Wein in den Keller legen

14. Juni 2017

 

Von Tscharner Schloss Reichenau

Dort, wo ich seit zwanzig Jahren im Spätherbst bei der Lese mithelfe, entstand dieses kleine Video für Qwine.

Qwine? Eine Firma natürlich, aber mit einem Vermarktungskonzept, das originelle und qualitativ hochstehende Weine (Craft Beer und Destillate) anbietet. Zu diesem Konzept gehört "Swiss Colletion by Qwine", wo Schweizerweine in kurzen Videos präsentiert werden und als besondere Angebote (meist nur für kurze Zeit) im Programm stehen. 

Hier das Video der Collection Von Tscharner.

12. Juni 2017

 

Bordeaux
und sein Preis

 

Man kann es drehen und wenden wie man will: Bordeaux ist und bleibt der preisliche "Gradmesser" im Bereich "Luxusweine". Längst gibt es genau so Gutes, wenn nicht Besseres in vielen Weingebieten der Welt. Doch Bordeaux hält sich und dreht die Preisschrauben immer weiter munter nach oben. Das eine Mal ist es der Jahrtausend-Jahrgang (2000), denn der beste Jahrgang des Jahrzehnts (2005), wenig später der grossartighe "Zwillingsjahrgang" (2009 und 2010). Die Preise hüpfen und springen, eigentlich aber nur aufwärts.

Wichtigster Indikator für die Preisentwicklung ist die Subskriprion (eine Übersicht wir in Kürze aufgeschaltet).

 

Die diesjährige Subskription (Jahrgang 2016) ist voll im Gang. Einer der zuverlässigsten Bordeaux-Spezialisten (Händler) in Deutschland schreibt seinen Kunden: "Seit einer geschlagenen Stunde kämpfe ich um jede Kiste Clinet (Subskirprionspreis um 100 Euro pro Flasche). Dieses Jahr ist es echt hart. Starker Dollar und USA kauft, Asien wieder sehr interessiert, Russland auch,….Da versuchen die Bordelaiser, die Mengen für uns Europäer möglichst klein zu bekommen, um mehr für die anderen Märkte zu haben...."

Ein zweiter - ebenso wichtiger - Indikator für Weinpreise sind die Weinauktionen. Seit vielen Jahren verfolge ich die Entwicklung bei den grossen vier Aktionen in der Schweiz. Die Auktionen vor der grossen Sommerpause sind inzwischen vorbei. Eine Übersicht über die Preise, Verfügbarkeit und Entwicklung findet sich hier.

16. Mai 2017

 

Schweizerwein:

 

Die Zeit ist Reif

 

Das verantwortliche Quintett (Bild links) auf dem Schlossgut Bachtobel wird von Gutsherr Johannes Meier geführt. Er schreibt:
"Auch wir zählen zu den Produzenten den Beweis antreten möchten, dass Schweizer Wein auch international begeistern kann. Sofern es gelingt, die

besten Restaurants und Weinhandlungen in London, Tokio und New York zu überzeugen, ist das eine weitere Bestätigung für die hohe Qualität der Schweizer Weine, und es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis dies auch hierzulande zu einer zusätzlichen Aufwertung des Images führt.

Dass die Qualität von Schweizer Spitzenweinen hohen internationalen Ansprüchen genügt, wurde unlängst durch die Publikation einer Liste von 90 Schweizer Weinen mit über 90 Punkten [Höchstwertung = 100 Punkte] durch den renommierten «The Wine Advocate» von Robert Parker bestätigt.Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt: Für Burgunder Top-Pinot Noirs werden beispielsweise Preise von weit über 100 Franken verlangt, während die Schweizer Vertreter mit vergleichbaren Bewertungen meist unter 60 Franken kosten. Zudem kann die Schweiz mit diversen einheimischen Traubensorten punkten wie Petite Arvine, Completer, Räuschling oder Cornalin. 

Diese ergeben einzigartige Weine, welche gerade für Sommeliers von höchstem Interesse sein sollten, die immer auf

der Suche nach Neuem und Exotischem sind. Ein weiteres Plus ist die Vielfall-an unterschiedlichen Mikroklimas und Bodenbeschaffenheiten, welche insbesondere die Vielschichtigkeit des Pinot Noirs voll zur Geltung bringt. Die hohe Qualität und einmalige Differenzier:theit von Thurgauer, Bündner, Aargauer, Neuenburger und Walliser Pinots haben definitiv das Potenzial, das geneigte Publikum im Ausland in ihren Bann ziehen.

Ganz so einfach war der Schritt ins Ausland dann aber doch nicht, und unsre ersten richtigen Exporterfahrungen in London vor zwei Jahren sorgten für ziemliche Ernüchterung. Vom Verkauf auf internationalem Parkett hatten wir keine Ahnung, Schweizer Wein war schlicht eine Unbekannte, und niemand hatte in London auf uns gewartet, wo das Weinangebot bereits in allen Preisklassen enorm und attraktiv ist ...

 

Mittlerweile sind wir uns unserer Stärken aber bewusst und können dies auch kommunizieren. Dementsprechend haben sich uns einige äusserst attraktive Türen geöffnet und wir dürfen so exklusive Adressen wie Hedonism Wines, Pall Mall 67 oder The Sampler zu unseren Kunden zählen." 

Website vom Schlossgut Bachtobel

15. Februar 2017

 

Frühlings-Auktionen 

 

In der Regel - noch bevor ein neuer Jahrgang auf den Markt kommt - finden in der nächsten Zeit die ersten Weinauktionen statt. Vier Auktionshäuser werben in der Schweiz um Aufmerksamkeit bein den Weinfreunden, Einkäufern und Händlern.

Steinfels in Zürich

am 04. März 2017

an der Pfingstweidstrasse 6, Zürich

Auktionskatalog (online)

 

Denz-Weine (vormals Wermuth-Auktionen)

am 11. März 2017

im Hotel Atlantis by Giardino, Zürich

Auktionskatalog als PDF

 

Franz Wermuth (Auktionator)

am 29. April 2017

im Hotel Hilten, Grattbrugg, Flughafen

collection 5 (Auktionskatalog noch nicht veröffentlicht)

 

WeinBörse (Gabriel/Gerstl)

am 06. Mai 2017

im Hotel Quellenhof, Bad Ragaz

Auktionskatalog (noch nicht veröffentlicht)

 

14. Januar 2017

 

Billigweine

 

Ob bei Aldi, Denner oder Lidl, es gibt sie, die Billigweine. Sogar Coop und der Landi biten mitunter (als spezielle Aktion) "günstige" Weine an.  Das Geschäft mit den sogenannten Wein-Schnäppchen will sich kein Discounter entgehen lassen. Tatsächlich ist es möglich, durch Massenproduktion und technischen Hilfen Literpreise zu erzielen, die rein rechnerisch eigentlich nicht möglich sind, trotzdem noch Gewinn bringen.

Wer schon durch die  riesigen Weingebiete (ob in Europa, Australien, Kalifornien etc.) gefahren ist, der weiss: es gibt zuviel Wein auf der Welt. Vielen Winzern - auch in renommiert  Weingebieten (wie Bordeaux) - geht es schlecht, sehr schlecht sogar. Die Fassweinpreise für Massenweine sind so tief, dass immer häufiger daraus nur noch Industie-Alkohol produziert werden kann.

Eine Alternative dazu ist die Verarbeitung zu sogenannten Billigweinen. Da werden überschüssige Weine zusammengeschüttet, aufbereitet, mit technischen Mitteln (Konzentrator, Fraktionierung, etc.) verbessert, dass daraus ein trinkbares, mitunter sogar ansprechendes, gefälliges Produkt entsteht.

Mit reiner Qualitätsbeurteilung ist dem Billigwein längst nicht mehr beizukommen. Geschmack und Genuss haben mit "Qualität" nur noch wenig zu tun. Die Aussage, je qualitätsvoller, desto besser stimmt überhaupt nicht mehr.

 

Aufgeschnappt im Tagesanzeiger 
vom 13. Januar 2017

 

Weine für 2.95 Franken –

was taugen «Château Aldi» und Co.?

