Weinrallye #54 Thema: Region im Glas

31. August 2012

 

 

Weinrallye geführt von

http://blog.wein-reich.info/

 

Insel Ufenau

von Peter Züllig

 

"Schiffer! Wie nennst du dort im Wellenblau

Das Eiland? – »Herr, es ist die Ufenau!«

Ein grüner Ort. Dank, Zwingli, für die Rast,

Die du, der Gute, mir bereitet hast!

Die Insel Ufenau, wo Ulrich Hutten seine letzte Zuflucht fand und 1523 starb, liegt im Zürichsee, nahe bei Rapperswil, und ist mit etwas mehr 100‘000 Quadratmetern die grösste Insel der Schweiz. Hier stehen seit 26 Jahren wieder Reben, so wie es sie früher hier gegeben hat. Die Insel gehört seit über tausend Jahren dem Benediktiner-Kloster Einsiedeln: eine historische Kulturstätte, ein Ort der Stille.

In braunen Wölklein wirbelt auf ein Rauch,

Bewohnt von Menschen scheint das Eiland auch.

Willkommen, mein gewünschtes Ithaka!

Ein irrender Odysseus bin ich ja."

Poetisch ausgedrückt, dem schwerkranken Humanisten und Reformator Ulrich Hutten (1488–1523) vom Schweizer Dichter Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898) in seiner Verserzählung „Huttens letzte Tage" (1871) in den Mund gelegt.  

Die Insel Ufenau, wo Ulrich Hutten seine letzte Zuflucht fand und 1523 starb, liegt im Zürichsee, nahe bei Rapperswil, und ist mit etwas mehr 100‘000 Quadratmetern die grösste Insel der Schweiz. Hier stehen seit 26 Jahren wieder Reben, so wie es sie früher hier gegeben hat. Die Insel gehört seit über tausend Jahren dem Benediktiner-Kloster Einsiedeln: eine historische Kulturstätte, ein Ort der Stille.

Für mich sind die Reben auf der Insel – ausnahmslos Spätburgunder - so etwas wie ein Urbegriff für eine Wein-Region; für den Zürichsee und die Weine, die hier gekeltert werden. Eines dieser „Urmodelle" ist ein roter „Landwein", den man hier nicht als Blauburgunder bezeichnet, sondern der "Clevner" heisst. Der Clevner ist ein typisch regionaler Wein. Das milde Klima – die Insel- und Ufer-Landschaft am Zürichsee (ähnlich wie am nicht weit entfernten Zugersee) ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Rebbau in dieser Gegend.

Dies erkannten schon die Römer, die auch da einst ihre Stützpunkte (bis ca. 400 n.Christus) errichtet hatten, und wo immer sie sich ansiedelten, auch Reben und Rebbau einführten.

Auch das nahe gelegene Kloster (Einsiedeln) bewirtschaftete schon im 12. Jahrhundert Reben und baute Weine aus. Die erste urkundliche Erwähnung bezieht sich auf Reben in der «Lugeten» ob Pfäffikon, auf einen Rebberge in der Nähe der Ufenau, so wie er heute wieder auf der Insel steht.

Nebst dem Boden (Sandstein, Nagelfluh und Mergel), wie er rund um den See anzutreffen ist, und dem Klima, bei dem die Temperaturen stark vom See reguliert werden, gehört für mich auch die Kultur zum typischen Regionalbegriff beim Zürichsee-Wein. Dabei meine ich nicht, dass der Wein hier noch so gemacht werden müsste, wie ihn Mönche auf der Ufenau ein halbes Jahrtausend gemacht haben (dies wäre wohl Historie-Kitsch), sondern als Ausdruck

einer eigenständigen Weinkultur, die sich bis in die Art des Kelterns (natürlich mit modernen Mitteln) erhalten hat und sich von anderen Regionen unterscheidet

Im Geschmack des Weins spiegelt sich – für mich - die Landschaft, der See, die Geschichte, die Tradition, der Boden, die Kultur, in der ich aufgewachsen und dem Wein zum ersten Mal begegnet bin. Ein Stück davon ist sicher Einbildung – aber nur ein kleines Stück: der Rest ist echte „Regionalität", und ich wette, ich erkenne den Clevner aus Hunderten von Weinen an Proben. Nicht weil er „ganz anders" oder gar besser ist, sondern weil er das ist, wovon wir hier reden: „typisch regional".

