Sammlung der Beispiele von kollektivem Bewusstsein (Karl May)

08. Juni 2017

 

Werbung mit Karl May und seinem "Kosmos"

 

       

Karl-May-Freud Michael Rudloff (Freiburg i.Br.) schreibt: "Aus der Schweiz erhielt ich die beiden Werbeinserate zugesandt. Ich finde es bemerkenswert, dass heute noch Werbung mit Winnetou gemacht wird (das hätte ich bis in die 1970-er Jahre erwartet, aber nicht heutzutage),  

Einmal wirbt die Firma Nestlé für den Kauf eines Winnetou-Eis und verspricht nicht nur

20 % Rabatt, sondern es gibt während des Aktionszeitraums auch noch gratis eine Winnetou-Kühltasche. Und der Touring Club Schweiz (der schweizerische ADAC) offeriert seinen Mitgliedern u.a. einen 20 %-Rabatt beim Besuch der Karl-May-Festspiele.

Frei nach Karl May sage ich: „Ist das nicht interessant?“ (und erfreulich?)"

Werbung ist der wichtigste Seismograph für "öffentliches Bewusstsein". In der Werbung wird ausgetestet und auch bestätigt (oder widerlegt) was im Bewusstsein eine möglichst grossen Gruppe von Menschen mit positiven Werten verankert ist. Werbung lässt sich längerfristig nur mit positiv belegten Begriffen machen, die verstanden werden und bestimmte Gefühle (Wert, Schönheit, Qualität, Genuss etc) evozieren.   

08. Dezember 2016

 

Karl May
Öffentliches Gedächtnis: 

 

Huckleberry Finn am Strasenrand, der nicht bettelt, sondern schenkt

 

Kolumne von Frank Behrend im Stern vom 02. Dezember 2016

 

Der in Zusammenhang mit Karl May entscheidende Passus lautet: "...Ein Mann wie Sam Hawkens. Die Geschichte, die er erzählte, war eine traurige: Scheidung, Jobverlust, Pech und eigenes Verschulden – am Ende landete Helmut auf der Straße. Aber er war keiner, der nur die Hand aufhielt....er behielt seinen Stolz und er hatte seine Sprüche. 31 an der Zahl. Für jeden Tag einen anderen. Alle positiv und mit einer kleinen Botschaft. Heute war das Lächeln dran. Mich erinnerte er an Sam Hawkens, den schrulligen Westmann aus den berühmten Erzählungen von Karl May. Der Dichter aus Sachsen hatte dem guten alten Sam "zwei listige Äuglein" verpasst, die hatte mein Poet von der Straße auch..."

21. November 2016

 

Öffentliches Bewusstsein:

 

"Karl-May-Festspiele auf der Schäferalm"

 

Titel der Besprechung des Fernsehkrimis „Zivilfahnder - Flucht in die Karpaten“, ARD
 von Harald Keller am 19. November 2016  Frankfurter Rundschau (online)

 

as Polizeikommando stoppt den Wagen der Braut (Teodora Calagiu), Caramitrus Schwester.  (Foto: ARD Degeto/WDR/Wiedemann & Berg/Thomas Kost)
as Polizeikommando stoppt den Wagen der Braut (Teodora Calagiu), Caramitrus Schwester. (Foto: ARD Degeto/WDR/Wiedemann & Berg/Thomas Kost)

Zur Sammlung Karl May und öffentliches Bewusstsein fügt sich hier ein weiteres - sehr gutes - Beispiel an. Aufgegriffen in der Frankfurter Rundschau vom 19. November 2016 in der Rubrik "TV-Krimi - Tatort und Co.." Textausschnitt:

"...Zum Finale veranstalten Basedow und Graf abenteuerliche Karl-May-Festspiele auf der Schäferalm, inklusive Reiterangriff, Cliffhanger am Steilhang, edlem Wilden. Und eine Art Hadschi Halef Omar gibt es auch..."

