Auktionen

Da ich regelmässig an Auktionern teilnehme und die Szene intensiv beobachte, veröffentliche ich hier nebst Hinweisen und Ankündigungen auch Kommentare. In den Vorschauen weise ich auf interessante Lots hin und versuche Tendenzen aufzuspüren.

In den Kommentaren hingegen ziehe ich Bilanz. Diese Kommentare stelle ich meist auch im Forum von Wein-Plus.de ein. Dort werden werden sie oft auch diskutiert.

Es sind vor allem die drei Schweizer Auktionshäuser,
die ich regelmässig kommentiere.

 

Das älteste Auktionshaus der Schweiz: Steinfels Weinauktionen

Das umtriebigste Auktionshaus mit grosser internationalen Kundschaft: Wermuth (heute unter dem Namen Franz J. Wermuth - Auktionator)

Die Weinbörse (mit René Gabriel unter anderen); Weinbörse

Die Nachfolger Auktion von Wermuth - eigentlich Denz-Weine - tritt selbständig auf unter dem "alten" Namen Wermuth-Auktionen

Nur noch schriftliche Auktionen führt Zimpel-Auktionen durch

Das bedeutendste deutsche Wein-Auktionshaus Koppe&Partner besuche ich nur sporadisch, vor allem seine Internet-Auktionen.

Internet Live Auktion auctionata

13. Oktober 2016

 

Auktionen:

 

Festtagsweine

 

Es ist wie alle Jahre, Ende Oktober - noch rechtzeitig vor den Festtagen (die noch zwei Monate auf sich warten lassen) - buhlen alle Auktionshäuser um die Gunst der Weinliebhaber und Händler. Für die Einlieferer gilt es, zu einem schönes Weinachtsgeld zu kommen, für die Käufer zu einem besonderen Wein.

auctionata (Live-Auktion im Internet)

am Samstag, 29. Oktober 2016, um 19 Uhr live im Internet

 

Katalog online

 

Steinferls Auktionen

 

am Samstag, 26. November 2016 im Weinhaus an der  Pfingstweidstrasse 6 ,|Zürich

 

Ich werde über die Auktionen berichten, vorher noch eine ausführliche Vorschau machen, mit Tipps und Hinweisen.  

Spengler & Partner, J. Wermuth

am Samstag. 29. Oktober 2016 um 11.30 Uhr im Hotel Hilten, Glattbrug/Zürich-Airport

 

Katalog online

 

Weinbörse (Gabriel/Gerstl)

 

am Samstag, 12. November 2016 um 19.30 Uhr im Hotel Crowne Plaza in Zürich

 

Werrmuth Auktionen (eigentlich Denz-Aukton)

 

am Samstag, 19. November 2016 um 9.30 Uhr im Hotel Atlantis, Zürich

30. August 2016

 

Wein:

 

Der Auktions-Herbst 2016 beginnt

 

Eine Saalauktion vom Weinhaus Steinfels am
                                03. September mit rund 1'700 Lots. Mehr Informationen hier.

eAuktion - Live - am 31. August 2016 - um 18.00 Uhr mit 159 Lots - nicht nur Bordeaux und Burgund. Es sind bereits viele Vorangebote vorhanden, so dass der Startpreis meist höher liegt als der Ausrufpreis.

Hier der Katalog.

Liquidations WEB-Auktio der Weinbörse vom 03. September (09.00 Uhr) - 10. September (18.30 Uhr).
Es werden 13’780 Flaschen bekannte und reife Bordeaux sowie ein paar Rhôneweine  zu extrem tiefen Ausrufpreisen liquidiert. 
Mehr Inforrmtionen und Zugang zur Auktion hier

24. August 2016

 

eAuktionen
WEB-Auktionen

 

Schnäppchenjagd

 

Es ist spannend bei den Weinauktionen. Es drängen immer mehr Anbieter (vor allem auch neue Internet-Formate) auf den Markt. Die traditionellen Auktionskanäle für den privaten Weinliebhaber (eBay und ricardo) erhalten Konkurrenz. Die traditionellen Auktionshäuser dringen in die Domäne ein. Und zwar recht rasant. Zuerst war es auctionata in Berlin, die eine echte Live-Auktionsbeteiligung (virtuell im Saal) ermöglicht hat.

(Foto: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
(Foto: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

 Doch die Zoll- und Gebührenschranken sind (für die Schweiz) recht hoch. Der "Kleinhandel" mit Weinen auf den grossen Internet-Plattformen (eBay und ricardo) hat sich als recht riskant erwiesen (da tummeln sich auch fragwürdige Anbieter) und die Herkunft der Weine ist oft nicht abzuschätzen (Transportwege, Lagerung, Füllstand etc.) Man vertraut mehr den gut eingeführten Auktionshäuser (wo sonst vor allem die "grossen Weine" über die Bühne gehen. Di "Schnäppchenjäger"

Früher als "bunte Schar" in den Saalauktionen anzutreffen, haben sich weitgehend ins Internet "verzogen". Die Gebühren (inkl. Mehrwertsteuer) für Einzelflaschen und "kleine Lots" sind einfach zu hoch. Der "Schnäppchenhandel" kam beinahe zum Erliegen. Jetzt aber wird aufgerüstet. Gerade für private Sammler und Weinliebhaber ein neue, spannendes Angebot. Ich werde darüber laufend berichten.

25. Mai 2016

 

Weinauktionen

 

Die grossen "Frühlingsauktionen" sind vorbei und zeigten die ersten Trends bezüglich der Preise und der Verfügbarkeit von "grossen" Weinen. Zudem steht auch der "gigantische Leerlauf des Primeur-Zirkus" im Bordeaux-Geschäft an und beschäftigt die Weinwelt. 

 

Zuerst aber sind noch zwei Weinauktionen zu melden. 
Die "Wermuth-Auktion" (heute Denz-Weine) bietet eine Kollektion von 11 Flaschen der Domaine de la Romanée Conti aus dem Jahr 2005 an, zum Schätzungspreis von 27'000--33'000 Franken. 

Mehr dazu (inklusive Katalog) hier

Ein weiteres Auktionshaus - Zimpelauktionen von Rudolf Mangisch, führt ab und zu noch Auktionen durch, allerdings schon längere Zeit keine Präsenzauktionen mehr. Auf der Website - Zimpelauktionen - stammt der letzte Eintrag aus dem Frühjahr 2015. Seither findet hier nichts mehr statt. 
Allerdings hat Rudolf Mangisch jetzt wieder zu einer Internet-Auktion aufgerufen, die bereits am 1. Juni 2016 endet. Es stehen 264 Lots an, auf die nur schriftlich geboten werden kann. Hier die Auktionsliste als PDF zum herunterladen. 
Über die Ergebnisse werde ich nach der Auktion berichten

Internet-Auktion von Rudolf Mangisch vom 01. Juni 2016
weinauktion 010616.pdf
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10. April 2016

 

Die nächsten Weinauktionen:

 

Weinbörse

am  am Samstag, 16. April 2016

ab 10.00 im  Grand Hotel Quellenhof 
in Bad Ragaz

 

Franz J. Wermuth

am Samstag,2 3. April 2016

                                                   ab 11.00 Uhr im Hotel Hilton, Glattbrugg

Es sind zweifellos die zwei interessantesten Auktionen in diesem Frühjahr.

Franz J. Wermuth (jetzt Dr. Spengler & Partner Ag - Franz J. Wermuth) traditionell im Hotel Hilten in Glattbrugg. Es waren einst "Mamut-Auktionen" mit weit über 1'000 Lots, die bis zu sechs Stunden dauerten. Jetzt hat der Auktionator abgespeckt: es sind "nur" noch 628 Lots, so dass die Auktion gut drei Stunden dauern wird.

Die Weinbörse ist deutlich "professioneller" geworden und findet (wie in früheren Jahren schon) einmal in Bad Ragaz statt. Eines ist sicher, "langweilig" ist die Auktion nicht, wird sie doch weitgehend von René Gabriel geleitet (oft wie eine "Wundertüte). Es sind 1017 Lots, davon rund 460 Bordeaux (rot). Daneben aber auch viele Weine anderer Provenienzen.  

Weiterlesen hier 

16. April 2016 in Bad Ragaz
16. April 2016 in Bad Ragaz
23. April 2016 im Hotel Hilten, Glattbrugg
23. April 2016 im Hotel Hilten, Glattbrugg

01. April 2016

 

Die nächsten Weinauktionen:

 

Weinbörse

am  am Samstag, 16. April 2016

ab 10.00 im  Grand Hotel Quellenhof 
in Bad Ragaz

 

Franz J. Wermuth

am Samstag,23. April 2016

                                                   ab 11.00 Uhr im Hotel Hilton, Glattbrugg 

 

Die nächsten zwei grossen Weinauktionen (Präsenz-Auktionen) sind angekündigt. Die Weinbörse findet dieses Mal (wie früher schon) in Bad Ragaz statt, während

Franz J. Wermuth traditionell im Hotel Hilten die Weine versteigert.  

