Wermuth Auktionen - Kommentare und Analysen

12. März 2017

 

Nachlese und Kommentar zur Weinauktion:


Denz-Weine - Wermuth Auktionen 

vom 11. März 2017

 

 Was hier deutlich sichtbar wurde - viel stärker als an anderen Weinauktionen - das ist die Zweiklassen-Gesellschaft im Weinhandel. Auf der einen Seite sind die "Kultweine", die teuren Weine mit klingendem Namen und höchsten Parker-Punkten, auf der anderen Seite die Weine, von denen René Gabriel sagt, "es seien keine Auktionswerte". Tatsächlich werden "kleine Weine" an Auktionen meist deutlich unter dem Schätzungspreis versteigert, währen "Spitzenweine" meist zu Preisen weggehen, die deutlich darüber liegen. Dabei handelt es sich um Weine, die vorerst einmal nicht zum Trinken ersteigert werden (meist auch nicht für Sammlungen), sondern für den Handel und die Spekulation. Solche Weine werden heut weltweit "verschoben".  

Beobachtungen und Kommentar:

  • Sobald Parker-Punkte ins Spiel kommen steigert sich der Preis unverhältnismässig stark (deshalb werden im Katalog PP ab 98 in der Regel vermerkt). Ein Beispiel: 1 Magnumflasche (1.5 l) Margaux (Premier Grand Cru) 1990 - 100 Parker Punkte 1400 CHF (netto); 1999 zu 620 CHF. Auch Flaschen mit schlechterem Füllstand oder defekter Etikette gehen - bei hohen Parker Punkten - relativ teuer weg.
  • Kultweine, wie Le Pen, sind längst keine Weine zum trinken mehr. Wer trinkt schon einen Wein so ohne weiteres, der 1800 CHR (netto) kostet. Ähnliches ist von Pétrus zu sagen und von Jahrgängen mit Kultcharakter (z.B. Jahrgang 2000). Sie sind "spielen" in einer Handelsliga und sind zu hohen Marktwerten geworden, die mit Qualitätskriterien nicht mehr gemessen werden können.
  • Auf der andern Seite sind da die "Schnäppchen", deren Schätzungswert nicht hoch sind und in den meisten Fällen unter dem unteren Schätzungswert weggehen.  Zum Beispiel Château Kirwan 2005 (ein ausgezeichneter Jahrgang, der im Augenblick um 60 CHF gehandelt wird) für brutto 38 CHF. In der Subskription kostet der Wein um die 40-50 CHF. Generell gehen Bordeaux - auf Grund der Vergleichbarkeit - deutlich teurer weg, als vergleichbare Weine aus anderen Weingebieten und Regionen. (Grund: das Verkaufssystem von Bordeaux.
  • Fast alle hohen und höchst bewerteten Weine werden auf Grund schriftlichem Bieten ersteigert, kaum je im Saal. Zum Beispiel 1 Imperialflasche (6 l) Pétrus des schwachen Jahrgangs 1997 für 15'000 CHF (netto) oder  12 Flaschen Latour 2010 zu 11'000 CHF (netto) - was ca. 1'100 CHF (brutto) entspricht. Bei der Preisgestaltung dieser Weine spielt die Marktsituation die entscheidende Rolle. Ein Bereich, der für den "kleinen" Weinliebhaber kaum eine Rolle spielt.
  • Interessant sind den Weinliebhaber, der Weine in den Keller legen möchte, vor allem die "kleinen Werte" oder/und die älteren Weine, die als Geburts- und Festtagsweine (bestimmter Jahrgang) gezielt gekauft werden. Kleinere Weine: zum Beispiel Louvière (1995, 1996 und 2000) zu 23 CHF (netto). oder Gloria zu 20 CHF (brutto), also deutlich unter dem einstigen Subskriptions-Preis.
  • Schweizerweine erscheinen - mit Ausnahme von Gantenbein - kum in einer Auktion. Nur Gantenbein hat es geschafft im Internationalen Handel Fuss zu fassen, fast immer deutlich über 100 CHF. die Flasche.
  • Kalifornische, Australische und Südamerikanische Weine habern nur dann eine Chance bei einer Auktion, wenn sie Kultcharakter haben: Penfolds (Australien) "Cariad" und Harlan Estate (Napa Valley) etc. 
  • Deutsche und österreichische - vor Jahren auf Auktionen kaum anzutreffen - drängen auf den Auktionsmarkt. Allerdings auch hier vor allem "Kultweine", die dann meist zum Preis im Fachgeschäft abgesetzt werden. Zum Beispiel Batonnage (Österreich), zu 120 CHF (brutto). Soviel kostet er auch im  "normalen" Weinhandel. Das gleiche gilt für deutsche Weine (z.B. "G-max") genau so wie für die Italiener (Toskana und Piemont).