 

Die Diskussion um "Billigweine" taucht immer wieder auf - und endet in der Regel, wie der Test des Gastrokritikers beim Tagesanzeiger mit Überraschungen.Zum Beispiel ein Artikel auf Welt N24 mit einem ähnlichen Titel: "Was wirklich im Aldi-Wein für 1,99 Euro steckt.", geschrieben vor drei Jahren (27.03.2014): " 

"Nicht kleine beschauliche Weingüter, sondern international agierende Großkellereien dominieren das Geschäft mit dem billigen Wein vom Discounter. Das hat unerwartete Folgen für die Qualität." Weiterlesen hier

Auch in den vielen Wein- und Genussblogs kommen die "Aldi-Weine" oder eben die "Billigweine", die Industrieweine immer wieder mal zur Sprache, meist gefolgt von einer langen Diskussion. Dazu ein sehr guter Beitrag bei "Der Weinsnob": "Der Blog des Weinsnobs sorgt für Aufregung: Als vor etwas mehr als zwei Wochen ein Beitrag von mir in der bekannten Facebook Weingruppe Weinfreaks.de „geshared“ wurde, löste dies heftige Diskussionen aus. Worum gings? In meinem Beitrag über die Einkaufsregeln für Supermarktwein hatte ich es gewagt, das Wort „Industriewein“ in den Mund zu nehmen. In einem Nebensatz, by the way! Und schon entfachte ein Feuer, das nicht mehr zu löschen war. Das Resultat: die längste und kontroverseste Diskussion, die die Weinfreaks Gruppe je gekannt hat." Weiterlesen hier

Die Diskussion um Billigweine ist hier eröffnet. Es gibt kaum einen Wein- oder Genussblog wo das Thema nicht immer wieder auftaucht. Auch ich habe mich in der Weinrallye schon dazu geäussert und viel früher schon beim Weinforum.

 

Zum Blog und zur Diskussion

16. Dezember 2016

 

Weingebiete:

Das Priorat 

 

Weinfreaks wissen es längst: Das Priorat ist eine Weinregion (Katalonien, Spanien) mit grossartigen Weinen. Doch wo es liegt, wie die Weine heissen, wo man sie beziehen kann, das ist und bleibt für viele Weinfreunde noch immer ein Geheimnis.Wein-Spanien wird hierzulande meist mit Rioja gleichgesetzt, einem Weingebiet im Norden Spaniens (La Rioja, Baskenland und Navarra), dessen Weine die höchste Qualitätsstufe (Herkunftsbezeichnung) Spaniens tragen dürfen. Im Rioja dominiert die Rebsorte Tempranillo und prägt auch unser Gefühl: Das ist Spanien. Dass bei den Weinen aus der viel kleineren Weinregiont Priorat die gleiche, höchste Qualitätsstufe zugelassen ist, wissen nur "eingefuchste" Kenner. 

Ich habe mir zum Ziel gesetzt, das Priorat in Bezug auf seine Weine besser kennen zulernen und hier vorzustellen. Deshalb bin ich vor einem Jahr mit Freunden eine Woche durch das Priorat gereist; deshalb habe ich in diesen Tagen ein Event des Blogers und Priorat-Kenners Torsten Hammer (Priorat-Hammer) besucht und dabei Weine und Winzer kennengelernt. Darüber werde ich hier in der nächsten Zeit berichten. Bereits sind zwei Kisten Prioratweine hier eingetroffen. Sie sollen den Erlebnisbericht und die vielen Fotos ergänzen.

Weiterlesen hier

11. Oktober 2016

 

Wein in den Keller legen:

 

Italien Süd

Ein Experiment

 

Irgendwann hat mich "der Hafer gestochen". Nach den vielen Angeboten - vor allem in Restaurants -und der immer fragwürdigeren Qualität des Primitivo (Zinfandel), wie er in der Schweiz sozusagen als Massenwein angeboten wird, möchte ich wissen: Gibt es den hochwertigen Primitivo? Oder ist er mit seinem "typischen süsslichen Schmeld und der klaren Note nach Pflaumen und Cassis" eben doch nur ein Schmeichler?

Gibt es im Süden Italiens Weingüter, die auf Terroir setzen und Einzellagen ausbauen?

 

Als an einer Auktion ein Lot "ITALIA SUD, mixed, 18 Flaschen" ausgerufen wurde, habe ich zugeschlagen. Für 55 Franken - die Flasche also zu 4 Franken (brutto, mit Aufgeld und Mehrwert-steuer). Jetzt stehen die achtzehn Flaschen da und wollen registriert und verkostet werden. Meine Frau hat nur lakonisch bemerkt: "Müssen wir da wirklich durch?" Ja, wir müssen, weil ich die Weine hier besprechen möchte, für alle, die etwas "besseren" Primitivo in den Keller legen möchten. Zuerst werde ich also eine "Bestandesaufnahme" machen:: Weingut, Jahrgang, ungefährer Preis etc, um dann - allmählich - beschreiben, was ich da getrunken haben. Hier nachzulesen, immer wieder aktualisiert.

(Bild: Bernward Bertram - Generation Wein Blog)
(Bild: Bernward Bertram - Generation Wein Blog)

01. September 2016

 

Deutschland:

 

Grosse Gewächse

 

Wer die deutsche Wein-Bloggrszene in den letzten zwei Tagen verfolgt hat, der weiss: Da ging es nur eigentlich noch um die GGs (Grossen Gewächse).

Vom 28. bis 30. August läuft in Wiesbaden die Vorpremiere der VDP.GROSSEN GEWÄCHSE. Alljährlich lädt der VDP internationale Weinjournalisten, Händler, Einkäufer und Sommeliers zu dieser exklusiven Preview der Spitzenweine der VDP.Prädikatsweingüter. (Text und Bild: VDP - Prädikkatsweingüger)

Hier die ersten Beurteilungen


Während Deutschland zu Recht Stolz auf ihre Rieslinge sind, haben es deutsche Weine eher schwer in der Schweiz. Ganz zu Unrecht, die Riesling-Szene wächst, auch in der Schweiz. Hier als "Aufgeschnappt" die Beurteilung von einem meiner Lieblingsblogs, Schnutendunker (Felix Bodmann): "Zwei Tage verkosten und livetickern, da ist es ganz sinnvoll eine Nacht drüber zu schlafen, bevor es an das große Fazit geht. Dieses gliedert sich heute nach den wichtigsten Fragen, oder dem, was ich aus der Rückmeldung der Leser als die scheinbar drängendsten Fragen identifiziert habe".

Weiterlesen hier

Für alle, die auf Facebook sind: Hier ein Link zur lebhaften Diskussion in ("Hauptsache Wein") in Social Media

20. Juli 2016

 

Wein in den Keller legen:

 

Bordeaux Primeur 2015

(Subskription)

 

Interessant ist es die Beurteilungen ausserhalb der engen Weinszene zu lesen (und diese mit den «Noten» der bekannten und tonangebenden Degustatorinnen und  Degustatoren zu vergleichen. Das französische Wochenmagazin «Le Point» (Auflage ca. 450'000) – vergleichbar mit dem deutschen «Spiegel» oder der amerikanischen «Newsweek» - hat schon am 26. Mai bekannt gegeben.

Generell ist zu sagen, dass die Experten von «Le Point» im 20-Punkte-System bewerten und zwar deutlich tiefer als zum Beispiel René Gabriel. Bei Bewertungen mit zwei Zahlen (von, bis) wurde nur die obere Bewertung berücksichtigt. Einige der «gossen» Weine, wie Haut-Brion (16.5), Mission Haut-Brion (16), Pape Clément (16), Palmer (17), Léoville Las Cases (17), Cos d’Estournel (16) Vieux Château Certan (17), Pichon Baron, Pichon Comtesse Lalande (16.5) und noch eine ganze Reihe von bekannten (und teuren) Weinen sind nicht in den obersten Kategorien anzutreffen. Am meisten Punkte bekamen:

19/20

Lafite Rothschild, Pétrus

18.5/20

Margaux, Latour,

Lafite Rothschild, Mouton Rothschild, Calon Ségur, Pontet Canet, Cheval Blanc,

Canon, Ausone,

18/20

Rauzan

Ségla, Trottevieille, d’Yquem, Léoville Barton

Einen 20-Punkte-Wein gibt es nicht! Interessant sind vor allem auch die Cru-Bpirgepos und die "kleineren Weine", vor allem für die Nicht-Etiketten-Trinker.

14. Juli 2016

 

Wein in den Keller legen:

 

Bordeaux 2015

 

Die Schalmeienklänge sind verstummt; sie haben sich hinter die harte Währung der Bordeaux-Preise verschanzt. Der Jahrgang 2015 ist zur Subskription freigegeben. Man spricht kaum mehr von Qualität – wie nach den Primeurverkostungen – sondern von Preisen. Die Qualität ist und bleibt (noch lange) eine ziemlich vage Beurteilung des Potentials (was könnte einmal aus dem Wein werden?)

So ganz einig sind sich da die Kritiker nicht. Die Preise: dies sind hingegen harte Fakten. Es gibt zwar Differenzen vom einen zum anderen Anbieter. Doch die Spanne ist klein! Der Preis von Pétrus ist so etwas wie ein Markstein, hier zählen Exklusivität, Name und Verfügbarkeit mehr als Qualität.

Der 2014 (noch nicht ausgeliefert) kostet schon heute mehr als 1'000 Euro. Die Qualität, so die Verkoster, sei dieses Jahr aber deutlich höher. Dies sind Markt-, Sammler- und Spekulationspreise. Der Weinliebhaber nimmt dies zur Kenntnis, mehr nicht. Für ihn sind zwei Dinge interessant: Gibt es 100-oder 20-Punkte-Weine? (Was etwas über die Jahrgangsqualität aussagen kann). Und gibt es Weine, die man in den Keller legen muss?

