Weinrallye #108: Sweeties

Hier sind auch die Links zu den Beiträgen aller beteiligten Blogs zu finden.
Der gleiche Beitrag ist auch auf der frei zugänglichen (ohne Anmeldung) Website
Wein im Gepäcke von Facebook veröffentlicht. Dort ist der Artikel auch zu diskutieren und zu bewerten. 

11. April 2017

 

Nochmals Weinrallye:

Die Zusammenfassung 
der Rallye vom März

Eine süße WeinRallye
Stefan Schwytz vom ausrichtenden Blog BACcantus fasst zusammen:

My sweet Lord.

Viele Süßweine und edelsüße Spezialitäten liegen im Keller und warten auf den Tag des Herrn. Vorurteile gibt’s genug, Süßwein auch – ich habe mich schwerpunktmäßig mit VdN, also Vin Doux Naturels aus Frankreich befasst. Vielen vielleicht nicht so geläufig wie Portwein und Sherry, aber ein lohnendes Feld, für Grenachisten sowieso. Bei Zungenverletzungen – und ich meine nicht die geschriebene Zungenspitze – ist der Alkoholgehalt desinfizierend, brennt aber wie Chilli… Kamillentinktur ist allerdings auch keine Dauerlösung und ebenfalls alkohöllisch. Zwischenzeitlich ist diese verheilt und neue Weine stehen in der Pipeline. Das Braune Fläschchen aus Corneilhan ließ sich als Rest auch noch Tage später genießen und glich doch einem sehr guten Tawny recht deutlich, Grenache noir hin oder her.

In dem Fall: her damit! 

02. April 2017

 

 

Der Sündenfall

 

Antonio Ferrari Solaria Jonica 1959 500ml 

 

Hier die versprochene Wertung nach dem ersten Glas (eine "Nachverkostung" folgt) mit dem Versuch zur grösstmöglichen "Sachlichkeit". Darum aufgegliedert in Feststellungen. 

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Hier mein Beitrag "Der Sündenfall" zur heutigen Weinrallye #108 zum Thema:

 

Sweeties

 

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11. April 2017

 

Die Zusammenfassung

 

Eine süße WeinRallye
ausgerichtet von Stefan Schwytz 
                                                                  auf dem Blog 
BACcantus 

 

Das Schwierige an der Weinrallye ist, dass sie in letzter Zeit viel zu kurzfristig ausgerufen wird.“ Nun, in der Kürze liegt die Würze Süße. Auch bei Juliane Gassert von EinfachWein stapeln sich Süßweine, die auf ihren Einsatz warten, weil die Gäste abwinken oder die Gelegenheiten fehlen. Man sollte sich die Anlässe schaffen, sage ich. Welches Essen, welche Gäste passen zu meinem Süßen? Zu scharfen Gerichten ohnehin kein wirklicher Geheimtipp, ein Genuss aber allemal. Juliane präsentiert aus der Maringer Sonnenuhr vom Weingut Arens, Mosel einen Riesling Spätlese sowie eine Auslese nebst Speiseempfehlungen. Ich habe nach dem Frühstück jetzt schon wieder Appetit. Oder gleich mit einem Pansal de Calàs aus Grenache Noir und Carignan aus Montsant von den Celler de Capçanes zum Nachtisch?

Das braucht in der Speisenbegleitung kräftige Desserts.Schokoladenkuchen mit Basilikumsorbet; Mohnmousse mit eingelegten roten Früchten; Pflaumencrumble mit Vanilleeis.

 

Die Zusammenfassung weiterlesen hier

01. April 2017

 

Weinkritik

 

Hier die versprochene Wertung nach dem ersten Glas (eine "Nachverkostung" folgt) mit dem Versuch zur grösstmöglichen "Sachlichkeit". Darum aufgegliedert in Feststellungen. 

 

  1. Kunstwerke haben ihre eigenen Gesetzte. Sie fordern die, welche darin ein Kunstwerk sehen: Anerkennung der Kreativität und der «schöpferischen» Kraft des «Künstlers». Der Wein ist ein Kunstwerk.

2. Sensorisch einem sehr alten Malaga und einem Recioto verwandt.

     Doch irgendwie tiefer, hintergründiger, als die Weine mit ähnlichem Charakter,
     die je schon getrunken habe.

