auctionata.de

18. Mai 2017

 

Das Internet-Auktionshaus

"auctionata" in Konkurs 
  
      

Die Online-Plattform auctionata (auf der man live mitbieten konnte) musste wegen Insolvenz schliessen. In meinen Auktions-Hinweisen und Analysen habe ich auch den Bereich Weine (analog zu den Schweizer Auktionshäuser) hier aufgegriffen und sporadisch kommentiert..

Foto: auctionata
Foto: auctionata

Seit dem Start im Jahre 2012 hat das Unternehmen private Einlieferer, Business Partner und Käufer aus dem internationalen Luxussegment - darunter eben auch Wein - mit über 700 Livestream-Auktionen und einem eigenen Online-Shop mit über 25.000 Objekten aus 14 Kategorien betrieben. Die Vision des Unternehmens war die Digitalisierung des Auktionsgeschäfts und der Aufbau eines global führenden Marktangebots. Im Jahre 2016 war Auctionata Paddle8 eines der zehn größten Auktionshäuser außerhalb Chinas und erreichte über 800.000 Kunden weltweit. (Quelle: Auctionata Paddle8 AG) Die regelmässig durchgeführten Weinauktionen stellten allerdings nur einen kleinen Bereich des Gesamtangebots dar. Im Mittelpunkt standen Kunstauktionen und die Versteigerung von Luxusgütern. Mehr Informationen und ein Kommentar hier im Handelsblatt 

20. September 2016

 

Weinauktion "Auctionata" 

(Foto: auctionata)
(Foto: auctionata)

Auctionata
Es ist eine Web-Auktion, bei der man am Computer live dabei sein kann. Man sieht direkt in den Auktionssaal (ohne Publikum) und kann auch mitbieten. Dazu muss man sich einschreiben und dann mit dem Passwort für die Auktion anmelden.

Hier geht es zum Auktionshaus (das übrigens nicht nur Weine, sondern auch Kunst, Schmuck etc. versteigert).

Die gestrige Weinauktion war wie immer inateressant und aufschlussreich, aber mit relativ wenig Erfolg. So fand weniger als die Hälfte der 115 Lots einen Käufer.

Bilder: Auctionata.com
Bilder: Auctionata.com

20. September 2016

 

Weinauktion "Auctionata" 

vom 20. September 2016

 

Resultate und Analyse

 

Auctionata ist eine Web-Auktion, bei der man am Computer live mitdabei sein kann. Man sieht direkt in den Auktionssaal (ohne Publikum) und kann auch mitbieten.

115 Lots wurden ausgerufen, davon wurden an der Live-Auktion 51 Lots versteigert, 64 Lots (mehr als die Hälfte gingen hingegen in die Nachauktion und in den Shop, wo sie zum Startpreis (plus Aufpreis) zu kaufen sind.

 

Da die Auktion weltweit übertragen wird (man kann an jedem Computer mitbieten) dürfte am interessantesten sein, aus welchem Land die potentiellen Käufer kommen. Diesmal waren es vor allem Russland, Singapur und Israel, zumindest bei den Top-Weinen. Entsprechend war auch die Begehrlichkeit: Nur Weine der höchsten Kategorien, mit schöner Etikette und gutem Füllstand fanden Anklang und gingen teilweise weit über dem Startpreis weg. Dies ist der typische "China-Effekt": Der Wein als Prestige-Objekt - die Präsentation ist entscheidend (Name, Etikette, Füllstand) und nicht der Inhalt.

 

Beispiele:

Lot 9: 1 Flasche 1970 Château Mouton-Rothschild, Pauillac (links)
Startpreis 100,00 € - Verkauft für 175,00 €  (inklusive Käuferaufpreis)  (90 Parker Punkte)

Lot 12: 1 Flasche 1985 Château Mouton-Rothschild, Pauillac 
Nicht verkauft - Startpreis 300,00 €
Dabei ist Lot 12 deutlich der bessere Wein. (95 Parker Punkte)

Der Preis ist weniger entscheidend, als das Äussere der Flasche. 


Dieses Phänomen lässt sich an vielen konkreten Beispielen aufzeigen. Weil vor allem in China "grosse" Weine noch reine Prestige-Objekte sind, spricht man vom "China-Effekt"

Wertsteigerung

Wein als Geldanlage (mit einer grossen Wertsteigerung) rechnet sich in den allermeisten Fällen nicht. Auch hier ein Beispiel:

Lot 16:

6 Flaschen 2000 Château Latour, Pauillac
Nicht verkauft, weil mit 3'000 € die Limite nicht erreicht wurde (Startpreis 2'800 €)
Latour kostete in der Subskription damals etwas mehr als 500 €. Dies wäre der Preis, den die Flasche heute (16 Jahre später) erzielen würde. Der Käufer müsste aber noch ca. 30% Aufgeld (inkl. Mehrwertsteuer) bezahlen, so dass die Flasche auf 650 € kostet, während der Verkäufer keine 500 € löst. (Rechnet man das Einliefern und den Transport dazu)

 


Die teuersten Weine dieser Auktion


Lot 57: 3 Flaschen 2011/2012/2013
4 G Wines, Western Cape
Verkauft für 3.500,00 € (inkl. Käuferaufpreis) - Startpreis 1.000,00 €

Weine aus Südafrika haben es sonst bei uns noch immer sehr schwer. Vielleicht ist dies ein Signal, für die Aufwertung südafrikanischer Weine. Oder es ist das Resultat deutscher Perfektion, denn 4 G wurde von einem deutschen Winzer (in Südafrika) geschaffen.