Ganzer Artikel lesen hier

Angaben zur Sendung auf ARD

Zum Thema   Öffentliches Bewusstsein

Ralf Wolter als Sam Hawkens  © Constantin
Ralf Wolter als Sam Hawkens © Constantin

08. Dezember 2016

 

Huckleberry Finn am Strasenrand, der nicht bettelt, sondern schenkt

 

Kolumne von Frank Behrend im Stern

vom 2. Dezember 2016

 

Die Kolumne handelt von einem Bettler, der nicht bettelt, sondern Poesie verschenkt. 

Frank Behrendt traf ist ihm vor einem Shopping-Center begegnet und nachhaltig von ihm beeindruckt. Behrend beschreibt diese Begegnung in einer Kolumne im Stern

Hier die ganze Kolumne lesen

Die Erinnerung und der Vergleich mit der Karl-May-Figur - in einer grossen deutschen Illustrierten - ist ein weiteres Beispiel, wie lebendig Karl May noch heute ist. Vielleicht sind es weniger die Bücher, als die Filme, in denen die Figuren von Karl May Gestalt angenommen haben. So sehr, das selbst das Aussehen, der Gesichtsausdruck, die Sprüche (Zitate) an Karl Mays Werk errinnern. Wenn ich mich nicht irre!

"Unter der wehmütig herabhängenden Krempe eines Filzhutes, dessen Alter, Farbe und Gestalt selbst dem stärksten Denker einiges Kopfzerbrechen verursacht haben würden, blickte unter einem Walde von verworrenen, schwarzen Barthaaren eine Nase hervor, welche von fast erschreckenden Dimensionen war und jeder beliebigen Sonnenuhr als Schattenwerfer hätte dienen können. Infolge dieses gewaltigen Bartwuchses waren außer dem so verschwenderisch ausgestatteten Riechorgane von den übrigen Gesichtsteilen nur die zwei kleinen, klugen Äuglein zu bemerken, welche mit einer außerordentlichen Beweglichkeit begabt zu sein schienen ... Diese Oberpartie ruhte auf einem Körper, welcher bis auf die Kniee herab unsichtbar blieb und in einem alten, bockledernen Jagdrocke stak, der augenscheinlich für eine bedeutend stärkere Person angefertigt worden war und dem kleinen Manne das Aussehen eines Kindes gab, welches sich zum Vergnügen einmal in den Schlafrock seines Großvaters gesteckt hat. Aus dieser mehr als zulänglichen Umhüllung guckten zwei dürre, sichelkrumme Beine hervor, welche in ausgefransten Leggins steckten, die so hochbetagt waren, daß sie das Männchen schon vor zwei Jahrzehnten ausgewachsen haben mußte, und die dabei einen umfassenden Blick auf ein Paar Indianerstiefel gestatteten, in denen zur Not der Besitzer in voller Person hätte Platz finden können." (K. May, Der Ölprinz)

21. November 2016

 

Öffentliches Bewusstsein:

 "Karl-May-Festspiele auf der Schäferalm"

 

                                            Titel der Besprechung des Fernsehkrimis
                                            „Zivilfahnder - Flucht in die Karpaten“, ARD
                                             von Harald Keller am 19. November 2016
                                             Frankfurter Rundschau (online)

as Polizeikommando stoppt den Wagen der Braut (Teodora Calagiu), Caramitrus Schwester.  (Foto: ARD Degeto/WDR/Wiedemann & Berg/Thomas Kost)
as Polizeikommando stoppt den Wagen der Braut (Teodora Calagiu), Caramitrus Schwester. (Foto: ARD Degeto/WDR/Wiedemann & Berg/Thomas Kost)

Zur Sammlung Karl May und öffentliches Bewusstsein fügt sich hier ein weiteres - sehr gutes - Beispiel an. Aufgegriffen in der Frankfurter Rundschau vom 19. November 2016 in der Rubrik "TV-Krimi - Tatort und Co.." Textausschnitt:

"...Zum Finale veranstalten Basedow und Graf abenteuerliche Karl-May-Festspiele auf der Schäferalm, inklusive Reiterangriff, Cliffhanger am Steilhang, edlem Wilden. Und eine Art Hadschi Halef Omar gibt es auch..."