3. Er pendelt zwischen gesetzten Alterstönen und lebendiger Kraft: gereifte
    Jugendlichkeit.

4. Die Farbe ist für einen so kräftigen, verinnerlichten Süsswein verhältnismässig
    hell, rubinfarbig, mit schön ins glasige auslaufenden Ränder

5. Der erste Eindruck: Espresso, der seine flüchtigen Noten verloren hat,
    ja sogar abgestanden ist.

6. Natürlich sind die erwarteten Aromen wie Bitterschokolade, Rosinen und    
    Lakritze vorhanden. Aber irgendwie gesetzter, vertiefter, sogar veredelter.
    Darin liegt wohl der wesentlichste Unterschied zu einem sehr guten Recioto.

7. Diesen eher für einen so alten Süsswein eher vordergründigen Noten
    verbergen sich Aromen, die zu definieren schwer ist, und noch schwerer in
    Worten auszurücken. Einmal mehr zeigt sich, dass in Sprache «Kunstwerke»
    schwer zu definieren sind.

8.  Der Abgang: Auch wenn wir verhältnismässig wenig getrunken haben –
     an Dessert übernimmt man sich in der Gier sehr oft – ist unendlich lange.
    Unmittelbar Minuten, in der Erinnerung sogar Stunden.

9. Sensorisch nicht eine Wucht, vielmehr eine echte Schönheit (sofern man
    "schön" auf sensorische Eigenschaften übertragen kann).

© Katja Zwirmann, Klett Kinderbuch
© Katja Zwirmann, Klett Kinderbuch

31. März 2017

 

Der Sündenfall

 

 

Aufgewachsen in einer Familie, in der man viel erzählte, ungern von sich selber, aber Geschichten von anderen, viele aus der Bibel. Doch das merkte ich erst später.

Eine der biblischen Geschichten gefiel mir aber gar nicht: Die Geschichte mit dem Apfel vom verbotenen Baum und der harten Bestrafung. «Sündenfall!». Warum soll der eine Baum «verbotene» Früchte tragen, ausgerechnet Äpfel, die ich so gerne habe. Da hörte ich schon lieber die Geschichte vom «verlorenen Sohn» oder der Auferstehung des Lazarus, selbst das Dreimalleugnen ehe der Hahn kräht, konnte ich meinem Namensvetter nachsehen.

© 2014 Ana Zumbühl, Design by PAKA
© 2014 Ana Zumbühl, Design by PAKA

Doch die Geschichten haben nachgewirkt, auch die biblischen, ein Leben lang. Vor allem der schreckliche Sündenfall taucht immer wieder auf. Sogar jetzt, an dieser Weinrallye. Ich rätsle sogar, ob es nicht auch Weinbäume mit verbotenen Früchte gibt (und anschliessend Vertreiben aus dem Paradies)? 
Was mich an der Paradiesgeschichte am meisten beunruhigt hat, das ist die Schlange als Verführern. Noch heute – wenn das Gefühl eines Sündenfalls  in mir aufkommen will – suche ich nach der Schlange. Ich weiss, dies ist ungerecht gegenüber Schlangen, schrecklich ungerecht.

So ein Augenblick mit einer unsichtbaren Schlange war auch eine Weinaktion - vor vielen Jahren. Da tauchten Flaschen auf – ein paar einzelne, die auch einzeln zu versteigern waren. «Rarität», höre ich, «200 Franken, das Gebot», es gehen Nummern hoch, einzelne, ausgerechnet von guten Weinkennern, immer mehr, der Preis steigt. Dann wird die erste Flasche einer Nummer zugeschlagen. Noch immer habe ich keine Ahnung vom Wein. Noch nie gehört. «Jahrgang 1959» sagt der Auktionator. Er spricht «von einer explosiven Macht über unsere Sinne», von «Goldmedaillen an der Los Angeles County Fair», und schon ist die letzte der Flaschen an der Reihe.

Ein Unikat, mit einer verbürgten Nummer. 31153. Da geht auch meine Nummer hoch, was kann ich dafür bei so viel Verführung. «Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten - Tagg», der Hammer ist gefallen. 200 Franken (plus) sind von mir investiert in eine Flasche Wein, 500 ml, mit einem Inhalt, den ich nicht kenne, von dem ich noch nie etwas gehört habe. «Ein Sündenfall», geht mir durch den Kopf, unwillkürlich halte ich Ausschau nach der Schlange.

