Weinrallye #110 - Chardonnay

06. Juni 2017

 

Zusammenfassung

 

"Ganz ehrlich, ich bin positiv überrascht. Wie immer zählt nicht nur die Quantität der Beiträge bei einer Weinrallye. Aber auch diese war aus meiner Sicht sehr gut. Ich hatte keine Zeit um persönlich noch mal Weinfreunde anzusprechen. Und so speist sich die Teilnahme aus wirklich interessierten Menschen an der Weinrallye und am Chardonnay. Und auch die Beiträge an sich finde ich hervorragend. Ich habe mich über jeden einzelnen gefreut. Sicherlich war das Thema breit gewählt. Und gerade weil der Chardonnay in so vieler Munde, Gläser und Flaschen ist, war vielfach eine grundsätzliche Einordnung der Rebsorte erforderlich. Das liest sich so in vielen Beiträgen...."
Weiterlesen und kommentieren auf dem ausrichtenden Blog hier

06. Juni 2017

 

Auszeichnung für deutsche
Chardonnay

 

Das Weingut Kress, Hagnau und Überlingen am Bodensee, errang beim 'Concours International de Lyon' die erstmals vergebene Auszeichnung "Bester Wein der Welt" mit einem 2015er Chardonnay Goldbach.

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26. Mai 2017

 

Weinrallye #110

Thema: 

Chardonnay

 

Freitag, 26. Mai 2017
    Ausgerichtet von Thomas Günther

    auf dem Blog: Weinverkostungen 

26. Mai 2017

 

Gesucht - Gefunden
Chardonnay

 

Meine Weinfreunde werden sich wundern, zu Recht!

Da schreibt einer - der wenig Weissweine trinkt- über einen ganz speziellen Weisswein. Nicht etwa über den deutschen Weinstolz: den Riesling.

Nein, über den "harmlosen" Chardonnay, der einem Riesling nicht die Stange halten kann. Opportunist, Anpasser!

Nur weil heuter die Weinrallye unterwegs ist und das Thema von Thomas Günther auf seinem Blog  Weinverkostungen vorgegeben wurde, soll ich jetzt über Weine schreiben, die ich - im Verhältnis zu Rotwein - kaum je getrunken habe und die in meinem Weinkeller nur wenig Platz einnehmen: sozusagen keinen..

Da haben mir drei ausgewiesene Fachleute aus der Patsche geholfen. Hugh Johnson, Arne Krüger und Jancis Robinson.

Nein, keine Internet-Recherchen, ein Griff zu den verstaubtesten Büchern aus dem untersten Gestell meiner Wein-Bibliothek. Zuerst "Das grosse Buch vom Wein" von Johnson und Krüger aus dem Jahr 1966 (erweiterte Neuauflage im Verlag Gräfe und Unzer). Da wird - laut Sachregister - Chardonnay nur zweimal erwähnt.

Im Kapitel Burgund: "...alle weissen Burgunder werden aus der Charonnaytraube gewonnen".

That's it!

Zum zweiten Mal taucht Chardonnay im Kapitel "Die Weissweine Rumäniens, Bulgariens und der Sowjetunion" auf: "...auch die Chardonnaytraube wird in Rumänien angebaut."

Mehr nicht! Wirklich nicht!

War vor rund 50 Jahren "Chardonnay" noch so ein Aussenseiter? 

Da bin ich erst so richtig in Fahrt gekommen. Mein zweitältestes Weinbuch hat Rebsortenspezialistin Jancis Robinson 1986 geschrieben: Chardonnay nimmt da schon einen ganz anderen Platz ein. X-mal erwähnt wird er erwähnt und in einem eigenen Kapitel (8 Seiten) gewürdigt.

Und erst noch wie!!

Zitat: ""Im Chardonnay verbinden sich alle glücklichen Umstände: Die Winzer ziehen ihn gern, die Kellermeister behandeln ihn gern, und wir alle trinken ihn gern". Dieses Schwärmen der damals 36jährigen Jancis Robinson hat auch die Erinnerung meiner Frau beflügelt. "Chardonnay war der erste Wein, den ich voll Lust und Genuss - ab und zu -getrunken habe, wenn ich die nicht gerade geliebten Hausarbeiten zu erledigen hatte. So gleichsam als fröhliches Kontrastprogramm." 

Da ist das Eis plötzlich gebrochen, der Faden gefunden. In unserem Keller liegt noch ein "Halbeli" von Robert Mondavi (fast) aus jder fernen Zeit des "Kontrastprogramms". Chardonnay 1991. Und flugs, schon am gleichen Abend sitzen wir auf der Terrasse und schenken uns den uralten Chardonnay ein.

Da die nächste Überraschung: der Wein ist noch trinkbar, nicht oxidiert, nicht abgebaut, kein Mäuseln und kein Muffeln, kein...

Natürlich, hat er kaum noch Frucht. Ich versuche mich zu erinnern: Wie schmeckt ein junger Chardonnay? Exotische Früchte, Lindenblüten, Agrumen...? So genau weiss ich es nicht. Selbst das nachträgliche Googeln, quer durch das Chardonnay-Angebot, hilft nicht viel weiter.

Welche Aromen? Welches Geschmacksbild?

Bei Rotweinen bin ich ein ausgesprochener Altwein-Liebhaber, meine Frau gar nicht!
Sie bevorzugt junge Weine, mit lebendiger Frucht - ich die reifen mit Tertiärtönen.
Doch bei diesem Chardonnay hier finden wir uns:Es ist zwar ein "alter", aber ein guter Wein, eigentlich eine neue Weinerfahrung! Es ist mehr als nur die Ehrfurcht vor dem Alter; es ist etwas, was man trinken kann, sogar gerne trinken kann.

