Weingut Peter und Karin Stucki, Teufen

Aus Anlass der 50. Weinrallye zum Thema "Naturwein und Konsorten" hat der Blogger lamiacucina einen ausgezeichneten Bericht über Peter und Karin Stucki und die Bioweine verfasst. Aus diesem Anlass stelle ich hier meine beiden früheren

                                           Berichte aus Wein-Plus.eu auch hier ein.

Zum Weingut Stucki

 

Mein eigener Beitrag zum Thema der Weinrallye ist hier zu finden.

11. September 2011

 

Peter und Karin Stucki, Teufen:

"zwei Höger wiis", 2010

 

 

Ein Experiment – mehr als ein Experiment? Jedenfalls interessant und (nach erster Gewöhnung) vorzüglich. Ein Weisswein (der Name: ein „Höger“ ist ein Hügel, ein kleiner Berg), der aus einer weissen und einer roten Traubensorte gemacht wird. Die weisse Rebsorte: Gewürztraminer, die rote: Pinot Noir (weiss ausgebaut). Ein wirklich interessantes Experiment. Was haben die ungleichen Partner hervorgebracht? Gewürztraminer: intensive Aromen, Rosen sind meist unverkennbar, aber auch Melonen, Pfirsich und Aprikosen. Wenn er zu süss ausgebaut ist: nicht meine Rebsorte. Dazu gesellt sich aber nun eine „meiner“ Rebsorten, der Pinot Noir oder eben der Blau- oder Spätburgunder. Die dünnhäutigen Schalen sind nicht ganz leicht zu extrahieren, der Pinot ist eben eine Diva. Als Jungweine erinnern die Aromen an Erdbeeren, Waldbeeren, Kirschen. Kann das gut kommen, mit dem Rosenduft des Gewürztraminers? Ich bin skeptisch und verblüfft, Für meinen Geschmack müsste der Wein trockener sein, er dürfte mich nicht mit ganz viel Charme empfangen. Doch da beginnt der persönliche Geschmack, die persönliche Vorliebe, nicht zuletzt auch die Gewöhnung. Es kann gut sein, dass ich mich rasch daran gewöhnen würde.

Das Weingut Stucki - im zürcherischen Teufen - ist ein interessantes Weingut, das ich in der nächsten Zeit wohl beobachten und wieder besuchen werde. Auf der Etikette: „demeter – in Umstellung –CH-Bio-006“, also bereits ein zertifizierter Bio-Wein, der aber auf dem Weg zur bio-dynamischen Ausrichtung ist. Ich kenne bereits den Pinot Noir dieses Weinguts, allerdings aus der Zeit vor der biologischen Ausrichtung. Wenn ich nachblättere, was ich damals geschrieben habe: gutes Potential, doch zu viel Holz, zu konzentriert; beim einfacheren Pinot, nicht im Holz gelegen: gut ausgebaut, doch zu modern um terroirtypisch zu sein.

Und jetzt diese Wende, dieses hin zum Boden, zu der Natur, zum unverkennbaren Stil eines mit und in der Natur gewachsenen Produkts. Ich bin gespannt, die ganze Palette des heutigen Betriebs zu erleben und zu erahnen, was aus dem Familienbetrieb in den nächsten Jahren wird.

19.03.2008

 

Wie sollte ein Wein aus der Schweiz eigentlich sein?

 

Schweizerisch!

 


Der Schweizerwein hat es im Ausland nicht gerade gut, auch wenn er gut ist. Vor allem nicht in Frankreich, Österreich oder Italien. Etwas besser soll es in Belgien sein. Deutschland aber ist seit Jahren das wichtigste Wein-Exportland der Schweiz, immerhin gehen fast 1,5 Millionen Liter im Jahr ins Nachbarland. Jetzt aber die ernüchternde Meldung: nach Jahren des Wachstums sinkt der Export nach Deutschland. O Schreck, was ist los mit dem Schweizerwein?

Von meinen Weinfreunden in Deutschland höre ich immer wieder augenzwinkernd den saloppen Spruch: „Die Schweizer trinken halt ihren Wein lieber selber!” Nachgefragt tauchen dann ein paar Namen, Begriffe, Weingebiete und Erfahrungen auf: Gantenbein; das Wallis mit seinen autochthonen Sorten; die hohen Preise in den Restaurants; der viel zu „saure” Weisswein aus der Westschweiz: Gutedel oder - eben schwer auszusprechen - Chasselas; der Schweizer-Weinpapst René Gabriel, doch der wird eher mit dem Bordelais in Verbindung gebracht.