Ganzer Artikel lesen hier

Angaben zur Sendung auf ARD

© Sony Pictures Releasing TraIler
© Sony Pictures Releasing TraIler

24. September 2016

 

Karl May

Kollektives Gedächtnis

 

Zur Neuverfilmung  des Kultfilms "Die glorreichen Sieben"

                                          Kritik in "Bild online" vom 21. September 2016

 

"Die glorreichen Sieben" ist zwar ein Westen, hat aber mit Karl May nichts zu tun. Interessant für das Thema "öffentliches Bewusstsein" ist, die dreimalige Erwähnung von Karl May in der Filmkritik von "Bild online" 

Der Bezug zu Karl May funktioniert nur dann, wenn der Leser den "Kosmos" der Karl May Filme abrufen kann. 


23. September 2016

 

Karl May

Kollektives Gedächtnis

 

Zur Neuverfilmung  des Kultfilms
                                 "Die glorreichen Sieben"
                                 
Kritik in "Bild online" vom 21. September 2016

 

"Die glorreichen Sieben" ist zwar ein Westen, hat aber mit Karl May nichts zu tun. Interessant für das Thema "öffentliches Bewusstsein" ist, die dreimalige Erwähnung von Karl May in der Filmkritik von "Bild online" 
Hier der Link zur Filmbesprechung

"Die Glorreichen Sieben" haben überhaupt nichts mit Karl May zu tun, es sei denn, dass auch dieser Film (wie die Karl May Filme der 60er Jahre) ein Kultfilm ist, der jetzt ein Remake erlebt.


02. September 2016

 

Literatur:

 

Philip Kerr

Feuer in Berlin

 

Originalausgabe erschienen 1989 unter dem "Titel March Violets", deutsche Ausgabe erstmals 1995 bei Rowohlt. Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Berlin, 1930 - 1949. 

Folge 1 der Bernhard-Gunther-Serie.ISBN 3-499-22827-0

Ein etwas überzogenes Ende trübt den guten Gesamteindruck

 

Karl Mays Figuren (und Zitate) tauchen oft auch dort auf, wo man sie nicht erwartet. Zum Beispiel hier in der ersten Folge der Bernhard-Gunther-Serie von Philip Kerr. 

Philip Kerr. (geb.1956) ist ein britischer Krimi-, Thriller- und Fantasy-Autor. Für seinen Roman Das Wittgenseinprogramm und und seinen High-Tech-Thriller Game Over erhielt er den Deutschen Krimi Preis.

 

Während sich Berlin 1936 auf die Olympiade vorbereitet, erhält Privatdetektiv Bernhard Gunther einen höchst lukrativen Auftrag. Bei einem Wohnungsbrand sind Paul Pfarr und seine Frau Grete vermeintlich gestorben. In Wirklichkeit wurden sie zuvor mit mehreren Schüssen ermordet. Six - der Schwiegervater -  bittet Gunther den 

"Nach der Auflösung des Falles geht die Geschichte noch ein gutes Stück weiter. Wie, soll hier natürlich nicht verraten werden, doch ist das "Finale Grande" in seinen Ausmaßen derart extrem, dass die Geschichte ihre Glaubwürdigkeit einbüßt und dem Leser trotz der Spannung eher ein skeptisches Stirnrunzeln entlockt. Obwohl in sich stimmig, wäre der Krimi vermutlich besser gewesen, wenn man ihn mit der Auflösung hätte enden lassen." (Beurteilung: Histo-Couch)

Hier das fast schon einsam dastehende Zitat:

Täter zu finden, vor allem aber, die aus dem Tresorgestohlenen Juwelen im Wert von rund 750.000 Reichsmark. 