09. März 2017

 

Weinauktion in Zürich (Saalauktion)

 

Denz-Weine - ehemals Wermuth Auktion

Samstag 11. März 2017 - 09.30 Uhr
                                                              im Hotel Atlantis, Zürich

Also eine "ganz gewöhnliche Geschäftsübernahme". Ganz so ist es nicht. Die Firma wurde nämlich von Franz Wermuth - in mehr als 20 Jahren - aufgebaut und geleitet. Franz Wermuth ist ein ausgewiesen Fachmann mit internationalen Verbindungen und genau jenen Eigenschaften, die von der neuen Firma als Grundlage und Firmenstärke jetzt ins Feld geführt wird. Deshalb wurde wohl auch der Name der Firma beibehalten. 

Nur: Franz Wermuth hat - zusammen mit einem anderen Weinhaus - wieder mit einer eigenen Auktion begonnen unter dem Namen "Franz j. Wermuth - Auktionator" (Er startet die Saison am 29. April 2017).

Die internationale Kundschaft hat sich wohl weitgehend arrangiert - nimmt an der einen, der anderen oder an beiden Auktionen teil und/oder lässt ihre Weine vom einen oder anderen vermarkten. 
Für den Weinfreund aber, der auf Auktionen präsent ist, und nach guten Flaschen für seinen Keller sucht, ist die Situation noch immer verwirrend, vor allem für den "Schnäppchenjäger", der sozusagen den Charme und das "Weinherz" einer Auktion ausmacht, 

Zum Angebot der Auktion im Hotel Atlantis:

  • Die Schätzpreise sind noch immer - auch bei "gewöhnlichen" guten Bordeaux auf recht hohem Niveau. Zum Beispiel Sociandot Mallet,, Lagune etc. (durchschnittlicher Jahrgang) 400 - 600 CHF für eine Kiste, was 40-60 Franken brutto pro Flasche ausmacht. Sofern die Lots zum unteren Preis ersteigert werden, ist dies durchaus ein akzeptabler Preis, auch für den "kleinen Weinliebhaber".
  • Die Preise für die Weine mit hohen Parkerpunkten und/oder hohen Klassifikation, vor allem die "Kultweine" haben dann ihren Preis. Zum Beispiel: Mouton Rothschild (2006) 4'500-6'000 CHF, was dann doch 450 bis 600 Franken (brutto) für eine Flasche ausmacht.
  • Eines der Probleme (für den "kleinen" Käufer), der ein paar Flaschen in seinen Keller legen möchte: Sehr viele Weine - vor allem die bescheideneren Namen - werden als Kiste, meist OHK (Original-Holz-Kiste) angeboten, was rasch einmal das Budget (und die Kellerplanung) übersteigt. Diese "Kistenverschiebung" ist ein untrügliches Zeigen für den Handel und die Spekulation. Vor allem, wenn es um OHK geht  (die deutlich teuer sind), aber dem "gewöhnlichen" Weinliebhaber keinen Mehrwert bieten.
  • Interessant sind die Grossflaschen (aus dem Bordolais) - von der Magnum bis zur Imperial - die gerade für einen Fest- oder Familienanlass - sehr geeignet sind,  zumal sich die Schätzungspreise durchaus im Rahmen halten.
  • Kalifornien ist sehr gut vertreten, auch mit sogenannten Kultweinen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Kalifornien (trotz Qualität und Kult) hier in der Schweiz eher ein Schattendasein führen. Die Preise aber sind recht hoch, was wohl dazu führt, dass diese Weine in den intzernationalen Handel gehen und wohl im fernen Osten landen. Da wird sich zeigen, ob das Hoch - zum Beispiel in China - noch anhält.
  • Natürlich hat es einige kleinere Lots, sozusagen zu Spotpreisen (wenn sie zum Ausrufpreis weggehen!). Darunter sind auch einige interessante Mixt-Lots. Interessant vor allem für Schnäppchenjäger. Doch das Angebot ist, im Verhältnis zum Gesamtangebot von rund 900 Lots, eher bescheiden.
  • Interessant ist auch ob die Deutschen Weine - in der Schweiz eher marginal gefragt - in der Liga der Auktionsweine angekommen sind. Vor allem die gut vertretenen Riesling. In Deutschland das A und O, und in der Schweiz?
    Man kann gespannt sein. Der Riesling "G-Max" von Keller (unterer Schätzungspreis 600 CHF netto die Flasche) ist fast doppelt so teuer wie d'Yquem (Sauternes). Ob dies hier "funktioniert"
  • Und noch ein Wort zu den doch zahlreich angebotenen Gantenbein (Schweiz). Preisvorstellung durchwegs über 100 CHF die Flasche. Ein untrügliches Zeichen, dass Gantenbein im grossen internationalen Weinhandel angekommen ist, sozusagen als einziger aus der Schweiz.

Eine Beurteilung der Situation und aufgeworfenen Fragen wird nach der Auktion hier vorgenommen. 