Bekanntes Weingebiet in der Bündner Herrschaft: Jenins


Dabei habe ich ein paar ganz gute Tropfen im Keller, vor allem auch interessante. Zugegeben, es sind meist jene der 20, 30 besten Winzer der Schweiz, die man (im besten Fall) auch im Ausland kennt, und sie kommen aus Weingebieten, deren Ruf die Schweizer Grenzen überwunden hat. Am stärksten ist wohl das größte Weingebiet der Schweiz, das Wallis, mit seinen 5‘200 Hektaren Rebfläche vertreten, vor allem mit seinen vier Rebsorten, die sich als Aushängeschild so gut eignen: Arvine, Amigne, Humagne rouge und Cornalin. Aber auch die Bündner Herrschft mit ihren 420 Hektaren Reben und der kleine Kanton Tessin mit immerhin rund 1‘000 Hektraren Reben haben ihre „typischen” Vertreter in meinem Keller. Dann aber wird es eng: ein paar wenige Waadtländer, Neuenburger, Schaffhauser und Ostschweizer haben noch Platz.

Prestigeweine vom Weingut Stucki

Aus dem Bordelais sind rund 300 Weingüter mehr vertreten. O Schande!

Wie ist das mit dem „Selbsttrinken bei den Schweizern und ihren Weinen?” Bin ich gar kein richtiger Schweizer?

Diesem frechen Ansinnen wollte ich entgegen wirken und folgte - zusammen mit zwei Nachbarn - einer liebenswürdigen Einladung in einen Weinkeller in einem Weingebiet, das ich (trotz der Nähe) kaum kenne: Zürcher Unterland. Bei der Einmündung von der Töss in den Rhein liegt das - für mich bisher kaum bekannte - Freienstein-Teufen, eine Gemeinde mit 2‘200 Einwohnern und 332 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche, davon etwa 20 ha mit Reben bepflanzt.

Ja, wer hätte das gedacht: Zürich, die Wirtschaftsmetropole und bevölkerungsdichteste Agglomeration der Schweiz, hat auch das größte Weinbaugebiet der Deutschschweiz: 620 Hektaren. Nicht viel - und doch: hier gibt es engagierte Winzer - meist Selbstkelterer - die Schweizerwein machen.

Das Winzerdorf Teufen (ZH)


Einer von ihnen ist der junge Peter Stucki, - in der grossen Weinwelt kein Begriff - der 3,5 ha Reben bewirtschaftet: ein Selbstkelterungsbetrieb mit Direktvermarktung, recht typisch für die Schweiz. Was hingegen nicht ganz so typisch ist: die Winzerfamilie ist jung, sie ist das, was man dynamisch nennt, und önologisch ausgezeichnet gebildet: Der Hof wurde in den letzten Jahren umgebaut, der Weinkeller mit modernsten Geräten ausgestattet, ein gemütlicher Degustationsraum errichtet. Eigentlich ein Vorzeigeunternehmen, eine Visitenkarte für den heimischen Wein. Die Rebsorten sind auch typisch für Weine aus der östlichen Schweiz: Riesling x Sylvaner, Räuschling, Gewürztraminer, Pinot Gris und natürlich bei den Roten Pinot noir (Blauburgunder).

Besuch im engen Weinkeller


Erst bei der Degustation entwickelt sich in mir eine gewisse Skepsis. Räuschling, eine der wenigen, eigenwilligen, typischen Rebsorten der Deutschschweiz, die so gerne „verrieselt”, recht schwierig zu pflegen ist und lange Zeit kaum mehr zu verkaufen war, aber einen herb-angenehmen, spritzigen Wein hervorbringt - hier in Barrique ausgebaut. Genau so wie der Pinot gris, der Riesling x Sylvaner und der Pinot noir. Es gibt zwar noch den „classique” - ohne Barrique - aber die Weine sind wohl durchwegs konzentriert, der Pinot so konzentriert, dass er für mich als Clevner (so heisst der Schweizerische Pinot) kaum mehr zu erkennen ist. „Moderner Weinstil” nennt sich dies, so wie er sich in fast allen Regionen der Schweiz ausgebreitet hat, längst nicht mehr regionentypisch und immer mehr an den Marktbedürfnissen orientiert.

