Aufgeschnappt Wein - zweiter Teil

05. Februar 2017

 

Aufgeschnappt im Bog Schnutentunker 
vom 02. Februar 2017

 

                          Einfach mal die Klappe halten…
                          von Felix Bodmann, Berlin           

"Ich war auf der Messe ‚Raw-Berlin‘. Gerade hatte ich einen deutschen Orange-Wein probiert, irgendwas mit Bacchus und ein zwei anderen heimischen Rebsorten. Mein Schlendern führte mich zu den Winzern aus dem Peñedes und spülte mir einen Xarel·lo ins Glas. Und der schmeckte eigentlich genau wie der Deutsche. 2000 Kilometer, 300 Sonnenstunden und 5 Grad Jahresdurchschnittstemperatur sowie die an sich völlig unterschiedlichen Rebsorten – alles weggewischt und nivelliert von Maischegärung, Oxidation und dem obligatorischen BSA. Das ist nicht schlimm. Das ist oft sogar lecker. Aber das hat eben nicht das, was ich beim Wein so gerne Erkunde: Kontext. Es gibt Rebsorten, die widerstehen dem Gleichmacher BSA, aber es sind die wenigsten."

Hier wird ein Problem angesprochen, das mich schon lange beschäftigt. Die Uniformität vieler Weine. Hier geht es um "Orange-Weine" (Weissweine, die wie ein Rotwein hergestellt werden) und um BSA (biologischer Säureabbau), der zum "Gleichmacher" wird. Es könnten ebenso gut andere Weine und andere Methoden sein. Zum Beispiel der Barrique-Einsatz bei Rotweinen, die Art der Cuvée, die Verwendung des Konzentrators etc. Uniformität, die mir auch beim Wein zunehmend ein Gräuel sind!

31. Januar 2017

 

Ein Thema ohne Ende

Aufgeschnappt in der Frankfurter Allgemeinen
vom 29. Januar 2017

 

Was kann Wein aus dem Discounter?

von Stuart Pigott

"Deutsche Supermärkte bieten inzwischen auch ein breites Wein-Sortiment. Marktführer Aldi Süd wirbt gerade damit. Das muss man sich genauer ansehen." (Weiterlesen hier)

Das Thema "Billigweine" taucht immer wieder auf. Zum letzten Mal hier

Château "aldi"  und Co. (Tagesanzeiger)


Stuart Pigot ist ein anerkannter britischer Weinkritiker und Weinjournalist der in Berlin 

New York lebt. Auch wenn er als "unkonventionell" gilt, so sind seine Beurteilungen doch fachkundig und glaubwürdig. Das Problem bei den "Aldi-Weinen" liegt weniger in der Qualität, als vielmehr im Umstand, dass Discounter (Geiz ist geil!  Aldikinder !)  den Wein zum "Fast Food" machen und die Situation der weltweiten Wein-Überproduktion schamlos nutzen. Aus dem Handwerk de Weinbauern wird ein in hochtechnisierten Kellern aufgemotztes Massenprodukt.

 14. Januar 2017

  

Aufgeschnappt im Tagesanzeiger 

vom 13. Januar 2017

 

Aldi

  

Weine für 2.95 Franken –

Was taugen «Château Aldi» und Co.?

 

"Discounterweine sind beliebt, nicht nur während des Januarlochs. Unser Gastrokritiker hat verschiedene Tropfen verkostet. Sie waren besser als erwartet."

Aus der Aldi-Werbung
Aus der Aldi-Werbung

"Um es vorwegzunehmen: Die probierten Weine waren nicht bodenlos schlecht. Ein Chasselas aus der Romandie, erhältlich bei Aldi für 3.99 Fr. und damit der teuerste probierte Tropfen, hatte eine für diese Sorte typische apfelig-blumige Nase und wirkte insgesamt angenehm frisch. Nun gut, vielleicht war die Aromatik ein wenig eindimensional, die Säure spitz, aber viele Konsumenten, die in der Schweiz durchschnittlich über 20 Franken pro Sieben-Dezi-Flasche ausgeben, dürften diesen Chasselas zu einem Fondue oder Raclette durchwinken...."