Die Tendenz (nach den bisherigen Auktionen zu urteilen) verheisst stabile, eher fallende Preise. Die Internet-Auktion auktionata (letzte Wein-Auktion am 23. März 2016) ist international aufgestellt und daher ein guter Gradmesser für Preise und "Auktionsfieber".

Die Auktion war - trotz vielen Spitzenweinen - von geradezu gähnender Langeweile. Es gingen zwar die meisten Weine weg, doch geboten (gefeilscht) wurde kaum - oder nur in wenigen speziellen Fällen.

Weiterlesen hier 

10. April 2016

 

Weinbörse

am  am Samstag, 16. April 2016

 

 

ab 10.00 im  Grand Hotel Quellenhof 
in Bad Ragaz

 

 

Zum Auktionskatalog (zum herunterladen)

Zur WEB-Auktion (Vor- und Nachauktion)

 

 Zum Angebot:
Relativ viel Burgunder: rot und weiss. Neben Highlights wie Henry Jayer: Echézeaux 1973 (Ausruf 1'080 CHF für eine Flasche) oder Domaine d'Auvenay (Leroy) Criots-Bâtard-Montrachet 1998 (630 CHF für 1 Flasche) auch viele schöne "kleinere" Lots, die vor allem Weinliebhaber interessieren dürften.

Traditionell sind die Bordeaux am besten Vertreten (Sammlerbereich), Schnäppchen genau so wie Raritäten. Eine Mouton-Rothschield Sammlung 1945-2004 dürfte wohl der Auktionshöhepunkt sein (Ausrufpreis 28'000 CHF). 

Aufnahme einer früheren Aquktion in Bad Ragaz
Aufnahme einer früheren Aquktion in Bad Ragaz

Darüber werde ich später in der Analyse berichten. Für den "bescheideneren" Weinliebhaber sind vor alle Schnäppchen interessant: Weine aus kleineren Jahrgängen und weniger berühmter Weingüter: Cabon la Pelouse 2003, Cantemerle 1986, Sammellots (Choix de Bordeaux), Dominique 1996, Lagrange 1991+2003, Meyney 2009 etc.Generell kann man sagen, dass durch die Internet-Vorauktion gerade bei den sogenannten "Schnäppchen" die Chance kleiner geworden ist Bordeaux-Schnäppchen zu ergattern.

Die Weinbörse ist viel breiter im Angebot als fast alle anderen Auktionen: Rhône, Languedoc, Loire, Madrian, Champagne, Italien (nicht nur Toscana und Piemont), Spanien, Portugal, Deutschland, Schweiz, Österreich, Ungarn, USA/Kalifornien, Chile, Australien/Neuseeland, Südafrika.

Aus Erfahrung ist zu sagen, dass die Mixed Lots besonders interessant sind, vor allem für neugierige, interessierte Weinliebhaber, die nicht nur "ihre" Marke trinken.

 10. April 2016: 

 

Franz J. Wermuth

am Samstag,23. April 2016

ab 11.00 Uhr im Hotel Hilton, Glattbrugg 

 

Der Auktionskatalog ist noch nicht veröffentlicht. 
Sobald er verfügbar ist, wird er hier aufgeschaltet. 

 

Mehr Informationen hier

 

Franz J. Wermuth dürfte der routinierteste und am besten orientierte Auktionator sein. Seine Zusatzinformationen - auch über Herkunft, Keller und Preisentwicklung (natürlich streng anonym) erleichtern auch dem "kleinen Käufer" die Orientierung. Die Auktion ist nicht nur eine "Kaufbörse", bei der es nur um Zahlen geht, sondern auch eine aktuelles Zeitfenster zum Weinmarkt, Sammlertreiben und den Trends.

Aus dem Angebot: Auch hier grosse und kleine Weine, Einzelflasschen (bei den teuren Weinen), Original Holz Kisten (OHK) und Lots mit mit ganz unterschiedlich vielen Flaschen, Raritäten und Trouvaillen. Was die Sache besonders spannend macht: hier gibt es keine festen Start-Preise (zumindest nicht für den Käufer ersichtliche), sondern Schätzungspreise (von-bis) Oft werden Lots deutlich günstiger ausgerufen, so dass ein echtes Bieten, Abwägen, Hochtreiben etc. stattfinden kann.

Das Angebot ist nach meine ersten Durchsicht des Katalogs vor allem auch für Weinfreunde interessant, welche ihren Weinkeller mit nicht allzu teuren aber guten Weinen aufstocken möchten:
6 Flaschen Gruaud Larose 1999  (Schätzungspreis (270-420 CHF), 6 Fl. Haut Bailly 1995 (360-540 CHF), 6 Fl. Troplong Mondot 1997 (240-360 CHF), 10 Fl. La Tour Carnet 1998 (300-450) etc.

 

Wenn man berücksichtigt, dass diese Weine in der Regel unter dem Schätzungspreis weggehen, dann lohnt es sich hier mitzubieten.


Eigentlich ist Wermuth (das alte Auktionshaus) international gut positioniert. Das heisst im Angebot sind sehr viele OHK (Original Holz Kisten), Lots, die eindeutig in den Handel gehen. In diesem Bereich ist der "neue" Wermuth noch immer unschlagbar. 

10. März 2016

 

Saisonstart:

Auktionen

 

Kaum bricht der Frühling an, treten auch die Wein-Auktionshäuser auf den Plan. Fast scheint es, als wollten sie sich im Zeitplan überbieten. Dem Weinfreund kann dies nur recht sein, werden doch da

die Preisweichen bereits gestellt, zumindest was ältere Weine betrifft. Im Bereich Bordeaux – dem mit Abstand wichtigsten Segment in den Auktionsangeboten – wird noch das «Bordeaux-Rennen» (Fassverkostung auf den Châteaux) um Ostern abgewartet. Dann, so Ende Mai, Anfangs Juni, liegen die ersten Subkriptionsangebote für den Jahrgang 2015 vor. Die nächste Auktionsserie – meist im Juni – wird also bereits vom neuesten Jahrgang beeinflusst sein

Termine und mehr lesen hier.

10. März 2016

 

Auktionen in der Schweiz:

Termine

 

Den Reigen eröffnete (in der Schweiz) das «Auktionshaus»

Steinfels» am vergangenen Samstag in den eigenen Geschäftsäumen. .

Die weiteren Termine:

Die Weinbörse – auch sie hat sich neu ausgerichtet – ist am Samstag,

16. April 2016 im Hotel «Quellenhof» in Bad Ragaz.

Der Katalog ist noch nicht veröffentlicht. Speziell bei dieser Auktion ist die vorgängige Möglichkeit im Internet mitzubieten (nur bis zum Tag der Präsenz-Auktion), dann wird das Internet geschlossen.

Weitere Informationen und Analysen kurz vor und nach der Auktion hier.

Die Wermuth-Auktionen (jetzt Denz-Weine) findet am nächsten Samstag,

12. März 2016 neu im Hotel Atlantis by Giardino, in Zürich statt.

Der Katalog ist bereit online und kann hier heruntergeladen werden

Er umfasst 888 Lots, darunter das Highlight: Eine Flasche Yquem 1937 mit 21!!! Gabriel-Punkten.

Analysen und Informationen nach der Auktion hier.

Franz Wermuth - wohl der beste Auktionator am Platz - hat zusammen mit dem Weinhaus Dr. Spengler und Partner eine deutlich kleinere, aber attraktive Auktion eröffnet, nachdem er über viele Jahre die Auktion "Wermuth" (mit meist über 1000 Lots geleitet hat. Seine Auktion - Franz J. Wermuth Auktionator - ist die letzte in der aktuellen Reihe. Sie findet am 23. April 2016 im Hotel «Hilton» in Glattbrugg statt.

Der Auktionskatalog ist noch nicht  veröffentlicht, doch - sobald abgeschlossen - hier herunterzuladen.

Auch über diese Auktion werde ich - wohl mit Bildern - hier berichten und analysieren.

03. Februar 2016

 

Auktionen:

 

Wieviel "darf" eine Flasche Wein kosten?

 

Weinauktionen sind "Gradmesser" für das aktuelle Weinfieber. Tendenzen lassen sich da erkennen: Wie gross ist die Nachfrage? Steigt der Preis? Welche Weine sind im Augenblick besonders gefragt? 

Ich berichte hier - und im "Das Weinforum" laufend über aktuelle Auktionen, vor allem in der Schweiz und in Deutschland. 