Und jetzt wäre wieder einmal eine Beschreibung und Charakterisierung fällig und da bin ich – ich gebe es zu - eingeklemmt zwischen Worthülsen und dem subjektiven Erleben. Die Worthülsen: helles Rubin, verhaltene Frucht (Beeren, Pflaumen), eine spezielle Würze von einheimischen Kräutern, rund, weich, schmelzig auch in den Tanninen.

Und jetzt das Erleben: Zum Geburtstag bin ich von meiner Familie eingeladen worden zu einer „Fahrt ins Blaue". Die Fahrt dauert nicht lange: mit dem Kursschiff ging es von Rapperswil auf die Ufenau (knapp 10 Minuten). Am Ufer – auf grösseren Steinen (die wenigen Bänke waren bereits besetzt) öffneten wir eine Flasche „Ufenauer".

Die Ruhe und Stille der Insel strömen ins Glas, Wind verfängt sich in den Pappeln und Weiden, kleine Wellen schlagen an das flache, moorige Ufer. Erinnerungen steigen hoch: meine ersten Inselerlebnisse als kleiner Winlfang bei der Jagd nach Schleiereulen und Fledermäusen, dabei blieb es meist beim Fangen von Maikäfern. Jetzt ich bin erwachsen, ja sogar alt geworden und der Wein ist jung geblieben, frisch, meditativ, heimatlich würde der Nostalgiker sagen. Als Weinliebhaber halte ich die Nase in das Glas, suche die Aromen auf der Zunge und im Gaumen zu ergründen und weigere mich von einem „Abgang" zu sprechen. Der Wein bleibt da, wo er hingehört, mitten in eine Region, die diesen Wein hervorbringt, seit Römerzeiten, sagt man.

Übrigens der Wein – wie so viele Regionalweine – ist nur schwer erhältlich. Vor einem Jahr gab es kaum einen Ertrag auf der Insel Ufenau. Doch dies macht mir nichts aus, denn es gibt am Zürichsee so manchen guten Clevner, von Rapperswil bis Zürich und auf der andern Seeseite in der „Leutsch" bis hinauf nach Tuggen. Ein guter Clevner kostet um die 15 Franken. Manche sagen, dies sei zu teuer für einen „Landwein". Der Clevner ist eben nicht einfach ein Landwein, er ist typisch regional.

Dazu nochmals Conrad Ferdinand Meyer:

 

„Schauet auf den hellsten See der Schweiz,

Blickt aus! Er ist nicht ohne Augenreiz.

Dem einen Ufer fern, dem andern nah,

haust, Ritter, Ihr nicht allzu einsam da.

 

Macht's Euch bequem! Hier werdet Ihr gesund!

Ich glaub's. So oder so! Wahr spricht dein Mund"

Peter Züllig

01. September 2012

 

Zusammenfassung:

 

Teilnehmer, Abschluss, Dank

 

Der federführende weinreich-blogg hat heute die 54. Weinrallye abegeschlossen. Mit bestem Dank allen beteiligten rund 20 Blogs. Die Rallye darf mit gutem Recht als erfolgreich bezeichnet werden.

Zum Schluss der Hinweis auf die 55. Weinrally, durch geführt am 28.9. beim Institute of Drinks unter dem Motto: “Hassliebe: Gastronomie und Wein”

01. September 2012

 

Weinrallye #54 : Region im Glas

 

Liste und Verlinkung aller Beiträge Weinrallye #54

 

 

Joachim Kaiser:

 

VINOSITAS

Wein & Sein

 

Weinrallye #54: Region im Glas

Region, was ist das? Maibaumaufstellen, Blasmusik, alles kuschelig und klein-klein? Ich bin viel in der Welt herum gekommen und kann das nicht so eng sehen. Für mich ist alles Region, was ich bequem innerhalb von ca. einer Stunde Fahrzeit erreichen kann: Pfalz, Rheinhessens südlicher Teil Wonnegau, Badens Krauchgau, badische Bergstraße, Ortenau und das nördliche Markgräflerland, das westliche Württemberg und natürlich auch das nördliche und mittlere Elsass. Es ist die Vielfalt der Weine und Winzer, die mich begeistert und mich zu Entdeckungstouren rund um meinen Wohnort Karlsruhe motiviert.

