Emmanuelle Riva - "Hiroshima, mon amour"

Alain Resnais (BFI - Film for ever)
Alain Resnais (BFI - Film for ever)

Nach Arbeiten als Editor für andere Regisseure und etlichen Dokumentarfilmen, drehte Alain Resnais 1958/59 mit Emmanuelle Riva und Eiji Okada seinen ersten Spielfilm: Hiroshima, mon amour, der die Zerstörung Hiroshimas durch eine US-Atombombe ebenso thematisiert wie die deutsche Besetzung Frankreichs. Das literarisch höchst anspruchsvolle Drehbuch verfaste Marguerite Duras, Das Werk zählt heute zu den Klassikern der Nouvelle Vague, (Quelle: Wikipedia).  
Für viele Film-Enthusiasten wurde "Hiroshima, mon amour", genau so wie Resnais zweiter Spielfilm "Letztes Jahr in Marienbad" zu eigentlichen "Schlküsselwerken" des Nachkriegsfilms. Es wurden dabei immer wieder filmische, thematische und moralische Tabus durchbrochen und ein Anspruch auf "Filmkunst" klar formuliert. Führend - zumindest in Frankreich - war eine Gruppe von Filmschaffenden um die Zeitschrift "Cahiers du Cinema" , zu der auch Alain Resnais gehörte (übrigens auch der Schweizer Jean-Luc Godard)

Zum Tod von der Schauspielerin Emmanuelle Riva (kurze Würdigung im "Tagespiegel")

Hier habe ich einige Kritiken von damals zusammengestellt . Ich zitiere die damals so kontroversen Diskussion um den Film.

Züri-Woche: "Resnais verblüfft den Filmbesucher mit einem einzigartigen Werk, in das er seinen ganzen künstlerischen Impuls hineingelegt hat." 

Die Woche: "...ein Film schliesslich, in welchem die Manieriertheit , der Snobismus einen einsamen Gipfel erreichen."

Weltwoche: "...pazifistische Spruchbänder und gestelzte Meditationen über die Metamorphosen des Eros, zu einem mystischen  Brei zusammengebraut..."

Hans Rudolf Haller in der "Sie und Er": "In dieses Bildwerk hineinzulauschen, das wahrhaft ein Universum menschlichen Erlebens spiegelt, in dem Menschen an die Weltmächte ausgeliefert sind, da hineinzulauschen wird manchem schwerfallen, ja es wird bei einigen auf Ablehnung stossen. Doch es steht ausser Zweifel: mit "Hiroshima, mon amour" beginnt für den Film eine neue Epoche, eine Höhen- und Tiefenfahrt ins Geistige und Seelisch, wie sie die Literatur seit James Joyces "Ulysses" kennt.

Luzerner Zeitung: "...nun gehen ja die meisten nicht ins Kino, um sich bedrücken, angsttraumhaft erschrecken zu lassen, weshalb man den inneren Verdacht nie ganz los wird, dass der vorliegende Film weniger auf Grund seiner bedrückenden Aussage, sondern vielmehr seiner ausgedehnten Bettszenen wegen so erfolgreich war."

Jürg Federspierl in der Weltwoche: "Coitus mon amour"

Radioheft: "Ein vortrefflicher und einzigartiger Film. Von allen Schöpfungen der "Nouvelle vague" ist "Hiroshima, mon amour das wesentlichste Werk, weil es wirklich eines neuen Stils erste hohe Welle wirft."