  • Beim grössten Weinhaus in Deutschland findet am kommenden Samstag, 6. Februar im Hotel Königshof in München die nächst grosse Präsentauktion statt.
  • Von heute 02. Februar bis Sonntag 7. Februar läuft eine Internet-Auktion. Hier der Auktionskatalog 

Ich werde über die wichtigsten Ergebnisse berichten. Zur Auktion - vor allem zu den Auktionen, auf denen Raritäten für "fanatische" Sammler angeboten werden - hier ein "Aufgeschnappt" aus der Yoopress, den täglichen Nachrichten aus der Weinwelt.

 

Kann ein Wein mehr als 80.000 Euro wert sein?

 

1847 war der erste Jahrgang, der den Ruf von Château d’Yquem begründete. (© Koppe & Partner)
1847 war der erste Jahrgang, der den Ruf von Château d’Yquem begründete. (© Koppe & Partner)

"DEUTSCHLAND (München) - Ja, nein oder vielleicht? Jedenfalls wissen wir es noch nicht. Am 6. Februar wird in München im Hotel Königshof einer der teuersten und exklusivsten Weine der Welt, eine Flasche Chateau d'Yquem Jahrgang 1847, seinen Besitzer wechseln, hofft jedenfalls der jetzige Besitzer und das Auktionsteam. Koppe & Partner hat diesen über 169 Jahre alten Wein für 41.520 Euro als Startpreis für das ungewöhnliche Los bezeichnet. Der zu erwartende Erlös ist auf 83.000 Euro definiert." Weiterlesen hier

04. September 2015

 

Weinauktionen:

Das Herbstgeschäft 2015

 

Die Weinauktionen haben - nach den Sommerferien - bereits begonnen. Den Auftakt machte Steinfels am 29. August 2015 mit rekordverdächtig vielen Lots (mehr als 2'000). Da ich nicht anwesend war, fehlt eine Analyse. Es ist auch noch nicht feststellbar, wie gross die Nachfrage und die Preistendenz sich entwickelt. Hier die Resultatliste. Nächste Auktion am 21. November 2015. Tendenz: Eher im unteren Schätzungspreis.

Die Weinbörse eröffnete hat am 01. September erstmals eine WEB-Börse eröffnet. Sie dauert nur fünf Tage und ging am Samstag, 05.09.2015 um 20.00 Uhr zu Ende. Direkter Link zur Internet-Börse.

Von rund 420 Lots sind am Tag nach dem Abschluss (Sonntagmorgen) noch 159 Lots  zum fixen Ausrufpreis zu erwerben und zwar direkt per Internet (neue Platform mit einfacher Bedienung). Die Gebote werden direkt registriert. So dass man sofort weiss, ob man etwas erhalten hat. Liste reduziert sich also dauernd. Hier mein erster Kommentar.

Die erste Saal-Auktion der Wein-Börse am Samstag, 28. November 2015 im  Hotel Crowne Plaza, Zürich. Der Katalog liegt noch nicht vor.

Die im Frühjahr neu aufgestellte ehemalige Wermuth-Auktion (unter neuer Leitung) hat soeben ihren dritten Katalog publiziert. Die Auktion findet am Samstag, 12. September 2015 im Hotel Park Hyatt in Zürich statt. Hier  ist der Auktionskatalog herunterzuladen (PDF oder Excel).

15. April 2015

 

Auktion Weinbörse 92 vom 11. April 2015
im Hotel Seedamm, Plaza, Pfäffikon (ZH)

 

Nachbetrachtung

 

Für einmal war ich nicht im Saal, ich konnte also die Stimmung nicht beobachten. Diese Nachbetrachtung beruht also auf den erzielten Resultaten. Für einmal habe ich die Preise nicht hochgerechnet (also netto), für den Käufer kommt der Erwerb noch etwas mehr als 20% höher (Lotgebühr, Aufpreis und Mehrwertsteuer). Für den Einlieferer sind es pro Lot etwas mehr als 10% (Kommission und Lotgebühr) weniger.

Weiterlesen hier

15. März 2015

 

Weinauktionen

 

Drei Weinauktionen sind in diesen Tagen und Wochen ins neue Geschäftsjahr gestartet. Besonders interessant ist der Neuanfang der Wermuth-Auktion nachdem der Inhaber, Franz Wermuth, das Unternehmen verlassen hat.

 

Die andern beiden Auktionen, Steinfels und auctionata.de (Live-Internet) sind vorüber, die Weinbörse folgt im nächsten Monat. Ueber alle Auktionen werde ich wieder berichten und die erkennbaren Trends aufzeigen.

Wermuth Auktion 14. Märzt 2015 im Hotel Park Hyatt in Zürich
Wermuth Auktion 14. Märzt 2015 im Hotel Park Hyatt in Zürich

Neustart der traditionellen Wermuth-Auktionen, die bisher etwa sieben Mal im Jahr durchgeführt wurden, jetzt nur noch vier Mal. Franz Wermuth – der Gründer und Auktionator des Hauses – hat das Unternehmen verlassen, sein langjähriger Mitarbeiter Andreas Dünner führt es weiter. Als Auktionator wurde Georges de Bartha verpflichtet, der routiniert durch die 708 Lots der ersten Auktion des Jahres steuerte. Durch die verschiedenen Neuerungen ist es sehr schwer, einen klaren Trend abzuleiten. Nicht nur der Austragungsort – jetzt mitten in der Stadt Zürich – hat gewechselt, auch der Mixt (zumindest dieser ersten Ausgabe) ist anders geworden, vor allem aber auch die Abwicklung der Auktion.

Weiterlesen zur Auktion Wermuth

Generelle Beobachtungen und Analysen zum Auktionsjahr

Die nächsten Auktionen

Die nächsten Auktionen

vorbei:

Samstag, 13. Juni 2015

Pfingstweidstrasse 6, CH-8005 Zürich

Katalog

 

Nächste Auktion: Samstag, 13. Juni 2015 (Katalog noch nicht publiziert)

Erste Analyse und Trends

 

 

       Auktion Nr. 205

       Seltene Weine & Spirituosen

       Samstag, 9. Mai 2015, 18 Uhr

       Berlin

 

      WARNUNG !!!!

      Wer sich bei auctionata akreditiert - des geht 
      sehr einfach - wird fortan täglich mit Werbung  
      überschüttet. Nicht nur mit Werbung für Weine und Spirituosen, nein, Werbung für alle Auktionen: Möbel, Asiatika, Gemälde, Uhren, Teppiche, Antiquitäten und, und, und..... Das Thema "Belästitung bis an die Grenzen" bis in die Nähe des  "unlauterer Wettbewerbs" war auch immer wieder Gesprächsstoff in der Presse. Modernes Marketing funktioniere eben so, sagt man von Seiten der Firma. Davor sei hier ausdrücklich gewarnt!

 

Auktionskatalog  zum herunterladen.

Amalysen und Beobachtungen hier

 

Nächste Auktion:
Samstag, 30. Mai  2015

WZ 243

                                                                      Hotel Park Hyatt, Zürich


Die letzte Auktion WZ 252 ist am 14. März 2015 durchgeführ worden. Hier der erste Bericht, Bilder und eine kurze Analyse hier


 

        

      29.4.2015 - 03.3.5.2015 Internet-Auktion

 

      Samstag, 23. Mai 2015

       Hamburg, Hotel Vier Jahreszeiten


      Katalog

 

       vorbei

 

       Dienstag, 31. März 2015

       Schriftlich einreichen bis zu diesem Datum

       Auktionsauftrag

       Katalog

    

 

      Samstag, 05. September 2015

      Hotel Crowne Plaza, Zürich

      10.00 - ca. 17.00 Uhr

       Katalog (noch nicht veröffentlicht)

06. März 2015

 

Kommentare zu Auktionen 2015

Zwei Auktionen - es sind die ersten der neuen Saison - sind besonders interessant: Wermuth-Auktionen und Weinbörse. Die Weinbörse wird vor allem von Weinliebhabern besucht. Geleitet wird sie von René Gabriel. Zum ersten Mal findet sie in Pfäffikon (SZ) statt, sonst meist in Zürich.

Die Situation der Wermuth-Auktionen - vorwiegend auch von Händlern aus der ganzen Welt frequentiert - muss sich neu positionieren. Der langjährige Auktionator Franz Wermuth hat das Unternehmen abgegeben, genau so wie das damit verbundene Weinhaus (wird nach dem 14. März 2015 in Denz Weine umfirmiert. Neuer Auktionator: Georges de Bartha.

Diese Auktionen werden auch die ersten Trends bei den Weinpreisen offenbaren. Dies ist auch besonders interessant, auf Grund des Wechselkurses Franken-Euro.

06. Juni 2014

 

Wermuth Auktionen

 

Da Wermuth jährlich am häufigsten Auktionen durchführt, sind von jetzt an die Kommentare und Analysen der Wermuth-Auktionen hier zu finden.