 

Zu den Preisen

Die Weinauktionen von "Auctionata" kommen locker und einfach daher. Das Bieten ist einfach und schnell, die Präsentation (trotz Zusatzinformationen) schlicht und klar. Trotzdem darf man sich nicht täuschen lassen.

Zum ersteigerten Preis kommen noch rund 30% Käuferaufgeld, und Verpackungs- und Versandkosten (Europa) 95 € (bis 2 Kilo), dazu je nach Land Mehrwertsteuern und Zollgebühren. Auf diese Art werden Einzelflaschen oder kleinere Lots sehr, sehr teuer.

Da lohnen sich (in der Schweiz) die Saalauktionen der vier Auktionshäuser weit mehr. 

Wie kompliziert der ganze Ablauf sein kann (vor allem bei Komplikationen offenbaren die "Allgemeinen Geschäftsbedingungen" der Firma. Sie umfassen nicht weniger als 38 A4-Seiten (die als PDF- herunterzuladen sind).
Und noch etwas:

Die Gebührenliste für den Käufer ist auf der Webseite so gut "versteckt", dass ich rund eine halbe Stunde brauchte, um sie zu finden. Wer kommt schon auf die Idee unter "Warenkorb" und da unter Zahlungshinweise (ganz klein) den Link "Gebührenübersucht" zu suchen? Eine Pionierleistung im Verbergen!

Hier die Gebührenübersicht

22. Juni 2016

 

Weinauktionen:

"Der meistgefälschte Wein der Welt"

 

Weinauktionen mit hochdotiertem Angebot werfen immer wieder Fragen auf. Fragen nach der Echtheit eines Weins. Wie kann der Käufende feststellen, dass für eine Fälschung nicht zu viel Geld hinzuhblättern ist? Wenn man ehrlich ist: er kann es nicht!!

 

Er ist auf die die Seriosität eines Auktionshauses angewiesen; auf den "Stammbaum" einer Flasche (sofern vorhanden) und wenige analytisch überprüfbare Eigenschaften der Flasche, wie Glas, Etikette, Verkorkung etc. Das Angebot der Internetauktion Auctionata (mit Live-Übertragung") vom 24. Juni wirft einmal mehr die Frage auf, nach der Echtheit "grosser" und teurer Weine. Man kann ja beim Wein - im Gegensatz zu vielen anderen versteigerten Kostbarkeiten - nicht ins Innere Objekts vordringen, dorthin wo der "Wert"  liegt: zum Wein.


Die Auktion von Auctionata vom Freitag, 24. Juni 2016 ab 17.00 Uhr umfasst 144 Lots (auch Spirituosen) und ist (nach Anmeldung) frei zugänglich. Hier der Katalog. Die beiden Flaschen, Pétrus 1961 und 1962 haben nun auf Facebook einmal mehr Fragen und heftige Diskussionen ausgelöst.

Gefälschte Weine sind ein generelles Problem im Handel mit "alten" Weinen, nicht nur auf dieser einen, auf jeder Weinauktion. Das Problem verschärft sich natürlich bei mehr Anonymität und der Globalisierung einer Auktion. Traditionelle Auktionshäuser kennen die Einlieferer zum Teil seit Jahren, vielfach haben sie einen Keller selber aufgelöst oder es sind Kunden der Weinhandlung, die meist direkt mit dem Auktionshaus verbunden ist. Auf Internetauktionen (auch bei Live-Auktionen) ist dies alles anders.

"Garantiert echt - mein Pétrus 1961 und ich, Dr. Imtiaz Alikhan" (Quelle: CaptainCork)
"Garantiert echt - mein Pétrus 1961 und ich, Dr. Imtiaz Alikhan" (Quelle: CaptainCork)

Unter dem Titel "Weinauktion: Heiliger Pétrus, reife für uns!" wird für die nächste Weinauktion von Auctionata geworben und zwar von Dr. Imtiaz Alikhan, "dem Experten von Capitän Cork für Luxusweine". 

