Gastbeiträge und Reaktionen

02. November 2011

 

Bernd Handschuh hat im Forum von Wein-Plus geschrieben:

 

Es war wieder mal soweit, eine Weinreise mit Max und vielen Gleichgesinnten ins Piemont stand an. Es war mittlerweile meine siebte Reise mit Weintalk. Das Schöne an diesen Weinreisen ist, dass man fast alle Teilnehmer aus anderen Reisen kennt, und die diesmal neu hinzugekommenen fügten sich nahtlos in unsere Gemeinschaft Weinverrückter ein. Dass bei Max die Organisation gut klappt ist ja bekannt.

Wir besuchten in dieser Woche zehn Weingüter, also keine Hetzerei und viel Zeit zum Probieren. Die Auswahl der Betriebe war sehr gut; eine Mischung aus arrivierten Platzhirschen (Prunotto, Albino Rocca, Antoniolo), jungen Wilden (Bocchino, Grimaldi), etablierten Gütern (Ballarin, Sottimano), Seiteneinsteigern (Le Piane, Boca) und unbekannten Betrieben (Montalbera, La Colombera). Ich selbst hatte bisher nur von der Hälfte der Güter Weine in meinem Keller. Es fehlte im Grunde nur ein richtiger Traditionalist, wie Bruno Giacosa oder Rinaldi; aber die lassen wahrscheinlich keine 20 Personen in ihren Keller.

Der Empfang, die Führungen und die Verkostungen waren auf allen besuchten Gütern herzlich, informativ und ausführlich. Ein Manko bleibt auf solchen Reisen, was natürlich besonders auf Barolo und Barbaresco zutrifft, die verkosteten Weine sind meistens zu jung.

Es wäre viel zu umfangreich über alle verkosteten Weine etwas zu schreiben, Notizen habe ich mir diesmal nicht gemacht; es sollte ja eine Genussreise sein. Aber ein paar Highlights bleiben doch in Erinnerung (Barolo La Serra, Bocchino; Barolo Le Coste, Grimaldi; Barbaresco Brich Ronchi Riserva, Albino Rocca; Boca, Le Piane; Gattinara Osso S. Grato, Antoniolo). Und ein paar ungewöhnliche Rebsorten bleiben auch im Gedächtnis (Timorasso, La Colombera; Albarossa, Prunotto; Ruché, Montalbera, Croatina, Le Piane und La Colombera). Sogar einen etwas gereiften Riesling (2006) konnten wir im Wein gut Bocchino verkosten. Peter wo bleibt hier deine Verkostungsnotiz ?

Gereifte Weine gab es dann ab und zu bei den abendlichen Restaurantbesuchen, obwohl auch hier die Auswahl an älteren Weinen oft nicht sehr groß war. Hier bleiben in Erinnerung (Dolcetto Barturot, CaViola; Pomorosso, Coppo; Spumante Brut Rosé, Bellavista; Barolo Dagromis, Gaja; Pin, La Spinetta; Nebbiolo Sito Moresco, Gaja).

Als Restauranttipps kann man nennen: für Alba: Aldente, Osteria dell’Arco (Slow Food), La Morra: L’Osteria del Vignaiolo, Asti:

Osteria del Palio, Gattinara: Il Vigneto.

Da viele Bordeauxfreunde mit auf der Reise waren, und Peter, Max-Georg und Jürgen ohne Bordeaux nicht leben können ;-), gab es am vorletzten Abend noch im kleinen Kreis eine spontane Verkostung der mitgebrachten Flaschen (hauptsächlich Magnums). Ein 82er Ch.

Labégorce-Zedé und ein 99er Pomerol (Peter wie hieß nochmal das Chateau - Clos Eglise ?) sind mir in Erinnerung geblieben. Ein 86er Ch. Gruaud-Larose hatte leider Kork. Vielen Dank an Max-Georg, Jürgen und Peter. Für Max-Georg und Claudi hoffen wir, dass sie am Sonntag erfolgreich bei der Trüffeljagd waren. Diese Jahr sind die weißen Trüffel mit ca. 5000 €/kg besonders teuer.

Als Fazit bleibt, selbst wenn man schon öfters im Piemont war und auch zu Hause oft die Weine verkostet, man entdeckt immer wieder Neues.