05. Juni 2014

 

Online Auktion:

 

Edle und rare Weine aus Frankreich

auctionata

 

Erfahrungsbericht

Es war bereits die Auktion Nr. 66. Nicht nur Weine werden von diesem neuartigen Auktionshaus versteigert, auch Bilder, Kunst, Schmuck, Uhren, Antiquitäten etc. Die letzte Weinauktion war am 16. Mai 2014 (Nr. 60), mit der Totalauflösung eines Privatkellers mit 282 Teilnehmern aus Ländern. Es kamen 111 Lots zum Verkauf, 96 davon fanden direkt einen Käufer. Der Rest wird im angeschlossenen Shop zum Einstandspreis verkauft. Diesmal waren es 84 Lots, davon gingen 66 Lots weg, das sind 79 Prozent (nach meinen Erfahrungen mit Auktionen im Saal – ein sehr gutes Ergebnis).

Was ist von dieser Art von Auktionen zu halten?

Zuerst einmal, sie ist nicht zu vergleichen mit Internetauktionen wie sie eBay oder ricardo anbieten. Durch die technischen Möglichkeiten – direkte Live-Verbindung mit dem Auktionator im Saal – ist man unmittelbar dabei. Man ist gleichsam in Berlin, wo die Auktion stattfindet. Der einzige Unterschied zur Saal- (Präsenz-)Auktion: Es fehlt die Stimmung, die sonst in Auktionssälen herrscht, es knistert nicht und ist zum Teil (Dauer ca. zwei Stunden) langweilig.
Hingegen gibt es viele Vorteile. Der grösste: Die Auktion verläuft sehr transparent, ist einfach und klar, sehr informativ und man sieht deutlich mehr (und besser), was man da ersteigert. Die Weine werden (auch in Grossaufnahmen) gezeigt und teilweise von einem Fachmann (nicht vom Ausrufer) kommentiert. So ist es möglich, zum Beispiel den Füllstand (bei teuren Flaschen) direkt zu erkennen und auch den Zustand der Etiketten.

Auktion der Weinbörse in Bad Ragaz, Schweiz
Auktion der Weinbörse in Bad Ragaz, Schweiz

Ich war schon an sehr vielen Saal-Auktionen (heute wieder bei Wermuth, etwa 5 Stunden lang), so speditiv, klar und korrekt geht es – nach meinen Erfahrungen – an keiner andern Auktion zu und her. Auch hat der Bieter durch Druck auf den Button am Computer-Bildschirm jederzeit – bis zu den letzten Sekunden – die Möglichkeit mit einem Gebot ins Geschehen einzugreifen . Die Erhöhungsschritte sind klar, eindeutig definiert und auch der Start-Ausrufpreis (sowie der Schätzungspreis) sind bekannt und werden nicht verändert.

5 Original-Holzkisten, 5 Magnum-Fl. 2008 Frescobaldi Nipozzano Verkauft für 110,00 € Startpreis 100,00 €     Schätzpreis 200,00 €
5 Original-Holzkisten, 5 Magnum-Fl. 2008 Frescobaldi Nipozzano Verkauft für 110,00 € Startpreis 100,00 € Schätzpreis 200,00 €


Wer noch nie an einer Saal-Auktion teilgenommen hat, kann da – gleichsam anonym (durch Anmeldung dem Auktionshaus bekannt) – an einer Live-Auktion teilnehmen. Dadurch werden viele Barrieren abgebaut. Gut so! Dies bringt Dynamik (und echte Konkurrenz) ins Geschäft. Es ist auch ersichtlich wohin die ersteigerten Weine gehen (nicht an wen) und wer (natürlich anonym) viel kauft (Händler). So ging zum Beispiel ein (oder waren es zwei?) Lots nach China, andere nach Griechenland, Frankreich, in die Emirate etc.
Die Ausrufspreise und die Schatzungen schienen mir korrekt und (verglichen mit andern Auktionen) sehr seriös. Der einzige Einwand: Das Käuferaufgeld ist mit 23.8 Prozent recht hoch, allerdings inkl. Umsatzsteuer. Wenn dann der Versandt noch dazu kommt (variiert natürlich je nach Grösse des ersteigerten Gutes) und – wie im Fall der Schweiz – die Zollschranken, dann kann man zum Preis, zu dem man etwas ersteigert hat, rasch und gut dreissig und mehr Prozent zusätzliche Kosten haben, so dass die Ware doch recht teuer zu stehen kommt. Eine Schnäppchenjagd jedenfalls ist es nicht.

 

Ich werde die Preise und das Angebot später analysieren und mit der Saalauktion (Wermuth) von heute vergleichen, und hier wieder – wie schon früher – berichten. Jedenfalls scheint mir – so mein erstes Fazit – die Online-Live-Auktion für Weinliebhaber eine gute Sache zu sein. Ich bleibe dran.

Hier der Link zum Auktionshaus "auctionata"

03. Juni 2014

 

Auktion älterer Weine:

 

Bitte trinken!

 

Für den renommierten "CapainCork" (Wein-Tageszeitung im Netz) habe ich heute im Vorfeld der Auktion "Edle und rare Weine" einen Barolo besprochen und vor allem ein Plädoyer für den Genuss und gegen die Spekulation geschrieben.

 

Hier der Beitrag

07. Juni 2013

 

Auktionsbericht: Schnäppchenjagd

 

Es ist die letzte Auktion vor der Sommerpause. Im September geht es – bei den meisten Auktionshäuser – weiter. Bis dann haben sich die Preise vielleicht etwas stabilisiert. Tatsächlich ist im Augenblick der grosse Boom vorüber, auch wenn das Interesse wieder leicht angestiegen ist.

Vor allem eines: Fantasiepreise wie für die Lafite-Rothschild Weine – ausgelöst durch eine, man kann schon sagen: Sucht der reichen Chinesen – haben wieder ein etwas verträglicheres Mass angenommen. Der Zweitwein Carruades de Lafite – vor gut einem Jahr noch für 300 Franken (230 Euro) gehandelt – erzielte jetzt in der Original Holzkiste (OHK) immer noch 170 Franken (130 Euro), dabei ist der Jahrgang eigentlich egal. Der 1998er kostete damals in der Schweiz etwa 32 Franken (25 Euro).

Auch andere Weine, die auf Grund des Namens oder der Etikette in China beliebt sind, lassen sich noch gut (und teuer) vermarkten. Sonst aber ist es eher monoton geworden im Auktionsgeschäft. Was sich dem gängigen Kauf- (und Vermarktungs-) Muster entzieht, ist schwer oder gar nicht zu verkaufen. Es scheint, dass die Devise „abwarten“ weitgehend befolgt wird, „mal sehen, wie sich die Preise entwickeln“. Dies gilt zum grossen Teil auch für Kultweine, die zumindest nicht zugelegt haben.

Etwas hat mein Interesse aber besonders geweckt: Etwa 250 Lots – alles in OHK von 12 Flaschen, Jahrgang 2006 – wurden angeboten, von einer bis zu zwanzig Kisten pro Weingut. Zu erfahren war dann: Hier ist offensichtlich eine Spekulation schief gelaufen. Nach dem ausgezeichneten Jahrgang 2005 und den dadurch ausgelösten Höchstpreisen wollte jemand (oder ein Unternehmen) die „Gunst der Stunde“ nutzen und hat im folgenden Jahr tüchtig „en Primeur“ (Subskription) eingekauft. Pech gehabt! Erstens war der 2006 ein eher mittlerer Jahrgang und zweitens kletterte der Wechselkurs Franken-Euro unglaublich hoch (etwa 1.6 Fr. für 1 Euro). Resultat: die Weine liessen sich kaum verkaufen, jedenfalls nicht zum Subskriptionpreis, von Gewinn war schon gar nicht zu reden. Jetzt landeten die Weine auf der Auktion.

In Zahlen sieht dies etwa so aus: Rieussec (Sauternes), damals für 70 Franken zu kaufen, erzielte jetzt noch 55 Franken. Zieht man die Kommission (in der Regel 10% Prozent für den Einlieferer) ab und rechnet man sogar noch die Kosten der Lagerung und die Spesen für die Einlieferung dazu, ergibt sich ein ordentlicher Verlust, bei vielen (vor allem bei weniger gesuchten Châteaux) bis zu 50 Prozent. Ein paar Beispiele (hier nur der damalige Subskriptionspreis und der Brutto-Erlös bei der Versteigerung notiert, umgerechnet auf eine Flasche). Latour Martillac: Subskription 42 Fr. Auktion: 24 Fr. Chasse Spleen: Sub. 30 Fr. Auktion 24 Fr. Boyd Cantenac: Sub. 40 Fr. Auktion : 28 Fr. Léoville Poyferré (der in den letzten Jahren zugelegt hat) Sub. 75 Fr. Auktion 50 Fr. Lafite-Rothschild (der lange Zeit so gesuchte und teuer bezahlte Wein) Sub. 700 Fr. Auktion 570 Fr.