07. September 2016

 

Wein in den Keller legen:

 

Wermuth Auktionen

Samstag, 10. September 2016

im Hotel Atlantis in Zürich

 

 Bereits am nächsten Samstag startet die zweite grosse Wein-Herbst--Auktion in Zürich, Wermuth Auktionen im Hotel Atlantis. Eigentlich müsste diese nun Denz-Auktionen heissen, denn seit dem "Putsch" (oder was immer es war) gegen den langjährigen, versierten Auktionator Franz Wermuth - der am 29. Oktober seine eigen Collection 3 im Hotel Hilton (Glattbrugg) unter den Hammer bringen wird -  gibt es ein Auktionshaus mehr in Zürich. Ob der Markt dies - längerfristig - verkraften kann, wage ich zu bezweifeln. Vor allem, weil auch das vierte Auktionshaus - die Weinbörse - seine Aktivitäten ausweitet (noch bis morgen eine WEB Auktion, die nächste Saal-Auktion am 12. November).

In jedem Auktionskatalog werden natürlich die besonderen "Highlight" hervorgehoben: Hier zum Beispiel eine "12er Orignalholzkiste des gesuchten und raren Châteaux Pétrus 1990 wie auch mehrere Dutzend Flaschen und Magnums der Kult Burgunder-Domaine Romanée Conti." Diesbezüglich gleicht ein Auktion der anderen, überall findet man solche "auserordentliche" Angebote. Sie kosten auch entsprechend (7 Flaschen der Romanée-Conti Collection zwischen 17'000 und 20'000 CHF netto). Diese Spitzenweine werden in dr Regel auch nicht im Saal ersteigert, sondern - anonym als schriftliches Gebot - möglichst unauffällig ersteiger. Was bei diesem Katalog auffällt. Die Schätzungen der Weine (unterer und oberer Schätzungswert) ist sehr, sehr hoch angesetzt. Ich glaube nicht, dass viele dies (zu) hoch eingeschätzten Weine zu diesen Preisen weggehen. Bericht wird folgen.

Hier der Auktionskatalog zum herunterladen

Hie die Website des Auktionshauses

29. Mai 2016

 

Beobachtungen an der 
Weinauktion vom 28.Mai 2016

 

Es steht noch eine Auktion vom Auktionshaus Steinfels (am Samstag, 11. Juni mit einem unglaublich überladenen Auktionskatalog) aus. Nachher werde ich versuchen die momentane Situation im Auktionshandel und in der Angebot-Preis Entwicklung zu analysieren. 

Hier ein paar Auffälligkeiten zur Denz-Wermuth-Auktion:

  • Es tauchen immer mehr Bordeaux-Weine des Jahrgangs 2000 in der Auktion auf, nachdem der Jahrtausend-Jahrgang (Magie des Jahres) lange Zeit weder im Handel noch in den Auktioen nur selten angeboten wurde.
  • Die Preise sind eher gesunken: zwar nicht erheblich, aber im Schnitt doch deutlich. Zwar bleibt die Hierarchie der Jahrgänge und Weingüter weitgehend bestehen, aber doch einiges unter dem früheren Niveau.
  • In der Auktion wurden sehr viele Einzelflaschen (also nicht ganze Kistchen) angeboten. So war es für Kaufende leicht gewisse Jahrgänge oder Weingüter (die man gerade sucht) herauszupicken. Ein Eldorado für jene, die einen Geburtstags-Wein suchen!
  • Eigentliche "Bieterkämpfe" im Saal finden kaum statt; vieles geht ohne Saalgebot weg, meist auf Grund der schriftlich eingereichten Gebote. Vor allem die spektakulären Lots (z.B. die Romanée-Conti Kollektion 2005) zum untereen Schätzungspreis von 27'000 CHF). Da man auch nicht erfährt, wohin die Weine gehen (natürlich anonym)  bleibt jeglich Spannung aus. 
  • Es scheint, dass Kalifornien (in der letzten Zeit weit weniger gefragt) wieder an Fahrt gewinnt. Jedenfalls gehen die berühmteren Weine gut und zu guten Preisen weg. 
  • Im Vergleich zu anderen Auktionen werden recht viele Nicht-Bordeaux-Weine angeboten. In diesem Sinn ist die Auktion recht variantenreich und interessant, denn es ist immer schwierig den augenblicklichen Trend (ausserhalb Bordeaux und Burgund) festzustellen. Weil die verhältnismässig wenigen Angebote oft kaum schlüssige Folgerungen erlauben.  
  • Gesamthaft gesehen liegen die Zuschlagspreise um und unter dem unteren Schätzungswert. Nur ganz bekannte, teure Weine (und Jahrgänge) erreichen ab und zu den oberen Schätzungswert. Aber auch da ist dies die Ausnahme. Zum Beispiel geht die rare Sammlerkiste mit Grand Crus der Domaine Ponsot, Jahrgang 2009, für 3400 CHF weg (Schätzungspreis 4000-6000 CHF.

29. Mai 2016

 

Weinauktion

 

Es war die letzte grosse Weinauktion der Wermuth Auktionen, die eigentlich Denz-Auktion heissen müsste. Denn Franz Wermuth, der eises Auktionshaus über Jahrzehnte geleitet hat, ist nicht mehr dabei. Er führt jetzt seine eigenen Auktionen unter Franz J. Wermuth - Auktionator durch. Es wäre schön, wenn diese (für den nicht eingeweihten Auktionsbesucher) endlich beseitigt würde und die Denk-Auktionen auch so heissen würden, wie sie sind.