Doch die Schlange gibt es nicht, zumindest kann ich sie nicht erkennen. Ist sie vielleicht in mir? Ich glaube, wenn ich mich recht entsinne, ich habe an dieser Auktion nichts mehr weiter ersteigert. Zweifel kommen auf, Gewissensbisse. Bin ich da vielleicht sogar dem verbotenen Paradiesbaum begegnet?

Ich stelle mir vor, ganz verschwommen, eine Flasche mit einem süssen Wein, der die Macht der Verführung hat.

 

Da beginnt  sich eine neue Geschichte, mit meiner Geschichte vom «Sündenfall» zu verknüpft. Es ist die Geschichte eines Mannes, namens Antonio Ferrari, der aus dem heissesten Jahr des Jahrhunderts im Apulien einen Wein schaffen wollte, der nicht im Keller, sondern im Weinberg geboren ist, und zwar aus hundertjährigen Reben.

 

Die Legende besagt, dass er im Rebberg geschlafen haben soll, um den richtigen Zeitpunkt der Ernte für die überreifen Trauben nicht zu verpassen. Antonio Ferrari hat dann die Primitivo-Trauben auf sein Weingut im Piemont gebracht um – zu jener Zeit – einen "historisch grossen Wein zu schaffen,, mit einem potentiellen Alkoholgehalt" von 21 Prozent". Doch bei den raschen Temperaturschwankungen in den kühlen Hügeln von Novara stoppte die Fermentation bei etwa 14 Grad, so dass eine hohe Süssigkeit (Restzucker) übrig blieb.

Visionäre geben nicht auf! Er liess den Wein zehn Jahre in slowenischen Fässern liegen, «bevor er ihn weitere 35 Jahre in ein Zementfass sperrte.

Dann wollte er seine Vision – nach gut 45 Jahren – auf den Mark bringen. Er liess bereits die Etiketten drucken.

So die Legende weiter: "Er gab nur nur eine einzige Flasche des mystischen Weines zu Verkostung frei. Da glaubte er zu spürten, dass der Markt für dieses «Meisterwerk» noch nicht bereit ist. Antonio gestorben, ohne seine "Kunstwerk" präsentieren. zu können

Seine Tochter hat dann den Visionärs-Wein des Vaters als «Solaria Jonica» auf den Markt gebracht, Flasche um Flasche. Eine dieser Flaschen ist bei mir gelandet und eher aus Zufall – zu meinem «Sündenfall» geworden. Eine Vertreibung aus dem Paradies erwarte ich nicht.

Doch eine Antwort auf die Frage (getreu nach dem Volksmund): «ist der Wein auch eine Sünde Wert?»

 

Da endet die Geschichte.

Heute Abend werden wir – meine Frau und ich – das letzte Geheimnis dieses Weins ergründen und vielleicht sogar lösen und dann – wenigstens für uns – ein Urteil fällen.

 

 

Dieses  wird den Sündenfall, die Schlange und die Legende hoffentlich überwinden und morgen «nackt und nüchtern» als simple Weinkritik hier zu lesen sein. 

Die Weinrallye ist ein Blogevent, das jeden Monat einmal stattfindet (in der Regel am letzten Freitag im Monat). Einer der teilnehmenden Blogs übernimmt die Führung, bestimmt das Thema, lädt ein, verlinkt die Beiträge und erstellt eine Zusammenfassung. Sinn und Zweck einer Weinrallye ist einzig und alleine der Spass und die Motivation, schöne Themen aufzuarbeiten. Bei der Weinrallye darf jeder mitmachen, egal ob Weinblogger oder nicht. Auch Nichtbloggern bieten die Gastgeber immer die Möglichkeit ihre Beiträge auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Allgemeine Informationen findet man auf den entsprechenden Seiten von Thomas Lippert (dem Gründer des Events) auf seinem Winzerblog. Wer gerne einmal selbst als Autor/Themengeber mitmachen möchte, findet alle Infos und die kommenden Themen auf der Weinrallye Seite auf Facebook Weinrallye. Gastgeber der Weinrallye #108 ist Stefan Schwytz auf dem Blog BACcantus.

Die Beiträge zu dieser Rallye
Dauernd aktualisiert


Der Sündenfall

 

 Lange Zeit – sicher mehr als 15 Jahre – habe ich diese Flasche im meinem Keller versteckt. Für mich: eine teure Unbekannte! Ein Sündenfall! So jedenfalls bezeichne ich die Geschichte, die ich heute hier, an der Weinrallye #108 möchte. 