Der Thriller hat überhaupt nichts mit  Karl May zu tun. Er spiel vor einem bedrohlichen (geschichtlichem) Hintergrundf: Nazideutschland. Ein weiteres Beispiel für das kollektive Gedächtnis, diesmal in der Kriminalliteratur. Hier das Zitat: ein seltsamer Schlüsselsatz am Schluss des Krimi (der nie richtig aufgelöst wird).

30. August 2016

 

Kollektives Gedächtnis:

 

Sogar mit Winnetou auf Du

 

Entscheidend ist der Titel de Berichts (Zürcher Unterländer vom 20. August 2016). Wie wird der Bericht über einen Korrespondenten der Zeitung (Sommerserie) "verkauft"? Bruno Meier, Journalist und Fotograf arbeitet seit 3 Jahren für die Regionalzeitung. Er ist jetzt 66 Jahre alt (Jahrgang 1960), war also ein Teenager als die ersten Karl-May-Filme zu einem Karl-May-Hype führten. Also nicht überraschend, dass auch  auch Bruno Meier einst Karl-May-Fan war. 


Die Titelgestaltung ist - im Journalismus - ein Bereich mit zwingenden Gesetzten. Es geht darum, die grösstmögliche Aufmerksamkeit in prägnanter Kürze, Verständlichkeit und Emotionalität zu erreichen. In der Regel wird das hervorgehoben (Boulevardprinzip), was allein schon als Schlagwort Emotionalität auslöst und an eine Welt des Unbewussten anknüpft, und zwar quer durch alle Alters- und Sozial-Schichten. "Winnetou" scheint auch 2016 noch ein "funktionierender" Begriff zu sein. 

14. August 2016

 

Kollektives Gedächtnis:

 

Karl May (oder Winnetou)

an der Olympiade 
                                            in Zeit Online vom 12. August 2016

Das Dokument:


10. Augustz 2016

 

Papa Moll hat Geburtstag:(Band 8) 

6. Auflage 2011

Erstausgabe © 1991 Globi Verlag

 

"Papa Moll und Winnetou"
                                              Kurzgeschichte in fünf Bildern auf Seite 49

 

Man spricht gerne davon, dass die Karl-May-Welt mit der "letzten" Generation von Karl May Fans (sozialisiert durch die Filme der 60er Jahre) allmählich aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwindet. Ist dies wirklich so?

(c) Globi Velag, Zürich
(c) Globi Velag, Zürich

Die kleine Geschichte bezieht sich auf die Erlebniswelt der Kinder: Die Erfahrung mit Winnetou % Co. am Fernsehen und und das Verhalten des Vaters (Familie). "Genau die Dinge, die hier stehen, kann man gerade jetzt im Fernsehen sehen!". Daran hat sich wenig geändert, die Filme werden noch immer häufg gezeigt.

Zu der Autorin und der Erfolgsgeschichte von "Papa Moll"

Liste der Papa-Moll Bücher

05. August 2016

 

Facebook-Diskussion um Karl May:

 

"Lesen junge, männliche Deutsche auch heute noch Karl May?"

 

Diese Frage taucht soeben in einem unerwarteten Kontext - im Kreise von Weinliebhabern - auf. Eine eher ungewöhnliche Diskussion in einer Gruppe von sehr engagierten Weinfreunden. Aber gerade deshalb besonders interessant.

 

Fortsetzung meiner kurzen Gedanken auf Facebook zum Thema:

"Es entstehen fast jährlich Filme mit Karl-May-Figuren und Mythen (RTL Ende Jahr (Dreiteler) - Winntetous Sohn (Der Kinderfilm). Eine Attrappe von der Silberbüchse (Gewehr von Pierre Brice) erziielte mehr als 50'000 Euro auf einer Auktion - ein Ereignis, das auch jede Kleinstzeitung gemeldet hat..Dies alles funktioniert nur, wenn der Mythos Karl May und seine Figuren noch im Bewusstsein sind. Lesen und Bücherlesen, das sind heute kaum mehr gültiger Indizien für die Lebendigkeit und Verankerung von Ideen und Mythen. Eine andere Frage ist natürlich der Einfluss und die Wirkung auf eine gesellschaftliche Entwicklung - eine interessante Frage, die nicht so einfach zu beantworten ist. 
Zum Schluss in dieser Kürze und am Rande: Warum wird ein Kindereis als "Winnetou" lanciert, warum werden die Weine des Weingust Karl May als "Blutsbruder" vermarktet?"