Den ganzen Artikel lesen mit mehr als 70 Kommentaren 

Weitere Informationen und mein Kommentar hier

05. Februar 2017

 

Aufgeschnappt im Bog Schnutentunker 
vom 02. Februar 2017

 

                          Einfach mal die Klappe halten…
                          von Felix Bodmann, Berlin  

 

Schon wieder dieser Schnutentunker! Tatsächlich gehört sein Blog zu meinen Lieblings-Blogs oder eben bevorzugten Weinblogs. Warum? Weil er immer wieder sachlich und fundiert aktuelle Weinprobleme aufgreift und auch weniger opuläre Themen anschneidet. 

Vielleicht ist das vorliegende Zitat in der Rubrik "Aufgeschnappt Wein" nicht allen Lesern von "Sammlerfreak" ganz verständlich, denn diese Website ist kein ausschliesslicher Weinblog. Viele Bereiche (von Karl May über Wein bis zu Floating-Kugelschreiber) kommen hier zur Sprache. Es vereinen sich also verschiedene Interessen und unterschiedliches Fachwissen.

(Quelle: Gofeminin Schweiz)
(Quelle: Gofeminin Schweiz)

Bei dem aufgegriffenen Gedanken geht es um Modetrends und/oder Uniformität, in diesem Fall beim Wein.
Orange-Weine sind so ein Beispiel. Sie sind unglaublich im Trend. Dabei handelt es sich um Weissweine, "die  durch verlängerte Maischegärung (Kontakt des Mostes mit den Beeren-schalen)" wie Rotweine vinifiziert werden. "Orange  Wine« ist eine im angelsächsischen Raum entstandene Benennung für mazerierte Weißweine.Sie haben eine intensivere Farbe: von Altgold bis zu dunklen Bernstein-Tönen. Das Bukett erinnert an reife und kandierte Früchte, an Sherry und Cognac-Noten, sowie an verschiedene Kräuter. Im Mund zeigen sich die Weine reif, komplex, mineralisch, salzig mit wahrnehmbaren Tanninen und langem Abgang." (Quelle: orange&natural wines)

(Quelle: orange¬natural wines)
(Quelle: orange¬natural wines)

Dass immer mehr Winzer auf diese "natürliche Methode" zurückgreifen, hat viel mit der Uniformität vieler Weine zu tun. Dabei entsteht aus dem "Anders-Sein" rasch wieder eine neue Uniformität, welche Schnutentunker in seienem Jahresrückblick aufgegriffen hat. Er nennt dies "nicht das, was ich beim Wein so gerne Erkunde: Kontext".

Der gleiche Gedanke lässt sich auf viele Wein-Moden übertragen. Andere Rebsorten, andere Weine, anderes Terroir und doch immer wieder gleiche oder ähnlich Weinstile. Für mich, als Rotweintrinker, isind es vor allem der Einsatz von Holz (Barrique), die Konzentration und die Cuvées. Doch dazu später mehr.  

15. Oktober 2016

 

Aufgeschnappt im Blog
Der Schnutentunker am 13. Oktober 2016

von Felix Bodmann

(Foto: Peter Züllig)
(Foto: Peter Züllig)

Was macht einen guten Weinkritiker aus?

 

 

"...Was macht einen guten Weinkritiker aus? Er schafft es Transparenz bezüglich seines eigenen Geschmacks herzustellen, sich selbst treu zu bleiben und in der Beschreibung der Weine deutlich zu machen, welche Eigenschaft des Weines mit welcher Eigenheit seines Geschmacks korrespondiert. Um auf den Rahmen sprengende Weine hinweisen zu können, sollte der Kritiker den Rahmen kennen, Wissen über Wein ist entsprechend wichtig. Dabei finde ich diejenigen Weinkritiker besonders gut, die auch mal warnen, wenn sie den Eindruck haben, ihre Begeisterung für einen Wein könnte eine Minderheiten-meinung sein. Und auch wenn ich in meinem Blog häufig eher zur Unterhaltung über Wein schreibe, versuche ich jenen nachzueifern: ich erwähne mein ‚Bibergebiss‘ als Warnung, dass Menschen mit weniger Liebe zum Holzeinsatz im Weißwein einen besprochenen Wein anders beurteilen könnten. Und wenn ich dem Rosé von Mirabella attestiere, er schmecke nach ‚rotem Wackelpudding ohne die Süße‘ und ich möchte darin baden, dann muss man schon sehr mutig sein, blind 12 Flaschen davon zu kaufen und zu erwarten, dass alle im Freundeskreis den Wein lieben werden..."

