Historisch-Kritische Ausgabe

11. Februar 2016

 

Historisch-kritische Ausgabe:

 

Aus der Mappe eines Vielgereisten

Abenteuererzählungen (1)

 

Erschienen im Karl-May-Verlag Bamberg/Radebeul,

                         Erste Auflage 2025.

                         ISBN 978-3-7802-2007-3 - Abteilung 1: Frühwerke, Band 8

Mit „Inn-nu-woh, der Indianerhäuptling“ legte May 1875 seine erste Amerikaerzählung vor. Den wilden Westen als Handlungsraum erschloss sich May darüber hinaus vor allem mit „Old Firehand“, und mit „Leïlet“ legte er als erste orientalische Erzählung gleich ein kleines Meisterwerk vor.

Um die Entstehung der klassischen Erzählungen Mays zu verdeutlichen, bietet der Band umfangreiche synoptische Gegenüberstellungen verwandter Textpassagen, die die wachsende erzählerische Meisterschaft Karl Mays illustrieren. Erstmals wird in diesem Band auch eine fragmentarisch gebliebene, bisher unveröffentlichte handschriftliche Bearbeitung von „Old Firehand“ durch May dokumentiert. Der editorische Bericht gibt darüber hinaus auch Einblick in viele weitere, oft bisher unbekannte oder wenig beachtete Details der Entstehungsgeschichte der insgesamt 14 in diesem HKA-Band versammelten Erzählungen. 

Herausgeber: Ulrich Scheinhammer-Schmid, Bearbeiter : Joachim Biermann und Josef Jaser. 635 Seiten, Halbleinen-Band mit Lesebändchen, Buntpapierbezug und Silberprägung. Ausführliche Informationen über die Edition unter

www.karl-mays-werke.de

12. November 2015

 

Neuerscheinungen Karl May:

 

Geographische Predigten

 

Historisch-kritische Ausgabe für die Karl-May-Stiftung

Mit dem Band Geographische Predigten (KMW I.1) liegt jetzt der in der Zählung erste Band der „Historisch-kritischen Ausgabe“ vor. Er enthält im Wesentlichen die Arbeiten, die Karl May als Redakteur verschiedener Zeitschriften anfertigte, bevor er endgültig zum freien Schriftsteller wurde. Im Zentrum stehen diverse Aufsätze populärwissenschaftlicher Natur, allen voran die Geographischen Predigten selbst, die May zeitlebens als Basis seines schriftstellerischen Schaffens betrachtete. Hinzu kommen vielfältige Texte zur seinerzeit aktuellen Entwicklung in der Bergbau- und Maschinenindustrie, die May für die Zeitschrift „Schacht und Hütte“ zusammenstellte sowie redaktionelle Texte, darunter Mays sämtliche Leserbriefantworten. Schließlich enthält der Band auch die seinerzeit von May veröffentlichten frühen Gedichte, die Einblick in eine ganz andere Facette seines Schaffens geben.
     Mit dem Band Geographische Predigten werden innerhalb der HKA frühe Texte Karl Mays vorgelegt, die der breiteren Öffentlichkeit bisher weitgehend unbekannt waren.

29. Juni 2015


Zum Fortgang der

Historisch-kritischen Ausgabe

 

Pressemitteilung der Karl-May-Gesellschaft:


"Im Augenblick sind wir dabei, den Band I.1 der HKA, Geographische Predigten, für die Herausgabe vorzubereiten. Dieser Band eignet sich recht gut, einmal etwas genauer darzulegen, wie ein HKA-Band entsteht.

Zunächst einmal ist für jeden Band festzulegen, was genau dort an May-Texten hineingehört. Das ist bei einer Romanveröffentlichung wie etwa der Winnetou-Trilogie völlig unproblematisch, bei einem Sammelband wie dem Band I.1 aber höchst kompliziert. Das spiegelt sich schon darin, dass seit den ersten Planungen von Hermann Wiedenroth und Hans Wollschläger der Titel des Bandes mehrfach wechselte zwischen Hinter den Mauern und Geographische Predigten. Unsere endgültige Titelwahl macht bereits einige Grundentscheidungen deutlich: Alle zu Lebzeiten May nicht veröffentlichten, aber in Manuskriptfassungen vorliegenden Texte (wie z. B. das Fragment Hinter den Mauern) werden in der Abteilung VII der HKA veröffentlicht. Der Band I.1 ist von May Veröffentlichtem vorbehalten, und in seinem Zentrum stehen die Geographischen Predigten und andere frühe Sachtexte Mays.

Hinsichtlich der Geographischen Predigten selbst fanden sich in dem im Karl-May-Verlag erhaltenen Exemplar (auf dessen Rücken May seinen Stempel gesetzt und handschriftlich Redactions-Exemplar vermerkt hat) überraschenderweise einige, wenn auch wenige, Korrekturen von Mays Hand, insbesondere zu Beginn des siebten Kapitels. Wir konnten nicht ermitteln, dass es eine weitere Veröffentlichung gegeben hat, wissen also nicht, wofür May diese Veränderungen vorgenommen hat, doch spiegeln sie eindeutig Mays Autorwillen zur Änderung der jeweiligen Stellen, so dass wir sie in den Textteil des Bandes übernommen haben, während die ursprünglich gedruckte Version nunmehr im Variantenapparat erscheint.