Es liegt mir überhaupt nicht, die beiden Auktions-Unternehmen gegeneinander auszuspielen; es geht mir einzig und allein um eine klare Erkenntlichkeit 

Nun: am Samstag fand also also die letzte Denz-Auktion vor der Sommerpause im Hotel Atlantis statt. Und die hat ihren eigenen Charakter: effizient und schnörkellos. Ein Business-Anlass, der über weite Strecken (zumindest für den Beobachter und gelegentlichen Käufer) eintönig ist. Ein Anlass für den gutorientierten Weinhändler, Sammler oder Wirt. Es geht fast ohne Zeitverlust: 1000 Lots in knapp 5 Stunden. Fast schon rekordverdächtig.

25. Mai 2016

 

Weinauktion
Samstag, 28. Mai 2016  10.00 Uhr
im Hotel Atlantis, Zürich

 

Auktionskatalog als PDF

 

Die Auktion umfasst 1015 Lots. Wie üblich in solchen hochkarätigen Auktionen, sind fast die Hälfte Weine aus dem Bordelais, rund 180 Lots aus Italien, 130 aus dem Burgund, 200 aus verschiedenen Ländern (vor allem Kalifornien), nur ca. 50 Lots aus anderen Weingebieten Frankreichs und nur 13 aus der Schweiz. 

 

Diese grobe Aufstellung zeigt, wie sehr noch immer Bordeaux dominiert, wenn es darum geht, Weine zu lagern und allenfalls zu verkaufen. Australien oder gar Südafrika sind so gut wie nicht präsent. 

Es sind weitgehend die grossen Namen, welche "das Feld" beherrschen. Kleinere Weine lohnen sich kaum, um in einer Präsentauktion zu verkaufen (der Aufpreis und die Lotgebühren sind im Verhältnis zu gross. Auch sogenannte Mischlots (Einzelflaschen, die zu einem Lot zusammengestellt werden und vor allem aus Kellerauflösungen stammen) finden sich kaum in dieser Auktion.

Weitere Informationen und Anlaysen hier nach der Auktion.

13. September 2015

 

Weinauktionen:

 

Wermuth Auktion

                                                        Auktion (254) vom 12. September 2014

 

Aus einem Gespräch in der Mittagspause mit einem älteren Weinliebhaber und Sammler: „Was, Sie kommen auch schon 15 Jahre regelmässig zu Wermuth-Auktionen. Dann haben Sie Franz Wermuth gekannt? Ich besitze noch mehr als fünfzig frühere Kataloge, die ich einfach nicht wegwerfen mag!“

In der Tat, auch ich habe die Kataloge über viele Jahre aufbewahrt. Sie sind wohl das beste Dokument der Preisentwicklung im Weingeschäft, vor allem der Bordeaux-Weine. Kürzlich habe ich sie entsorgt, die alten Kataloge. Nicht nur aus Platzgründen, sondern weil die Wermuth-Auktionen seit rund einem Jahr neu ausgerichtet wurden, ohne Franz Wermuth, vielmehr als Geschäftsbereich von Denz Weine. Neuer Geschäftsführer ist der ehemalige Mitarbeiter von Wermuth, Andreas Dünner. Die Hintergründe dieses Wechsels kenne ich nicht. Sie sind eher geeignet als Inhalt einer Klatschspalte, denn als Grundlage für Wein-Markt-Analysen. Hier interessiert einzig um die Frage: Wie hat sich der Auktionsmarkt weiter entwickelt? Was ist die aktuelle Situation? Was kann in Bezug auf Angebot und Nachfrage festgestellt werden?
Rein äusserlich ist (fast) alles wie früher. Man hat den Eindruck: "...es geht weiter!". Zwar hat der Ort der Versteigerung gewechselt, jetzt angenehm: mitten in die Stadt (Hotel Park Hyatt, Zürich). Auch der Ablauf ist ähnlich: Zuerst Degustation verschiedener Muster aus der Auktion, dann erster Teil der Auktion, kleiner Imbiss mit Champagner und Lachsbrötchen, zweiter Teil der Auktion, abschliessend neu: eine Degustation aus dem Sortiment von Denz Weinen. Auch der Katalog ist in etwa gleich, sogar die Nummerierung - 254 - signalisiert die Kontinuität.