Für den Verkäufer sieht dies schlecht aus, für den Käufer auch nicht unbedingt sehr gut, jedenfalls nicht als Schnäppchen, vor allem bei den kleineren Weinen. Denn der Käufer bezahlt zu den hier notierten Nettopreis noch rund 20% an Aufgeld, Lotgebühr und Mehrwertsteuer dazu. Dies bedeutet: Bruttokosten für Latour Martillac: 28 Fr. Chasse Spleen: 31 Fr. Boyd Cantenac: 34 Fr. Léoville Poyferré: 60 Fr. Lafite-Rothschild: 684 Fr.

Diese Beispiele zeigen eindrücklich: Spekulationskäufe (bei der Subskription) lohnen sich nur bei den ganz teuren Weinen (vor allem bei den Kultweinen) und auch da muss man Glück haben und den richtigen Zeitpunkt erkennen. Niemand kann ein Kultstatus garantieren, die Währungsverluste (im Nicht-EU-Bereich) können gross sein und die Lagerung müsste eigentlich (bei genauer Kalkulation) auch berücksichtigt werden (gekühlter Keller um 1 Franken pro Jahr).

Das „grosse Geld“ ist bei Weinen – allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz – nur punktuell und bei grossem Risiko zu machen. Zudem müssen der rasch wechselnde Markt genau beobachtet und die oft launischen Bewertungen der Wein-Gurus berücksichtigt werden. Dies führt - ab und zu - zum Erfolg. Zum Beispiel vor einem Jahr beim Lafite-Rothschild. Ausone, Las Cases und ein paar wenige Garagenweine könnten es auch sein. Doch ob es sich lohnt? Viele, zu viele betrachten den Wein nicht als Genussbringer sondern als Spekulations-Objekt. Dafür aber der Wein aber nur zu einem bescheidenen Teil geeignet. Schnäppchenjäger können sich meist mehr über ihre Jagd freuen als über ihre Gewinne.

Peter Züllig

 

Link zum Katalog und den Ergebnissen

28. April 2013

 

Unsicherheit an den Weinauktionen

 

Es scheint zwar, dass die „kleine Krise“ im Auktionshandel überwunden ist. Die Schatzungspreise wurden aber deutlich gesenkt und dem aktuellen Markt angepasst. Das bedeutet: Abschläge beim garantierten Mindestverkaufspreis um 20 Prozent. Der weitaus grösste Teil der Weine wird (etwa) zu diesem Preis den Käufern zugeschlagen. Ein echtes Bieten und Überbieten findet im Augenblick nur vereinzelt (und im kleinen Umfang) statt. In diesem Sinn sind Auktionen langweiliger geworden. Es herrscht offensichtlich eine grosse Unsicherheit – sowohl bei den Käufern als auch bei den Verkäufern.

Dies mag – je nach der Kundschaft eines Auktionshauses – unterschiedlich sein. Auktionshäuser wie Sotheby's melden periodisch Rekordergebnisse für Spitzenweine. Doch die Durchsicht der Auktionskataloge (und die Überprüfung der Ergebnisse) ergibt ein weit differenzierteres Bild. Kleinere Weine – vor allem aber auch Angebote aus Weingebieten, die sich für Spekulationen wenig eignen – finden kaum Absatz. Der Markt konzentriert sich auf ein paar (wenige) Namen und hauptsächlich auf Bordeaux, kleineren Teil Burgund und nur auf Weine mit tadellosem Etikett und gutem Füllstand.

Aktuelle Meldungen – wie neueste Parker-Punkte, der Verkauf oder Kauf von Châteaux, die Neuklassifizierung von Weingütern etc. – können den Markt (kurzfristig) beeinflussen und die Preise in die Höhe puschen. So zum Beispiel beim „aufgestuften“ Château Angélus oder bei Pontet Canet, das auf „Biodynamic“ umgestellt hat (seine neuen Weine sind unglaublich teuer geworden). Auch die älteren Weine solcher Weingüter profitieren jeweils von der aktuellen Preissituation.

René Gabriel, als Auktionator bei der „Weinbörse“ hat im Verlauf der aktuellsten Auktion (27.04.2013) immer wieder – zu Recht – betont, dass jetzt viele Weine zu günstigen Preisen zu kaufen wären. Weine, die in ein paar Jahren wohl ein Vielfaches kosten werden. Nur – welche Weine sind es, die eine Wertsteigerung erleben? Da ist in den letzten Jahren so viel „verspekuliert“ worden, dass man sich immer weniger auf sogenannte „sichere Anzeichen“ verlassen will. Selbst der schnelle Gewinn durch Verschiebung der Weine in den fernen Ostern ist alles andere als garantiert. Der Handel – selbst mit grossen Namen – ist deutlich ins Stocken geraten.

Gerade auf Weinbörsen und –auktionen, die vorwiegend (aber nicht ausschliesslich) von Weinliebhabern und –sammlern besucht werden, zeigt sich, wie der „Kleinhandel“ mit gereiften Weinen heute funktioniert (oder eben nicht). Zum Beispiel: im Jahr 2000 (Jahrtausendwende) wurden zu (für damals) recht hohen Preisen ziemlich alle lagerfähigen Weine als „Kapitalanlage“ empfohlen. So quasi: Wertsteigerung garantiert! In der Folge kamen – während gut zehn Jahren – kaum 2000er Bordeaux in den Handel, die Weine wurden gehortet. Selbst das Angebot an Zweitausendern im Fachhandel war lange Zeit „ausgetrocknet“. Weine haben aber – vor allem mittlere und kleine Weine – „Verfallszeiten“. Sie bauen – auch bei guter Lagerung – ab oder legen zumindest nicht mehr zu. In den Tabellen zur Weinreife steht dann: „austrinken“ oder gar „vorbei“. Höchste Zeit also, die Weine zu trinken oder zu verkaufen, zum Beispiel an einer Auktion.

Ein aktuelles Beispiel von der „Weinbörse“: Château Citran (Haut-Medoc), ein kleiner, aber „interessanter Wein“, „delikat mit guter Balance“, wie ihn die Weinkritik einst beurteilte. Er kostete damals in der Subskription etwa 24 CHF. Jetzt – an der Auktion wird er für netto für 20 CHF angeboten, er geht schliesslich für 25 CHF weg. Für den Käufer bedeutet dies, dass er brutto (inklusive Kommission und Mehrwertsteuer) 30 CHF bezahlen muss, der Einlieferer aber, der die Originalholzkisten 12 Jahre lang gelagert hat, macht kaum Gewinn, denn er erhält (nach Abzug der Kommission) gerade mal 23 Franken pro Flasche, also nicht einmal den Subskriptionspreis. Und dies für den hochgelobten und – weil jetzt kistenweise angeboten – wohl spekulativ gekauften 2000er Bordeaux. Falsch kalkuliert oder den falschen Wein eingelagert?

Wer konnte schon im Jahr 2000 voraussehen, dass der 2005er viel besser, der 2009er ein Jahrhundertwein und der 2010 („der beste Bordeaux aller Zeiten“) genau so „gross“ werden wird. Nein – wer schon mit Weinen spekulieren möchte, der setzt besser auf „grosse Namen“ – auf jene Châteaux, die meist Wertsteigerungen garantieren. Zum Beispiel auf Mouton Rothschild oder gar Pétrus. Doch selbst da herrscht nicht mehr nur eitle Freude. Mouton Rothschild war noch vor kurzer Zeit ein garantierter „Renner“, um den sich die Bieter wilde „Kämpfe“ lieferten. Diesmal blieben von den angebotenen 96 Lots immerhin 26 liegen; sie gehen nun in die „Nachauktion“ und werden allenfalls zum fixen unteren Schatzungspreis verkauft. Sobald das Etikett nicht ganz sauber ist, oder wenn es sich um einen „bescheidenen“ Jahrgang handelt, ist die Nachfrage bescheiden. Zu viele Moutons wurden in den letzten Jahren – in vielen Kellern – gehortet. Das Angebot – fast hundert angebotene Lots – beweist dies eindrücklich.