Dem entgegnet Uwe Bende, guter Kernner alter Weine selber im Weinhandel mit Altweinen tätig) auf Facebook:

"Captain Kork bewirbt zweifelhafte Petrus Flaschen auf Auctionata .... da sind sie mal wieder. 2 solcher grossen Weine der Welt, die die Auctionata Experten auf Herz und Nieren geprüft haben. Als Weinfreund und Weinfreak allerdings bekommt man da schon recht starkes Nervenzucken, wenn man diese niegelnagelneuen Etiketten auf alten Flaschen mit neutraler Kapsel sieht. Woher bitte weiss der Auctionataexperte, dass diese neuen Etiketten des 1947er und 1961er Petrus auch tatsächlich zu diesen Flaschen gehören? Und, wie kommen überhaupt so neue Etiketten auf diese alten Flaschen? Würde mich jemand fragen, dann würde ich vermuten, dass ein nicht sonderlich schlauer Fälscher einen noch dümmeren Verkäufer gefunden hat, die von einem noch grösseren Dilettanten beworben werden."
Prominenteste Unterstützung erhält Uwe Bende von Achim Becker (Winterminator): "Ich hätte es nicht besser sagen können, lieber Uwe. Beim Blick auf diese Machwerke kriegt der Wineterminator Magenschmerzen. Und wenn Dich Auctionata oder Captain Cork Dich jetzt als Wein-Erdogans jetzt wegen Böhmerscher Schmähgedichte verklagen, dann mach ich für Dich den Döpfner."  

24. März 2016

 

Weinauktion im Internet:

 

Auctionata

 

Das Internetportal «auctionata» ermöglicht an einer Live-Auktion (mit allen Möglichkeiten des Bietens) teilzunehmen und zwar zuhause am Computer, via Bildschirm: «Gönnen Sie sich einen kleinen Nervenkitzel und schalten bei unseren Online-Auktionen live ein. Dort erwarten Sie günstige Startpreise, perfekten Service, niedrige Käufergebühren und echte Raritäten zu fairen Preisen» (aus der Werbung des Auktionshauses).

Gestern (23.März 2016) ab 20 Uhr war es wieder einmal so weit. 210 Lots – vorwiegend Prestigeweine aus Bordeaux – wurden versteigert. Davon fanden 150 Lots direkt einen Käufer, die anderen gingen zurück in den Shop des Auktionshauses. Teuerster Wein war eine Flasche 1975 Romanée-Conti, Domaine de la Romanée-Conti für 4‘000 Euro (Startpreis 3'200 Euro).

 

Die Internationalität und die Uebersichtlichkeit beim Ablauf (Kosten, Porto, Mehrwertsteuer) machen Auktionen trotz aller Vorbehalte attraktiv. Da nehmen Käufer aus vielen Ländern teil. An der letzten Auktion (466) waren es unter anderem Bieter aus Russland, Italien, Frankreich, Singapur, Südkorea etc. Der Schatzungspreis ist netto (wie an allen Auktionen), während in der Ergebnisliste bereits der Aufpreis des Käufers enthalten ist. Da das Auktionshaus in Zürich einen Partner hat, wird der Versand und die Abrechnung für die Mehrwertsteuer erleichtert. Dies gilt vor allem auch für Anbieter, welche ihre Weine einstellen möchten. Die Weinauktion sind nur ein kleiner Teil der Aktivitäten des Auktionshauses. Da gibt es auch Kunst, Accessoires, ja sogar Classic Cars (Autos).

Der  Ablauf der Weinauktion ist wenig stimmungsvoll, eher eintönig und langweilig. Die Informationen (trotz Experten) eher dürftig und der Auktionator von lähmender Unerbindlichkeit (ohne jegliche Ausstrahlung).

Hier die Ergebnisliste der Auktion 466)

Nächste Weinauktion am 25. April 2016.

Hier die Vorschau und der Katalog (sobald er erscheint)

15. März 2015

 

Auctionata.de

(Live-Internetauktionen)

 

Letzte Wein-Aufktion:
13. März 2015

 

 

Die neue Form der Internetauktion – https://auctionata.de – bei der man live per Internet während der Versteigerung dabei sein kann – bestätigt die Tendenzen: Bordeaux und Burgund (die wichtigsten zwei Weingebiete im Rahmen von Weinauktionen) sind vor allem dann gefragt, wenn „gute“ Jahrgänge mit bekanntem Namen, gutem Füllstand und perfekter Etikette angeboten werden. Es sind vorwiegend Händler, die hier auf Auktionen einkaufen. Flaschen, welche einer oder mehrerer dieser Anforderungen nicht entsprechen – sie mögen noch so exklusiv sein – finden kaum Abnehmer; sie gehen in der Regel in den „Shop“ – eine Art Nachauktion – wo sie zum fixen Startpreis angeboten werden.

 

Die Live-Auktion (Wein ist nur eine Sparte) hat durch das Internet weltweite Verbreitung. Die hohen Versandkosten (generell für Nicht-EU-Länder), der Aufpreis und die hohe Mehrwertsteuer (Total 23.8 % - ohne Versandkosten) machen die Auktionen für private Weinliebhaber unattraktiv. Trotzdem lohnt es sich, ab und zu dabei zu sein und die internationale Entwicklung zu verfolgen. Die aggressive Werbung hat das Auktionsunternehmen bereits leicht in Verruf gebracht. Wer einmal auf der Website des Auktionshauses gelandet ist, erhält fast täglich Auktionsaufrufe (für alle überhaupt möglichen Auktionen – die Mehrheit betreffen nicht Wein). Ich werde die nächsten Wein-Auktionen aufmerksam verfolgen und darüber berichten.