Auktionator Georges de Bartha
Auktionator Georges de Bartha

Doch einiges ist auch anders: Der Auktionator, der professionell, schnörkellos, korrekt und vor allem sehr rasch durch die Auktion führt. So dauert die Auktion auch "nur" noch knapp vier Stunden (pro Stunde 200 Lots). Früher waren es nicht selten acht Stunden - für die, welche die ganze Auktion mitverfolgen wollten. Auch das Angebot wurde mit 774 Lots wesentlich gestrafft (gegenüber früher mit ca. 1200 Lots). Dies mag ein Vorteil sein, gleichzeitig ist es aber auch ein Nachteil. Die Auktion ist zum reinen Kauf-Event geworden. Man muss in Bezug auf Wein-Kenntnisse sehr gut bewandert (und gut vorbereitet sein), um keine Fehlkäufe zu machen. So werden zum Beispiel nur noch der Name des Weins oder des Weinguts und der Jahrgang ausgerufen, nicht aber der Winzer, die Einordnung (z.B. Zweitwein, Appellation, Klassifizierung etc.) und oft nicht einmal die Flaschengrösse. Dies beschleunigt zweifellos den Ablauf, nimmt der Saal-Auktion aber jede Spannung und auch jeden Informationswert.Spontan ist da kaum mehr etwas zu ersteigern, es sei denn, man ist ein ausgezeichneter Weinkenner (und zwar von vielen Regionen). Diese Verknappung kann - zum Beispiel bei Weinen aus dem Burgund - verhängnisvoll sein.

Im Auktionssaal (Foto Denz Weine)
Im Auktionssaal (Foto Denz Weine)

Es entwickelt sich - im Gegensatz zu früher - kaum mehr ein Bieten im Saal, selten ein überbieten und es kommen kaum spontane Gebote. Man hat den Eindruck, das Wesentliche läuft über die schriftlichen Gebote, über die man nichts mehr (auch nicht anonymisiert) erfährt. Nicht einmal die Lots, die unverkauft zurückgehen, werden vermerkt, zumal bei Wermuth-Auktionen keine sogenannten "Nachauktionen" stattfinden.

Die Auktion ist deutlich weniger transparent - zum Beispiel: wie wird entschieden, wenn mehrere Gebote mit gleicher Obergrenze vorliegen - und sie ist auch weniger attraktiv. Der Ablauf im Saal wird zum blossen Verkaufsgeschäft, in den allermeisten Fällen ohne aktives Mitbieten im Saal. Ob dies im Sinne der Einlieferer ist?

Die Premiumklasse  (Bild: Denz Weine)
Die Premiumklasse (Bild: Denz Weine)

 

Beurteilung der Marktsituation

 

Es ist schwierig bei der geschilderten Intransparenz einen Trend im Verhalten der Bieter und der Preise aufzuzeigen. Ein einigermassen zuverlässiges Indiz sind die Schätzungspreise (unterer und oberer Schätzungswert) im Vergleich zu den erzielten Erlösen. Da aber - zumindest bei den schriftlichen Geboten -  nicht ersichtlich ist, welche Lots einen Käufer gefunden haben (und allenfalls wie viele Gebote es gageben hat) ist eine Analyse kaum möglich. Nur so viel: Etwa 80 Prozent der Lots wurden - zum Teil weit - unter dem unteren Schätzungswert abgeschlossen (ob verkauft oder nicht). Man kennt bei den Wermuth-Auktionen (im Gegensatz zur "Weinbörse") den Ausrufpreis (also der Preis, zu dem ein Lot gestartet wird) nicht. Da die Schätzungspreise aber realistisch sind (man kann ja auch absichtlich zu hoch schätzen!) zeigt sich, dass die Nachfrage eher gering ist und somit die Preise fallen oder stabil bleiben. Es sind aber - seit Jahren - die gleichen Merkmale: berühmte und gesuchte Weine erzielen noch immer Erlöse zwischen dem unteren und oberen Schätzungswert, ab und zu sogar darüber. Zum Beispiel Cheval Blanc 2001 (5 Flaschen) 1'650 CHF (geschätzt 1'400-1'750).

Anderseits sind Weine mit weniger klingenden Namen immer wieder günstig zu kaufen. Zum Beispiel: Poujeaux 1998 (12 Flaschen) für 200 CHF (geschätzt 270-360).

Bei sehr guten Kenntnissen der Weinszene und -preise lohnt sich also ein Auktionsbesuch im Saal.

Hingegen - so scheint mir - sind die Händlerkäufe bedeutend zurückgegangen (es wurden diesmal auch wenig Weine angeboten, die den Weg in den Weinhandel der Premiumklasse antreten). Auch der Boom Richtung ferner Osten ist weitgehend zusammengebrochen (Lafite Rothschild als Beispiel)

 

Weitere Analysen folgen nach den nächsten Auktionen:

Wermuth Auktionen: Auktion 255 am 14. November 2015

Weinbörse: 28. September 2015 (Auktion 93/2-15)

Geschäftsführer Andreas Dünner und Auktionator Georges de Bartha
Geschäftsführer Andreas Dünner und Auktionator Georges de Bartha

15. März 2015

 

Weinauktion WZ 252

vom 14. März 2015

im Hotel Park Hyatt in Zürich

 

Der neue Auktionator – so mein Eindruck – hätte durchaus irgendetwas anderes versteigern können, Routine ersetzte die Leidenschaft (für den Wein). Es kam keine Stimmung auf, man erfuhr nichts über die Weine, ihre Herkunft, die Weingüter, auch nicht (anonymisiert) über Bieter, Keller, über den Umfang der schriftlichen Angebote, ja nicht einmal unverkaufte Lots wurden markiert (es ging offiziell ein einziges Lot zurück, was schlicht nicht sein kann!). Die Auktion ist zum reinen Geschäftsgang geworden. Auch das Bieten im Saal (obwohl er gut besetzt war) blieb bescheiden und spannungslos.