Noch drastischer ist es bei Pétrus. Für den 2005er wurde damals (in der Subskripion) etwas mehr als 3000 Franken bezahlt; kurze Zeit später verkaufte man ihn sogar für mehr als 4000 CHF (die Flasche!). In der Auktion hingegen erzielte er jetzt noch 1000 CHF (allerdings Etikett kellerbefleckt und beschädigt). Der 86er – im Handel heute noch um 1500 CHF angeboten – erzielte in der Auktion (6 tadellose Flaschen in OHK) 950 CHF (netto pro Flasche), der Einlieferer erhält also (abzüglich Kommission und Lotgebühr) 845 CHF, während der Käufer (brutto, inklusive Kommission und Mehrwertsteuer) 1‘130 CHF zu bezahlen hat. Sollten die Weine – dies ist bei diesen hohen Werten fast immer der Fall – wieder in den Handel gehen, resultiert ein Händlerpreis um 1400 CHF. Wo ist da der Gewinn?

Dies Rechenbeispiele zeigen, dass die Wertsteigerung auf dem Papier wohl funktionieren kann, in der Praxis aber meist an den Schwankungen, den Unsicherheiten und dem fehlenden Interesse scheitern. Gewinner ist letztlich – mit Sicherheit – nur der Auktionator.

Die „Goldgräberstimmung“ ist bei Wein-Auktionen weitgehend vorbei (zumindest im Augenblick). Zurückhaltung und Unsicherheit beherrschen den Markt.

Vielleicht ist mein eigenes Verhalten nur ein (zufälliges) Beispiel dafür. Zum ersten Mal (seit vielen Jahren) habe ich nicht eine einzige Flasche ersteigert. Ich war also „nur“ Beobachter an der Auktion. Dabei kaufe ich sonst an Auktionen immer etwas für den eigenen Weinkeller, grundsätzlich aber nur für mich, denn ich verkaufe keine Weine, spekuliere also nicht und achte kaum auf Wertsteigerung. Meine Kalkulation beruht einzig und allein auf dem Vergleich zwischen Kauf im Handel und Kauf an der Auktion. Wenn ich einen Wein gerne – zum gelegentlichen Konsum – in meinem Keller hätte und er ist an der Auktion deutlich günstiger als im Handel oder nur hier erhältlich, dann biete ich – sonst nicht.

Offenbar rechnet sich aber der Kauf an der Auktion im Augenblick nicht.


Der gleiche Text erscheint im Forum von Wein-Plus.eu. Dort kann er auch burteilt kommentiert und diskutiert werden. Der Zugang ist unentgeltlich und ohne Anmeldungsformalitäten frei zugänglich.

Das europäische Wein-Netzwerk

04. April 2013

 

„Das ist das Schöne an der Börse: ein Spekulant kann tausend Prozent Gewinn machen, aber nie mehr als hundert Prozent verlieren."

(Hermann Josef Abs, deutscher Bankmanager)

 

Nach Ostern finden wieder reihum die grossen Weinauktionen statt. Den Reigen eröffnet in der Schweiz  das Auktionshaus Wermuth am Samstag, 13. April in Zürich. Es folgt, zwei Wochen später, am  27. April, die Weinbörse in Bad Ragaz (mit René Gabriel). Steinfels - das dritte Auktionshaus - hat sich etwas abgesetzt. Es führt seine nächste Auktion am  22. Juni. durch.

Nach einer deutlichen Baisse kann man gespannt sein, wie sich der Markt entwickelt.


04. April 2013

 

Weinauktionen und ihre Widersprüche

 

Es sind mitunter die tiefsten Ausrufpreise seit 10 Jahren - also ein sehr attraktiver Käufermarkt. Die Gelegenheit, sich reife grosse Weine zu ersteigern…“, schreiben Max Gerstl und René Gabriel in der Ankündigung zu ihrer Auktion „Weinbörse“, die am 27. April dort stattfindet, wo soeben das Wein-Welt-Festival mangels Interesse abgesagt wurde. Zwei Wochen früher gibt es in Zürich die 237te Weinauktion von Franz J. Wermuth. Dazu schreibt der Auktionator: „Die Chancen für preiswerte Weine sind wieder grösser, Schnäppchen sind möglich.“ Und schliesslich lese ich im soeben neukonzipierten „Vinum“: „Bordeaux wieder gefragt….Der Liv-Ex 50, ein Index für die Handelpreise grosser Bordeaux, hat seit November 2012 um ganze zehn Punkte zugelegt. Ein deutlicher Hinweis, dass die Nachfrage wieder steigt.“

 

Wie sind solche scheinbar widersprüchliche Signale zu verstehen?

Es ist relativ einfach, wenn man sich bewusst ist, dass Weinauktionen ganz unterschiedlichen Interessen dienen. Da sind einmal all jene, für die der Wein eine Geldanlage ist, wo durch Kauf und Verkauf möglichst viel Gewinn erwirtschaftet wird, nicht anders als an der Börse, nur in einem etwas gemächlicheren Rhythmus. Broker, Händler und Investoren sind die Protagonisten dieses erheblichen Marktes. Analysten wie Robert Parker können da schon mal grössere Lawinen auslösen, wie zum Beispiel jetzt mit der Liste der 100-Punkte Weine des Bordeaux-Jahrgangs 2010.

Da sind aber auch die Einlieferer, die versuchen - zu möglichst hohen Preisen - das wieder auf den Markt zu bringen, was sie – meist aus Spekulationsgründen – einst gekauft und gelagert haben. Nicht zu unterschätzen sind dabei auch die „Kellerauflösungen“ – oft durch die Erben von verstorbenen Weinliebhabern – die via Auktion das Erbe zu Geld machen möchten.

Dann sind da die Händler, die Restaurantbesitzer, die engagierten Sammler, welche ganz bestimmte Weine suchen und kaufen, sei es für sich oder im Auftrag. Auktionen sind immer auch Einkaufsmöglichkeiten, die von der Wein-Brache genutzt werden und die sich an den aktuellen Marktpreisen des Detailhandels orientieren (Weine müssen – nach Abzug der Kommissionen und Steuern – weniger kosten als im Handel – oder dann ganz rar sein).

Und schliesslich gibt es noch die vielen Weinliebhaber, die sich an Auktionen mit Weinen eindecken. Man nennt sie Schnäppchenjäger, ganz einfach, weil sie anstatt beim Händler oder beim Discounter zu kaufen, auf Auktionen nach Weinen „zum besten Preis“ Ausschau halten.

Wenn man all diese zum Teil recht unterschiedlichen Interessen gewichtet, dann entsteht das, was man als Auktionstrend oder (in der Börsensprache) als Kurs bezeichnet. Dies kann – von Auktionshaus zu Auktionshaus – durchaus unterschiedlich sein. Die verschiedenen Auktionen haben schwerpunktmässig auch eine unterschiedliche Klientel. So wendet sich Sotheby’s vor allem an Broker, Händler, Investoren und reiche Weinliebhaber.

Während – um bei unseren Beispielen zu bleiben – Wermuth (der immerhin an einer einzigen Auktion ohne weiteres eine Million und mehr umsetzt) vor allem von Kleinhändlern und Restaurateuren genutzt wird, aber auch von Schnäppchenjägern und „Kleinspekulanten“, die ihren eigenen Weinkonsum durch Auktionsgewinne finanzieren, denn bei Wermuth gibt es (überdurchschnittlich) viele Kellerauflösungen

Die „Weinbörse“ hingegen ist eher der Ort der kleinen und grossen Weinliebhaber und -sammler. Man spürt es schon in der Atmosphäre; hier geht es nicht ausschliesslich um Geld und Gewinn, hier hat der Wein – auch der weniger berühmte – durchaus eine Chance. Ausgesprochene Schnäppchenjäger sind hingegen eher selten, vor allem, weil die Weine nicht unter dem Schätzungspreis zu ersteigern sind. Man kann sich also vorbereiten und kalkulieren (was, bis zu welchem Preis man kaufen will).

Es gibt also nie einen einzigen Auktionstrend oder –kurs. Zu unterschiedlich sind eben die Interessen. Aber es gibt Bewegungen im Weinmarkt, die sich sehr gut in den Auktionen wiederspiegeln. So hat der Markt mit teuren Weinen (die immer noch weitgehend nach Asien verschoben werden) nach einer Baisse wieder etwas zugelegt (es heisst dann: die Analysten sind zuversichtlich!), während der Markt für die Kleinhändler und Weinliebhaber deutlich schlechter läuft (das Internet hat da einen grossen Einfluss, genauso wie der hart umkämpfte Markt des Weinhandels). Nicht einmal die Schnäppchenjäger kommen auf ihre Rechnung, weil auch die Einlieferer (bei sinkenden Preisen) zögern und zuwarten.

Aktuelle Trends werde ich nach den Auktionen wieder hier einbringen. Vor allem interessiert mich die Situation der Weinliebhaber und –sammler, die zum Beispiel an der letzten „Weinbörse“ beste Angebote zu tiefsten Preisen unberücksichtigt liessen. Noch nie habe ich so viele Lots erlebt, die zurückgingen oder erst in der Nachauktion (direkter Verkauf zum Schatzungspreis) weggingen. Ich jedenfalls bin gespannt.


