das Schiff mit Segeln von Beychevelle, (meinem Einstieg in die Bordeauxwelt).

Oder - ein ganz anderes Beispiel: «Blutsbruder» – «für immer vereint» - vom rheinhessischen Weingut Karl May. Der leidenschaftliche Karl-May-Sammler wird zum Etikettentrinker. Der Südafrikareisende greift zum Pinotage, der Vorzeigeschweizer zum Gantenbein, der Südfranzose zum Ollier-Taillefer – alles gute Weine, sehr gute sogar, doch durchaus austauschbar, bis auf die Etiketten. Das bin eben ich, der Etikettentrinker.

Noch etwas: nur leise und nebenbei gesagt. Das Etikett verleitet auch zum Nichttrinken – wenigstens mich. Ein Geschwafel auf dem «Hinteretikett», speziell wenn es in Frankreich englisch ist, schlägt mich in Flucht, genauso wie grelle Etiketten, poppige, zu bunte, extravagante…

Etiketten sind halt doch «Visitenkarten», die dazu beitragen, einen Wein zu kaufen, eine Flasche zu öffnen oder sie nicht wahrzunehmen. Dies gesteht der der Etikettentrinker namens Sammlerfreak.  

  

Die Weinrallye ist ein Blogevent, das jeden Monat einmal stattfindet (in der Regel am letzten Freitag im Monat). Einer der teilnehmenden Blogs übernimmt die Führung, bestimmt das Thema, lädt ein, verlinkt die Beiträge und erstellt eine Zusammenfassung. Sinn und Zweck einer Weinrallye ist einzig und alleine der Spass und die Motivation, schöne Themen aufzuarbeiten. Bei der Weinrallye darf jeder mitmachen, egal ob Weinblogger oder nicht. Auch Nichtbloggern bieten die Gastgeber immer die Möglichkeit ihre Beiträge auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Allgemeine Informationen findet man auf den entsprechenden Seiten von Thomas Lippert (dem Gründer des Events) auf seinem Winzerblog. Wer gerne einmal selbst als Autor/Themengeber mitmachen möchte, findet alle Infos und die kommenden Themen auf der Weinrallye Seite auf Facebook Weinrallye. Gastgeber der Weinrallye #105 ist Martin Riedl auf seinem Blog:  Flüssige Freundlichkeiten

Zuasammenfassung Etikettentrinken


Martin Riedl  schreibt auf seinem Blog:

"Also – Etikettentrinken: ein Thema, dass es in früher Zeit der Weinrallye (sofern ich richtig recherchiert habe) schon mal gab und trotzdem wähle ich es erneut, weil es soviel unterschiedliche Sichtweisen gibt. Etikettentrinken im klassischen Sinne, bezeichnet ja das Trinken von großen – also bekannten und auch teuren – Weinen. Lasst uns das Thema weiter fassen. Motto-Etiketten wie bei der Natale Serie der Antichi Vigenti di Cantalupo aus dem Piemont – jedes Jahr ein anderes Etikett. Besonders schöne oder originelle Etiketten – oder das Gegenteil – Geschmack ist hier subjektiv. Wer gehässig ist, könnte das Prädikat “Etikettentrinker” ja auch in einem Beitrag verarbeiten, der das Postverhalten mancher FB-Nutzer zum Thema macht. 

Ich freue mich auf zahlreiche Teilnahme"

30. Dezember 2016

 

Gestern war die Weinrallye unterwegs


                             mit dem Thema:

                          Etikettentrinken 

 Ausgerichtet von Martin Riedl
 auf dem Blog:     Flüssige Freundlichkeiten

 

Hier mein Beitrag:

 

Etiketten kann man nicht trinken!

 

von Peter Züllig

 

Aber man kann sie vorzeigen, sich selber und auch anderen. Das Zeigen ist zwar in Verruf geraten. Zu Unrecht meine ich, denn die Etikette ist auch so etwas wie eine Visitenkarte. .... Weiterlesen hier

Aktuell auch die Links zu allen beteiligten Blogs

25. Dezember 2016

 

Weinrallye #105

                                          

Thema: Etikettentrinker

 Freitag, 30. Dezember 2016
                                          
Ausgerichtet von Martin Riedl 
                                          auf dem Blog: Flüssige Freundlichkeiten

08. Januar 2017

 

 

Die Liste der früheren Weinrallye 
(mit allen Links zu den Beiträgen)