Was noch letztes Jahr Franz Wermuth – für einige eher zu viel - geplaudert, gesagt, bemerkt oder erklärt hat, ist nun gänzlich weggefallen. Man mag die Sprüche des ausgeschiedenen Auktionators goutiert haben (oder eben nicht), sie schafften Vertrauen, Bindung und eine (meist) positive Atmosphäre, auch wenn dadurch die Auktionen meist schrecklich in die Länge zogen wurden, (so dass am Schluss kaum mehr Besucher im Saal waren).

Jetzt ist alles anders. Ob diese Nüchternheit, Schnelligkeit und zum Teil auch Intransparenz gut, das heisst der Sache dienlich ist, wage ich zu bezweifeln. Viel Weinauktionskultur – oder Unkultur? – ist jedenfalls verloren gegangen. Angesichts der Konkurrenz – vor allem von der „Weinbörse“ (mit René Gabriel als Weinkenner) und dem ältesten Auktionshaus „Steinfels“ mit ausgezeichneten Verbindungen in der Weinszene – wird die neue, nüchterne Atmosphäre und Geschäftigkeit ein nicht leicht zu nehmender Nachteil sein. Ob so die bisherige Käuferschaft behalten werden kann und neue (jüngere) Kreise zu erschliessen sind, wird sich erst zeigen, wenn sich die neue Ausrichtung etabliert hat.

Eines ist für mich sicher: es kann auf einer Auktion nicht sein, dass eine Flasche, die zu 9‘000 Franken veräussert wird (Romanée Conti) mit der gleichen Emotionslosigkeit ausgerufen wird, wie eine Flasche zu 180 Franken (Brunella riserva „Case Basse“), gut zehn Lots später. Nein, Weinauktionen, überhaupt Weinkultur, ist eng mit der Freude, der Begeisterung und der Liebe zum Wein verbunden. Ein Stückchen davon muss bei aller Geschäftigkeit auch an Auktionen mitschwingen, sonst funktioniert sie nicht.

Zu den Tendenzen – ganz generell – lässt sich auf Grund dieser ersten Auktion wenig sagen.

Hier ein paar Punkte und Analysen, die auch bei „Steinfels“ und auf „auctionata.de“ zu registrieren waren.

06. Juni 2014

 

Weinauktion WZ 247

vom 05. Juni 2014

im Hotel Hilton, Zürich-Airport

 

Auch wenn die Auktion (wohl eher eine „Aufräumauktion“ des Auktionshauses) nicht unbedingt repräsentativ ist, so offenbart sie doch einige Tendenzen im Weingeschäft. Noch vor ein, zwei Jahren waren im Angebot zu 70 und mehr Prozent Bordeaux-Weine, diesmal ist der Anteil an Bordeaux höchstens 40 Prozent. Was bedeutet dies? Ganz abgesehen von der Zufälligkeit (die in jedem Auktionsangebot liegt), heisst dies wohl: Es ist längst nicht mehr fast ausschliesslich Bordeaux, welches an Auktionen gehandelt wird (ein sogenannter Auktionswerte ist), es sind immer mehr Weine aus der ganzen Welt, die den Weg in Auktionen finden. Und zwar nicht nur die bekannten Grössen aus Italien, Kalifornien, Australien – auch kleinere Weingebiete kommen zum Zug. Allerdings haben dafür die Händler (aus aller Welt) kein Interesse. Deshalb ist am der Termin am Donnerstag (früher ein typischer Händlertermin) kaum mehr besucht; am Samstag (dem Alternativtermin des Weinhauses) kommen dann eher die Weinliebhaber und Schnäppchenjäger. Wermuth verlegt denn auch seine nächste Auktion (Nr. 259 im Oktober auf einen Samstag).

Zum Verlauf und der Nachfrage

 

In der Gunst der Käufer hat sich ein Wandel vollzogen. Aus dem Bordelais sind es noch immer die hohen Werte (guter Jahrgang, viele Parkerpunkte), der Rest bleibt liegen oder geht sehr günstig weg. Was unheimlich hohe Preise erzielt, das sind Burgunder – zum Beispiel eine Flasche Romanée Conti 2005 (Côte de Nuit, Grand cru) – geht zu 10‘200 CHF (netto) weg, also brutto mehr als 12‘000 CHF (oder knapp 10‘000 Euro), während eine Flasche Pétrus (Bordeaux) 1996 1‘440 CHF erzielt (war schon viel höher!). Generell kann gesagt werden: Burgunder (vor allem auch alte) sind gefragt wie noch nie. Eine Abkehr vom immer mastigeren Bordeaux-Blend zum feineren viel differenzierteren, auch fragileren Pinot Noir? Vieles deutet darauf hin.