09. September 2012

 

 

 

Weinauktionen:

die Rezession hat zugeschlagen

 

 

 

Zumindest an den Weinauktionen zeigt sich ein deutlicher Rückschlag im Geschäft mit hochwertigen Weinen. Der „Run“ ist im Augenblick vorbei, vorsichtiges Abwarten und deutlich niedrige Preise beherrschen die Szene.

  Drei Auktionshäuser haben in der Schweiz ihre Aktivitäten nach der Sommerpause wieder aufgenommen und – so meine ich – in diesem Ausmass kaum erwartete Überraschungen erlebt. Man darf schon sagen: der Handel im Saal ist praktisch erlahmt. Zumindest an zwei der drei grossen Auktionen in dieser Woche (drei Auktionshäuser sind gleichzeitig gestartet) herrschte gähnende Langweile.

  Zwei der drei Auktionen waren zudem am gleichen Tag, so dass ich leider beim ältesten Weinauktionshaus, Steinfels, die Stimmung im Saal nicht mitverfolgen konnte. Doch bei den anderen beiden Auktionen – Wermuth und Weinbörse – war es langweilig, spannungslos, eintönig.

Weinauktion Wermuth
Weinauktion Wermuth

Es ist nicht so, dass der Handel total zusammengebrochen ist, die Ergebnislisten aller drei Häuser liefern den Beweis. Noch immer finden 80 und mehr Prozent der Weine einen Käufer, doch fast immer zum unteren Schätzungspreis (und dort wo dies möglich ist) noch weit darunter. Und die Schätzungspreise selber sind schon tief angesetzt, bei einem „historischen Tief“ im Vergleich der letzten fünf Jahre.

Eigentlich ein willkommender Anlass, vor allem für die Weinliebhaber und Sammler, um zuzugreifen. Das Gegenteil ist der Fall, im Saal läuft so gut wie nichts mehr.

Warum?

Um die Gründe zu erforschen müssen wir die Käuferschichten etwas genauer ansehen und unterscheiden.

Da sind einmal die Händler, die sich bei Auktionen eindecken und vor allem im internationalen Handel tätig sind. In Zeiten der Preishektik erscheinen sie (oder ihre Vertreter) persönlich an der Auktion, vor allem um den Kundenwünschen gerecht zu werden und Spekulationswerte zu ergattern. Sonst aber wird in diesen Kreisen fast immer schriftlich geboten. Wermuth hat wohl am meisten dieser Kunden – auch im internationalen Bereich. Deshalb sind bei ihm – nicht im Saal, sondern durch schriftliches Bieten – trotzdem am meisten Lots direkt verkauft worden. Im Saal selber war es so langweilig, dass ich – zum allerersten Mal – den Saal kurz nach der Pause verlassen habe. Es waren keine zehn Personen mehr anwesend. Und man hat mir nachher gesagt, dass der Auktionator die letzte Stunde vor leerem Saal ausgerufen hat.

Auktion Weinbörse
Auktion Weinbörse

Einen weiteren wesentlichen Bieterkreis bilden die Weinliebhaber und Sammler. Sie bevorzugen eher die Weinbörse, wo viel mehr Einzelflaschen und kleine Lots angeboten werden. Sie sind in der Regel auch persönlich anwesend und beteiligen sich am Geschehen im Saal. Diesmal haben sie sich auf zwei Auktionen (am gleichen Tag) aufgeteilt. Was aber weit wichtiger ist: auch ihre Weinkeller – nicht nur jene der Händler – sind prallvoll.  

Nach so vielen „Jahrhundertjahrweinen“ in einem einzigen Jahrzehnt und dem Dauer-Jubel um bessere und noch bessere, ogar „einmalige“ Jahrgänge (und den entsprechenden Preisen, die stiegen und stiegen) sind die Keller gefüllt. Da ist (beim Bordeaux, dem wichtigsten Bereich im Auktionsgeschäft) der 2000er, der schon wegen des Jahrtausendjahrs, damals geradezu zu „Hamsterkäufen“ geführt hat (der 2000er war lange Zeit in den Weinhandlungen kaum zu kaufen); dann kam der heisse 2003er, der nicht nur überbezahlt, sondern auch überbewertet wurde (und jetzt verramscht wird, weil er schon „reif“ ist und bald einmal am abbauen wird); dann kam das Jahrhundertjahr 2005, das man unbedingt kaufen musste, weil es noch besser als der gute 2000er war; und schliesslich der Superhype des 2009er, gleich gefolgt (Zwillingsjahre sagen die Händler) vom 2010er, mit Preisen, welche die berühmtesten Weine des Bordeaux definitiv zu exklusiven Luxusgütern machte. Die kleineren Châteaux profitierten natürlich auch davon. Ein Weinliebhaber und Sammler, der da nicht subskribiert hat, bei all den sich überschlagenden Lobeshymnen, musste schon recht resistent sein (oder viel Lebenserfahrungen mitbringen).

Mit teuren Spitzenweinen ist man jedenfalls im Augenblick eingedeckt und ältere Jahrgänge hat man ohnehin noch im übervollen Keller. Die Schnäppchenjagd ist – trotz Tiefpreisen – im Augenblick also für viele nicht interessant. 

Eine dritte Käuferschicht kommt aus dem Gastgewerbe. In guten Restaurants müssen auch gute Weine her: Spezialitäten, Exklusivitäten, Weine für den besonderen Anlass. Auch da stockt es aber, die Wirte klagen: tiefere Promille-Grenzen und das Geld sitzt - angesichts der Euro- und anderen Krisen - nicht mehr so locker. Abwarten, sagt man sich - auch da.

Schliesslich gibt es auch noch die Einlieferer, also die Verkäufer. Durch die hohen und höchsten Preise für aktuelle Jahrgänge werden jetzt Keller etwas geräumt, werden gute Flaschen (in der Hoffnung auf gute Preise) auf den längst übersättigten Markt geworfen. Schliesslich hat man (rechtzeitig) gute Jahrgänge zu – im Vergleich zu heute – billigen Preis gekauft und gelagert. Jetzt kann man davon profitieren, glauben die Einlieferer und erleben eine schon fast bittere Überraschung.

Grosse Angebote, weniger Käufer, unsichere Lage im lukrativen Fernostgeschäft (die grossen Weingüter haben sich in den Wein-Boom-Ländern längst selber eingenistet, ohne lästigen Zwischenhandel) führt unweigerlich zu einer Situation, wie wir sie im Augenblick bei den Weinauktionen haben, zur „Rezession“.

Was heisst dies konkret? Aus den Ergebnislisten ist ersichtlich:

Der unglaubliche Lafite-Hype mit unglaublichen Preisen ist vorbei. Noch vor einem Jahr wurden an Auktionen für eine einzige Flasche Lafite Rothschild – oder gar für ganze Kisten – eigentliche Auktionsschlachten geliefert. Selbst der Zweitwein von Lafite, der Carruades, ging für 300 SFr. spielend weg (Subskriptionspreis um 30 SFr.!). Jetzt blieben aber die deutlich tiefer eingeschätzten Lafits und ihre Zweitweine weitgehend liegen.

Weine aus den weniger in Spekulationen involvierten Weingebiete (sogar die besten Rhone-Weine) finden kaum Abnehmer. Selbst die Burgunder (mit Ausnahme der ganz grossen Namen) werden relativ günstig angeboten, gehen aber sehr häufig wieder zurück oder werden in den sogenannten „Nachauktionen“ zu fixen Preisen verkauft. Deutsche oder österreichische Weine, ja sogar Italiener und Spanier werden kaum beachtet und schon gar nicht (nach den Gesetzen einer Auktion) ersteigert, bestenfalls bei einem guten Ausrufpreis „kampflos“ erworben.

Die Qualität der Weine (Weingut, Jahrgang, Zustand der Flaschen etc.) spielt kaum mehr eine Rolle. Vor allem nicht beim „Kleinangebot“ der Weine (also nicht bei Kistenangeboten). Da werden (allerdings sehr zurückhaltend) einzelne gute Namen erworben, sofern der Preis stimmt.

Eigentlich wäre jetzt die Zeit (wie lange noch und ob es noch günstiger wird, weiss ich nicht), um einen Weinkeller anzulegen. Viele ausgezeichnete Weine (die einen weniger brillanten Namen tragen) und gute Jahrgänge gehen zurück oder werden – wo dies möglich ist – „verramscht“. Ich persönlich habe viele Weine angetroffen, die ich selber im Keller habe, damals eingekauft in der Subskription zu weit höheren Preisen als jetzt in der Auktion. Die meisten dieser Weine gingen trotzdem nicht weg. Die meisten sagten sich wohl (sofern sie nicht mit Weinen handeln): brauche ich nicht, die habe ich schon (oder gleichwertige Weine) im Keller. Ein Anfänger aber wagt sich kaum auf das Auktions-Parkett; es braucht da, um gut einzukaufen, doch einige Erfahrung und gute Kenntnisse.