 

Soweit ein kleiner Ausschnitt aus dem interessanten Beitrag von Felixs Bodmann auf seinem Blog "Der Schnutentunker" (Übrigens einer meiner Lieblingsweinblogs)

Hier den ganze Beitrag lesen

28. September 2016

 

Aufgeschnappt:

in der Weinzeitschrift "Vinum"
Nr. 10 vom Oktober 2016

 

Unser Burgund

 

Im Editorial befasst sich Thomas Vaterlaus (Chefredaktor Vinum) mit dem Verhältnis zwischen den zwei grossen französischen Weinregionen Bordeaux und Burgund.

"... In Bordeaux empfingen Herrenwinzer, die noch nie eine Rebschere in der Hand gehalten hatten (ausser wenn ein Fotograf in der Nähe war), in ihren Salons wichtige Menschen. Im Burgund aber kurvten echte Winzer mit schwieligen Händen in ihren rostigen Renaults von Parzelle zu Parzelle, um persönlich ihre Rebstöcke zu trimmen..  Doch längst haben die «Nouveau Riches» auch das Burgund infiziert. Wer heute zum Grand Cru Romanée-Conti spaziert, kann mit etwas Glück beobachten, wie ein Bentley vor dem berühmten Steinkreuz hält und ein paar Ladys mit diamantenbesetzten iPhones Selfies schiessen, mit viel Ich und wenig Rebberg - für Instagram....."

Dieses Editorial kündigt das Dossier zu Burgund an, bei dem 122 Crus mehr als 16/20 Punkten erhalten haben.

Hier geht es zur Website von Vonum 

Hier zu den Angaben des Autors

15. September 2016

 

Aufgeschnappt in Wein-Kenner.de

12. September 2016

 

                                       Da schau her:
                          Christmann, Rebholz, Wittman & Co. bei Lidl

 

Aufregung in der deutschen Weinszene. Meh­rere renom­mierte VDP-Güter (deutsche Prädikatsweingüter) tauchen in der „Hei­mi­sche Weine“-Aktion von Lidl auf – unter anderem ein Gro­sses Gewächs. Die meis­ten betroffenen Winzer wuss­ten nichts von der Aktion und sind jetzt ziem­lich scho­ckiert.

Hier der ganze Artikel auf Wein-Kenner.de lesen

 

"Zehn Gewächse aus Deutsch­land hatte der Dis­coun­ter im Ange­bot sei­nes Wein-Onlineshops, einige mit minus 23 bzw. minus 17 Pro­zent gegen­über Normalpreis.

 

Das Beson­dere an der Offerte war aller­dings nicht der Preis, son­dern die Tat­sa­che, dass sie­ben der zehn Weine von VDP-Gütern stam­men – einer sogar von des­sen Prä­si­dent Stef­fen Christ­mann aus der Pfalz."

Der VDP hat sich jahrelang gegen eine Vermarktung ihrer Weine auf der Billigschiene (Lidl etc.) ausgesprochen, Interessant ist die Lockerung hehrer Grundsätze, wenn es um das Geld geht. Noch interessanter aber ist die Reaktion der Weinbranche und der Weinfreaks (vor allem in den Sozial Media) 

 

Gier frisst Hirn!

 

Hier eine Auswahl der Diskussion auf Facebook. Auch andere Social Media haben das Thema aufgegriffen und sehr kontrovers besprochen. Dabei geht es vor allem um Image, Glaubwürdigkeit, Ethik und Moral. Die Weinszene - so mein Eindruck - entwickelt sich immer mehr in Richtung "Fuhrhaltermentalität". Der (freie) Markt kennt keine Moral - erlaubt ist, was Geld bringt.