Der Einfluss von Parker

 

Noch immer – oder immer mehr – zeigt sich, dass hohe Parkerwerte ein Garant für den Absatz und für hohe Preise darstellt. Für das, was von Parker geadelt wurde (auch wenn seine Wertung viele Jahre zurückliegt), wird geboten und oft geht der Preis sogar über den oberen Schatzungswert (was vor vier, fünf Jahren noch üblich war, jetzt aber nur noch selten ist). Bei den Wermuth Auktionen gibt es keinen fixen Ausrufpreis, nur zwei Schatzungswerte (der untere und der obere), ausgerufen wird meist weit unter dem unteren Schatzungswert (wenn keine höheren schriftlichen Angebote vorliegen).

Die Händler (auch Weinliebhaber aus aller Welt) bieten fast ausnahmslos auf die hohen Werte (guter Name, viele Parkerpunkte und guter Jahrgang), während Weinliebhaber und Sammler der Auktion immer mehr fernbleiben und „Schnäppchenjäger“ kaum mehr aufkreuzen. Es gibt zu viele andere Möglichkeiten, um zu guten Weinen zu kommen, sei es im Internet (siehe Weinauktion von auctionata), aber auch im Handel. Die Palette von sehr guten Weinen, und guten Weingebieten hat sich in den letzten Jahren unglaublich vergrössert. Halbzitat: „Es muss nicht immer Bordeaux sein“.
Weine, die an der Saal-Auktion keine Käufer fanden, gehen jetzt in die Internetauktion von Wermuth (Nr. 246), die am 12.06.2014 (00 Uhr) endet. Es zeigt sich, dass dort diese Weine besser weggehen, offensichtlich haben sich die Weinliebhaber und Schnäppchenjäger dorthin begeben, wo die Übersicht für nicht Auktionsgeübte weit besser und klarer ist. Es sind auch da eher Einzelflaschen oder vereinzelte Kiste, und nicht ganze Serien des gleichen Weins, die hier angeboten werden.

Es zeigt sich, dass sich die Saal-Auktion immer mehr auf schriftliche Angebote (Vorbieten) verlagert und der Event im Saal nebensächlich (sogar langweilig) wird. Saalauktionen haben offensichtlich das Prickeln des Bietens und Überbietens, die Jagd nach guten Werten, weitgehend verloren. Es ist ein schon fast vorprogrammiertes Geschäft geworden.

Bordeau als sicherer Wert


Noch eine Beobachtung: Bordeaux hat weitgehend seinen Ruf als sicherer Wert verloren. Zum Beispiel: Weine aus den eher schwächeren 70er Jahren gehen nicht weg: die Händler und Spekulanten wollen die Weine nicht, aber auch nicht die Bordeauxliebhaber und –kenner. Es gibt zu viele gute, bessere, jüngere Weine, die Trinkgenuss garantieren, sowohl in Bordeaux als auch in vielen andern Weingebieten (die meist günstiger sind). Das Sammeln und Lagern von Bordeaux lohnt sich immer weniger – auch wenn man den Wein nie verkauft - sonder selber trinken möchte.

Letzte Auktion vor den Sommerferien

 

Die nächste und letzte Auktion in der Schweiz vor der Sommerpause wird bei Steinfels – dem ältesten Weinauktionshaus in der Schweiz – am 14. Juni stattfinden. Leider kann ich nicht daran teilnehmen. Ich werde aber auf Grund der Ergebnislisten eine Analyse der Preise versuchen. Dies ist besonders wichtig, weil nun die Subskriptionszeit für die Bordeaux-Weine begonnen hat.

 

02. Dezember 2010

 

Bordeaux-Marathon

 

Der Médoc-Marathon – auch Bordeaux-Marathon genannt – findet jedes Jahr im September in Pauillac statt. Eine 42,195 km lange Weinprobe, verkündet die Werbung. Gestern nun war ein nicht minder anstrengender Bordeaux-Anlass, nicht in Frankreich, in Zürich, der mir wie ein Marathon vorkam, zwar weit weniger glamourös, doch nicht minder kraftverschleissend aber auch aufschlussreich. Sieben Stunden Weinauktion, 1404 Lots, nur ein paar wenige Saalbesucher – knapp zehn – hielten es bis an Schluss aus. Die andern sind gegangen, man konnte ja schliesslich auch schriftlich bieten

Noch nie in den vielen Jahren Auktions-Erfahrung war ich so lange im Stress und so stark gefordert, wie gestern. Nicht weil es galt, Schnäppchen zu ergattern (das war möglich, wenn man wollte), sondern weil wohl sonst kaum eine bessere Übersicht über den  Markttrend edler Weine möglich ist. Wie „edel“ die Weine wirklich sind, weiss ich auf Grund der Auktion nicht, dafür weiss ich was sie kosten und wie sich der Markt im Augenblick entwickelt.

Es wären allerdings nicht sieben Stunden nötig gewesen, um die augenfälligsten Merkmale zu erkennen oder das was man längst weiss, bestätigt zu sehen.