Barriquekeller


In diesem Fall zwar sauber und gut gemacht. Als Jahrgang 2007, der eben abgefüllt worden ist, allerdings noch wenig harmonisch, noch stark tanninbetont, zum Teil noch aggressiv und ordentlich aufdringlich. Doch dies wird sich noch ausgleichen, denn die Weine sind gekonnt gekeltert, sauber erarbeitet, in ihrer Art bestimmt ein Genuss. Doch wo sind Klima, Boden, Lage, Rebpflege im Produkt zu finden? Ich habe (fast) vergeblich gesucht. Für mich domi- nierte mehr und mehr die Weinbereitung, das heißt: der Mensch im Kräftespiel der Komponenten, die letztlich einen guten Wein ergeben.

Schweigsam und nachdenklich bin ich die 50 Kilometer zurück nach Hause gefahren. Schweizerwein? Nicht ein einziges Mal wurde an diesem Tag von den Böden, den verschiedenen Lagen, von der Arbeit in den Rebbergen, vom Wetter, dem Klima, der Entwicklung geredet. Es war ja auch ein Abfülltag, an dem man die Kellertür geöffnet und Weinfreunde eingeladen hat.

Es war der Tag, wo der Winzer seine Ernte, sein Produkt zum ersten Genuss offiziell „freigegeben” hat. Für ihn ein denkwürdiger Tag.

Für mich aber auch. Denn nun ahne ich, weshalb der Wein aus der Schweiz international als „Schweizerwein” kaum einen Namen hat und die autochthonen Sorten aus dem Wallis das Schweizer Weinbild prägen. Was ich da verkosten durfte ist austauschbar. Dem jungen Winzer, der seine Weine ja verkaufen will (übrigens zwischen 13 und 20 Franken - 8 und 13 Euro) ist kein Vorwurf zu machen. Er macht seine Arbeit gut. Vielleicht aber müsste sich mancher Konsument fragen, sind diese „austauschbaren” Weine wirklich das Mass der Kauf- und Genusslust? Wäre ein Schweizerwein nicht ebenso gut oder gar besser, wenn er so ist, wie er ist, nämlich „schweizerisch”?

Herzlich
Ihr/Euer
Peter (Züllig)

Die alten Freuden, die alten Freunde sind nicht mehr!

Kritische Gedanken zur Diskussion im Internet über den Wein. Anlass war eine Weinbesprchung des Weins vom Château Sociando-Mallet (1995)

28. Januar 2012

 

Ich schrieb damals im Forum von Wein-plus.de:

 

Das europäische Wein-Netzwerk

 

Grüezi Dominik, grüezi Dierk

Ab und zu schon tröstlich, dass die Kumpels aus der Blütezeit des Forums (wein-plus.de) doch noch da sind und sich ab und zu auch melden. Natürlich vor allem, wenn es um Bordeeaux geht. Da träumen wir eben noch von den „guten alten Zeiten", als Bordeaux nicht nur mit viel Geld, sondern vor allem mit viel Weingenuss verbunden war und in vielen Erlebnissen durch das Forum geisterte. Inzwischen ist die einst verschworene Trink-, Diskutier- und Geniess-Gemeinschaft buchstäblich im Cyberspace untergetaucht, hat sich aufgelöst in Hunderte von kleinen und grossen Netzwerken, tingelt von Blog zu Blog, von Twitter über Facebook zu Google+, nimmt an der Weinrallye teil (bis auch sie eingeschlafen ist!) und wechselt dann flink zum Vinocamp. Fast täglich erhalte ich neue "Angebote", irgend einer Community beizutreten. Und wenn ich auf die Namen schaue, treffe ich immer wieder die gleichen Initialen - während es hier im Forum öder und öder wird. Wie macht es doch das Eichhörnchen?

Das alte Lied, die alte Leier?