Peer F. Holm:

 

Wein und Wissen

Winrallye #54: Tio Pepe Fino en Rama

 

Ja. Heimat schmeckt (man)! Und Heimat ist dabei nicht nur das Terroir, sondern Heimat wird für mich auch durch klar erkennbare Weinstilistiken geprägt. Ein Port kommt immer vom Douro, ein Madeira immer von der gleichnamigen Atlantikinsel und ein Sherry aus dem berüchtigten Bermudadreieck um bei Jerez de la Frontera. Es gibt zwar zahlreiche Versuche diese Weinstile in anderen Ländern und Regionen zu imitieren, aber diese schmecken eben nicht nach Heimat.

Peter Ladinig:

 

The Institute of Drinks

Winrallye #54: Wachau

 

Wir schreiben das Jahr 1983 und befinden uns in der Wachau. Einige Winzer gründeten eine Vereinigung ohne zu wissen wie sich das auf das gesamte Geschehen auf die Österreichische Weinwirtschaft auswirken wird. Sinn der Winzervereinigung war und ist nach wie vor die Region im Glas. Typisch, Einzigartig, Authentisch. Das zeichnet die Weine aus der Wachau aus, und auch diese Vereinigung. Haben Sie schon erraten um welche es geht? Hier ein kleiner Tipp. Das Logo zeigt einen Ritter mit Lanze

 

Victoria Hendgen:

 

weinreich-blog

Weinrallye #54: Meine Region im Glas – Der Mittelrhein und sein Riesling

 

Wenn ich an meine Region im Glas denke dann ist dies natürlich meine Heimat der Mittelrhein und sein Riesling.

Der Mittelrhein – schroff, zerklüftet, wunderschön. Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft: 40 Burgen auf 65 Rheinkilometern und Weltkulturerbe seit 2002. Seit der Römerzeit prägt der Weinbau das Erscheinungsbild unserer Region. Schieferfelsen, Steilhänge – ideales Terroir für charaktervolle und vielschichtige Weine, dennoch gehen die Weinbauflächen am Mittelrhein zurück. Dem Einhalt zu gebieten und die jahrtausendealte Kulturlandschaft zu bewahren ist eine unserer Hauptaufgaben. Mit Erfahrung, Zähigkeit und Leidenschaft.

 

Nico Medenbach:

 

Drunkenmonday Wein Blog

Weinrallye 54: Deutscher Spätburgunder vom Kalkstein. Ein Vergleich.

 

Ganz trocken gesagt ist Kalkstein der Überbegriff verschiedener Sedimentgesteine, welche überwiegend aus dem chemischen Stoff Calciumcarbonat (CaCO3) in Form der Mineralien Calcit und Aragonit bestehen. Da Kalkstein ein äußerst variables Gestein ist, widmet sich die Geologie sogar mit einer eigenen Fachrichtung, der Karbonatsedimentologie, der Entstehung und den Eigenschaften dieser Sedimentgesteingruppe. Kommt ein hoher Prozentsatz von Tonmineralen hinzu, bezeichnet man ihn als Mergel.

 

Christian Lersch

 

Küchenjunge

WeinRallye #54 “Region im Glas” – Walporzheimer Gärkammer von J.J. Adeneuer – Ahrtal

 

Diesen schönen Tropfen habe ich von sehr guten Freunden geschenkt bekommen und zu dieser Weinrallye #54 “Region im Glas” passt er einfach wie die Faust aufs Auge. Der Spätburgunder ‑steht seit Jahrzehnten für die Region Ahr und dieser Wein aus der Walporzheimer Gärkammer ist einer der besten Spätburgunder die diese Region zu bieten hat. Neben diesem Spätburgunder bringt die Lage auch ein Großes Gewächs hervor. Er hat einen wundervollen Charakter mit Aromen von Kirschen, Brombeeren und mineralischen Aromen. Ich habe mir ein Rezept passend dazu ausgedacht und zwar Neuenahrer Rauchfleisch Röllchen gefüllt mit Roter Beete, Trüffelöl, getrockneter Blutwurst und Sahne-Meerrettich. Das Rezept hierzu und die Bilder findet ihr weiter unten.