Medizinmann (Karl May Museum, Radebeul)
Medizinmann (Karl May Museum, Radebeul)

15. Juli 2016

 

Öffentliches Gedächtnis:

 

Der Hochstapler

 

Die gleiche Geschichte vom "falschen Arzt", der unentdeckt jahrelang praktizieren konnte, nimmt auch "DIe Welt" auf. Genau wie im Stern (und in weiteren Publikationen wird auch hier ausdrücklich auf Karl May verwiesen: ""Mit neun Jahren habe er Karl May verschlungen und beschlossen, "Medizinmann" zu werden. Studiert hat er nie, als Arzt arbeitete er trotzdem. Jetzt steht Hochstapler Denny H. vor Gericht."


15. Juli 2016

 

Öffentliches Gedächtnis:

 

Der Hochstapler

 

Aufgeschnappt im "Stern" vom 14. Juli 2016

"Er arbeitet als Narkosearzt, hält Fachvorträge und heuert als Arzt auf einem Kreuzfahrtschiff an. Fünf Jahre lang fällt nicht auf, dass seine Dokumente gefälscht sind. Nun steht der mutmaßliche Hochstapler vor Gericht."

Vom Hochstappler zum gefeierten Schriftsteller

So oder ähnlich steht es in (fast) jeder Karl-May-Biographie. Noch heute, mehr als hundert Jahre nach seinem Tod, taucht der Name Karl May auch dort auf, wo eine Hochstapplerei oder Köpenickiade auffliegt. Mitunter wird sogar genüsslich darauf verwiesen, das der Delinquent womöglich einst Karl May gelesen hat.
Die Gleichsetzung, Hochstappler = Karl May, funktioniert aber nur, wenn der Schriftsteller und einige wichtige  Eckpfeiler seines Lebwens noch bekannt sind. Ein schönes Beispiel:

Karl May 1907  (Quelle: Karl-May-Gesellschaft)
Karl May 1907 (Quelle: Karl-May-Gesellschaft)

08. Juli 2016

 

Aufgeschnappt im "Deutschlandradio"
Kultur vom 06. Juli 2016:

 

Stubenhocker aus Überzeugung
Berühmte Reisemuffel

von Florian Felix Weyh

 

Der entscheidende Passus im Beitrag von Florian Felix Weyh in "Deutschlandradio":

"Ganz andersals bei Franz Kafka liegt der Fall bei Deutschlands größtem Reisephantasten, der doch zu­gleich der emsigste literarische Heimarbeiter seiner Epoche war: Karl May. Ein tragischer, wenn nicht verstörender Fall, denn May verkaufte sich als Reiseschriftsteller und behauptete, Dutzende von Indianersprachen zu beherrschen und übersetzen zu können.

Warum reiste er dann nicht dorthin, wo sie angeblich gesprochen wurden? Fürchtete er, die Realität könne sich als zu wenig abenteuerlich erweisen?

Nein, ihn hinderten materielle Umstände, die in abgewandelter Form Stubenhocker aus Überzeugung – nicht aus Not – ebenfalls ins Feld führen: Von teuren, unbequemen Hotelbetten über teures, ungenießbares Essen wankt der Reisende von einer Zumutung zur nächsten."

Die Sendung ist ein weiteres Beispiel zum öffentlichen Bewusstsein, das heisst zur Frage: "Wie präsent ist Karl May heut noch?"