Vielleicht auch eine Alterserscheinung. Jedenfalls habe selbst ich inzwischen meine eigene Homepage (sammlerfreak.ch). Da sind auch alle meine "getrunken" - meist mit Bildern - eingestellt und archiviert (und immer zugänglich). Ich führe absichtlich keinen Blog (eine weitere Diskussionsverästelung!) - sondern bleibe dem Forum treu, in der Hoffnung das Echo findet wieder einmal genügend Raum um in allen Tönen und Schattierungen widerzuhallen. Sei es durch Bestätigungen - wie in diesem Fall - oder Widerspruch wie in vielen andern Fällen.
Ganz herzlich

Peter

Eine Antwort von Bernd Beckschwarte:

30. Januar 2012

 

Lieber Peter,

die Zeit ist schnelllebiger geworden. Die Mühen, die mit gut ausgerichteten Proben (..ohne Sponsoren.., ohne Verkaufsabsichten.., ohne Promotion..) , mit liebevoll

memorierten und aufgeschriebenen Probenberichten früher waren, sollen wohl vielleicht vorbei sein. 

Geiz ist geil! Es muss sich lohnen! Neocon! Aktien! Werte! ..Weine! Grands Crus! Lafite! Zahlen mit 8! Den 2008er, den 1998er, und vor allem den 1988er Wein! Den kaufen die Chinesen. Denn 8 ist die Glückszahl an demjenigen Rande Asiens, der zählt: der Osten.

Hier, der Westen? Nonvaleur. Wir sind des uralten Kohls Freizeitparadies. Die, die noch Talers auf der Tasche haben, machen sich einen schönen Lenz. An der Mosel, in der Schweiz. Unsere Kinder und Kindeskinder aber kämpfen entweder - sofern überhaupt existent.  

Die paar wenigen Sociandos, die ich bei meiner Cabernet-Hart-Antipathie einzulagern für prüfenswert fand, werden knapp noch den Weg hinab des Schlundes finden. Aber darüber berichten? Wen interessiert das schon? Die, die um Bordeaux wissen, kommen allein zurecht. Jüngere wachsen nicht nach – nicht hier jedenfalls. Und wenn, wenn es welche gäbe, wenn sie denn wollten, sich zu interessieren – so könnten sie nicht: die Preise.. Oder wenn Junge Mitmenschen etwas tun, dann sind sie zuvorderst interessiert an dem Kapitalanlage-Effekt. Goce. Erste Frage: lohnt ein Invest? ...aber eine OKH öffnen! ??!!?   ...ohh Gottchen, bewahre.. Das vernichtet ja Werte!!..

Bordeaux ist ein Spiel für Arrivierte, vor- oder vorvorgestrige geworden. Man kommt sich mitunter vor wie Gulliver unter den Riesen oder Zwergen – gänzlich aus der Zeit gefallen. Das, was noch läuft, ist das Sich-Kümmern um das eigene Wohlergehen – zu dem Wein nur einen Teil beiträgt, einen zurückgehenden. Gesundheit. Bewegung. Sport. Aktivität. Das ist angesagt. Reisen. Eventuell noch. Der, der es sich leisten kann. (Und soweit er nicht vor der Toscana für teures Geld absoff..) ..aber Wein?? Verdacht auf Nachteiliges.

Da seien einem die Kölschen und schwyzrr Wingfrünge wie die Letzten Mohikaner, James Fenimore Cooper. Schön, dass es sie noch gibt. Worum geht es? Um die Vernetzung. Unseres Gehirnskastens mit der Welt. Austausch.

Das Vehikel dafür, sich mit der Welt auszutauschen? Eindrücke der Welt zu empfangen? ..bevor man sende, eventuell? Unsere Sinne. Hören. Sehen. Fühlen. Riechen, Schmecken. Wein spricht drei der fünfe an. (Oder waren es sechse? Dolus, der Schmerz, wird von manchem als eigenständig gezählt. Ja, es gibt schmerzhafte Weine. 1994 Pape Clement..)

Mir persönlich langt zum Wein die Vernetzung in die Vergangenheit aus. Das Wissen um die in Westeuropa Verstreuten, die sich gelegentlich vernehmen lassen. Das treibt mir ein wissendes Lächeln um die Lippen. Schöne Erinnerungen an schöne Ereignisse. Das letzte Große Treffen im Möbelhaus. An die Weinwestfalen selig, deren Probenberichte noch ein letzter Aufrechter archiviert. An kölsche Katakomben, die zu entern mitunter nicht leicht war - und problematisiert gestaltet, bewusst. Wolle mer ne neilosse? Denn es gibt Kölner und kölsche - und sonst gibt es die Immis. (Zwölfte Regel des elfgebotigen Kölschen Jrundjesetzes: Lasse immer einen Immi wissen, dass er ein Immi ist. Evvivat Colonia!) An einen Marathon von Bubikon. Wunderbare Geschehnisse voller Einsichten und Ansichten. Erinnerungen an und für die Ewigkeit.