20. Juli 2016

 

 

Wein in den Keller legen:

 

Bordeaux Primeur 2015

(Subskription)

 

Die Lister der Médoc Bourgeois und der nichtklassifizierten Weine, die 16 und mehr Punkte

haben:

 

Paveil-de-Luze 16,5, La Tour de Mons 16, Verdignan 16, Caronne-Sainte-Gemme 16, Lanessan 16, Clos des Demoiselles 16, Mayne-Lalande 16, Maucaillou 17, Chasse-Spleen 16,5, La Galiane 16, Chantelune 16, De Malleret La Margaux 17,

Haut-Marbuzet 16, Le Boscq 16, La Gurgue 16, Château de

Pez 17, Meyney 16,5, Gloria 16, Sociando-Mallet 16.

Den ganzen Artikel in "Le Point" lesen hier

14. Juli 2016

 

Wein in den Keller legen:

 

Bordeaux 2015

 

Der "Punktekrieg" ist geschlagen! Es wird sich zeigen, wie sich die bisher alles bestimmenden "Parker-Punkte" positionieren, nachdem Parker nicht mehr selber nach Bordeaux reist. Wird der Einfluss von "Wine Advocates" zurückgehen? Hier die höchsten Benotungen.:

Wine Advocates (Robert Parker)  (Bewertung liegt immer zwischen zwei Punkten )

98/100 bis 100/100 Punkte: Canon, Margaux, d'Yquem, Cravette de Certan,
                                                   Clarence de Haut-Brion, Pétrus
                                                   (es fehlen noch Angaben, zum Beispiel von
                                                    Cheval Blanc, Lafleur - wo erst die Zweitweine bewertet
                                                    wurden).

97/100 bis 99/100 Punkte     Figeac, Mission Haut-Brion, Petit Cheval, Tertre Rôtebeuf,
                                               Pensées de Lafleur, Mouton Rothschild

Weinwisser (René Gabriel)

20/20               Palmer, Lafite Rothschild, Comtesse de Lalande, Guiraud, Pétus,
                        Trotanoy, d'Yquem, Suduiraut, Figeac, Pape Clément

 

19/20                Lynch Bages, Mouton Rothschild, Hosanna, la Croix, Fleur de Gay,
                         Fleur Pétrus, Lafleur, Latour à Pomerol, Eglise-Clinet, Mazeyeres, 
                         Nénin, Vieux Château Certan, Doisy Daene, Lafaurie-Peyraguey,
                         Extravagant de Doisy-Daëne, Rabaud-Promis, Sigalas-Rabaud,

                         Angélus, Ausone, Canon, Canon la Gaffelière, Cheval Blanc,

                         Clos Dubreuil, Clos Saint Martin, De Pressac, Lafon la Tuilerie,
                         Magrez-Fonbrauge, Péby Faugères, Petit-Gravet-Ainé, Tertre Rôtebeuf,
                         Haut Bailly, Haut-Brion, Mission Haut-Brion, Carmes-Haut-Brion,
                         Brane-Cantenac,  Du Tertre, Margaux, Latour, Saint Pierre,
                         Léoville-Las-Cases, Léoville-Barton, Ducru-Beaucaillou, Montrose,
                         Meyney,, Valandraud,

 

Es sind immerhin 47 Weine (inkl. Sauternes), welche bei Gabriel die zweithöchste Puntzahl erreichen (halbe Punkte vergibt er "en Primeur" nicht.

Wird weiter geführt

31. Mai 2016

 

Bordeaux-Veranstaltung
der Zeitschrift "Vinum"

 

Mit ausführliche Degustationen und Seminarien

Unter dem Titel "Big Bordeaux" lädt "Vinum" zum Auftakt der jährlichen Bordeaux-Subskriptioszeit (Châteaux) aus bestimmten Gebieten des Bordelais ein. Dieses Jahr war es die Appellation Pessac-Léognan allgemeiner gesagt: das Grave (südlich der Stadt Bordeaux).

Rund 60 Weingüter waren anwesend und mehr als 200 Weine konnten verkostet werden. Verbunden mit der Veranstaltungen waren auch drei "Weinseminare" bei denen ca. 60 Weine (vorwiegend Jahrgang 2009) besprochen wurden. 

Ich habe dieser Veranstaltung besucht und werde in den nächsten Tagen hier - unter Wein in den Keller legen - ein paar Tipps und Entscheidungshilfen geben. 

Im Augenblick läuft auch die Subskription "Bordeaux 2015", Die ersten Châteaux haben ihre Preise bekanntgegeben. In den nächsten Tagen werde ich hier auch - wie jedes Jahr - einen Vergleich von Urteilen und Bewertungen der bekanntesten Wein-Kritikern einstellen - zusammen mit ein paar eigenen Gedanken und Hinweisen zur Subskription.

14. Juni 2015

 

Bordeaux:

Subskription 2015

 

Preise, Entwicklung, Angebote und Empfehlungen (wird dauernd ergänzt)

Das glaubwürdigste Urteil nach der Primeur-Verkostung lieferte Philipp Schwander, der Master of Wine, der zwar selber mit Weinen handelt, aber nicht im Subskriptions-Geschäft tätig ist. Sein Urteil: "Der Konsument ist gut beraten, bei dem teilweise exzellenten 2015er nichts zu überstürzen – und schon gar nicht zu kaufen, sollten die Preise überrissen sein. China, das vor einigen Jahren noch fast 80 Prozent der berühmten Crus classés abnahm, bestellt nämlich nur noch sehr wenig, und auch in den andern Ländern ging die Nachfrage markant zurück."

Die Frage ist also: Wie entwickeln sich die Preise? Da zeichnet sich doch einiges ab. Man hat zwar (nach einigen schlechten Jahren im Bordeaux-Verkauf) tüchtig dazu gelernt. Aber nicht im Sinne der Konsumenten, sondern in Sachen eigener Absprachen und Schlaumeierein.. 

So sind zum Beispiel zwei Premiers Grands Crus Classés (A) in St-Emilion am gleichen Tag, zum gleichen Preis auf den Markt gekommen. Preisabsprache? "Honi soit qui mal y pense!" Angelus und Pavie (beide gleich klassifiziert) kosten den Konsumenten rund 340 CHF (en Primeur). 

Montrose (St-Estèphe, Haut-Médoc) weniger als die Hälfte: ca. 130 CHF.

Pichon Comtesse Lalande  (Pauillac)    etwa zum gleichen Preis.   

Palmer (Margaux) kostet etwa 250 Franken. 


Die Preise der kleineren Châteaux werden erst allmählich in den Subskriptionslisten bekannt. Sie flattern in den nächsten Tagen und Wochen (noch vor den Sommerferien) in den Briefkasten. Es scheint aber, dass die Preise ziemlich stabil hoch sind (sie orientieren sich ja an den Preisen der "Grossen". Und da ist im Augenblick das Gerangel um die "günstigsten" Preise im vollen Gange. Vor allem muss der Subskriptionshändler bei den teuren Weinen um Zuteilung kämpfen - eine Eigenart im Subskriptions-Handel.

Ich werde darüber berichten und die ersten Subskriptionsangebote analysieren. 

12. April 2016

 

Wein in den Keller legen:

Bordeaux 2015

 

Das sogenannte "Bordeaux-Château-Rennen" ist vorbei. Kritiker und Weinhändler - mehr als 5'000 aus der ganzen Welt - sind wieder zuhause. Die Weinhändler bereiten ihre Subskriptions-Angebote vor, die Weinkritiker durchstöbern ihre Notizen und formulieren ihre Urteile. Die ersten Wertungen auf Internet sind bereits online. Die Zeitschriften werden ihre Urteile und Empfehlungen in den nächsten Wochen publizieren.

Wie jedes Jahr werde ich die Urteile von etwa fünf namhaften Weinjournalisten und Weinzeitschriften hier vergleichen und kommentieren. Sicher noch rechtzeitig vor den Subskription-Offerten.

Bevor der Bordeaux-Papst seine Wertung veröffentlicht hat, passiert ohnehin nicht viel. Man wartet ab bis sein Segen eingetroffen ist.