 

 

 

 
Thomas Hobbes Ja, diesen Erklärungsversuch hätte man sich besser geklemmt, das ist so glaubwürdig wie "mit der Maus abgerutscht". Ärgerlich.
Sigi Pfeffer das marketing für den eigen namen hat doch super funktioniert
Tomas Gerlitz Geil ist, dass das GG vom Wittmann (obwohl es den online bei anderen Shops günstiger gibt) bereits ausverkauft ist...
Thomas Hobbes Da es, wie Ralf Kaiser oben berichtet, nur 12 Flaschen davon gab, ist das nun aber nicht allzu erstaunlich.
Hermann Höhle Naive Frage: wieso ist Lidl ein Problem? Denn schließlich haben sie online allerhand Premiumweine. Bei Aldi und Penny würde ich die Aufregung verstehen.
Hermann Höhle Schon klar. Aber die Weine in dem Onlineshop sind keine Schande.
Marc Herold Das wäre so, als würdest du das iPhone im 1€ shop verramschen.
Hermann Höhle Nein, das sind doch Premiumweine drin. Und billiger geben sie sie auch nicht her.
Marc Herold Gnnn, ein besserer Vergleich ist mir auf die Schnelle nicht eingefallen. Geht um das Image. Frag dich selbst: Was würdest du von Egon Müller halten, wenn es seine Weine plötzlich bei Penny gäbe?
Hermann Höhle Ok. Aber die anderen Premiumwinzer haben doch auch ein Image. Oder sind die deutschen innerhalb Deutschlands empfindlicher? Könnte sein,
Thomas Hobbes Grundsätzlich verstehe ich den Einwand des "Image-Schadens" - vorausgesetzt, die Winzer hätten deshalb Einwände -, ich denke da an den "Woolworthgate", als dort eine Charge Belstaff-Jacken verramscht wurde und Belstaff, die sich explizit als Luxusmarke  am Markt platzieren, eben deshalb nicht gerade begeistert war. Aber ich finde Hermanns Einwände nachvollziehbar, werden die Weine bei Lidl ja nicht verramscht und stellt sich außerdem die Frage, warum das bei den dt. GG grundsätzlich problematischer sein soll, als bei den Premiumweinen anderer Länder, die bei Lidl verkauft werden.
Thomas Hobbes Wenn du irgendetwas kritisieren möchtest oder dir nicht gefällt, dann sag es doch einfach, so schwer ist das nicht und so schwer nähme ich das auch nicht. Ansonsten befolgst du besser deine Empfehlung aus deinem Eingangspost und sagst halt nichts.
Rainer Struckmeier Alles was der Fachhandel einmal groß gemacht hat und dann vom Discount entdeckt wurde ging irgendwann vor die Hunde!
Leo Leonhardt Ich bin jetzt hier seit einem guten Jahr und lese das hier eigentlich gerne. Eines fällt mir in dieser Diskussion hier richtig dolle auf...hier bellen viele Hunde...sorry wenn ich das so schreibe....ich verkaufe seit über 10 Jahren Wein (okay im Direkt. das wird nicht euer Ding sein. Ich kann aber eins sagen...ich alleine hab 600 Stammkunden die bei mir jährlich 2 bis 4 mal kaufen. Die Zeiten haben sich geändert und jeder muss Geld verdienen also muss man auch neue Wege gehen...ich verstehe Eure Ängste nicht. Ihr glaubt garnicht wieviele große Weingüter ihre Weine verkaufen möchten. Klingt brutal aber ist so.Yves Beck Wo genau liegt das Problem?