13. Juni 2016

 

Öffentliches Bewusstsein: Karl May

 

Stern Online - Kultur - Sternstimmen:

Allez für Jogi. Alles auf Island!

 

Ein ganz klein wenig Fussball-EM-Fieber darf auch auf dieser Website nicht fehlen. Zum Thema öffentliches Bewusstsein rund um Karl May und seine Figuren habe ich im "Stern" folgende Kolumne zur Fussball Europameisterschaft und zum Auftritt des deutwchen Teams gefunden. 


22. Mai 2016

 

Öffentliches Bewusstsein: Karl May

 

Wir Eltern:

Was für ein Geburtstagsschuss

 

Aufgegriffen im Tages-Anzeiger vom 17. Mai 2016 auf der Seite "Bellevue". Rubrik: B-Site.

Dies ist die Seite "für jüngere Leser mit einem  Comic", Geschichten, Alltags-erfahrungen und Glossen. 
Sie funktioniert auf dem Prinzip "aus dem Leben gegriffen". Eine Geschichte mit Winnetou und Old Shatterhand macht nur einen Sinn, wenn eine grosse Mehrheit der Leserinnen und Leser auch wissen, wer die beiden Karl-May-Figuren sind und wie sie "funktionieren".

Fundstücke dieser Art belegen, wie Karl May und seine Helden noch heute im öffentlichen Bewusstsein verankert sind, selbst wenn die Bücher weit weniger gelesen werden als früher


09. April 2016

 

Zum Thema "kollektives Bewusstsein":

 

Der Karl May unserer Zeit

 

Das Thema kollektives oder öffentliches Bewusstsein beschäftigt mich seit Monaten. Ist Karl May (und seine von ihm geschaffener Kosmos) noch in unserer Gesellschaft verankert? Ich höre - selbst von eingefleischten Karl-May-Liebhabern - ein klares Nein! Stimmt dies? Wie viele andere war ich lange versucht, dies zu glauben. Natürlich gibt es noch die Veranstaltungen, die Festspiele, die Bücher... Doch es geht rasant zurück: die Jungen lesen nicht mehr Karl May, der Mitgliederschwund in Vereinen und Gesellschaften, die Karl May zum Thema haben, ist enorm. In zehn Jahren - hat mir kürzlich ein Karl-May-Freund prophezeit, ist es vorbei.

Das "kollektive Bewusstsein" ist ein soziologischer Begriff für gemeinsame Vorstellungen und Gefühle von einer grossen Mehrheit der Menschen in der gleichen Gesellschaft. 

Die soziologische Forschung hat gezeigt, dass es nicht nur individuelles Bewusstsein gibt (die landläufige Interpretation von Bewusstsein), sondern auch Felder von Bewusstsein, existieren, die sich - unabhängig von der Person - meist wenig bewusst oder unbewusst manifestieren. "Anstatt das Bewusstsein eines einzelnen von demjenigen eines anderen getrennt zu betrachten, werden (unter bestimmten Umstanden) neue, überlagerte Felder geschaffen, nämlich das Felder des Kollektivbewusstseins. "Im kollektibven Bewusstsein erscheinen sie meist als "Archetypen" (C.G.Jung), also als typische, symbolische Vorstellungen, die in der Gesellschaft als Erzählungen, Gegenstände und/oder Rituale über Generationen hinweg lebendig sind." Am bekanntesten sind wohl die Motive verschiedener Märchen, Mythen und ihr Auftreten in der Kunst, in der Sprachen und im gegenseitigen Verstehen, ja selbst in der Überlieferung scheinbar belegter Historie.

17. Mai 2016

 

Öffentliches Bewusstsein: Karl May

 

Die drei Indianerschwestern

 

Karikatur von Felix Schaad im Tagesanzeiger vom 06. MaI 2016 auf der Seite

"Kulinarik & Garten"

Es geht um drei Schwestern im Gartenbeet: Mais, Stangenbohnen und Kürbisse. "Die nor- und zentralamerikanischen Urvölker legten grosse Felder an, auf denen sie die drei Gemüse stets zusammen kultivierten." So illustriert der Karikaturist Felix Schaad den informativen Text von Sabine Reber.