12. April 2016

 

Wein in den Keller legen:

Bordeaux 2015

 

Wird laufend fortgesetzt

 

Bereits hat René Gabriel seine Liste auf bxtotal.ch (kostenpflichtig) publiziert. Hier seine generelle Beurteilung:

GANZ GROSS: IN WEISS, ROT UND SÜSS 

von René Gabriel

 

"Die Bordeauxwinzer empfingen uns mit einem freudigen Lächeln. In deren Keller schlummert nämlich in den Barriquen ein sehr, sehr guter Jahrgang… Elf Tage lang haben wir uns durch den noch jungfräulichen Bordeauxjahrgang 2015 durch degustiert. Unser Team; Tjark Witzgall (Einkäufer von Mövenpick), André Kunz (Schweizerische Weinzeitung), Luigi und Luigino Zanini (Tessiner Winzer) und meine Wenigkeit; René Gabriel. Das Interesse an grossartigen Weinen ist logischerweise disproportional grösser als bei etwas bescheideneren Jahrgängen. Bei unterschiedlichem Preis – versteht sich. Die erste Frage ist immer, wie denn das sich ankündigende «Millesime» wirklich ist und wie der Jahrgang gegenüber möglicherweise vergleichbaren Weinen einzustufen ist. Für mich ist 2015 ein Blend zwischen 80 % vom Jahrgang 2005 und 20 % vom 2010er. Also Friede – Freude – Eierkuchen? Leider nicht ganz. Um den Bordeaux 2015 generell als ganz grossen Jahrgang einzustufen müssten nämlich verschiedenste Bedingungen erfüllt sein…"

14. Juli 2015

 

Wein in den Keller legen:

 

Bordeaux 2014 (achte Folge):

 

Schlussbetrachtung

Preise und Empfehlungen

 

m letzten Teil (8. Folge) der Analysen des Bordeaux-Jahrgangs 2014 werden nun Preisvergleiche für die Subskriptions aufgelistet und es das Preis/Leistungs/Verhältnis wird etwas genauer unter die Lupe genommen. Am Schluss gibt es noch einige Empfehlungen für eher kleine, aber gute Weine mit enem hervorragenden Verhältnis zwischen Preis und Leistung.


Weine mit 20/20 (100/100) Punkten sind sogenannte "Jahrzehnt-" oder gar "Jahrhundertweine". Es gibt sie nur in guten Jahren – und auch da sehr spärlich.

Unter den sieben vorgestellten Beurteilungen haben nur zwei Weine diese „Spitze“ erreicht: Pichon-Longueville-Comtesse-de-Lalande (20/20 von René Gabriel),

Pontet –Canet (20/20 von Vinum). Ihre Preise: Lalande ca. 90 CHF; Pontet Canet ca. 85 CHF.


(Die Preise variieren leicht je nach Anbieter und Zeitpunkt und Land. Die „Nebenkosten“ sind auch nicht immer klar ersichtlich: Hauslieferung, Lagerpauschalen etc. Einzelne Weine können auch – bei grosser Nachfrage – im Verlauf der Primeurkampagne deutlich teurer werden)


Luxusweine

Sonst aber das schon fast übliche Bild: Die sogenannten Luxusweine (vor allem die 1er Crus vom „linken Ufer“ (Médoc), die höchstbewerteten Saint-Emilion und Pomerols („rechtes Ufer) haben „die Nase vorn“, auch in Bezug auf die Luxuspreise. Doch sie haben alle höchstens 19/20 (95-97/100) Punkte: Latour, Cheval Blanc, Vieux Château Certan, Haut Brion, Mouton-Rothschild, Margaux, Ausone, Mission Haut-Brion. Ihre Preise: Latour (macht keine Subskription mehr – frühere Jahrgänge um 1‘000 CHF); Cheval Blanc ca. 450 CHF; Vieux Château Certan ca. 120 CHF; Haut Brion ca. 250 CHF; Mouton Rothschild 280 CHF; Margaux 320 CHF; Ausone 400 CHF; Mission Haut Brion ca. 150 CHF.

Petrus ist wohl an der einsamen Spitze (obwohl er in der Regel nur 18/20 Punkten erhalten hat. Er ist kaum zu kaufen (meist mit speziellen Kaufbedingungen CHF)


Doch dies alles ist kaum von Interesse für den „normalen“ Bordeaux-Liebhaber. Dieser mag die eine oder andere Luxus-Flasche für besondere Anlässe kaufen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis und der Preis bestimmen weniger die Auswahl, als die Vorlieben und die schillernden Namen. Die Mehrheit dieser Weine geht in die Spekulation und den weltweiten Handel (China, Russland etc.) Es gibt übrigens noch eine ganze Reihe von ähnlichen Weinen, mit ähnlich guter Bewertung und ähnlichen Preisen.


Spitzenweine (von 90 bis 150 CHF)

Etwas interessanter ist der nächste Bereich. Spitzenweine in der Preisspanne von 90-150 CHF. Füher waren dies vor allem die „Supersconde“ (und vergleichbare Weine aus dem Nicht-Médoc-Gebiet. Allen voran Cos d’Estounel ca. 110 CHF (2ème Cru), der auch dieses Jahr zu den höchstbewerteten Weinen gehört, aber auch zu den teuersten in diesem Segment (in der Regel 100 CHF und mehr). Dazu gehören auch Montrose (2ème Cru) ca. 110 CHF, Pontet-Canet ca. 80 CHF (5ème Cru, aber biologischer Anbau), Pichon-Longueville Comtesse (2ème Cru) 90 CHF, Palmer (3ème Cru) ca. 200 CHF (der sich also bereits bei den Premier-Crus einreiht), Ducru-Beaucaillou (2ème Cru) ca. 100 CHF.

Es ist eine Preisklasse, die vor 10 Jahren um die 50 CHF zu subskribieren waren und vor Weihachten bei Discountern (z.B. Denner) angeboten wurden. Vorbei! Wir müssen schon (minetens 1 Kategorie tiefer schrauben, da wird die Sache interessant.

 

Höchstbewertete Wein

Unter den höchstbewerteten Weinen finden wir durchaus Überraschungen, rein auf die Qualität bezogen liegen sie kaum wesentlich unter den teuren Spitzenweinen, doch sie sind wesentlich billiger.

Château Durfort-Vivens ca. 30 CHF; Figeac ca. 80 CHF; Le Gay ca. 75 CHF; Haut-Bailly ca. 45 CHF; Domaine de Chevallier ca. 40 CHF; Bélair Monange ca. 60 CHF; Léoville-Poyferré ca. 55 CHF; Calon Ségur ca 50 CHF; Phélan Ségur ca. 27 CHF; Canon-La-Gaffelière ca. 45 CHF.

Dies sind Weine, welche bei den sieben vorgestellten repräsentativen Bordeaux-Beurteilungen des Jahrgangs 2014 zu den besten gehören.

Auf der nächsten Stufe (je nach dem individuellen Massstab der einzelnen Kritiker 18/20 oder 17.5/20 Punkte) gibt es bereits weit über hundert Weine. Subskriptionspreis in der Regel zwischen 30 und 60 CHF. (natürlich auch einige weit überteuerte wie zum Beispiel Lynch Bage ca. 70 CHF.


Schnäppchen

Bis hierher konnte man sich weitgehend an bekannte Namen halten. Es ist nur eine Auswahl zwischen etwas besser und noch etwas besser (meist höchstens 0.5-1/20 Punkten) So richtig interessant wird es erst jetzt, bei den „Entdeckungen“. Es sind oft Weine, welche von einzelnen Weinkritikern speziell erwähnt und von speziellen Händlern (ab und zu exklusive für die Schweiz) angeboten werden. Hier gibt es durchaus das, was man Schnäppchen nennt. Ob man jetzt subskribiert oder erst in zwei Jahren kauft (wenn sie auf den Markt kommen) muss jeder für sich entscheiden. Viel teurer werden sie in zwei Jahren nicht sein, wohl aber oft rar und kaum mehr zu finden. Es sind bekannte und weniger bekannte Weine in der Preislage zwischen 20 und 50 CHF.

Fonroque (Saint Emilion) ca. 20 CHF

Château Haut Carles (Fronsac) ca. 20 CHF

Saint Pierre (Pomerol) ca.33 CHF

Demirail (Margaux) ca.25 CHF

Aiguilhe ( Côtes de Castilon) 20 CHF

Capbern (Estèphe) ca. 17 CHF

Montlandrie, (Côtes de Castillon) ca. 19 CHF

Beychevelle (St-Julien) ca. 50 CHF

Les Carmes Haut-Brions (Pessac-Leognan) ca. 40 CHF

Jean Faure (St-Emilion) ca. 30 CHF

Clos Puy Arnaud (Côtes de Castilon) ca. 22 CHF

Clos Manou (Médoc) ca. 20 CHF

Carmenère (Médoc) ca 20 CHF

Lagrange (St-Julien) ca. 30 CHF

Meyney (St-Estèphe) ca. 20 CHF


Weine unter 20 CHF


Natürlich gibt es durchaus auch gute Bordeaux in der Preisspanne zwischen 10 und 20 CHF. Doch diese Weine werden entweder nicht in der Subskription angeboten oder man wartet besser bis sie auf den Markt kommt. Dann weiss man mehr über die Entwicklung der Weine und es gibt dann meist sogar preisgünstige Aktionen. Dieses Segment eignet sich besonders für Aktionen grosser Anbieter (die durch Grosseinkauf günstige Angebote machen können). Später tauchen sie dann auch in den sogenannten Lagerleerungen auf (ganz einfach, weil die Weine doch nicht so lange haltbar sind).