Aber ob daraus, ob aus dem Wein-Plus-Kreise noch mal etwas Nutzbringendes, die Sinne, die Kultur Beflügelndes werde?

Sich daran zu erinnern, dass eine Zeit existierte, in der das funktionierte, ist das Eine. Die Erinnerung zu mögen, ein weiteres. Schon mit winzigen Einschränkungen – als da waren nicht nur angenehme Stunden. Etwas anderes ist, zu hoffen, dass noch etwas werde. Und wieder etwas Anderes ist, aktiv dafür etwas zu tun, dass das noch geschehe.

Daher meine Ehrerbietung an die, die schreiben. Schön, dass es euch

gibt. Danke. Freundliche Grüße aus der Zeit in die Zeit

Bernd B

 

 

Und natürlich eine Replik:

 

31. Januar 2012

 

Lieber Bernd

Meine Wein-Welt-Sicht ist nicht ganz so trüb. Doch im Grund stimme ich

Deiner Analyse zu. Die Leidenschaft zum Wein (und andern Dingen) ist zwar noch da, doch "aufgebröselt" in viele Einzelaktionen, Interessen und Gemeinschaften. Wie gesagt, auch ich schmiede da meine eigenen kleine Welt, auf meiner inzwischen etwas erweiterten Homepage (sammlerfreak.ch). Dabei ist Wein nur ein Thema. Vor Weihnachten waren es vor allem meine Sammlungen rund um die Krippe (Santons, Lichthäuser etc.) und im Augenblick ist Karl May im Mittelpunkt (vor 100 Jahren gestorben).

Und ich schreibe weiter, genau so wie ich sammle, trinke, archiviere, pflege... Unter "Pflege" fällt eben auch die Freundschaften. Sie sind noch da - nicht anders als früher, allerdings steht ab und zu etwas auf der Leitung. Leitungsunterbruch. Sollte in der virtuellen Welt (rein physikalisch) weniger vorkommen. Stimmt! Aber viel der Gemeinschaft ist dahin - die Vereinzelung feiert Triumphe.

Auch Dich treffe ich nicht mehr im Forum, nicht einmal mehr auf einer Probe. Und das Grosse Treffen ist längst gestorben. Wein-plus wird jetzt aber "weltweit" vernetzt, zumindest europäisch. Wein-plus.eu, das grosse Netz! Was aber geschieht, wenn alle und alles vernetzt ist/sind, die sich dem Netz aber entziehen. Es ist Krieg und keiner geht mehr hin, oder so. Nicht einmal mehr in den "Krieg der Meinungen". Utz, der Netzworker, ist so mit Netzaufbauarbeit beschäftigt, dass er nicht merkt, dass ihm die "Krieger" abhanden gekommen sind. Er dirigiert zwar ein Netz das anbietet, vielleicht auch mehr "Kunden" erreicht als früher, dafür viel weniger - fast keine - Konsumenten mehr. Man kibitzt zwar noch hinein, baut sein eigenes "Netz" und verschwindet dort, wo man netzsozialisiert wurde.

In Sachen Vermarktung bin ich zwar ein Eichhörnchen. Doch auch Eichhörnchen

können ab und zu denken. Und ich denke, ohne vitales Forum - wo man nicht nur konsumiert, sondern sich einbringt - ist Wein-plus.eu ein blutleeren Netz, das zwar gut funktioniert, eine Reihe von "Pflichten" erfüllt (wie Weinführer, Weinbeurteilungt,

Magazin etc.), aber eben nur eines unter vielen Angeboten, in denen mittlerweile

Händler und Winzer (Interessensvertreter) fast allein unter sich sind. Schade!

Das nächste Netz wird längst aufgbaut. Und wenn es - wie Wein-Plus -

keine Stube hat, in der man sich virtuell und physisch treffen kann, dann

ist und bleibt es ein Betrieb, wie es eben viele Betriebe gibt. Vermarktungsinstitutionen.

Weil ich dies so sehe, habe eben auch ich mein eigenes Netz aufgebaut.

Es rentiert nicht. Es macht Spass. Und es hat noch eine Stube. Ich danke Dir,

dass zu zu Besuch gekommen bist. Herzlich

Peter