Natürlich gibt es viel teurere Weine, Weine, die – zu Recht oder Unrecht – zum Luxusgut gemacht wurden.Doch darum geht es aber bei diesem Wein – er trägt sogar eine Nummer  – nicht. Es geht um…
Diese Geschichte ist nur eine von – hoffentlich – vielen Geschichten über süsse Wein und Weinsüsse, die an dieser Weinrallye erzählt werden und auf vielen Blogs zu lesen sind. Also – am nächsten Freitag: Jeder kann mitmachen! Dabeisein! (Wer keinen Blog hat kann sich hier melden).

Aufruf auf dem durchführenden Blog BACantus

 

Nach der großartigen Rallye zur Beseitigung sämtlicher verbleibender Vorurteile (bis auf Dornfelder halbtrocken natürlich) steht der etwas stiefmütterliche Termin Ende März oder Tür, also kurz nach der ProWein und in vorösterlicher Freude…

Diesmal gibt‘s ein süßes Thema, und zwar noch ganz ohne Osterhasen-Schokolade:

Sweeties. Süßsauer, Restsüß oder Halbtrocken?

Süße Weine jenseits der großen Stars stehen ja gerne derzeit etwas abseits des weinroten Teppichs, auch wenn sie von Qualität und Tradition oft nur so strotzen. Auch gibt es jede Menge Vorurteile, gerade auch in Deutschland.

Süße Weine = Billige Plörre.

Höchste Zeit also, die Sweeties (modern oder oldschool) mit dieser Weinrallye mal wieder mehr ins Rampenlicht zu befördern und noch ein paar Vorurteile abzuschleifen. Falls jemand übrigens ältere Trockenbeerenauslesen von der Saar hat und nicht mehr braucht, also etwa von E. Müller oder so, ich würde mich bereit erklären, auch diese zu verkosten…

Wer ist Eure Süße, Euer Süßer?

Von Chateau d’Yquem über VdN, edelsüße Spezialitäten bis Liebfrauenmilch ist es ein weites Feld, nicht nur in preislicher Hinsicht. „Süßsaurer“ Riesling ab Auslese oder gar Mosto Cotto (gell Harald Steffens?) auf der einen Seite, Port, Pacherenc du Vic-Bilh, Jurançon, Pedro Ximènes, Muscat, Moscatel auf der anderen. Und wenn jemand über einen Süßen Roten, Rosé oder Schaumwein schreiben will, so soll und darf er und sie natürlich auch. Wir sind ja tolerant. Ünd fänden das natürlisch sehr süß! Hicks.

Und übrigens –

Die WeinRallye lebt vom Mitmachen!

Jeder der des Trinkens und Schreibens mächtig ist kann teilnehmen, auch ohne eigenes Weinblog. Als Gastgeber gewähren wir hier selbstverständlich gerne jedem Unterschlupf, an der etwas Konstruktives (oder Süßes  beitragen möchte. Eine interessante Sweetie Bouteille gezwitschert in letzter Zeit? Wie war sie? Klebrig, einfach nur süß oder der schiere WinePorn? Aufschreiben, gerne auch mit Bild – Weitersagen,

   Twittern, Facebooken usw. ist ausdrücklich erwünscht! 
   Santé & Cheers & Prosit!

17. März 2017

 

Vorankündigung:

 

Weinrallye #107 
 Thema:Sweeties
  am 31. März 2017

Der veranstaltende Blog BACcantus schreibt:

"Nach der großartigen Rallye zur Beseitigung sämtlicher verbleibender Vorurteile (bis auf Dornfelder halbtrocken natürlich) steht der etwas stiefmütterliche Termin Ende März oder Tür, also kurz nach der ProWein und in vorösterlicher Freude…

Diesmal gibt‘s ein süßes Thema, und zwar noch ganz ohne Osterhasen-Schokolade:

Sweeties. Süßsauer, Restsüß oder Halbtrocken?

Süße Weine jenseits der großen Stars stehen ja gerne derzeit etwas abseits des weinroten Teppichs, auch wenn sie von Qualität und Tradition oft nur so strotzen. Auch gibt es jede Menge Vorurteile, gerade auch in Deutschland."

Mehr Informationen hier