Film - Filmkritik - Kino

29. August 2016

 

 Medien Film: 

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Filmpremière „Über alle Berge“

 

mit Herbert Mäder. im Kino Rosental, Heiden. Ein Erlebnis für Berg und Filmfreunde - ein dokumentarischer Film, der wirklich geglückt ist, ein ästhetisches Erlebnis von höchster Qualität und eine unvergessliche menschliche Begegnung.

Artthr Spirk, Filmautor
Artthr Spirk, Filmautor
Herbert Mäder, Fotograf
Herbert Mäder, Fotograf

 

"Biwakieren auf hohen Bergen war Herbert Mäders Leidenschaft. Sein Ziel: die magischen Lichtstimmungen der Bergwelt fotografisch festzuhalten und das Bergerlebnis mit anderen zu teilen. Doch die Berge führten ihn auch in die Ferne – und zu den Menschen dort. Seine Bilder aus Afghanistan (1967-69), dem Hogar (1970) und Kirgisien (1977) sind zeitgeschichtliche Dokumente. Ebenso seine Aufnahmen vom letzten Appenzeller Seidenweber und vom alten St. Galler Gaswerk. Als Herbert Maeder 1983 in Appenzell Ausseroden als parteiloser Grüner in den Nationalrat gewählt wird, ist das eine Sensation. Und seinen Fotografien und Fotobüchern zu verdanken. Zwölf Jahre lang setzt er sich politisch für den Schutz von Natur und Umwelt ein und beteiligt sich insbesondere am Kampf für die Erhaltung der Greina-Hochebene. Spätere Reisen führen ihn in die Malediven jenseits der damals noch abgeschotteten Tourismus-Resorts. Seine lebhaften Erinnerungen lassen ein nicht einfaches, aber erfülltes Leben als freier Fotograf Revue passieren."

(Bild aus "Über alle Berge", Herbert Mäder/Arthur Spirk)
(Bild aus "Über alle Berge", Herbert Mäder/Arthur Spirk)

Dies sind nur drei ganz unterschiedlichen Büchern von Herbert Mäder (oft auch Maeder geschrieben). Sie sind nicht mehr im Programm der Verlage, aber antiquarisch noch zu kaufen. Zum Fotokalender der Greina-Stitung mit Bildern von Herbert Mäder.

 

Zum Film (Fachbeurteilung)

Das Spiel von Bild und Ton (Musik) ist ein eigener oft schwieriger Bereich in der audiovisuellen Kommunikation. Die Musik - wo es sich um konzertante Präsentation von Musik handelt - übernimmt die Führung (linearer Ablauf), während Bilder dazu "nur" eine visuelle assoziative Ebene anbieten.

Gnz anders bei der sogenannten Film-Musik. Da erzählt das bewegte (die lineare filmische Bilderzählung) eine Geschichte, oder Geschichten, während die Musik dazu die emotionale Audio-Begleitung liefert.

Soweit (stark verkürzt) die Theorie.

 

In diesem speziellen Fall - das "Porträt" eines Fotografen (mit seinen Bildern im Mittelpunkt) - funktioniert so nicht. Die Bilder - als visuelle "Kompositionen" in eine statische Cadrage (Bildformat) gedrängt - liefern das weitaus wichtigste Material für die Erzählung.. Doch statischen Bildern (Inserts) fehlt das wesentlichste Element des Films, die Bewegung (kinetische und nicht "nur" emotionale Bewegung). Der Filmer, der daraus ein filmisches Werk schaffen will, muss sich ganz den Bildern unterordnen und darf diese nicht "vergewaltigen", wie in weitaus meisten Beispielen von sogenannter Insert-Filme. Das heisst, die Kamerabewegung (meist Schwenk, Zoom, Ausschnitt, Fahrt auf den Bildern) ist definitiv kein taugliches Mittel, denn dadurch wird die Komposition des Fotografen aufgelöst und im schlechtesten Fall sogar zerstört.