Aufmerksamkeit schaffen durch Schmunzeln (oder Lachen) und Kommentieren, das sind die wichtigsten Funktionen einer guten Karikatur. Dies "funktioniert" nur, wenn die Figuren, die Situation und der Zusammenhang sofort erkannt werden. In dieser Zeichnung geht es um indianische Gewwächse und die berühmte Schwester von Winnetou (Nscho-tschi) 


Der Zeichner setzt also voraus, dass sowohl die Figuren, als auch die Situation von einer Mehrheit der Leser sofort erkannt wird. Das Drama um Winnetous einzige Schwester (Nscho-tschi) und ihre Liebe zum weissen Old Shatterhand (das tödlich endet) bildet den Hintergrund. Ein sehr schönes Beispiel, wie sehr Karl Mays Figuren noch immer im öffentlichen Bewusstsein verankert sind.

22. April 2016

 

Öffentliches Bewusstsein: Karl May

 

Wie die Mark nach Persien kam

 

In der Sammlung von Dokumenten, die das öffentliche Bewusstsein bezüglich Karl May wurde folgendes Dokument aufgenommen. Es stammt aus "Welt am Sonntag" vom

12. Juni 2015

Eine wahre Geschichte aus dem Orient, veröffentlicht in "Welt am Sonntag" vom 12. Juni 2015. In der Einleitung der Vergleich (Hinweis) auf die fiktive Welt 

Der Text ist im Internet hier abzurufen.

"Es klingt alles wie aus einem Roman von Karl May. Geheime Militärmissionen spielen eine Rolle, Ränkespiele zwischen orientalischen Stämmen und einer der Akteure in dieser Geschichte hat durchaus Züge des Schriftstellers, der mit Winnetou und Hadschi Halef Omar berühmt wurde. Nicht zuletzt geht es aber auch um deutsche Banknoten in einer Gegend, in der sie niemand vermuten würde: in Persien....."

Hier der Artikel im Internet

 

Zum Thema "Kollektives Bewusstsein"


09. April 2016

 

"Der Karl May unserer Zeit"

 

Schlagzeile in der Stuttgarter Zeitung
vom 8. April 2016 (online)

 

"Wolfgang Hohlbein ist mit 44 Millionen verkauften Büchern einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller. Der Star der Fantasy-Szene tritt bescheiden auf." 

Es geht im Bericht nicht um eine Veranstaltung zum Thema Karl May, sondern um die Begegnung mit einem zeitgenössischen Autor einer ganz anderen Sparte: Fantasie. Im weitesten Sinn könnte man Karl May durchaus da "ansiedeln" - zum Beispiel als weit zurückliegenden Vorgänger der Fantasy-Welt. Doch darum geht es im Artikel nicht. Karl May wird in der Schlagzeile erwähnt, dann erst wieder am Schluss, wenn es darum geht, was hat Wolfgang Hohlbein einst als Jugendlicher gelesen. Heute sind es nur die Auflage, der Erfolg, die Anfeindungen und die Popularität,  die an Karl May erinnern könnten.

In der Stuttgarter-Zeitung vom 08. April 2016 (online)
Schlagzeile zum Bericht über den Autor W.Hohlbein:


"Die Fähigkeit, den Geist in andere Dimensionen zu versetzen, hat Hohlbein schon in frühster Jugend entwickelt. Als er etwa alle 72 Karl-May-Bände verschlungen hat. Ein bisschen ist er wohl der Karl May unserer Zeit. So wie der Western-Schriftsteller in der Kritik stand, so war es auch Hohlbein immer wieder. Darauf weist ihn freundlich Andreas Friedrich hin, der die Pressearbeit der Filmakademie macht und ein großer Fan ist."