Und schliesslich: die Preise werden mit einiger Sicherheit in diesem Herbst noch weiter sinken. Auktionen haben relativ lange Vorlaufzeiten. Das heisst: die Schätzungen müssen jetzt für das Weihnachtsgeschäft gemacht werden und die Verträge mit den Einlieferern sind zu erstellen - damit die Abwicklung (Registrierung, Katalog, Werbung, Aufteilung in Lots etc.) auch wirklich funktioniert. Zudem stehen (erfahrungsgemäss) die privaten Einlieferer von einzelnen hochwertigen Flaschen (zum Beispiel: Mouton-Rothschild) jetzt in den Startlöchern, um im Umfeld der Festtage etwas mehr Geld für andere Luxuskäufe zu haben.

Das Weingut MJarkus Molitor zu Gast
Das Weingut MJarkus Molitor zu Gast

Auktionshäuser, wie die Weinbörse, die einen Mindestpreis garantieren, kalkulieren vorsichtig – da wird schon mal einiges zurückgewiesen oder zum halben (garantierten) Preis aufgenommen. Zumindest die Ausrufpreise – da bin ich sicher – werden noch massiv fallen. Ob dann die Bieter dies nutzen können oder die Preise wieder hochtreiben (was eigentlich der Sinn einer Auktion wäre, nämlich dem Meistbietenden zu verkaufen), weiss ich natürlich nicht.

Jedenfalls werde ich die nächsten Auktionen gespannt verfolgen, auch wenn die Stunden im Saal wieder unglaublich langweilig sein sollten.

Herzlich

Peter

22. April 2012

 

Auktionen sind Gradmessr
für Angebot und Nachfragde

 

(Zu Stimmungsbildern der Auktion

vom 21. April 2012)

 

Seit mehr als zehn Jahren besuche ich möglichst viele Weinauktionen (in der Schweiz gibt es drei grosse Anbieter) - nicht unbedingt um Wein zu kaufen, sondern um die Marktsituation immer wieder neu zu beurteilen. Was ich dieses Wochenende erlebt habe, gab es in den letzten Jahren nie: eine unglaubliche Flaute.

Dies hat in diesem Fall auch spezielle Gründe: Es war die erste Auktion nach dem Tod von Peter Bertschinger, dem Mitbegründer und langjährigen „Seele“ der „Weinbörse“. Er hat bis zuletzt die Auktionen geprägt und ein grosses Vertrauen von Bietern und Einlieferern genossen. Doch  das Geschäft geht weiter: René Gabriel und seine Frau Karin sind schon seit einiger Zeit eingestiegen und Carlo Haueter – noch von Peter Bertschinder eingeführt – hat nun die Schätzungen, Waren- und Qualitätskontrollen übernommen. Da muss natürlich zuerst einmal ein ähnliches Vertrauensverhältnis aufgebaut werden.

Ein weiterer Grund für die ausserordentliche Situation: im Augenblick – kurz vor der Preisfestlegung im Bordeaux – herrscht grosse Unsicherheit, vor allem im Bordeaux-Geschäft. Die Preise sind – nach den letzten zwei hochgelobten Jahrgängen – deutlich gesunken. Zudem sind die Lager der Bordeaux-Händler in Bordeaux noch übervoll vom Jahrgang 2011 (und älteren Jahrgängen).

Der Katalog für eine   Präsenzauktion muss schon früh fertiggestellt werden und ist – bei aktuellen Preisverschiebungen – nicht mehr zu ändern, weil das Auktionshaus dem Einlieferer den  „untern Schätzungspreis“ garantiert (also nicht unter dem im Katalog festgelegten Ausrufpreis verkauft). Sobald die Preise sinken, bleiben deshalb viele Weine zurück oder gehen zum unteren Schatzungspreis weg. Dies ist im Augenblick der Fall.

Leider konnte ich an der letzten (vergleichbaren) Auktion der anderen beiden Auktionshäuser nicht teilnehmen, so dass mir der unmittelbare Stimmungsvergleich fehlt. Ich kann nur über die Erfahrungen vom Wochenende sprechen. Noch nie habe ich aber in zehn Jahren eine so grosse Flaute erlebt.

Da die „Weinbörse“ die bevorzugte Auktion für viele private Weinliebhaber ist (Händler sind eher in der Minderheit), ist die Kaufstimmung hier ein ausgezeichneter Gradmesser für den Kleinhandel und die Sammler. 

Die Auktion war mit seinen 1‘225 Lots rund zwei Stunden zu Ende, als üblich. Es war nicht nur der Saal, der kaum - oder nur zögerlich - geboten hat, auch die schriftlichen Gebote  waren nicht gerade üppig und „gejagt“ wurde nur selten. Gut für den Käufer, schlecht für den Einlieferer.

Eine ganze Reihe der tollsten Weine – oder rarste Flaschen – die noch vor einem Jahr an Auktionen höchste Preise erzielten,  gingen zurück oder bestenfalls zum Ausrufpreis weg. Selbst René Gabriel, der sich in der aktuellen Preisentwicklung bestens auskennt, hat ab und zu gestaunt und sogar die Sprache verloren.

Grundsätzlich kann gesagt werden – und dies gilt im Augenblick für viele Auktionen, nicht nur beim Wein – , dass Besonderheiten, grosse Raritäten, ganz teure Weine noch immer gesucht sind und deshgalb in der Regel auch hohe Preise erzielen. Dies war gestern besonders deutlich bei den Burgundern.

Eine Flasche La Tâche 1990 (Romanée-Conti) ging für rund 4‘000 Franken weg, während weniger berühmte Weine (auch aus dem Burgund) reihenweise zurückgingen. Auch weniger bekannte (aber ausgezeichneten) Bordeaux und sogenannte Mischlots (von verschiedenen Weingütern) blieben auf der Strecke.

Obwohl die Weine (verhältnismässig) hoch eingeschätzt waren, entwickelte sich die gestrige Auktion zur Stunden für Schnäppchenjäger. Die sogenannte Nachauktion wird wohl  gut genutzt, denn – bis  Montag können alle Weine, die nicht versteigert wurden, zum Ausrufpreis gekauft werden (also ohne die Möglichkeit des Bietens oder Überbietens). Ich werde die Situation analysieren, wenn die definitive Ergebnisliste vorliegt.
 
Zusammenfassend kann gesagt werden: im Augenblick – dies kann sich aber rasch ändern – scheint Wein keine gute Kapitalanlage zu sein. Zu unsicher sind die Preise und der eigentliche Markt konzentriert sich immer stärker auf wenige Namen (was von den begünstigten Weingütern durch Verknappung des Angebots auch geschickt gesteuert wird).

Ein paar der übrigen bekannten Weingüter können im allgemeinen Sog der bröckelnden Spitzenpreise noch mitziehen (besonders bei guten Jahrgängen), doch der Rest bleibt –  oft unter dem einstigen Kaufpreis – wenig unbeachtet. Noch nie habe ich erlebt, dass selbst viele Mouton-Rotschilds, sonst sichere Sammlerwerte, an der Auktion nicht verkauft wurden. Das gleiche lässt sich vom „China-Liebling“ Lafite-Rothschild sagen. Weine, die vor einem Jahr zu Höchstpreisen gejagt wurden, blieben zurück oder erzielten etwa die Hälfte der einstigen Preise (vor allem dann, wenn die Flaschen äusserlich (Etikette, Kapsel) nicht in tadellosem Zustand (Kellerflecken, keine Originalkiste etc.) war.

Soweit meine erster Bericht. Ich werde die Beobachtungen laufend aktuell ergänzen und – für Interessierte – mit meiner grossen Datensammlung vergleichen.

04. September 2011

 

Herbststart bei den Weinauktionen

(Eine Analyse)

 

Die Sommerpause ist vorbei, die Auktionshäuser starten zum Herbst/Winter-Geschäft. Das Auktionshaus Wermuth in Zürich machte letzten Donnerstag den Anfang, am Samstag folgte dann die Weinbörse, erstmals im solothurnischen Egerkingen und nächsten Samstag wird Steinfels in Zürich starten. Hier geht es zur Analyse.

02. Dezember 2010

 

 

Bordeaux-Marathon

 

Bericht nach der Auktion des Weinhauses Wermuth in Zürich. Auch veröffentlicht im Forum von Wein-Plus.

Dezember 2010

 

Grundsätzliche Analyse einer Weinauktion

 

Wichtige Informationen für Amateure, die sich bei Weinauktionen mitsteigern. Wer sind die Kunden? Wie entwickelt sich eine Auktion? Welche Marktchancen hat man?