Das einzige "filmische" Element kann ein Interview mit dem Fotografen (wie hier) sein - sofern keine filmischen Dokumente der Arbeit des Fotografen vorliegen. Dazu kommen kleine (eher symbolische) Handlungen im Umfeld des Fotografen, allenfalls noch Aussagen von Zeitzeugen. 

Auch die eingesetzte Musik darf, ja,muss - will man den Bildern gerecht werden - das Bildmaterial nur erweitern, ergänzen, zusammenfassen und in Szenen und Takes gliedern. Mehr nicht. Ein schwieriges Unterfangen. Trotzdem soll der Film "filmisch" sein, das heisst vom Ablauf und der (virtuellen) Bewegung (und nicht vom Interview und der Musik) getragen werden. Statische Bilder (sie leben ja von einer " inneren") müssen gleichsam irgendwie "bewegt" werden.

 Und da hat der Film grossartiges geleistet. Er hat in "filmischen" Bildfolgen erzählt (unterstützt von den Aussagen des Fotografen und der Musik), Er hat mit Hilfe der "Bildinduktion" immer wieder Geschichten erzählt. Dadurch werden statische Bilder zu filmischen Trägern (Bildinduktion) und verfliessen in filmische Szenen.Sie bleiben Einzelbilder - Werke eines grossartigen Fotografen - und verschmelzen trotz des Fehlens von äusseren Bewegungen, zu Handlungen, Szenen, Aussagen, Abläufen und damit zum Erzählkino.Grossarig gemacht -. einer der wenigen Insert-Filme, die wirklich funktionieren und nicht nur Bildfolgen, sondern "Kino" sind.
(pz)

Zur Person Herbert Mäder

Herbert Mäder,  geb.1930 in Rorschach ist ein bekannter Schweiz Fotograf, Bergsteiger, Journalist und Schweizer Fotograf, Fotojournalist und Politiker. Der Sohn eines Drogisten wuchs in Wil auf und besuchte das Gymnasium in Schwyz. Von 1948 bis 1952 machte er eine Drogistenlehre. Danach absolvierte er 1952 die Fotoklasse der Kunstgewerbeschule in Vevey. Seit 1953 arbeitet Mäder als freischaffender Fotograf und Fotojournalist. Dabei gilt sein Interesse Land und Leuten. Er arbeitete für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften. Er gab viele Fotobände heraus, Seine Werke wurden auf zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Von 1983 bis 1995 gehörte Mäder als Parteiloser dem Nationalrat an. Als Parteiloser schloss er sich der Fraktion des Landesrings an und setzte sich vor allem für den Landschaftsschutz (gegen Wafenplatz Rothenthurm und das Stauseeprojekt Greina) ein. (Quelle: Wikipedia)

Berge, Pferde und Bazare. Afghanistan, das Land am Hindukusch, 1972

Hrgausgegeben, fotografiert und kommentiert von Herbert Mäder. Mit Textbeiträgen. von Carl Rathjens, Herbert Maeder und Pierre , Centlivres.Verlag, Jahr: Olten, Freiburg i.Br : Walter, 1972

 

Titel: Das farbige Buch der Alpen. ausgewählten Texten und Fotos. Eltville am Rhein : Rheingauer Verlagsgesellschaft, 1978

 

Charesalb ond Chlausebickli: Erinnerungen an eine Bubenzeit in Appenzell Innerrhoden.

Ein Buch von Roland Inauen, 2010, mit Bilder von Herbert Mäder


06. Dezember 2016

 

Zürcher Filmpreis 2016

 

Der jährliche Zürcher Filmpreise wurde fünf Filmschaffenden verliehen: Darunter Annina Furrer für ihren Film "Dem Himmel zu nah". Darüber habe ich schon zweimal berichtet: nach der Preisverleihung und als der Film in den Kinos lief.

Dies sind nur drei ganz unterschiedlichen Büchern von Herbert Mäder (oft auch Maeder geschrieben). Sie sind nicht mehr im Programm der Verlage, aber antiquarisch noch zu kaufen. Zum Fotokalender der Greina-Stitung mit Bildern von Herbert Mäder.