  1. Der Markt wird weitgehend von den Kaufattitüden im Fernen Osten – vor allem von China – bestimmt. Das heisst: fast jede hochbewertete Flaschen gehen  früher oder später auf Reisen nach Asien. Saigon ist ein beliebter Umschlagplatz oder Hongkong oder Singapur. Doch dazwischen liegen oft viele Stationen – Umwege zum Beispiel über Handelshäuser in Grossbritannien oder USA oder auch nur in der Schweiz.
  2. Viele Händler in Europa, welche gute Beziehungen zum fernen Osten haben, machen das Spiel munter mit und verdienen damit viel Geld. Wer die Mentalität der potentiellen Käufer im Osten kennt, kann sehr gute Geschäfte machen und bestimmte Weine zu fast jedem Preis wieder verkaufen.
  3. Die Kaufentscheidung der neuen, reichen Kundschaft im fernen Osten ist oft irrational und ganz einfach. Grosse Namen – die im eigenen Land bekannt (und prestigeträchtig) sind: allen voran Lafite Rothschild und Latour, aber auch Angelus (wegen der Glocke auf der Etikette?) oder Weine mit bestimmten Emblemen oder Etikettfarben erleben plötzlich einen ungeahnten Boom, ungeachtet des guten oder schlechten Jahrgangs, auch unbeeinflusst von Parker- und andern Punkten.
  4. Noch immer verteidigt Lafite Rothschild die Spitze des Preisberges. Ein paar Beispiele (immer Bruttopreise, das heisst mit Lotgebühren und Mehrwertsteuer). Lafite Rothschild 1999 (in der 6er Originalkiste), eine Flasche zu 1008 SFr. (700 Euro); Lafite 2000,  eine Flasche zu 2600 SFr. (1800 Euro) oder Lafite 1976, eine Flasche zu 708 SFr. (490 Euro). Ich muss wohl die Liste nicht weiter führen. Sie bekommt auch bei schlechten Jahrgängen kaum einen Knick.
  5. Das ganze Preisgefüge - bei den hochklassigen Weinen - richtet sich nach diesen Werten. Sei es nun Haut-Brion, Ausone, Cheval blanc, Lafleur etc.
  6. Mit welchen „harten Banden“ im Weingeschäft gekämpft wird, dokumentiert wieder einmal Château Mouton Rothschild. Sein Wein fiel im Prestige – im Vergleich zu seinen Rivalen Lafite, Latour etc. – immer mehr zurück. Vor allem konnte Mouton im Fernen Osten nie den Preis von Lafite erzielen. Nun vor ein paar Tagen, die Ankündigung: ein chinesischer Künstler, Xu Lei, kann 2008 die Etikette von Mouton gestalten – das klassische Mouton-Schaf, eingeklemmt zwischen zwei Mondhälften, alles in Blau getunkt. Und schon klettern die Preise: Der Mouton 2008, noch bis vor einigen Wochen zu 300 SFr. (220 Euro) angeboten, erzielt jetzt bereits vor der Auslieferung Preise um 1000 SFr. (700 Euro) und zieht an Auktionen die älteren Moutons bereits mit. Ähnlich hat Mouton Rothschild schon 2004 die Wende in Bezug auf den amerikanischen Markt geschaffen. Die Etikette des Jahrgangs 2001 gestaltete der amerikanische Regisseur und Maler, Robert Wilson, und der amerikanische Bordeaux-Markt, der 2003 infolge des Irak-Krieges ins Stocken geraten ist, kam wieder in Fahrt.
  7. Die Zweiklassengesellschaft im Bordelais wird immer deutlicher. „Kleine Weine“, das heisst: Weingüter ohne die für Chinesen klingenden Namen, gehen auf Auktionen kaum weg. Hier sind „Schnäppchen“ durchaus möglich. Sogar gute Schnäppchen, denn es kommen bereits die 2000er, 2003er und sogar die 2005er auf den Auktionsmarkt. Zum Beispiel beim Fronsac Wein, La Croix Canon 2000, ging die 12er Kiste für 280 SFr. nicht weg (pro Flasche wären das brutto 28 SFr. - 19 Euro).  Selbst der Pauillac Wein, Batailley 2003, ist in etwa zum gleichen Preis wie in der Subskription vor sieben Jahren zu erstehen, zu etwas über 30 SFr. (21 Euro) die Flasche.
  8. Schliesslich noch ein Phänomen, das sich schon seit einiger Zeit beobachten lässt: Die einst hochgepriesenen und teuer verkauften Garageweine finden kaum Absatz, gehen oft zurück oder werden weit unter dem einstigen Wert verkauft. Valandraud 1999, 1800-2400 SFr. (1250-1670 Euro) geschätzt, fand auch für 1500 SFr. (1040 Euro) keinen Käufer (nicht einmal bei einer 12er Kiste in der Original Holzkiste OHK). Ähnlich erging es Mondotte 1999 bei einer 3er OHK zu 660-960 SFr. (460-670 Euro) geschätzt, ging beim tiefsten Angebot von 450 SFr. (310 Euro) nicht weg (so viel kostete einst eine einzige Flasche!)