28. Juni 2015

 

Wein in den Keller legen:

Bordeaux 2014

(Subskription)

 

(Sechste Folge. Die ersten Folgen hier)

Mit dieser sechsten Folge der Beurteilung des Bordeaux-Jahrs 2014 durch bekannte Weinkritiker  schliesse ich diese Reihe ab. Inzwischen sind auch die Preise bekannt und die Subskription ist im vollen Gang. In einer Woche werde ich hier die interessantesten Vergleiche von Preis/Leistung veröffentlichen und meinen Bordeaux-Freunden ein paar Tipps und Empfehlungen abgeben, wie ich dies seit mehr als 20 Jahren mache.

Hier also die Beurteilung des wohl prominentesten (und besten) Weinkritikers in Frankreich. Es ist - seit vielen Jahren – ein unzertrennliches Gespann: Betanne & Desseauve.

Auch die beiden „Monstre sacré“ der französischen Weinszene sind - ähnlich wie Jancis Robinson - etwas zurückhaltender in der Empfehlung und Einstufung des neuen Bordeaux-Jahrgangs, zwar durchaus positiv, aber nicht euphorisch. Sie geben keinem der Weine die Höchstnote 100/100 oder 20/20 Punkte.

 Bettane und DesseauveJancis waren während vielen Jahren die "Aushängeschilder" und treibenden Kräfte (Desseauve lange als Chefredaktor) der "Revue du Vin de France". Dann haben sich die beiden - etwa vor zehn Jahren - von der bedeutendsten Weinzeitschrift Frankreichs getrennt. Seither gehen sie "ihre eigenen Wege", publizieren in diversen Zeitschriften und Zeitungen, führen eine der interessantesten Websites zum Thema Wein in Frankreich und bringen jährlich einen - inzwischen der umfassenste - Weinführer zu französischen Weinen auf den Markt.

Betann & Dessauve sind Traditionalisten und - durch ihre jahrzehntelange Tätigkeit (und Publikationen) - eng mit der franzöischen Winzerszene verknüpft. Ihre Unabhängigkeit darf man durchaus in Frage stellen. Nicht in Frage zu stellen ist ihr Können und Wissen. Sie liegen mit ihren Beurteilungen - so meine Erfahrung - fast immer richtig. Allerdings stehen sie den neuen Bio-Trends sehr kritisch gegenüber. Sie haben sich sogar - vor zwei Jahren - mit einem wenig fundierten und eher ideologischen Artikel zur Bio-Szene - eine Art konservatives Mäntelchen angezogen. Trotzdem: Ihr Urteil ist - in der Regel - kurz und treffend und wohl das wichtigste in der franzöischen Weinwelt.

In der Liste der Weinbewertungen wird hier eine sinnvolle Unterscheidung gemacht, zwischen den - auf Grund von Presitge (und den Preisen) höchst dotierten Weingüter, den klassischen Subskriptionsgütern, den weniger bekannten Châteaux und den peripheren Weingegenden im Bordelais.

Es gibt auch hier keinen "Jahrhundertwein", also werden keine 100/100 oder 20/20 Punkte verteilt. Der höchste Wert ist 19/20 oder 97/100 Punkten.

                                              Hier die Wertungen der bisher vorgestellten

                                              Weinkritiker:

Betanne&Dessauve               Gabriel/Weinzeitung/Vinum/Parker/Robinson

19/20

(Elite)

Latour                                     (18/20) (18/20) (18.5/20) (95-97) (18/20)

Haut Brion                               (19/20) (19/20) (18/20) (93-95) (17.5/20)

 

(Classiques)

Pontet –Canet                          (20/20) (18/20) (18/20) (93-95) (17/20)

Montrose                                 (18/20) (18/20) (18/20) (95-97) (17/20)

Ducru-Beaucaillou                    (19/20) (19/20) (19/20) (94-96) 17.5/20)

Léoville Las Cases                    (19/20) (19/20) (19/20) (94-96) (17/20)

 

18.5/20

(Elite)

Margaux                                  (18/20) (19/20) (19.5/20) (93-95) (17.5/20)

Mouton Rothschild                    (19/20) (19/20) (19.5) (94-96) (17.5/20)

Mission Haut-Brion                   (18/20) (19/20) (17.5/20) (95-97) (17+/20)

Pétrus                                     (18/20) (18/20) (18/20) (93-95/100) (18.5/20)

Angélus                                   (18/20) (18/20) (18/20) (91-93) (16.5+/20)

Ausone                                    (19/20) (19/20) (19/20) (93-95) (17/20)

 

(Classiques)

Pichon-Longueville-Baron            (18/20) (18/20) (18.5/20) (92-94) (17/20)

Calon-Ségur                               (18.20) (18/20) (18.5/20) (91-93) (17++/20)

 

18/20(Elite)

Cheval Blanc                            (18/20) (18/20) (19.5/20) (95-97) (17.5/20)

 

(Classiques)

Château Durfort-Vivens                (17/20) (17/20) (18/20) (87-89) (-)

Le Gay                                       (18/20) (18/20) (17/20) (90-92) (16/20)

Figeac                                        (18/20) (18/20) (18.5/20) (93-95) (17.5/20)


Die nächste Kategorie 17.5/20 (94-95) liestet bereits etwa zwanzig Weine auf. Dabei gibt - wie übrigens auch bei den andern Beurteilungen - vor allem der Text und die Trinkreife etwas differenziertere Auskunft gibt. Von den übrigen Kategorien erreicht kein Wein mehr als 17/20 (94) Punkte. Doch die Betrachtung der besten Weine dieser Kategorien werden für das Verhältnis Preis/Leistung entscheidend sein. Auch werden wir hier ein paar "Schnäppchen" finden. Dies aber später im abschliessenden Bericht.


10. Juni 2015

 

Wein in den Keller legen:

 

Bordeaux 2014

Jancis Robinson


Jancis Robinson ist eine britische Weinkritikerin, die als Spezialisten für Rebsorten gilt und unter anderem das Buch „Rebsorten und ihre Weine“ verfasst hat. Auf ihrer Website veröffentlicht sie ihre Degustationsnotizen (kostenpflichtig), jedes Jahr auch ihre Beurteilung des neuen Jahrgangs im Bordelais.

Dabei verwendet sie die 20er Skala, meist mit einem strengeren Massstab als die meisten Kritiker. Dabei verwendet sie auch – schon bei Fassproben - halbe Punkte.

 

Beim neuen Jahrgang (2014) vergibt sie keine 20/20 Punkte. Ihre höchste Wertung ist einzige 19/20, aber nicht für einen Rotwein, für den Sauternes von Yquem.

Bei roten Bordeaux erhalten zwei Weine 18.5/20 Punkte. vier Weine 18/20 und 19 Weine 17.5/20 Punkte, wobei sie fünf davon mit einem + (Plus) – also nochmals mit einer wenig definierten Stufe – kennzeichnet.

 

Ihr hartes Urteil: „Die einzig grossen Weine, die ich während der Woche in Bordeaux verkostet hatte, waren Weine beim Essen in den Abendstunden. An den Primeur Verkostung selber, mit all den weniger als sechs Monate alten Weinen, fand ich gute, aber keine grossen Weine. Mein grösstes Erlebnis aber war die Konfrontation mit einem (in diesem Zusammenhang) für mich neuen Begriff: „le Bordeaux bashing“.(Was so viel heisst, wie öffentliche Beschimpfung oder jemanden "fertig machen“. Der Begriff wird in der Regel beim Spielen verwendet, wenn ein schlechter Spieler total unterlegen ist wird er von den starken Spielern "gebashed") Jancis Robinson ist nicht die einzige, die vom Phänomen „bordeaux bashing“ spricht. Tatsächlich hat Bordeaux – weitgehend durch eigenes Verschulden und der unmässigen Preisentwicklung – in breiten Kreisen den einst guten Ruf verloren. Deshalb steht die Frage im Vordergrund: Soll man den Jahrgang 2014 subskribieren?

„Ja auf jeden Fall, wenn das Bordelais ihren Stolz überwinden und das tut, was 2008 getan wurde: Weine zu niedrigeren Preisen anbieten als die überteuerten, minderwertigen Jahrgänge, die vorausgegangen sind.“

Die scheint aber nicht der Fall zu sein. Die Preisgestaltung der letzten Jahre hat vielen Händlern massive Verluste beschert, während die Châteaux die grossen Gewinner waren. Es ist anzunehmen, dass die Händler diesem Treiben nicht mehr lange zusehen. Die entscheidende Frage ist, unabhängig wie sich die Preise gestalten, ob genügend Menschen noch bereit sind, en primeur – das heisst auf Vorrat – zu kaufen. Denn es gibt inzwischen eine weit verbreitete Unzufriedenheit mit Bordeaux, besonders bei den jüngeren Weintrinkern.