Hier der Link zu dem damaligen Bericht

Dem Himmel zu nah erzählt die Geschichte einer lebensbejahenden Frau, die ihrem tragischen Familienschicksal mit einem Film begegnet. Mit der Kamera begibt sie sich auf Spurensuche:Was hat ihren Bruder und Jahre zuvor ihre Schwester dazu getrieben, sich das Leben zu nehmen. Auf den ersten Blick waren beide gut eingebettet in eine glückliche Familie.  

Jetzt ist der Film als DVD auf dem Markt.

Preis: 27 CHF + MwSt und Versand

Hier geht's zum Bestellformular

Mehr Informationen hier

29. November 2016

 

Zürcher Filmpreis 2016

 

Der jährliche Zürcher Filmpreise wurde soeben fünf Filmschaffenden verliehen:: «Raving Iran», «Dem Himmel zu nah», «Das Leben drehen», «Europe, She Loves» und «Schellen-Ursli».

Ueber den Film von Annina Furrer, "Dem Himmel zu nach" habe ich hier bereits berichtet. Es freut mich, dass ich mit meiner Empfehlung (07. April 2016) offensichtlich nicht ganz falsch gelegen bin.

Annina Furrer (Screenshot "Aeschbacher"SR vom 7.04.2016).
Annina Furrer (Screenshot "Aeschbacher"SR vom 7.04.2016).

Kommentar Aldrovandi: ""Klassentreffen" (Verleihung Radio- und Fernsehpreis in Zürich).

Der Link zu meinem Kommentar vom April

Link zum Interview auf SRF Regional (Radio)

Interview mit Annina Furrer bei 

 

24. November 2016

 

DVD - Film von

Aya Domenig:
"Als die Sonne vom Himmel fiel"

Die DVD des Films "Als die Sonne vom Himmel fiel" (2015) von Aya Domenig  ist jetzt auch im Handel erhältlich. Kosten 18.90 CHF. Unter anderem hier zu beziehen.

Aya - die unter andrem am Fernsehen gearbeitet hat - schrieb mir aus aktuellem Anlass:
"Liebe Familie, Freunde und Bekannte,

Bitte geht abstimmen und legt ein JA in die Urne für den geordneten Atomausstieg! 

Viele von euch wissen, dass mein Grossvater die Atombombe von Hiroshima erlebt hat und dass ich mich in meinem Dokumentarfilm auch mit Opfern der Atomkatastrophe von Fukushima befasst habe. Erst wenn man sich wirklich mit dem Thema befasst und Menschen kennenlernt, die die Auswirkungen einer Atomkatastrophe am eigenen Leib erlebt haben, wird einem bewusst, was es wirklich bedeutet. Nicht einmal dem schlimmsten Feind würde ich es wünschen, die Konsequenzen eines solchen Atomunfalls tragen zu müssen!....."

Weiterlesen hier - dazu ein kurzer Filmausschnitt

29. August 2016

 

 Medien Film: 

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„Über alle Berge“
                         ein Film von Arthur Spirk

 

Ein Erlebnis für Berg und Filmfreunde - ein dokumentarischer Film, der wirklich geglückt ist, ein ästhetisches Erlebnis von höchster Qualität und eine unvergessliche Begegnung.

 

Zur Person Arthur Spirk, Videoproduktionen

1950 geboren in St. Gallen, lebt in Dübendorf (Kanton Zürich) 

1977 lic.phil.I Universität Zürich: Musikwissenschafter und Germanist 

Ab 1980 bis 2012 zahlreiche Filmberichte für Sendungen des Schweizer Fernsehens und 3sat 

2000-2009 mit Werner Bärtschi künstlerischer Leiter des Musikkollegiums Zürcher Oberland. Heute selbständiger Video-Regisseur.

Link zum Konzertzyklus Schweizer Klaviertrio

Zur Website von Arthur Spirk (Spirkart)