Christian Schiller

 

Schiller-Wine

Weinrallye #54 RS Rheinhessen Silvaner

 

This month's wine rally is organized by the Weinreich Blog, which is run by the Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, an institution that is charged with promoting the wine “Land” Rheinland-Pfalz. Six of Germany’s 13 wine regions are located in this State: Pfalz, Rheinhessen, Nahe, Mittelrhein, Mosel and Ahr, which combined account for 70 percent of German wine production.

Sanny Krug :

 

Bottles in a Box

Region im Glas – Typisch München zur Weinrallye #54

 

Weine aus der Region sollten anlässlich der #54 Weinrallye verkostet werden. Tja was machen dann Weinfans die aus München kommen? Selber Wein anbauen, über Bier schreiben oder resignieren? Nein, wir haben eifrig recherchiert, wo um oder gar in München Wein angebaut wurde und heute noch wird.

Nun, das Ergebnis dürfte niemanden überraschen: In München wird heutzutage kein Wein mehr angebaut. Das war allerdings nicht immer so.

Victoria Hendgen:

 

Weinreich-blog

Weinrallye #54: “Terroir” – Zauberwort und Zankapfel

 

“Region im Glas” – beim Motto der Weinrallye #54 komme ich eigentlich nicht umhin, mich zumindest grob mit dem ominösen Begriff des “Terroirs” zu befassen. Kaum ein Wort wird in der Weinwelt heute inflationärer gebraucht, gleichzeitig ist kaum eines mit mehr Fragezeichen verbunden oder wird häufiger zum “Zankapfel” unter Weinexperten. (Terroir kann also – Achtung Wortspiel – durchaus schon mal ein klein wenig Terror sein.)

Peter Züllig:

 

Wein im Gepäck

Weinrallye  #54:: Insel Ufenau

 

Die Insel Ufenau, wo Ulrich Hutten seine letzte Zuflucht fand und 1523 starb, liegt im Zürichsee, nahe bei Rapperswil, und ist mit etwas mehr 100‘000 Quadratmetern die grösste Insel der Schweiz. Hier stehen seit 26 Jahren wieder Reben, so wie es sie früher hier gegeben hat. Die Insel gehört seit über tausend Jahren dem Benediktiner-Kloster Einsiedeln: eine historische Kulturstätte, ein Ort der Stille.

Thomas Knüwer:

 

Gotorio 

Weinrallye 54: Biene im Glas

 

 

Nach langer Zeit sind wir mit Gotorio auch mal wieder dabei - und ergänzen Terroir um Airoir: Terroir ist ja eines dieser Worte mit denen Wein-Snobisten weniger an bacchistischen Details Interessierte terrorisieren können. Dann schmecken sie allerlei Obst, Gemüse, Kräuter und Gesteinsschichten aus dem Glas und behaupten, dass es genau jene seien, die für die Nachbarschaft des Weinhangs typisch seien.

 

Sven Zerwas:

 

 

Mein kleiner Facebookbeitrag zur Weinrallye #54:

 

Heute folge ich zum 2. Mal dem Aufruf zur Weinra...
llye, der durch Eike Kunz vom Weinreich - Blog erfolgte, diesmal allerdings mangels eigenem Blog und mit der in mir gewachsenen Einsicht, dass ich zum Blogschreiben nicht geboren bin, nun einfach auf unserer Fanseite.

Bernd Eck:

 

Weinhaus Fabio

Weinrallye #54 Pfalz im Glas

 

 

Aus der Weinserie  -Magische Momente- haben wir dieses Jahr den Weißwein “ERDIG” im Programm. Ein überaus tiefgründiger Wein von den Früchten aus 36 Jahre alten Rebstöcken.