Echo

26. November 2015

 

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Wenn Winnetou Frau Carezza liebt

 

Wer schreibt, dem wird geschrieben...

 

Lieber Peter,

Deinen Beitrag „Wenn Winnetou Frau Carezza liebt“ habe ich mit großem Interesse gelesen;er hat mich sehr berührt, zumal Dein darin geschilderter literarischer Werdegang viele Parallelen zu dem meinigen aufweist, obwohl ich zeitweise ganz andere Wege beschritten habe.

Als Zehnjähriger (Geburtsjahrgang 1950) begann ich, Karl May zu lesen. Neben wenigen „grünen Bänden“  habe ich damals hauptsächlich Ueberreuter Taschenbücher bekommen. Während meiner Zeit im Gymnasium hat sich mein literarisches Interesse kolossal verändert. Die Sozialisten (Marx, Engels usw.) traten in den Vordergrund. Bei Suhrkamp habe ich mir die gesamte Werkausgabe von Bertolt Brecht zugelegt.

Dann kam am 19.12.1973 (ein Mittwoch) mein persönlicher „schwarzer Freitag“.

Meine Wohnung in Freiburg wurde ein Opfer der Flammen. Ich konnte nur mich selbst in Sicherheit bringen. Das gesamte Inventar einschliesslich meiner Bücher (darunter 63 Karl-May-Bücher) ist verbrannt. Lediglich eine Ausgabe der „Gartenlaube“ Jahrgang 1890 blieb erhalten, weil ich sie meiner Mutter geliehen habe. Ich habe diesen Band noch heute.

Nun begann eine mühsame Wiederbeschaffung meiner geliebten Bücher.

Die Werkausgabe von Bertolt Brecht habe ich mir sofort wieder gekauft. Karl May kam nach und nach, diesmal jedoch nur als „grüne Bände“ (Bamberger Ausgabe). Zwischenzeitlich habe ich auch fast die komplette Radebeuler Ausgabe.

Ich hoffe, Dich mit meinen Ausführungen nicht allzu sehr gelangweilt zu haben und grüsse Dich recht herzlich aus Freiburg.

Hartmut Braun