Michael Quentel Einerseits liefert man nicht an Europas Top 3 Discounter - ohne dass man die Produzenten informiert hat, Zweitens definiert und beschränkt sich Vinaturel ausschließlich auf Bio-zertifizierte Betriebe aus eigener Überzeugung und dann beliefert man einen Discounter, der mit Begriffen wie Demeter oder Biodynamie nichts, aber überhaupt nichts anfangen kann. Und Umweltschutz ist dort ein Fremdwort.
Michael Quentel Mann muss sich nur einmal die aktuelle Werbekampagne in Deutschland von Lidl anschauen.
Yves Beck Wenn ich Weine kaufe, in wie fern bin ich verpflichtet den Produzenten zu informieren, dass ich die Weine weiter verkaufe? Freie Marktwirtschaft oder sowas ähnliches gibt es also nicht? Yves Beck Wo genau liegt das Problem?
Michael Quentel Einerseits liefert man nicht an Europas Top 3 Discounter - ohne dass man die Produzenten informiert hat, Zweitens definiert und beschränkt sich Vinaturel ausschließlich auf Bio-zertifizierte Betriebe aus eigener Überzeugung und dann beliefert man einen Discounter, der mit Begriffen wie Demeter oder Biodynamie nichts, aber überhaupt nichts anfangen kann. Und Umweltschutz ist dort ein Fremdwort.
Yves Beck Wenn ich Weine kaufe, in wie fern bin ich verpflichtet den Produzenten zu informieren, dass ich die Weine weiter verkaufe? Freie Marktwirtschaft oder sowas ähnliches gibt es also nicht?
Michael Quentel Vinaturel definiert sich ausschließlich über Natur- und Bioweine, dann kann ich nicht Weine an ein Unternehmen verkaufen, das ethisch und moralisch genau entgegen gesetzt positioniert ist. Das hat nichts mit freier Marktwirtschaft zu tun, sondern mit den moralischen und ethischen Grundsätzen, über die man sich bislang beim Kunden definiert hat.
Yves Beck Dein Zitat: "Einerseits liefert man nicht an Europas Top 3 Discounter - ohne dass man die Produzenten informiert hat"
Sorry, ich sehe das nicht ganz ein...
Michael Quentel Viele Kunden bei Vinaturel kaufen dort aus Überzeugung und würden Beil Aldi, Lidl und Co. keinen Fuß in die Türe setzen.
Yves Beck Michael, ich verstehe das sehr gut; aber ethische Werte alleine können nicht das Argument sein
Andreas Wenninger Doch, sollten Sie. Warum auch nicht? Wir alle haben Verantwortung. Verkäufer und Käufer
Yves Beck Das bleibt trotzdem sehr idealistisch. Nicht dass ich sowas nicht gutheiße, aber etwas realitätsfern meines Erachtens.
Patrick Meier Komische Verkaustaktik von Vinaturel, wobei es bei LIDL auch andere Bio-Label gibt. Preislich haben Sie aber offenbar keine Revolution losgetreten. Ich glaube eher, das wir hier mit der viralen Verbreitung dem Discounter einen kleinen Gefallen tun.
Julien Lagahuzere Vinaturel kann ja machen was es will, aber was passiert wenn ich oder andere Händler anfangen große und gute Weingüter an Discounter zu verkaufen.Wo fängt es an wo hört es auf. Btw. ich habe an der BA-Mannheim mit allen zukünftigen Prokuristen, Gebietsleiter etc. von Lidl, Aldi und co zusammen im Klassenzimmer studiert und in einer WG gelebt , denen geht es nicht um Nachhaltigkeit, Bio oder sonstwas. Denen geht's einzig und alleine um Marktmacht und Rendite. Die lutschen einen Produzenten soweit es geht aus und dann kommt der nächste. Und es ist abzuwarten wie lange sich Lidl an irgendeine Preisstabilität hält.
Bei Vinaturel ist wohl die Gier mit denen durchgegangen. Sowas macht man nicht. Ist doch klar das so ein weitreichender Schritt abgeklärt sein muss. Ohne wenn und aber
Marc von Harten Genau ! Abklärung allein schon deshalb, weil man nicht weit denken muss, um genau zu wissen, dass zB Wittmann das sicher nicht möchte.Ich muss als Kunde nicht bei Vinaturel einkaufen. Sowas trägt dazu bei, die Achtung zu reduzieren. Wie heißt es so schön: Gier frisst Hirn. 
Daniel Kroll Yves Beck natürlich kann vinaturel erst einmal liefern was und soviel sie wollen und an wen sowieso... da gibt es überhaupt keinen Anlass drüber nachzudenken... diese Entscheidung müssen die mit sich selbst und nicht mit uns (Winzern, Händlern, Freaks etc) ausmachen - ob es da um 12 odr 2.000 Flaschen geht... völlig egal... ABER natürlich steht es auch jedem Weingut zu, das nicht gut zu finden und die Geschäftsbeziehung zu beenden