Hier geht es nicht um literarische Einflüsse oder mögliche (meist weither geholte) Vergleiche, auch nicht um die Tatsache, dass Wolfgang Hohlbein (Jahrgang 53) einst Karl May (gern) gelesen hat. Hier geht es um die Tatsache, dass eine bedeutende Tageszeitung den Bericht mit dieser Schlagzeile aufmacht. Dies "funktioniert" nur, wenn der Begriff (und der Kosmos) Karl May noch im öffentlichen Bewusstsein verankert ist. Das heisst: die Mehrheit der Leserinnen und Leser müssen  mit den (in der Schlagzeile) verwendeten Begriff "etwas anfangen können".Dies, eben dank des "kollektiven Bewusstseins."

Wolfgang Hohlbein (*1953 in Weimar) ist ein deutscher Schriftstelle im Bereich der Horror, Science-Fiction- und Fantasyliteratur. Mit rund 43 Millionen verkauften Büchern zählt er zu den erfolgreichsten Autoren Deutschlands. Sein Durchbruch gelang ihm 1982 mit dem zusammen mit seiner Frau verfassten Roman Märchenmond. Heute lebt er in Neuss.

28. März 2016

 

Mehr als blosse Erinnerung:

Das kollektive Bewusstsein:

 

Seit einiger Zeit geistert ein spezielles Thema durch mein Denken und meine Wahrnehmung: das kollektive Bewusstsein. Das kolllektive Unbewusste ist ein Begriff, den vor allem Gustav Jung in der Psychologie eingeführt hat. Weit über diesen weiten und strenge Bedeutung der Psychologie hinaus, reicht ein anderer (damit verwandter) Begriff: das kollektive Bewusstsein. Es umfasst das, was (meist begrenzt auf eine bestimmte Gesellschaft) ohne weitere Erklärung erinnert und verstanden werden kann 

(Weiter lesen hier). 

Den Sammler rund um das Thema Karl May interessiert vor allem das kollektive Bewusstsein all der Mythen - die durch den Schriftsteller vor gut hundert Jahren geschaffen wurden. Ein weiteres, für mich sehr zentrales Sammelgebiet, das ich in Zukunft hier immer wieder mit konkreten Beispielen vorstellen werde. Heute also:

 

Karl Mays Stuhl 
aus der Villa "Shatterhand"

 

Viele "Erinnerungsstücke" auch Denkmäler, Gedenktafeln etc. "funktionieren" nur auf Grund des kollektiven Bewusstseins. Sie haben ihre Wirkung und ihren "Wert" allein durch die "Geschichte hinter der Geschichte". Verblasst dieses Bewusstsein (oder geht es verloren) verlieren die Gegenstände auch ihren Sinn (und Wert). Briefmarken und diverse Kultgegenstände sind wichtige Indizien, wie stark etwas im kollektiven Bewusstsein verankert ist. Sie liefern auch Beweise dafür.  

Phantasiereisen am Schreibtisch. Winnetou und Old Shatterhand, Hadschi Halef Omar und Kara Ben Nemsi - unsterbliche Abenteuergestalten von Karl May. "Ich werde um Manuskript gedrängt, habe seit gestern Nachmittag drei Uhr, also 16 Stunden lang, am Schreibtisch gesessen", berichtete der berühmte Autor einmal. Der damalige Stuhl aus der Villa "Shatterhand" (Radebeul) war seit 1895 bis zum Tod Karl Mays (1912) eines seiner wichtigsten Arbeitsmittel, ein unverzichtbares Utensil für seine Phantasiereisen am Schreibtisch..."


Die Edition und damit der vorliegende Prospekt sind schon weit über zehn Jahre alt. Der Stuhl aber wird noch immer verkauft (Preis auf Anfrage, um 2'600 Euro). Da die Auflage beschränkt ist (150 Exemplare) wird der Stuhl immer rarer und damit teurer, mindestens so lange das kollektive Bewusstsein um den Begriff Karl May funktioniert.

Hier ist der Stuhl zu beziehen