Unser Gespräch wird lebhafter, am Alkohol kann es nicht liegen (es ist ja nur eine 5 dl-Flasche und  mit wenig Volumen-Prozent Alkohol (13.5). Da taucht die nächste Erinnerung (und Überraschung) auf. Seit zwanzig Jahren sind wir bei der Traubenlese dabei, in der Bündner Herrschaft und in Chur, beim Wimmlen.

Hauptsächlich Pinot Noir bei den Roten, aber bei den Weissen?

Natürlich Pinot blanc, Pinot gris und ???

Ja, auch Chardonnay. Zwar nicht viel!

Wir haben die Beeren - wie bei allen Trauben - zwar sorgfältig gelesen, uns aber kaum Gedanken gemacht, wie der Wein dereinst schmecken wird.

Flugs, so schnell war ich noch nie im Keller und schon füllt ein Maienfelder (Heididorf) aus Pinot blanc und Chardonnay das Glas, Jahrgang 2015, von Gian-Battista von Tscharner.


Chardonnay ist hier zwar in der Minderheit, nur etwa 30 Prozent. Der Pinot blanc gibt wohl den Ton an. Weinmässig sind wir im Burgund, geniessen die Frische, die Blumen in der Nase und im Gaumen, die Mineralität, den langen quicklebendigen Abgang...
Zufällig setzt sich die Nachbarin, keine Weintrinkerin, zu uns. Ein Gläschen? Spontan kommt der Kommentar: "Doch, das sei 'ihr' Wein"!

Unserer ist es allemal, ob Chardonnay oder Pino blanc dafür verantwortlich ist? Egal.

Es ist ein ausgezeichneter Sommerwein im schüchtern anklopfenden Sommer. Wir einigen uns darauf, bei der nächsten Lese die Chardonnay-Trauben besonders sorgfältig und liebevoll zu behandeln, auf dass ich nie, nie, nie mehr bei einer Weingeschichte so ins Schleudern und Schwitzen gerate wie heute.

Bei der Weinernte in Maienfeld, Chardonnay im Glas
Bei der Weinernte in Maienfeld, Chardonnay im Glas

Die Weinrallye ist ein Blogevent, das jeden Monat einmal stattfindet (in der Regel am letzten Freitag im Monat). Einer der teilnehmenden Blogs übernimmt die Führung, bestimmt das Thema, lädt ein, verlinkt die Beiträge und erstellt eine Zusammenfassung. Sinn und Zweck einer Weinrallye ist einzig und alleine der Spass und die Motivation, schöne Themen aufzuarbeiten. Bei der Weinrallye darf jeder mitmachen, egal ob Weinblogger oder nicht. Auch Nichtbloggern bieten die Gastgeber immer die Möglichkeit ihre Beiträge auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Allgemeine Informationen findet man auf den entsprechenden Seiten von Thomas Lippert (dem Gründer des Events) auf seinem Winzerblog. Wer gerne einmal selbst als Autor/Themengeber mitmachen möchte, findet alle Infos und die kommenden Themen auf der Weinrallye Seite auf Facebook  Gastgeber der Weinrallye #110 ist Thomas Günther auf dem Blog Weinverkostungen.

Alle Beiträge zur Weinrallye Chardonnay


Bild: Mitchell Beazley, London
Bild: Mitchell Beazley, London

22. Mai 2017

 

Zum Thema der nächsten Weinrallye:

 

Chardonnay

 

Jancis Robinson schreibt im Buch "Reben, Trauben Weine" (1987 im Hallwag-Verlag, Bern) über den Chardonnay

 

"Im Chardonnay verbinden sich alle glücklichen Umstände: Die Winzer ziehen ihn gern, die Kellermeister behandeln ihn gern, und wir alle trinken ihn gern. Als Folge dieser erfreulichen Einigkeit ist der Chardonnay heute die allergesuchteste Rebsorte. Die Winzer in aller Welt schreien geradezu nach Edelreisern, insbesondere in Kalifornien und Südafrika. Die Kellermeister in aller Welt sind so sehr auf der Suche nachChardonnay- Trauben, dass auf allen Märkten, besonders an der amerikanischen Westste, höhere Preise dafür gezahlt werden als für jede andere Sorte. Und die Weintrinker in aller Welt sind so versessen auf Chardonnay, daß er in allen möglichen Varianten wie Pouilly-Fuisse, Montrachet, Chardonnay di Miralduolo und als Erzeugnisse 'von Stony Hill, Chalone, Acacia, Matanzas Creek, Petaluma und Leeuwin eher zugeteilt als verkauft wird.

Dies hat die bekannte Weinkritikerin Jancis Robinson (*1959) vor 30 Jahren als Einleitung zum Kapitel "Chardonnay" gesprieben. Fast schon eine Liebes-erklärung an deine Rebsorte, die "erfreulich.problernlos anzubauen.ist Die anspruchsloseste aller Rebsorten“ nennt ihn der australische Wein-Guru Brian Croser, der in Kalifornien gelernt und in Frankreich gearbeitet hat. Zwar sind die Vorstellungen der Liebhaber von dem Weinstil geprägt, der die Rebe in ihrer Heimat Burgund berühmt gemacht hat, aber der Chardonnay schlägt auch in viel wärmeren und viel kühleren Gegenden überall in der Welt willig Wurzeln. " 

Ich bin bei der Recherchen für meinen Beitrag an der Weinrallye diesen Wurzeln nachgegangen, sowohl in der Literatur, in meiner Erinnerung und in meinem Weinkeller. Da liess sich noch ein Chardonnay finden, aus der Zeit, als Jancis Robinson dies geschrieben hat.

Am Freitag aus Anlass der 110ten Weinrallye hier und auf Facebook zu zu lesen.