Doch zurück zur Wertung von Jancis Robinson:

 

                                                  Hier die Wertungen der bisher vorgestellten

                                                  Weinkritiker:

                                                  Gabriel/Weinzeitung/Vinum/Parker

18.5/20

Pétrus                                        (18/20) (18/20) (18/20) (93-95/100)

Vieux Château Certan                  (18/20) (18/20) (19/20) (95-97/100)


 

18/20

Cos d’Estournel ca. 110 CHF        (19/20) (19/20) (18.5/20) (93-95)

Latour                                         (18/20) (18/20) (18.5/20) (95-97)

Le Tertre Rôteboeuf (+)                 (18/20) (18/20) (-)…(92-04)

 

17.5+/20

Lafleur (++)                                  (18/20) (18/20) (-) (94-96)

Haut-Bailly                                   (17/20) (17/20) (19/20)…(91-93)

Haut-Brion ca. 320 CHF                (19/20) (19/20) (18/20) (93-95)

Larrivet Haut-Brion                        (17/20) (17/20) (-) (86-88)

Mouton Rothschild ca. 320 CHF    (19/20) (19/20) (19.5) (94-96)

Margaux                                      (18/20) (19/20) (19.5/20) (93-95)

 

17.5/20

Bélair Monange                            (18/2) (18/20) .(18/20) (89-91)

Cheval Blanc                                (18/20) (18/20) (19.5/20) (95-97)

Dom de Chevalier                         (17/20) (17/20) (19.5/20) (92-94)

Ducru-Beaucaillou                        (19/20) (19/20) (19/20)…(94-96)

Evangile                                      (18/20) (18/20) (17/20) (92-94)

Figeac                                        (18/20) (18/20) (18.5/20) (93-95)

Lafite Rothschild                          (18/20) (18/20) (18.5/20) (94-96)

Latour                                         (18/20) (18/20) (18.5/20) (95-97)

Léoville Barton                             (19/20) (19/20) (19/20) (92-94)

Palmer                                       (18/20) (18/20)…(18/20) (93-95)

Le Pin (-)                                    (16/20) (18/20) (92-94)

Troplong Mondot                         (17/20) (17/20) (16/20) (91-93)

 

Hier „tauchen“ schon Namen auf, die von den vorangehenden Kritikern (Wertung in Klammern) deutlich abweichen. Dies ist vor allem interessant bei Weinen, wie Troplong Mondot, die einmal (Vinum) nur 16/20 Punkten erhalten hat. Oder bei Larrivet Haut-Brion (jetzt Clarence Haut-Brion) der bei Neal die 90-Punkte-Grenze nicht erreicht.

Noch einer Wertung (französische) steht aus, dann folgt der wohl interessanteste Preisvergleich, denn mittlerweile sind so ziemlich alle Preise bekannt.

25. Mai 2015

 

Wein in den Keller legen:

 

Bordeaux 2014

The Wine Advocate (Martin Neal)

 

Die „Pilot-Wertung“ für Bordeaux ist seit den 80er Jahren das Urteil von Robert Parker. Dieses Jahr ist er an der Präsentation im Bordelais erstmals nicht präsent. Sein langjähriger Mitarbeiter, Martin Neal, hat die Aufgabe übernommen und veröffentlicht in Parkes Wine-Advocate die offizielle Parker-Wertung.  Dabei wird die von Robert Parker eingeführte 100er-Skala verwendet.

 

Parker-Punkte werden entsprechend dem amerikanischen Schulnoten-System vergeben, zwischen 50 und 100 Punkten. Die einzelnen Wertungen besagen: 

50 bis 69 Punkte: schlecht bis unterdurchschnittlich

70 bis 79 Punkte: durchschnittlich

80 bis 89 Punkte: überdurchschnittlich bis sehr gut

90 bis 95 Punkte: hervorragend

96 bis 100 Punkte: außerordentlich

Dabei hat sich das System inzwischen wesentlich „verkürzt“ oder abgeschliffen. Unter der 85-Punkte-Grenze finden Weine keine Erwähnung mehr statt (in der Online-Ausgabe sind es 80 Punkte). Die Bestnote wird so gut wie nie vergeben und Weine unterhalb der 60-Punkte-Marke sind bereits ungenießbar . Zur Umrechnung ins 20-Punkte System und die Fünf-Sterne-Wertung folgende Tabelle:

99-100       20/20       *****    Jahrhundertwein, überwältigend

96-98        19/20        *****    exzeptionell, berührend, sicher langlebig

93-95        18/20        ****     gross, individuell, gutes Alterungspotential

90-92        17/20        ****     exzellent, mit eigenem Stil

87-89        16/20        ***      sehr gut, charaktervoll

84-86        15/20        ***      sicher gut, schöner Sortenausdruck

81-83        14/20        **       gut

78-80        13/20        **       befriedigend

Dabei ist anzumerken, dass die verschiedenen Systeme – je nach Kritiker – larger oder strenger eingesetzt werden. Um dem Parker-System näher zu kommen, werden auch halbe Punkte vergeben (allerdings nur selten bei der Fassverkostung) Parker (Martin Neal) macht in diesem Stadium immer Zweier- oder gar Dreierschritte.

Martin Neal

 

Er beschreibt ausführlich seine diesjährige Erfahrung im Bordelais. Hier ein paar Stichworte (frei übersetzt)

„Der Jahrgang 2014 hat nicht den Reichtum und die Dichte von 2009 und nicht den Rückgrat und die Tannine des 2010er. Dies bedeutet, dass sie sehr zugänglich; viele können nach vier oder fünf Jahren getrunken werden. Es gibt viel Frische in diesen Weinen und eine grosse Typizität des Jahrgangs. Die von dem Vegetationsverlauf gegebenen Einschränkungen machen es schwierig oder vielleicht sogar tollkühn etwas Außergewöhnliches zu kreieren.

Vor allem in Pauillac überzeugen Namen aus der zweiten Reihe, wie Pichon-Lalande, Pichon Baron, Pontet-Canet, Grand Puy Lacoste, Lynch-Bages. Aber auch Saint Estèphe, insbesondere der atemberaubenden Montrose und kleinere Namen wie Lafon-Rochet, Le Boscq und Haut-Marbuzet, verdient unsere die Aufmerksamkeit. Saint Julien - abgesehen von ein oder zwei Enttäuschungen - stimmt in der Qualität: Ducru Beaucaillou, Léoville Las-Cases, gefolgt von Léoville Barton, Léoville Poyferré und einem ungewöhnlichen merlotlastigen Beychevelle.

Am rechten Ufer sind es vor allem jene Weine, mit einem hohen Anteil an Cabernet Franc (spät reifend), die überzeugen: Cheval Blanc, Ausone, Lafleur, Figeac, Vieux Château Certan und sogar Pavie, der den Gesamtanteil der Merlot reduziert hat….“

Dies sind nur ein paar sehr allgemeine Gedanken. Auch hier die Weine mit den höchsten Noten

95 – 97/100

Cheval Blanc                                            (18/20) (18/20) (19.5/20)

Latour                                                      (18/20) (18/20) (18.5/20)

Mission Haut-Brion                                    (18/20) (19/20) (17.5/20)

Montrose                                                  (18/20) (18/20) (18/20)

Vieux Château Certan                                (18/20) (18/20) (19/20)

 

94 – 96/100

Ducru-Beaucaillou                                     (19/20) (19/20) (19/20)

Lafleur                                                      (18/20) (18/20) (-)

Léoville Las Cases                                    (19/20) (19/20) (19/20)

Mouton Rothschild ca. 320 CHF                 (19/20) (19/20) (19.5)

Lafite Rothschild                                       (18/20) (18/20) (18.5/20)

Pavie                                                       (18/20) (18/20) (17.5/20)

Trotanoy                                                   (19/20) (18/20)…(18/20)


93 – 95/100

Pétrus                                                      (18/20) (18/20) (18/20)

Pichon Lalande                                         (19/20) (20/20)…(19.5/20)

Pontet Canet                                            (18/20) (18/20) (20/20)

Margaux                                                   (18/20) (19/20) (19.5/20)

Ausone                                                    (19/20) (19/20) (19/20)

Cos d’Estournel ca. 110 CHF                     (19/20) (19/20) (18.5/20)

Léoville-Poyferré                                        (18/20) (18/20)…(18.520)

Grand Puy Lacoste                                    (19/20) (18/20) (18/20)

Haut-Brion ca. 320 CHF                             (19/20) (19/20) (18/20)


92 – 94/100

Le Tertre Rôteboeuf                                   (18/20) (18/20) (-)

Margaux                                                   (18/20) (19/20) (19.5/20)

Léoville Barton                                          (19/20) (19/20) (19/20)

Pichon-Longueville-Baron                           (18/20) (18/20) (18.5/20)


91 – 93/100

Haut-Bailly                                               (17/20) (17/20) (19/20)

Calon-Ségur                                             (18.20) (18/20) (18.5/20)

Léoville-Poyferré                                       (18/20) (18/20)… (18.520)


89-91+/100

Phélan Ségur                                             (18/20) (18/20) (18/20)

Copyright Johan Berglund
Copyright Johan Berglund

Gehen wir von der „offiziellen“ Leseart aus, schaffen es nur 12 Weine an die 19/20 Punkten. Wobei die Mehrzahl (nämlich 7 Weine) eigentlich 18-19/20 Punkte erhalten haben und fünf Weine volle 19 Punkte. Einen 20 Punkte – das heisst 98-100 Punkte Wein gibt es nicht.

