WEB - Auktion der Weinbörse

06. September 2015

 

Internetauktion vom 01. - 05.09.2015

 

Ob der Start der neuen Internet-Auktion der WeinBörse geglückt ist und ob sich die eher traditionelle Kundschaft (viele Weinliebhaber und -Sammler) dafür begeistern können, ist noch schwer abzuschätzen. Eine Analyse nach dem ersten Auftritt also verfrüht. Doch drei Punkte sind anzumerken.

  1. Vereinfacht und verbessert hat sich der Erwerb von zurückgebliebenen Lots (Nachauktion), die nun selbständig im laufend aktualisierten Katalog vorgenommen werden kann. Man sieht also sofort, ob man ein Lot noch zugesprochen erhält.
  2. Verschlechtert (nicht nur bei der WEB-Auktion - auch beim traditionellen Auftritt im Saal - hat sich für die Käufer der Zuschlag für ein erworbenes Lot. Dies sind jetzt 12 %. Die andern beiden relevanten Auktionshäuser der Schweiz (Wermuth und Steinfels) haben noch immer 10% Zuschlag. Damit ist die Aussage auf der Webseite: "Die Weinbörse ist eines der attraktivsten Auktionshäuser" eine glatte Irreführung, Es ist - zumindest was den Zuschlag betrifft - das teuerste Auktionshaus.
  3. Es blieben nach der Auktion rund 40% der Lots unverkauft und erreichen also "nur" den fixen unteren Schätzungspreis (Ausrufpreis). Was für Einlieferer nicht besonders attraktiv ist, da sie sich - darum gehen sie in die Auktion - einen höheren Erlös als die garantierte untere Limite erhoffen. 

Zu den Weinen im Nachauktions-Katalog (verändert sich durch die laufenden Verkäufe aber ständig). Dies ist also nur eine Momentaufnahme und Anregung.

  • Bei den Bordeaux sind es rund 35 Lots, die noch zu kaufen sind. Bordeaux ist traditionell der umfangreichste Bereich bei den Weinauktionen. Da in der Internetauktion kaum grosse Namen angeboten werden, handelt es sich hier überwiegend um "kleinere" Weine, die aber für den eigenen Keller zum Teil sehr gut und günstig sind. Wer also seinen Keller aufstocken oder einen Keller anlegen will, der sollte sich die Liste anschauen.
  • Bei den rund zehn Italienern sind die drei Lots der Grossformate (5 Liter) von TERRABIANCA besonders als attraktiv zu erwähnen.
  • Bei den Schweizern gibt es noch eine breite Palette von zusammengestellten Lots (Auswahl), vor allem aus dem Wallis.
  • Auch bei den Mixed-Lots können Schnäppchenjäger noch einiges finden. Es braucht allerdings etwas Risiko-Freudigkeit und Kenntnisse, wenn man allzu herbe Enttäuschungen vermeiden will.
  • Zu den Preisen: Sie sind seriös, aber nicht besonders attraktiv. Da es bei einer Nachauktion keinen Wettbewerb mehr gibt, kann die Preisentwicklung nicht kommentiert werden. Doch die die Tatsache, dass viele (auch gute) Lots noch keine Käufer finden konnten, zweigt, das der Run auf die zweite Garde der Weine (also das, was vor allem Weinliebhaber kaufen) nicht allzu gross ist.

Während dieser ersten kurzen Analyse hat sich die Liste bereits verkleinert. Es zeigt sich also ganz deutlich, dass es sich lohnt, sofort nach einer WEB-Auktion den Katalog der Nachauktion zu konsultieren.