Seit vielen Jahren gibt es einen gewissen Konsens, welche der von May in den von ihm redaktionell betreuten Zeitschriften anonym zum Abdruck gebrachten Texte ihm zugeschrieben werden können. Doch nun mussten wir uns definitiv festlegen. Frank Werder als Bandbearbeiter und ich als Herausgeber haben uns dafür entschieden, alle Texte, bei denen wir mit einiger Sicherheit, wenn auch selten mit absoluter Gewissheit, annehmen konnten, May habe sie verfasst, auch in den Band aufzunehmen.

Problematisch erschien zunächst, ob wir auch eine Reihe von Beiträgen statistischer Natur, die in Schacht und Hütte erschienen sind, aufnehmen sollten. Hier schien der Redakteur May – in dem Bestreben, die avisierte Leserschaft der Berg-, Hütten- und Maschinenarbeiter mit berufsbezogenen Informationen zu versorgen – Zahlenmaterial aus anderen Quellen schlicht übernommen, also keine eigenständige Leistung dabei erbracht zu haben; in diesem Fall wären diese Beiträge eher in den Abteilungen VII oder IX der HKA sinnvoll unterzubringen gewesen.

Doch intensive Forschungen Frank Werders brachten erstaunlich viele der von May für diese statistischen Beiträge genutzten Quellen zutage, und entgegen ersten Erwartungen stellte es sich heraus, dass May beileibe nicht einfach umfangreiche Teile daraus übernommen hat, sondern es war festzustellen, dass er seine Quellen hier eher als Steinbruch benutzte und dann aus dem selektierten Material seine Übersichten für Schacht und Hütte mit erkennbarem Eigenanteil neu zusammengestellt hat. So kamen wir zu der Entscheidung, auch diese Texte in den Band I.1 aufzunehmen.

Damit wurde der Band mehr und mehr zu einer Sammlung der Texte, die Karl May als Redakteur der von ihm betreuten Zeitschriften verfasst hatte. So entschlossen wir uns, diesen Punkt als Kriterium für die Aufnahme von Texten zu wählen und nunmehr alle redaktionellen Texte Mays aufzunehmen. So sind darin auch sämtliche May’schen Leserbriefantworten aus den Briefkästen in Schacht und Hütte und Frohe Stunden enthalten sowie alle klar als redaktionelle Texte erkennbaren Kurztexte, die sich in den Zeitschriften finden.

Diese Entscheidung führte zu einem weiteren Problem. Einige Seiten aus der Zeitschrift Frohe Stunden erwiesen sich bei der Zusammenstellung des KMG-Reprints als nicht reprintfähig und wurden buchstaben- und zeichengetreu neu gesetzt. Diese Seiten konnten bisher nicht im Original bzw. als Kopie eingesehen werden. Es handelt sich um die Seiten 240, 253, 256, 512, 544 und 560. Bandbearbeiter und Herausgeber bitten daher um Mithilfe, diese Seiten noch im Original einsehen zu können.

Schon immer war auch geplant gewesen, frühe Gedichte Mays in diesen Band aufzunehmen. Dies haben wir so beibehalten, die Auswahl aber beschränkt auf die von May in verschiedenen Zeitschriften tatsächlich veröffentlichten lyrischen Texte, währten nur im Manuskript erhaltene in der Abteilung VII erscheinen werden.

Die Vielzahl der nunmehr im Band I.1 enthaltenen meist kurzen oder sehr kurzen May-Texte (das Inhaltsverzeichnis allein umfasst sechs Seiten!) bringt es mit sich, dass der Editorische Bericht entsprechend umfangreich wird, er ist der längste, den sich bisher in der HKA findet. Eine kaum zu überschauende Zahl von Details zu jedem der Texte war hier zu erfassen und angemessen zu kommentieren. In enger Zusammenarbeit haben Frank Werder und ich den Editorischen Bericht verfasst und sind auch jetzt, wo der Textteil des Bandes bereits in Bamberg gesetzt wird, noch dabei, letzte Details zu klären und einzuarbeiten.

Der Satz des Textteils ist aufgrund der ungewöhnlichen und komplexen Gestalt der genannten statistischen Beiträge recht schwierig und langwierig. Herr Haug vom Karl-May-Verlag wird aber auch diese Herausforderung mit Routine und großer Sachkompetenz bald bewältigt haben.

Wie bei jedem HKA-Band, so müssen Bandbearbeiter und Herausgeber nach Abschluss der Arbeiten am Textteil zunächst daran gehen, sämtliche Stellenangaben im Editorischen Bericht auf den nunmehr vorliegenden gesetzten Text umzustellen. Erst wenn das erledigt ist, kann dann auch der Editorische Bericht gesetzt werden.

Nach einer letzten Korrekturlesung durch Bandbearbeiter und Herausgeber wird der Band sodann in Druck gehen. Auch bis dahin kann eine gewisse Zeit vergehen, denn erst wenn absehbar ist, wann der Band fertig gesetzt ist, und die Karl-May-Stiftung der Drucklegung zugestimmt hat, kann der Karl-May-Verlag den Auftrag zu Druck und Bindung vergeben. Wir hoffen zuversichtlich, dass der Band I.1 der HKA, sicherlich einer der bisher interessantesten der Reihe, bis zum Herbst dieses Jahres an Abonnenten und Besteller ausgeliefert werden kann."

Joachim Biermann