Bis zu 95 Punkten (18/20) schaffen es 52 Weine. (In Klammer die Bewertung der bisher vorgestellten Notierungen) Wie bei den andern Weinkritiker sind die Weissweine und die Süssweine hier nicht erfasst.

Die Bewertung ist einerseits hier strenger, andererseits lässt sich mit den zum Teil Dreierschritt mehr Spielraum offen.

Interessant sind einige grosse Abweichungen. Zum Beispiel Phélan Ségur, der im unteren Bereich die 90er Grenze nicht erreicht. Es tauchen auch einige kleinere Weine auf, vor allem in dem hier nicht vollständig wiedergegebenen Bereich über 91 Punkten, was eine sehr gute Parkerwertung bedeutet. Doch davon werde ich später abschliessen berichten.

19. Mai 2015

 

Wein in den Keller legen:

 

Bordeaux 2014

Vinum (Rolf Bichsel)


Nicht ganz so einfach macht es uns Rolf Bichsel in der Zeitschrift „Vinum“ (Vinum Extra) Er nutzt bei der Primeurverkostung im 20-Punkte-System halbe Stufen, also 19.5 oder 18.5 Punkte, was ein Vergleich mit den bisherigen Analysen schwierig macht. Eigentlich ist diese Differenzierung bei Fassproben ein Unsinn, denn das Potential eines Weins kann in diesem Stadium kaum so präzise beurteilt werden. Parker – zum Beispiel – macht bei den Primeurproben in aller Regel ein Zweipunkte-Schritt (im 100 Punkte-System).

Vorweg Bichsels Grundaussage: „…Noch nie habe ich so viele Primeurmuster verkostet, noch nie so viele Weine selektioniert. Bordeaux 2014 ist nicht nur ein grosser Bordeaux-Jahrgang, sondern in seiner fröhlichen Breite auch einer der besten…“

„Vinum“ hat 590 Weine selektioniert (bewertet). 19 Weine erhalten 19 und 19.5 Punkte; 56 Weine 18 und 18.5 Punkte (allerdings sind dabei die Weissweine und die Süssweine eingeschlossen). Auf den ersten Blick scheint also die Wertung von Vinum „strenger“ zu sein. Nimmt man aber die Weine mit 17.5 Punkten dazu, sieht die Sache schon ganz anders aus.

Hier werden nur die Rotweine aufgelistet. Die Wertungen in Klammer: Weinzeitung und Gabriel. Doch auch bei Bichsel gibt es einen

 

20-Punkte-Wein (Jahrhundertwein):

H                         (18/20) (18/20)


19.5 Punkte

Pichon Lalande                               (19/20) (20/20)

Mouton Rothschild ca. 320 CHF       (19/20) (19/20)

Margaux                                         (18/20) (19/20)

Cheval Blanc                                   (18/20) (18/20)

 

19 Punkte

Ducru-Beaucaillou                           (19/20) (19/20)

Léoville Barton (19/20) (19/20)

Léoville Las Cases                           (19/20) (19/20)

Haut-Bailly                                      (17/20) (17/20)

Vieux Château Certan                      (18/20) (18/20)

Ausone                                           (19/20) (19/20)

 

18.5 Punkte

Calon-Ségur                                     (18.20) (18/20)

Cos d’Estournel ca. 110 CHF             (19/20) (19/20)

Lafite Rothschild                               (18/20) (18/20)

Latour                                              (18/20) (18/20)

Pichon-Longueville-Baron                   (18/20) (18/20)

Léoville-Poyferré                                (18/20) (18/20)

Figeac                                              (18/20) (18/20)


18 Punkte

Montrose                                           (18/20) (18/20)

Phélan Ségur                                     (18/20) (18/20)

Grand Puy Lacoste                             (19/20) (18/20)

Pétrus                                               (18/20) (18/20)

Haut-Brion ca. 320 CHF                      (19/20) (19/20)

Trotanoy                                            (19/20) (18/20)

Hier sind nur einige «interessante» 18-Punkte-Weine aufgeführt, teilweise weil sie von einem der Verkoster deutlich besser bewertet wurden oder weil sie im Preis-Leistungs-Verhältnis interessant sind.

 

Von den weniger bekannten Appellationen hat es auch hier kein Wein in die höchste Etage geschafft. Zurecht, zu unrecht? Die Vermutung, dass grosse Namen eben doch anders bewertet werden (oder im Keller durch ihre technischen Mittel ganz anders arbeiten können) liegt nahe. .

Eigentliche „Entdeckungen“ gibt es kaum (vielleicht in der Qualität Haut-Bailly, der doch zwei Punkte besser bewertet wurde, als von den beiden anderen Verkoster. Interessant wird nun sein, wie Parker, respektive sein Stellvertreter bewertet. Dies in einigen Tagen wieder hier auf meiner Website.

12. Mai 2015

 

Wein in den Keller legen:

 

Bordeaux 2014

 

Im Urteil des Bordeaux-Jahrgangs liegt die „Weinzeitung“ recht nahe bei Gabriel und setzt nur ab und zu andere Akzente: „Er sei der beste seit 2000, heisst es. Was nach den eher schwachen Jahrgängen 2011 und 2012 nicht erstraunt. Schliesslich gabs 2014 im Bordelais einen goldenen Herbst mit vollständig ausgereiften Cabernets. … 2014 hat vom Stil her Weine vom klassischen Zuschnitt hervorgebracht. Wir stufen die allerbesten Deuxièmes Crus etwas höher ein als die Premiers“

So oder ähnlich tönt es auch bei René Gabriel. Nur hat die „Weinzeitung“ keinen „Jahrhundertwein“, ( 20 Punkte) Die beste Wertung erhalten 12 Weine mit 19 Punkten.

18 Punkte bekommen 75 Weine. Hier die Liste der Höchstbenoteten (dahinter in Klammern die Wertungen von Gabriel)

19 Punkte

 

Cos d’Estournel ca. 110 CHF                   (19/20)

Montrose                                               (18/20)

Grand Puy Lacoste                                 (18/20)

Mouton Rothschild ca. 320 CHF               (19/20)

Pichon Lalande                                       (20/20)

Ducru-Beaucaillou                                   (19/20)        

Léoville Barton                                        (19/20)

Léoville Las Cases                                  (19/20)

Margaux ca. 320 CHF                             (19/20)

Haut-Brion ca. 320 CHF                          (19/20)

Ausone                                                  (19/20)

Trotanoy                                                (18/20)

Die beiden Listen sind durchaus vergleichbar und bieten nicht viel Neues. Es zeichnet sich ab, dass die Premier Crus etwas über 300 CHF kosten werden (dies obwohl sie durchwegs „schwächer“ sind als die sogenannten Supersecondes.

Interessanter sind die 72 Weine (ohne die weissen) mit 18 Punkten. Hier entscheidet sich, ob man Weine findet, die es wert sind, zu subskribieren. Die 19-Punkte-Weine sind ja (fast) nur zu Geldanlage und Spekulation.

Beginnen wir mit den drei Weinen, die ich auch bei Gabriel herausgegriffen habe:


Auswahl

Le Boscq (St-Estèphe) ca. 20 CHF 17/20                            (18/20)

Lilian Ladouys ca. 20 CHF 18/20                                        (18/20)

Meyney ca. 23 CHF 17/20                                                 (18/20)

Lynch Bages ca. 78 CHF  18/20                                         (18/20)

Pichon Baron ca. 75 CHF 18/20                                         (18/20)

Palmer ca.210 CHF 18/20                                                  (18/20)


Man sieht, die Unterschiede sind gering und beruhen eher auf Vorlieben und Stilfragen als auf qualitativen Argumenten.

Interessant ist vielmehr: gibt es wirklich 18-Punkte-Weine, die man in dieser Kategorie nicht erwarten würde. Bei Gabriel gibt es sie, aber nur ganz vereinzelt. Und bei der „Weinzeitung“?

 

Cos Labory ca. 50 CHF 18/20           (16/20)

De Pez ca. ca. 25 CHF 18/20           (17/20)

Batailley ca. 30 CHF 18/20               (17/20)

Pédesclaux 18/20                            (17/20)

Latour à Pomerol ca. 40 CH 18/20     (17/20)

 

Gesamhaft gesehen ist man sich auch auf dieser Ebene einig : Es tauchen so ziemlich die selben Namen auf, die man bereits seit Jahren kennt. Ab und zu ein Aufsteiger (wie Pédesclaux), sonst aber das übliche Bordeaux-Geschäft.


Weinzeitung

08. Mai 2015

 

Wein in den Keller legen:

 

Bordeaux 2014

 

 

 

René Gabriel hat 85 Weine (von beiden Seiten der Garonne) mit der dritthöchsten Note 18 (gross, individuell, gutes Alterungspotential) bewertet, 11 Weine mit19 Punkten (exzeptionell, berührend, sicher langlebig und einen Wein mit 20 Punkten (Jahrhundertwein, überwältigend).

