Jahrbücher der Karl May Gesellschaft

 21. Oktober 2016

 

Jahrbuch
der Karl May Gesellschaft 2016

 

Hansa Verlag, Husum

Herausgegeben von Claus Roxin, Florian Schleburg, Helmut Schmiedt,

Hartmut Vollmer und Johannes Zeilinger
Seiten 427, ISSN 0300-1989, ISBN 987-3-941629-16-5

 

Bereits im Todesjahr von Karl May -
1912 - wurde eine Karl-May- Vereinigung gegründet, 1913 ihre erste Publikation "Mitteilungen" herausgab. Doch schoon nach der 4 Ausgabe war dann  – kriegsbedingt – Schluss. Ziel der Vereinigung war, das Verständnis für Karl May zu wecken und seine Verbannung aus Schul- und Stadtbibliotheken durch Überzeugungsarbeit rückgängig zu machen. 1918 - nach dem Krieg - folgte dann das erste Jahrbuch, das zwei Jahre später (1920) erstmals im Karl-May-Verlag erschien. 

1934 war dann wieder (politisch bedingt) Schluss. (Die zwei weiteren, bereits vorbereiteten Jahrbücher brachte erst die Karl-May-Gesellschaft 2011 - in der alten Aufmachung - zur Publikation.

1969 wurde dann die heute noch bestehende und immer noch sehr aktive Karl-May-Gesellschaft (KMG) wurde 1969 gegründet, die zum Ziel hat, sich ernsthaft mit dem Werk und dem Leben und Werk Karl Mays kritisch und wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Ab 1970 gibt sie - nebst vielen Aktivitäten und Publikationen - auch das Jahrbuch heraus, jetzt zum 46sten Mal.

 

Aus dem Klappentext:

  • Das sechsundvierzigste Jahrbuch dokumentiert sechs Vorträge aus dem Programm des Kongresses, den die Karl-May-Gesellschaft im Herbst 2015 in Bamberg abhielt, ergänzt um vier weitere Forschungsarbeiten zu Stil und Motivik Karl Mays.
  • Der Schwerpunkt liegt in diesem Band auf der Kontinuität seines Schreibens: Mehrere Bestandsaufnahmen verfolgen bestimmte Inhalte und Erzähltechniken von den frühen Texten bis ins Spätwerk.
  • Horst Briehl kommentiert systematisch jene Passagen, die ein Licht auf Mays Verhältnis zur Astronomie werfen.
  • Eckehard Koch und Gerd Hardacker spüren noch einmal dem besonders populär gewordenen Thema Blutsbrüderschaft nach.
  • Tiefe Wurzeln in der psychischen Konstitution des Autors haben, wie die beinahe obsessive Wiederholung in seinen Romanen beweist, die Erfahrung der Todesnähe, der Johannes Zeilinger auch medizingeschichtliche und biografische Betrachtungen widmet, und das Oszillieren zwischen den Geschlechtern, das Rudi Schweikert in den Zusammenhang zeitgenössischer Quellen stellt.
  • Kontinuität beobachtet Thomas Lc Blanc in den fantastischen Elementen des May'schen Erzählens, die durchaus nicht auf die explizit „symholistischen“ Schöpfungen seine letzten Jahrzehnts beschränkt sind und Kontinuität betont Harald Eggebrecht mit dem Beweis, dass sich umgekehrt der Duktus der Kolportage noch im ambitionierten Spätwerk dingfest machen lässt.
  • Mit Mays Orient befassen sich Thomas Kramer, dessen Yergl ich mit Thomas Manns „Joseph“ die universellen Archetypen des Mythos herausarbeitet, und Rudolf Lüthc, der die Modernität des Autors an seiner Fähigkeit zur kreativen Kompensation der allzu rational gewordenen Welt festmacht.
  • Spezielleren Fragestellungen gehen die verbleibenden Beiträge nach: Ralf Georg Czapla kontrastiert den Umgang mit Machtstrukturen in einer Dorfgeschichte Mays mit zwei jüngeren Texten derselben Gattung.
  • Und Lutz Hagestedt untersucht die vielfältigen Funktionen lyrischer Zitate im Prosagefüge eines Lieferungsromans.
  • Die erstaunliche Kontinuität der Wirkung Karl Mays schließlich belegen die aktuellen Berichte von Helmut Schmiedt, Henning Franke und Joachim Biermann.

(Quellen: Jahrbuch, Website der KMG und Karl-May-Wiki)