UND natürlich steht es auch jedem Fachhändler zu, den Laden ab sofort zu meiden und dort GAR NICHTS mehr zu bestellen ... andere Händler haben auch hübsche Töchter.....
Yves Beck Tja... ich stelle fest, viele haben offensichtlich ein Problem damit. Nur die Kunden nicht. Die freuen sich und kaufen Wein. 
Elisabeth Eder Ehrlich gesagt verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Ich habe vor 20 Jahren in Kalifornien gelebt und gearbeitet und im dortigen Supermarkt (24 Stunden an 363 Tagen im Jahr geöffnet) stand der Opus One (heute € 300) neben einer Gallone von Gallo (damals $ 4,99). Kein Mensch hatte ein Problem, ganz im Gegenteil, bei Opus One konnte man damals nur eine Flasche pro Besucher kaufen, im Supermarkt allerdings konnte man eine unbegrenzte Anzahl von Flaschen kaufen. Der Preis im Supermarkt war höher als ab Weingut, aber das ärgerte auch niemanden. Und übrigens habe ich die Überbestände (Burgund, Bordeaux, Rioja) für einen österreichischen Weinhändler auch weiterverkauft, zwar nicht an Adi oder Lidl, sondern an einige Raritätenhändler in Großbritannien. Wir informierten die Weingüter auch nicht über diesen Verkauf. Die Frage ist ganz einfach, wenn der heimische Markt die Weine nicht kauft, soll dann der Händler darauf sitzen bleiben? Nein, das kann sich keiner leisten! Ganz im Gegenteil: ALLE waren froh, der österreiche Händler freute sich, dass sein Lagerbestand geringer wurde und die Engländer waren glücklich, dass sie ihren Kunden gereifte Weine anbieten konnten. Und ich denke, dass die Weingüter auch froh sind, wenn die Weine nicht im Keller verstauben, sondern auf einem anderen Marktplatz Käufer finden. Und noch eine Kleinigkeit: Lidl und & Co bestellen richtig große Mengen und ZAHLEN innerhalb der vereinbarten Frist! Dieser Fakt ist nicht unbedeutend. Jeder der die Zahlungsmoral der Weinhändlern und Gastronomen kennt, wird dies sicherlich verstehen. Ich denke, dass die Wahl des Geschäftspartners zukünftig auch stark von der Zahlungsmoral abhängen wird....
Daniel Kroll Es geht doch erst einmal gar nicht darum, dass Wein Lidl auch hochwertigen Wein verkauft - das dürfen können und sollen sie doch, wenn der Markt danach fragt. Das können wir dann gut oder mäßig oder enttäuschend oder wahnsinnig geil finden - völlig völlig Banane.... 
Aber was bringt einen derartigen Händler zu so einer Aktion, die doch wirklich nur mit Ankündigung und Anlauf nach hinten los gehen konnte? 
Vor allem weil es doch bei diesem Geschäft sicherlich nicht um Menge und Marge ging (auch wenn niemand scheinbar Zahlen kennt...)
Frank Schlindwein Habe lange in der Modebranche(z.b TommyHilfiger) gearbeitet, für mich kein neues Thema. Den deutschen Markt hatten wir im Griff, alle Jahre wieder hat dann aber der spanische Riese El Corte Inglés seine Überhänge über einen Zwischenhändler auf den deutschen Markt geworfen. Unerfreulicherweise zu Dumpingpreisen bei Real oder ähnlichen Buden, Verkaufspunkte an denen man als Markenhersteller seine Jeans und Shirts nicht im Wühltisch sehen wollte. Das Geschrei der Händler war immer groß. Das man als TH Germany nichts von wusste, wurde einem nicht geglaubt, war aber so. Im nachhinein viel Rauch um nichts, der Marke hat es nicht geschadet-Im Gegenteil. Die Boutiquen&Jeanshändler die ihre Hausaufgaben gemacht haben, gibt es auch heute noch. Märkte haben ihre eigenen Regeln und Energien, eventuell unerfreulich für die kleinen, ist aber unaufhaltsam und übrigens auch Chance, speziell beim Thema Wein, Qualität einem größeren Publikum näher zu bringen(Für "Otto Normal" besteht oft immer noch eine Hemmschwelle, eine Weinhandlung zu betreten-Sich eventuell auch mal darüber Gedanken machen warum das so ist)
Discounter wandeln sich gerade, erfinden sich neu. Erfreuen wir uns einfach daran, daß jeder von uns noch leichter(von billiger ist nicht die Rede) an gute Weine kommen kann. Beispiel Spanien, Frankreich wurde schon des Öfteren genannt.
Marc von Harten Alles richtig, aber(mein versteckter Post hier noch mal an prominenter Stelle) es gibt einen beachtlichen Unterschied:

Abklärung allein schon deshalb, weil man nicht weit denken muss, um genau zu wissen, dass zB Wittmann das sicher nicht möchte.Ich muss als Kunde nicht bei Vinaturel einkaufen. Sowas trägt dazu bei, die Achtung zu reduzieren. Wie heißt es so schön: Gier frisst Hirn.