 

Punkte sagen bei einer Primeur-Verkostung längst nicht alles. Viel Information steckt zum Beispiel auch in den zwei Angaben zur Genussreife, die bei jedem Wein der Bewertung folg. Zum Beispiel 2022-2044 (für einen 18 Punkte-Wein) oder für einen anderen Wein mit 18 Punkten 2011-2050. So unpräzis diese Angaben auch sein mögen, es verbergen sich dahinter bestimmte Eigenschaften und Qualitäten.

Doch bleiben wir bei den 11 Weinen mit mehr als 18 Punkten. Die Subskriptionspreise liegen erst punktuell vor. Die meisten Anbieter haben ihre Angebote noch nicht bekanntgegeben. Erfahrungsgemäss gibt es da – vor allem bei den Spitzenweinen – grosse Unterschiede. Viele der Weine werden auch in Tranchen abgesetzt und passen sich dauernd dem Markt an.

20 Punkte

Pichon-Longueville-Comtesse-de-Lalande Subskriptionspreis noch nicht bekannt.

 

19 Punkte

Cos d’Estournel ca. 110 CHF

Mouton Rothschild ca 320 CHF

Ducru-Beaucaillou

Léoville Barton

Léoville Las Cases

Margaux

Haut-Brion ca. 320 CHF

Mission Haut-Brion ca. 190 CHF

Ausone

Canon-La-Gaffelière

Péby Faugères ca. 75 CHF

Viele Preise sind also noch nicht bekannt. In den Subskriptions-Angeboten heisst es dann: Reservieren. Es zeigt sich, dass man (mit einer Ausnahme des weniger bekannten Péby Faugères) für einen 19 Punkte-Wein hundert und weit mehr Franken zu bezahlen hat. Château Ausone zum Beispiel, das den 2013er bei einer viel kleineren Ernte, zwar auch mit 19 Punkten von Gabriel, aber in deutlich schwächerer Qualität (aber sehr gut für den schwachen Jahrgang) auf 400 Franken (für den Endnutzer) ansetzte , wird in dem neuen viel besseren Jahr kaum billiger zur Subskription kommen. Die zögerliche Preisgestaltung der Top-Shots zeigt das Dilemma: die Preise deutlich senken (wie dies der Markt und die grossen nicht verkauften Bestände der letzten drei Jahre es eigentlich verlangen) oder weiterhin bei den (für den Weinliebhaber) (zu)hohen Preise bleiben. Diese hoch bewerteten Weine sind - mit eine Ausnahme – alle für den Spekulations- und Anlagemarkt bestimmt.

Wie aber steht es mit den doch vielen 18 Punkte Weinen?

Es sind immerhin mehr als 80, die ich hier nicht alle auflisten kann. Doch ein paar Beispiele.

Da erleben wir bereits die ersten Überraschungen:

 

Le Boscq (St-Estèphe) ca. 20 CHF

Lilian Ladouys ca. 20 CHF

Meyney ca. 23 CHF

Lynch Bages ca. 78 CHF

Pichon Baron ca. 75 CHF

Palmer ca.210 CHF

 

Hier zeigen sich die enormen Unterschiede. Châteaux mit klingenden, grossen Namen können diesen – fast unabhängig von der Qualität – noch immer sehr gut vermarkten. Es ist halt ein Unterschied, ob ich einen guten Le Boscq aufstelle, oder mit einem Château Palmer oder gar ein Latour (ebenfalls 18 Punkte) auftrumpfe.

 

Hier offenbart sich aber auch die Fragwürdigkeit der Punktbewertung, denn es wird in unterschiedlichen Ligen gespielt. Das eine Mal in der höchsten oder zweithöchsten Liga (Palmer, Pichon Baron, Lynch Bage), das andere Mal in einer viel tieferen Liga (Boscq, Lilian Ladouys, Meyney) Offensichtlich kommt es nicht (nur) auf die nackten Zahlen an; in der Weinkritik verstecken sich im begleitenden, beschreibenden Text (so kurz er auch sein mag) viele Faktoren, die das Preis-Leistungsverhältnis letztlich bestimmen .

René Gabriel schenkt reinen Wein ein:

"Die Preise sind bei einem Subskriptionsjahrgang nicht das Wichtigste, aber eben doch ein zentraler Aspekt. Wenn die Qualität stimmt!“ Was Weinkenner längst wissen: Eine Punktebewertung hat bestenfalls seinen Informationswert im Umfeld der Jahrgänge des gleichen Weinguts, allenfalls für Weine in der gleichen Liga. Dies wird meist vergessen (oder bewusst übergangen).

26. Mai 2013

 

Wein in den Keller legen

Bordeaux 2012

 

Seit ein paar Jahren entfacht sich – um diese Zeit – die Diskussion um Sinn und Unsinn der Subskription der Bordeaux Weine. Im Augenblick liegen die Angebote weitgehend vor und alle, die routinemässig Bordeaux „en Primeur“ gekauft haben, stehen einmal mehr vor der Frage: sollen wir oder sollen wir nicht?

Für mich – als Bordeaux-Liebhaber, der nur für den eigenen Keller kauft – ist der Fall seit gut fünf Jahren klar: man soll nicht! Anders sieht die Sache aus, für jene, die Weine kaufen und – bei guter Gelegenheit – wieder verkaufen. Da kann man – mit glücklicher Hand, Geduld und guten Kenntnissen – doch noch Gewinne machen. Doch da sind andere Kriterien massgebend, als jene des prognostizierten Weinpotentials.

Anders tönt es – wer würde dies nicht verstehen – bei den Weinhändlern, welche Subskriptionen anbieten. Franz J. Wermuth – der Zürcher Weinhändler und Auktionator - ist diesbezüglich ein ganz spezieller Fall. Einerseits ist er im Subskriptionsgeschäft tätig, andererseits verkauft er in den Auktionen viele der von Kunden spekulativ gekauften Weine wieder. Eigentlich ein gutes Geschäft, denn da kassiert er gleich zweimal den Gewinn. Er schreibt dazu im neusten Auktionskatalog nach der Feststellung, dass viele Weine jetzt „weit unter dem Einstandspreis“ angeboten werden: „Das ist natürlich Öl ins Feuer der Bordeaux-Kritiker, die immer sagen, man soll keine ‚Bordeaux-Primeurs‘ (Subskription) kaufen. Das halten wir für ziemlich fragwürdig, erstens gibt es viele gute 2012er Weine und zweitens sind die meisten Weine wieder auf ein sehr gutes Preis-Leistungs-Niveau zurückgekommen. Die gleichen Kritiker hatten aber schon abgeraten, die 2009er und 2010er zu kaufen, zu teuer, zu konzentriert, etc. Nun haben einige Weinsammler bedauerlich grosse Lücken in ihrem Weinkeller, und einen Ch. Pontet-Canet oder einen Ch. Pape Clément 2010 (beide Parker 100) findet man kaum mehr oder allenfalls nur noch zu einem exorbitanten Preis (+Sfr. 200.-), aber die Kritiker dürfen weiterhin schreiben….“

Ich bin kein Kritiker, kein Weinverkäufer, nur Bordeaux-Liebhaber, der mehr als 20 Jahre lang immer subskribiert hat und all die Preise und Entwicklungen (auch jene der Auktionen) schön säuberlich notiert und in Relation gestellt hat. Und ich schreibe weiterhin: Nicht kaufen!!!

Die Gründe liefert der Weinhändler (und Auktionator) ja selber: „…an den Auktionen gibt es besonders jetzt wieder interessante Angebote und Preise. Die Chancen für preiswerte Weine sind wieder grösser, Schnäppchen sind möglich….“ Tatsächlich ist es so, dass in den letzten Jahren fast alle Bordeaux (mit Ausnahme der überteuerten Kultweine) ungefähr zum gleichen Preis wie bei der Subskription in den Verkauf gekommen sind (das Termingeschäft lohnt sich also nicht, denn da trägt man auch das Risiko) und – bedingt durch Kursschwankungen und Jahrgangskult – können sich die Preise sich ganz anders entwickeln, als die meisten (auch die Kritiker) nach den Fassproben prognostizieren. Warum soll ich das Geld zwei Jahre früher hinblättern für Weine, die ich später zum gleichen – oft sogar zum niedrigeren Preis - kaufen kann, wie bei der Subskription?

Zugegeben: vielleicht ist der eine oder andere Wein – zu gewissen Zeiten – nicht erhältlich. Doch der Weinhändler und Auktionator meint: „zum kleinen Trost; erstens kann man diese Weine früher oder später doch noch in den Auktionen finden und ersteigern, wenn auch nur in kleinen Mengen.“

Und zweitens, das sage ich: grosse Mengen vom gleichen Wein brauche ich als Weinliebhaber und –trinker nicht. Ich kann damit leben, „grosse Lücken im Weinkeller zu haben“. Dafür habe ich – den Beweis trete ich jederzeit an – meist die besseren Weine, zum besseren Preis im Keller und zwar, weil ich nicht subskribiert habe.

Peter Züllig